Jesus Sirach 12

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Wenn du Gutes tust, erkenne, für wen du es tust, und du wirst Dank für deine guten Taten ernten.2 Tu dem Frommen Gutes, und du wirst Vergeltung finden - wenn nicht von ihm, dann vom Höchsten.3 Es gibt nichts Gutes für den, der ständig Schlechtes tut, und nicht für den, der keine Barmherzigkeit übt.4 Gib dem Frommen und nimm dich nicht des Sünders an.5 Tu dem Demütigen Gutes und gib nicht dem Gottlosen. Halte die Brote zurück und gib sie ihm nicht, damit er dich durch sie nicht beherrscht. Denn doppelt so viel Schlechtes wirst du erfahren für alle guten Taten, die du ihm tust.6 Denn auch der Höchste verabscheut Sünder, und den Gottlosen wird er es strafend vergelten, [aber er bewahrt sie bis zum Tag ihrer Strafe.]7 Gib dem Guten, und nimm dich nicht des Sünders an.8 Der Freund wird nicht bestraft werden, wenn er Gutes tut, und der Feind wird nicht verborgen bleiben, wenn er Schlechtes tut.9 Wenn es einem Mann gut geht, sind seine Feinde niedergeschlagen, und wenn es ihm schlecht geht, wird sich auch der Freund von ihm trennen.10 Vertraue niemals deinem Feind! Denn wie Metall rostig wird, so zeigt sich seine Bosheit.11 Und wenn er erniedrigt wird und gebeugt umhergeht, halte inne und hüte dich vor ihm, und du wirst für ihn sein wie einer, der einen Spiegel poliert hat, und erkennen, dass dieser niemals rostet.12 Stelle ihn nicht neben dich; er soll nicht an deinen Platz treten, nachdem er dich gestürzt hat. Setze ihn nicht zu deiner Rechten, damit er nicht deinen Sitz einzunehmen sucht und du am Ende meine Rede anerkennen und meiner Worte wegen zerknirscht sein wirst.13 Wer wird Mitleid haben mit einem Schlangenbeschwörer, der gebissen wurde, und mit all denen, die sich wilden Tieren nähern?14 So ist es mit dem, der zu einem Mann geht, der sündigt, und sich in dessen Sünden verstrickt.15 Er wird eine Weile bei dir bleiben, und wenn du abweichst, wird er nicht stark bleiben.16 Mit seinen Lippen wird der Feind süsslich tun, und in seinem Herzen wird er planen, dich in die Grube zu stürzen. Mit seinen Augen wird der Feind weinen, und wenn er den rechten Zeitpunkt findet, wird er nicht genug bekommen von Blut.17 Wenn dir Schlechtes begegnet, wirst du ihn bereits dort finden, und als wollte er helfen, wird er deine Ferse aufschlitzen.18 Er wird seinen Kopf schütteln und in seine Hände klatschen, und er wird lange zischeln und sein Gesicht verziehen.[1]

Jesus Sirach 12

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Willst du Gutes tun, so sieh zu, wem du es tust; dann verdienst du Dank damit.2 Tu dem Frommen Gutes, so wird dir’s reichlich vergolten, wenn nicht von ihm, so doch gewiss vom Höchsten. (Lk 14,12)3 Es gibt nichts Gutes für den, der beharrlich Böses tut und nicht gern Almosen gibt.4 Gib dem Frommen, doch des Frevlers nimm dich nicht an.5 Tu Gutes dem Demütigen, aber dem Gottlosen gib nichts. Verweigere ihm dein Brot und gib ihm nichts, damit er dadurch nicht stärker wird als du: Denn du wirst doppelt so viel Schlechtes empfangen, wie du ihm Gutes getan hast. (Spr 25,21)6 Denn auch der Höchste ist den Sündern feind und wird die Gottlosen bestrafen. [Doch er bewahrt sie bis zum Tag ihrer Strafe.]7 Gib dem Guten, doch des Frevlers nimm dich nicht an.8 Wenn’s einem wohl geht, erkennt man den wahren Freund nicht, wenn’s einem aber schlecht geht, bleibt der Feind nicht verborgen. (Sir 6,5)9 Denn wenn’s einem wohl geht, verdrießt das den Feind; wenn’s einem aber schlecht geht, so ziehen auch die Freunde sich zurück. (Spr 19,4)10 Trau niemals deinem Feinde; denn wie Eisen stets rostet, so geht es mit seiner Bosheit. (Spr 26,24)11 Und wenn er sich auch verneigt und verbeugt, so halte dich dennoch zurück und hüte dich vor ihm. Und sei zu ihm wie einer, der einen Spiegel poliert. Bedenke, dass er immer wieder Rost ansetzt.12 Stelle ihn nicht neben dich, dass er dich nicht wegstoße und an deinen Platz trete. Setze ihn auch nicht neben dich, dass er nicht nach deinem Stuhl trachte und du zuletzt an meine Worte denken musst und meine Rede dich dann betrübt. (Sir 11,34)13 Wer hat Mitleid mit einem Schlangenbeschwörer, der gebissen wird, oder mit all jenen, die sich wilden Tieren nähern?14 So geht’s auch dem, der sich mit dem Frevler einlässt und sich in seine Sünden verstrickt.15 Er bleibt wohl eine Weile bei dir; aber wenn du strauchelst, harrt er nicht aus bei dir.16 Der Feind hat süße Worte auf den Lippen, doch im Herzen plant er, dich in die Grube zu stürzen. Er füllt seine Augen mit Tränen, doch wenn er Gelegenheit findet, bekommt er nicht genug von deinem Blut. (Jer 9,7; Jer 41,6)17 Wenn dir Unheil widerfährt, so ist er als Erster zur Stelle, und als wollte er helfen, bringt er dich hinterrücks zu Fall.18 Mit dem Kopf nickt er Beifall und klatscht in die Hände; er wird tuscheln und dann sein wahres Gesicht zeigen. (Sir 13,6)