von Theologischer Verlag Zürich1Wohl dem Mann, der seines Mundes wegen nicht ausgeglitten ist und der nicht geplagt wurde von Betrübnis über Sünden.2Wohl dem, den seine Seele nicht verurteilt hat und der nicht abgelassen hat von seiner Hoffnung.3Einem kleinlichen Mann steht Reichtum nicht, und bei einem missgünstigen Menschen: Wozu ein Vermögen?4Wer seiner Seele etwas versagt, sammelt für andere, und mit seinen Gütern werden andere im Überfluss leben.5Wer böse ist zu sich selbst - zu wem wird er gut sein? Er wird sich auch nicht freuen über sein Vermögen.6Es gibt keinen Schlimmeren als den, der sich selbst nichts gönnt: Das ist die Vergeltung für seine Schlechtigkeit.7Und wenn er gut handelt, tut er es aus Vergesslichkeit, und zuletzt macht er seine Schlechtigkeit offenbar.8Böse ist, wer dem Auge nichts gönnt, indem er das Gesicht abwendet und andere übersieht.9Das Auge eines Habgierigen wird von seinem Anteil nicht satt, und böse Ungerechtigkeit trocknet die Seele aus.10Ein böses Auge blickt neidisch auf Brot, und darbend sitzt es an seinem Tisch.11Kind, so wie du es vermagst, tu dir Gutes, und würdig bringe dem Herrn die Opfergaben dar.12Bedenke, dass der Tod nicht zögern wird und dass dir kein Vertrag mit der Unterwelt gezeigt wurde.13Tu einem Freund Gutes, bevor du stirbst, und strecke deine Hand aus und gib ihm so, wie es deiner Kraft entspricht.14Lass dir einen guten Tag nicht entgehen, und einen Anteil an einem guten Wunsch lass nicht an dir vorüberziehen.15Wirst du nicht einem anderen den Lohn für deine Mühen hinterlassen und die Früchte deiner Arbeit der Verteilung durch das Los?16Gib und nimm und betöre deine Seele, denn in der Unterwelt muss man Überfluss nicht suchen wollen.17Alles Fleisch altert wie ein Gewand, denn der Bund von Ewigkeit ist: Durch den Tod wirst du sterben.18Wie ein spriessendes Blatt an einem laubreichen Baum - die einen lässt er fallen, andere aber lässt er wachsen -, so ist das Geschlecht aus Fleisch und Blut: Das eine stirbt, ein anderes wird geboren.19Jedes von Fäulnis befallene Werk vergeht, und wer es vollbringt, wird mit ihm verschwinden.
Wer an der Weisung festhält, wird die Weisheit erfassen
20Wohl dem Mann, der sich in der Weisheit üben und der sich verständig unterhalten wird,21der über ihre Wege nachdenkt in seinem Herzen, wird auch das bedenken, was in ihr verborgen ist.22Zieh aus, hinter ihr her, wie ein Spurensucher, und an ihren Eingängen laure ihr auf.23Wer durch ihre Fenster späht, wird auch auf ihrer Türschwelle lauschen.24Wer sich nahe an ihrem Haus niederlässt, wird an ihren Wänden auch seinen Pflock festmachen.25Er wird sein Zelt neben sie stellen und sich in der Unterkunft der Guten niederlassen.26Er wird seine Kinder ihrem Schutz anvertrauen und unter ihren Zweigen die Nacht verbringen.27Er wird von ihr vor der Hitze beschützt werden und sich in ihrem Glanz niederlassen.
Jesus Sirach 14
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Wohl dem, der sich nicht mit Reden vergeht und davon ein böses Gewissen hat! (Jak 3,2; Sir 25,8)2Wohl dem, der kein böses Gewissen hat und der seine Zuversicht nicht verloren hat!3Einem Knauser steht es nicht wohl an, reich zu sein; und was soll Geld und Gut einem Geizkragen?4Wer nur sammelt und sich selber nichts Gutes gönnt, der sammelt’s für andere, und andere werden’s verprassen. (Pred 2,21)5Wer sich selber nichts Gutes gönnt, was sollte der andern Gutes tun? Er wird niemals Freude an seinem Eigentum haben.6Es ist nichts schlimmer, als wenn einer sich selbst herabsetzt; und das ist die rechte Strafe für seine Bosheit.7Tut er etwas Gutes, so tut er’s aus Versehen; zuletzt kommt doch wieder seine Bosheit zum Vorschein.8Der ist ein böser Mensch, der andere mit Blicken herabsetzt, sein Angesicht abwendet und über Menschen hinwegsieht.9Ein habgieriger Mensch hat nie genug an dem, was ihm beschieden ist, und kann vor lauter Geiz nicht gedeihen.10Ein Neidhammel missgönnt den andern das Brot, und es tut ihm weh, wenn er auftischen muss. (Spr 23,6)11Mein Kind, tu dir selbst so viel Gutes, wie du kannst, und gib dem Herrn die Opfer, die ihm gebühren.12Bedenke, dass der Tod nicht auf sich warten lässt und dass du nicht weißt, was in der Unterwelt über dich beschlossen ist. (Jes 28,15; Weis 1,16)13Tu dem Freund Gutes noch vor deinem Ende und gib dem Armen nach deinen Kräften.14Versäume keinen fröhlichen Tag und lass dir die Freuden nicht entgehen, die dir beschieden sind. (Pred 2,24; Pred 7,14)15Musst du nicht alles, was du sauer erworben hast, andern hinterlassen und den Ertrag deiner Arbeit den Erben geben? (Ps 49,11)16Schenke und lass dich beschenken, und gönne dir etwas; denn in der Unterwelt lässt sich nicht schwelgen.17Alles Fleisch verschleißt wie ein Kleid, denn es gilt der ewige Beschluss: Du musst sterben!18Wie mit den grünen Blättern auf einem schönen Baum – die einen fallen ab, andere wiederum wachsen –, so geht’s mit dem Menschengeschlecht auch: Die einen sterben, andere werden geboren. (Pred 1,4; Jes 40,6)19Alles vergängliche Werk muss ein Ende nehmen; und wer es vollbracht hat, fährt mit ihm dahin.
Weisheit und Gottesfurcht
20Wohl dem, der über die Weisheit nachsinnt und sie aufnimmt in sein ganzes Denken, (Spr 8,34)21der ihre Wege von Herzen betrachtet und ihren Geheimnissen immer weiter nachforscht, (Sir 6,27)22ihr wie ein Späher nachschleicht und auf ihren Wegen auf sie wartet23und guckt zu ihrem Fenster hinein und horcht an ihrer Tür,24sucht Herberge nahe bei ihrem Hause und schlägt seine Pflöcke bei ihren Mauern ein25und richtet an ihrer Wand sein Zelt auf, sodass er eine gute Herberge hat.26Der bringt auch seine Kinder unter ihr Dach und bleibt unter ihren Zweigen; (Jes 25,4)27da wird er vor Hitze beschirmt und wird in ihrem Glanz wohnen.