Jesus Sirach 13

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Wer Pech anfasst, wird schmutzig werden, und wer mit einem Hochmütigen Gemeinschaft hat, wird ihm gleich werden.2 Was für dich zu schwer ist, hebe nicht hoch, und mit einem, der stärker und reicher ist als du, sollst du keine Gemeinschaft haben. Warum sollte ein Topf mit einem Kessel Gemeinschaft haben? Dieser wird anstossen, und jener wird zerbrechen.3 Ein Reicher hat Unrecht getan und sich noch beschwert; ein Armer hat Unrecht erlitten und wird zum Bittsteller werden.4 Wenn du nützlich bist, wird er mit dir arbeiten, und wenn du zurückbleibst, wird er dich verlassen.5 Wenn du Besitz hast, wird er mit dir zusammenleben, und er wird dich ausnehmen, und ihm wird es nicht schlecht gehen.[1]6 Hat er dich benutzt, wird er dich in die Irre führen und dir zulächeln und dir Hoffnung machen. Er wird dir schöne Worte machen und sagen: Was fehlt dir?7 Und er wird dich beschämen bei seinen Gastmählern, bis er dich zwei- oder dreimal ausgenommen hat, und zuletzt wird er dich verspotten. Danach wird er dich ansehen und dich verlassen, und er wird seinen Kopf über dich schütteln.[2]8 Nimm dich in acht, dass du nicht irregeleitet und in deinem Mangel an Einsicht gedemütigt wirst.9 Ruft dich ein Machthaber, halte dich zurück, dann wird er dich umso mehr rufen.10 Sei nicht aufdringlich, damit du nicht zurückgewiesen wirst, und stehe nicht zu weit abseits, damit du nicht vergessen wirst.11 Trachte nicht danach, gleichberechtigt mit ihm zu sprechen, und schenke seinen zahllosen Worten kein Vertrauen. Denn mit viel Gerede wird er dich auf die Probe stellen, und während er dir zulächelt, wird er dich prüfen.12 Unbarmherzig ist, wer sich nicht an Worte hält, und er wird mit Misshandlungen und Fesseln nicht sparsam sein.13 Halte daran fest und nimm dich stets in acht, denn der Untergang ist dein ständiger Begleiter.14 [Wenn du dies hörst in deinem Schlaf, wach auf! In deinem ganzen Leben liebe den Herrn, und rufe ihn an zu deiner Rettung.]15 Jedes Lebewesen liebt, was ihm gleicht, und jeder Mensch liebt seinen Nächsten.16 Alles Fleisch versammelt sich nach seiner Art, und ein Mann wird dem anhangen, was ihm gleicht.[3]17 Warum sollte ein Wolf mit einem Lamm Gemeinschaft haben? So verhält es sich mit dem Sünder gegenüber dem Frommen.18 Was bedeutet für eine Hyäne Friede mit einem Hund? Und was bedeutet für einen Reichen Friede mit einem Bedürftigen?19 Die Beute der Löwen sind die Wildesel in der Wüste, so sind die Armen das Futter der Reichen.20 Ein Greuel ist dem Hochmütigen die Demut, so ist dem Reichen der Arme ein Greuel.21 Gerät ein Reicher ins Wanken, wird er von den Freunden gestützt, fällt aber ein Niedriger, wird er von den Freunden verstossen.22 Stürzt ein Reicher, gibt es viele Helfer; er hat Unsägliches geredet, und sie haben ihm Recht gegeben. Ein Niedriger ist gestürzt, und sie haben ihn auch noch getadelt, er hat Verständiges geäussert, und ihm wurde kein Raum gewährt.23 Ein Reicher hat gesprochen, und alle sind still geworden, und sein Wort haben sie bis in die Wolken gehoben. Ein Armer hat gesprochen, und sie sagten: Wer ist das? Und wenn er Anstoss erregt, werden sie ihn niedermachen.24 Gut ist Reichtum, an dem keine Sünde haftet, und schlecht ist Armut in gottlosen Mündern.25 Das Herz des Menschen verändert sein Gesicht, sei es zum Guten, sei es zum Schlechten.26 Die Spur des Herzens ist bei den Guten ein freundliches Gesicht, und Sprüche finden heisst mühevoll nachdenken.

Jesus Sirach 13

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Wer Pech angreift, besudelt sich; und wer sich zum Hoffärtigen gesellt, wird ihm ähnlich.2 Hebe keine Last, die über deine Kräfte geht, und geselle dich nicht zu einem, der stärker und reicher ist als du. Was soll der irdene Topf beim Kessel? Sie stoßen zusammen, und der Topf zerbricht. (Sir 8,1)3 Der Reiche tut Unrecht und beharrt noch darauf; der Arme erleidet Unrecht, und muss sich dafür noch bedanken.4 Solange du ihm nützlich bist, bemüht sich der Reiche um dich; aber wenn du nicht mehr kannst, lässt er dich fallen.5 Solange du etwas hast, bleibt er bei dir, nimmt dich aus und müht sich selbst nicht ab.6 Wenn er dich braucht, so täuscht er dich: Er lächelt dich an, verheißt dir viel, tut dir schön und fragt: Brauchst du etwas?7 Er lädt dich großzügig ein, um dich später zwei- oder dreimal auszunehmen, und zuletzt verspottet er dich noch. Dann sieht er dich an, lässt dich fallen und schüttelt den Kopf über dich. (Sir 12,17)8 Darum sieh zu, dass du dich nicht täuschen lässt und in deiner Einfalt nicht gedemütigt wirst.9 Wenn dich ein Mächtiger zu sich ruft, so zieh dich zurück; umso mehr wird er dich rufen. (Spr 25,6)10 Dränge dich nicht selbst zu ihm hin, damit du nicht verstoßen wirst; halte dich auch nicht zu fern, damit man dich nicht vergisst.11 Sei nicht darauf aus, mit ihm zu reden wie mit deinesgleichen, und traue seinen Worten nicht; denn mit viel Gerede will er dich verführen, und mit freundlichem Lächeln horcht er dich aus.12 Er ist unbarmherzig, hält sein Wort nicht und spart nicht mit Strafen und Gefängnis.13 Darum gib gut acht und sieh dich vor: Du lebst in großer Gefahr!14 [Wenn du solches im Schlaf hörst, wach auf! Mit deinem ganzen Leben liebe den Herrn und rufe ihn zu deiner Rettung.] (5Mo 6,5)15 Jedes Tier liebt seinesgleichen und jeder Mensch den, der ihm am nächsten steht. (Sir 27,9)16 Jedes Geschöpf hält sich zu seiner eignen Art; so soll sich auch der Mensch zu seinesgleichen gesellen.17 Was hat der Wolf mit dem Lamm gemein? So viel wie der Frevler mit dem Frommen. (Mt 10,16)18 Hält denn die Hyäne Frieden mit dem Hund? Und der Reiche mit dem Armen?19 Wie der Löwe in der Wüste die Wildesel frisst, so fressen die Reichen die Armen.20 Dem Hochmütigen ist Demut ein Gräuel; so ist auch dem Reichen der Arme ein Gräuel. (Spr 29,27)21 Ein Reicher, der zu fallen droht, wird von seinen Freunden gestützt; ein Armer aber, der fällt, wird von seinen Freunden zu Boden gestoßen. (Spr 19,4)22 Wenn ein Reicher strauchelt, so gibt es viele, die ihm beistehen; wenn er sich mit Worten vergriffen hat, so gibt man ihm noch recht. Wenn aber ein Armer strauchelt, so macht man ihm noch Vorwürfe; er spricht verständig, und doch gilt es nichts. (Pred 9,16)23 Der Reiche redet, und alle schweigen, und seine Worte hebt man in den Himmel. Der Arme redet, und man sagt: Wer ist denn das? Und beim kleinsten Fehltritt fällt man über ihn her. (Ps 73,9)24 Reichtum ist gut, wenn an ihm keine Sünde haftet, und allein der Gottlose nennt die Armut schlecht.25 Das Herz verändert des Menschen Gesicht, sei es zum Guten, sei es zum Bösen. (Spr 15,13)26 Ein Herz, das Gutes im Sinn hat, erkennt man an einem fröhlichen Gesicht, und wer über Sprüche nachsinnt, dem sieht man seine Mühe an.