von Theologischer Verlag Zürich1Wer den Herrn fürchtet, wird dies tun, und wer nach der Weisung greift, wird die Weisheit erfassen.[1]2Und sie wird ihm entgegengehen wie eine Mutter, und wie eine Jungfrau wird sie ihn empfangen.3Sie wird ihn speisen mit dem Brot des Verstehens, und das Wasser der Weisheit wird sie ihn trinken lassen.4Er wird sich auf sie stützen und nicht niedersinken, und er wird seine Aufmerksamkeit auf sie richten und nicht zuschanden werden.5Und sie wird ihn erhöhen, anders als seine Nächsten, und inmitten der Versammlung wird sie seinen Mund öffnen.6Freude und einen Kranz des Jubels und einen ewigen Namen wird er erben.7Unverständige Menschen werden sie nicht erfassen, und sündige Männer werden sie nicht sehen.8Weit entfernt ist sie vom Hochmut, und lügnerische Männer werden sich ihrer nicht erinnern.9Eine Lobrede gehört nicht in den Mund eines Sünders, denn der Auftrag dazu kam nicht vom Herrn.10In Weisheit nämlich wird eine Lobrede gehalten werden, und der Herr wird sie gelingen lassen.
Wenn du es willst, wirst du an den Geboten festhalten
11Sage nicht: Ich bin abgefallen - wegen des Herrn! Denn was er verabscheut hat, wird er nicht tun.12Sage nicht: Er hat mich in die Irre geführt! Denn einen sündigen Mann kann er nicht brauchen.13Der Herr hat jeden Greuel verabscheut, und bei denen, die ihn fürchten, ist kein Greuel beliebt.[2]14Er selbst hat am Anfang den Menschen gemacht, und er überliess ihn seinem eigenen Planen.[3]15Wenn du es willst, wirst du an den Geboten festhalten und die Treue bewahren und wohlgefällig leben.16Er hat dir Feuer und Wasser vorgelegt; du wirst deine Hand nach dem austrecken, wonach du strebst.17Vor den Menschen liegen das Leben und der Tod, und jedem wird das gegeben werden, wofür er sich entscheidet.18Denn gross ist die Weisheit des Herrn, er ist stark in seiner Herrschermacht und sieht alles,19und seine Augen ruhen auf denen, die ihn fürchten, und er wird jedes Werk eines Menschen erkennen.20Niemandem hat er geboten, gottlos zu sein, und niemandem hat er erlaubt zu sündigen.
Jesus Sirach 15
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Das alles tut nur, wer den Herrn fürchtet; und wer sich an das Gesetz hält, der findet die Weisheit. (Sir 19,20)2Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter und wird ihn empfangen wie eine junge Braut. (Weis 8,2; Weis 8,9)3Sie reicht ihm die Speise der Einsicht und den Trank der Weisheit. (Spr 9,5; Sir 24,21)4Er wird sich auf sie stützen, dass er nicht fällt, und sich an sie halten, dass er nicht zuschanden wird.5Sie wird ihn erhöhen über seine Nächsten und ihm den Mund auftun in der Gemeinde. (Weis 8,10)6Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne und ihm einen ewigen Namen verleihen. (Sir 6,31; Sir 39,9)7Aber die Narren finden die Weisheit nicht, und die Sünder können sie nicht entdecken.8Fern ist sie den Hoffärtigen, und die Heuchler wollen nichts von ihr wissen.9Wertlos ist das Lob aus dem Mund eines Sünders; denn es kommt nicht vom Herrn.10Denn in Weisheit wird Lob gesprochen, und der Herr lässt’s gelingen.
Die Wahl zwischen Gut und Böse
11Du darfst nicht sagen: »Bin ich abtrünnig geworden, so hat’s der Herr getan.« Denn was Gott hasst, das tut er nicht. (Jak 1,13)12Du darfst nicht sagen: »Er selbst hat mich verführt.« Denn er braucht keinen Frevler.13Der Herr hasst alles, was ein Gräuel ist; und wer ihn fürchtet, der scheut sich davor. (Sir 17,26)14Er hat im Anfang den Menschen geschaffen und ihm die Wahl gelassen: (1Mo 2,7; 1Mo 2,16)15Wenn du willst, so kannst du die Gebote halten und in rechter Treue tun, was ihm gefällt. (1Joh 5,3)16Er hat dich vor Feuer und Wasser gestellt: Wähle, was du willst!17Der Mensch hat vor sich Leben und Tod; was er wählt, wird ihm gegeben werden. (Jer 21,8)18Denn die Weisheit des Herrn ist groß, er ist stark und mächtig und sieht alles: (Sir 17,19; Sir 23,19; Sir 39,19; Sir 42,18)19Seine Augen sehen auf die, die ihn fürchten, und er kennt jedes Menschen Werk. (Ps 33,18; Ps 34,16; Sir 34,16)20Er hat niemandem geboten, gottlos zu sein, und keinem erlaubt zu sündigen. (Ps 5,5)