Jesus Sirach 35

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Wer sich an die Weisung hält, vermehrt die Opfergaben,2 Heilsopfer bringt dar, wer die Gebote beachtet,3 wer eine Wohltat vergilt, opfert Feinmehl,4 und wer Barmherzigkeit übt, bringt Dankopfer dar.5 Wohlgefallen des Herrn: sich fernhalten von der Bosheit. Und Vergebung: sich fernhalten von der Ungerechtigkeit.6 Erscheine nicht mit leeren Händen vor dem Herrn,7 denn all dies gilt des Gebots wegen.8 Die Opfergabe eines Gerechten ist Salbung des Altars, und ihr Wohlgeruch ist vor dem Höchsten.9 Das Opfer eines gerechten Mannes ist willkommen, und die Erinnerung daran wird nicht verloren gehen.10 Preise den Herrn mit freudigem Auge, und verringere nicht die Erstlingsgabe deiner Hände.11 Dein Gesicht sei bei jeder Gabe heiter, und den Zehnten sollst du in Freude heiligen.12 Gib dem Höchsten, wie es seinem Geben entspricht, und mit freudigem Auge, dem entsprechend, was deine Hände vorgefunden haben.13 Denn der Herr ist einer, der vergilt, und er wird dir siebenfach vergelten.14 Versuche nicht, ihn zu bestechen, denn er wird es nicht annehmen,15 und richte deine Aufmerksamkeit nicht auf ein ungerechtes Opfer, denn der Herr ist Richter, und bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.16 Er wird nicht auf die Person sehen, wenn es um einen Armen geht, und die Bitte eines ungerecht Behandelten wird er erhören.17 Er wird das Flehen einer Waise nicht übersehen noch die Witwe, wenn sie ihren Worten freien Lauf lässt.18 Fliessen nicht die Tränen einer Witwe über ihre Wangen,19 und richtet sich der Aufschrei nicht gegen den, der ihn verursacht?20 Wer dient, wird in Wohlgefallen angenommen werden, und seine Bitte wird bis an die Wolken gelangen.[1]21 Das Gebet des Demütigen hat die Wolken durchdrungen, und bis es sein Ziel erreicht, wird er sich nicht trösten lassen; er wird nicht aufgeben, bis der Höchste auf ihn schaut.[2]22 Und dieser wird für die Gerechten Gericht halten und Recht schaffen: Der Herr wird es nicht aufschieben, und ihnen gegenüber wird er nicht langmütig sein, bis er die Lenden der Unbarmherzigen zerbricht23 und den Nationen mit Strafe vergilt, bis er die Masse der Überheblichen beseitigt und die Zepter der Ungerechten zerbricht,24 bis er dem Menschen vergilt nach seinen Handlungen und die Taten der Menschen nach ihren Absichten,25 bis er den Rechtsfall seines Volks verhandelt und sie erfreut mit seinem Erbarmen.26 Willkommen ist das Erbarmen in der Zeit der Bedrängnis, wie Regenwolken in der Zeit der Trockenheit.

Jesus Sirach 35

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Wer das Gesetz beachtet, opfert reichlich. (1Sam 15,22)2 Wer die Gebote hält, bringt ein Dankopfer.3 Wer Gott dankt, gibt ein Speisopfer, (Ps 50,14; Ps 50,23)4 und wer Barmherzigkeit übt, ein Lobopfer. (Hebr 13,16)5 Vom Bösen zu lassen, gefällt dem Herrn; und vom Unrecht zu lassen, ist ein Sühnopfer. (Spr 21,3)6 Erscheine vor dem Herrn nicht mit leeren Händen, (2Mo 23,17)7 denn das alles muss man tun um des Gebotes willen. (Mt 23,23)8 Des Gerechten Opfer lässt den Altar glänzen, und der liebliche Geruch kommt vor den Höchsten. (1Mo 8,21)9 Des Gerechten Opfer ist angenehm und wird nicht vergessen.10 Mit fröhlichem Gesicht lobe den Herrn, und gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen. (2Mo 23,19)11 Wenn du gibst, tu es mit heiterer Miene, und bring den Zehnten mit Freude dar.12 Gib dem Höchsten, wie er dir gegeben hat, und gib mit fröhlichem Gesicht, so viel du kannst. (2Kor 9,7)13 Denn der Herr, der vergilt, wird dir’s siebenfach vergelten. (1Sam 26,23; Ps 79,12)14 Bring nichts dar, um Gott zu bestechen; denn er wird’s nicht annehmen. (2Chr 19,7; Mal 1,8)15 Verlass dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein Richter, und vor ihm gilt kein Ansehen der Person. (Jak 2,1)16 Er hilft dem Armen ohne Ansehen der Person und erhört das Gebet des Unterdrückten. (5Mo 10,17; Lk 18,7)17 Er verachtet das Flehen der Waisen nicht noch die Witwe, wenn sie ihre Klage erhebt. (2Mo 22,21; Lk 18,3)18 Laufen ihr nicht die Tränen die Wangen hinunter,19 und richtet sich ihr Schreien nicht gegen den, der die Tränen fließen lässt?20 Wer Gott dient, den nimmt er mit Wohlgefallen an, und sein Gebet reicht bis in die Wolken. (Spr 15,29)21 Das Gebet eines Demütigen dringt durch die Wolken, doch bis es dort ist, bleibt er ohne Trost, und er lässt nicht nach, bis der Höchste sich seiner annimmt22 und den Gerechten ihr Recht zuspricht und Gericht hält. Der Herr wird nicht säumen noch Langmut zeigen, bis er den Unbarmherzigen die Lenden zerschmettert.23 Auch an den Heiden wird er Vergeltung üben, bis er die Menge der Frevler vernichtet und die Zepter der Ungerechten zerbricht,24 bis er dem Menschen nach seinen Taten vergilt und die Werke der Menschen nach ihren Plänen, (Jer 17,10)25 bis er seinem Volk Recht schafft und es erfreut mit seiner Barmherzigkeit.26 Sein Erbarmen erquickt in der Zeit der Not wie Regenwolken in der Zeit der Dürre.