Daniel 2
Elberfelder Bibel
von SCM VerlagNebukadnezars Traum von dem großen Standbild
1 Und im zweiten Jahr der Regierung Nebukadnezars hatte Nebukadnezar Träume, sodass sein Geist beunruhigt wurde und sein Schlaf für ihn dahin war. (1Mo 41,8; Jer 25,1; Dan 4,2; Dan 7,15) 2 Und der König befahl, die Wahrsagepriester[1], die Beschwörer, die Zauberer und die Sterndeuter[2] zu rufen, dem König seine Träume mitzuteilen. Da kamen sie und traten vor den König. (1Sam 6,2; Est 1,13; Dan 4,3; Dan 5,7) 3 Und der König sprach zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt, und mein Geist ist beunruhigt, den Traum zu verstehen[3]. 4 Da sagten die Sterndeuter[4] zum König auf Aramäisch[5]: König, lebe ewig! Sage deinen Knechten den Traum! Dann wollen wir die Deutung kundtun. (1Kön 1,31; Jes 36,11; Dan 3,9; Dan 5,10; Dan 6,7) 5 Der König antwortete und sprach zu den Sterndeutern[6]: Die Sache ist von mir fest beschlossen[7]: Wenn ihr mir den Traum und seine Deutung nicht mitteilt, ⟨dann⟩ werdet ihr in Stücke gehauen, und eure Häuser werden zu einem Misthaufen gemacht. (Esr 6,11; Dan 3,29) 6 Wenn ihr aber den Traum und seine Deutung kundtut, werdet ihr Geschenke, Gaben und große Ehre von mir empfangen. Darum tut mir den Traum und seine Deutung kund! (Dan 2,48; Dan 5,16) 7 Sie antworteten zum zweiten Mal und sagten: Der König sage seinen Knechten den Traum! Dann tun wir die Deutung kund. 8 Der König antwortete und sprach: Ich weiß zuverlässig, dass ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr seht, dass die Sache von mir fest beschlossen[8] ist: 9 Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt,[9] bleibt es bei eurer Verurteilung[10]. Denn ihr habt euch verabredet, lügnerische und trügerische Rede vor mir zu reden, bis die Zeit sich ändert. Darum sagt mir den Traum! Und ich werde wissen, dass ihr mir seine Deutung kundtun könnt. 10 Die Sterndeuter[11] antworteten vor dem König und sagten: Es gibt keinen Menschen auf der ⟨ganzen⟩ Erde[12], der die Sache des Königs kundtun könnte, weil kein großer und mächtiger König jemals eine Sache wie diese von irgendeinem Wahrsagepriester oder Beschwörer oder Sterndeuter[13] verlangt hat. 11 Denn die Sache, die der König verlangt, ist ⟨zu⟩ schwer; und es gibt keinen anderen, der sie vor dem König kundtun könnte, als nur die Götter, deren Wohnung ⟨aber⟩ nicht bei den Sterblichen[14] ist. (1Mo 41,8; Jes 47,12; Dan 4,4) 12 Darüber wurde der König zornig und ergrimmte sehr, und er befahl, alle Weisen von Babel umzubringen. 13 Und es erging der Befehl: »Die Weisen sollen getötet werden!« Und man suchte ⟨auch⟩ Daniel und seine Gefährten, um ⟨sie⟩ zu töten. 14 Da machte Daniel dem Arjoch, dem obersten Leibwächter des Königs, der ausgezogen war, um die Weisen von Babel zu töten, einen klugen und verständigen Einwand[15], 15 indem er dem Arjoch, dem Bevollmächtigten des Königs, antwortete und sagte: Warum der strenge Befehl vom König? Da teilte Arjoch dem Daniel die Sache mit. 16 Und Daniel ging hinein und erbat sich vom König, dass er ihm eine Frist gewähre, dem König die Deutung kundzutun. (Spr 16,14) 17 Darauf ging Daniel in sein Haus; und er teilte seinen Gefährten Hananja, Mischaël und Asarja die Sache mit, (Dan 1,6) 18 damit sie den Gott des Himmels um Erbarmen baten wegen dieses Geheimnisses, damit Daniel und seine Gefährten nicht mit den übrigen Weisen von Babel umkamen. 19 Darauf wurde dem Daniel in einer Nachtvision das Geheimnis offenbart. Da pries Daniel den Gott des Himmels. (4Mo 12,6; Dan 1,17) 20 Daniel fing an und sprach: Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn Weisheit und Macht, sie sind sein. (1Chr 29,10; Neh 9,5; Hi 12,13; Ps 41,14; Ps 113,2; Ps 147,5; Röm 11,33) 21 Er ändert Zeiten und Fristen, er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen Weisheit und Erkenntnis den Einsichtigen; (Hi 12,18; Spr 2,6; Dan 4,14; Jak 1,5) 22 er offenbart das Tiefe und das Verborgene; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht. (5Mo 29,28; Hi 12,22; Ps 139,12; Pred 8,1; 1Tim 6,16) 23 Dich, Gott meiner Väter, lobe und preise ich, dass du mir Weisheit und Kraft gegeben und mich jetzt hast wissen lassen, was wir von dir erbeten haben; denn du hast uns die Sache des Königs wissen lassen. (Jer 33,3) 24 Deshalb ging Daniel zu Arjoch hinein, den der König eingesetzt hatte, die Weisen von Babel umzubringen. Er ging hin und sprach zu ihm so: Was die Weisen von Babel betrifft, bringe ⟨sie⟩ nicht um! Führe mich ⟨aber⟩ vor den König, damit ich dem König die Deutung kundtue! 25 Da führte Arjoch den Daniel schnell vor den König und sprach zu ihm so: Ich habe einen Mann unter den Weggeführten[16] von Juda gefunden, der dem König die Deutung mitteilen will. (1Mo 41,14; Dan 5,13) 26 Der König fing an und sprach zu Daniel, dessen Name Beltschazar war: Bist du imstande, mir den Traum, den ich gesehen habe, und seine Deutung mitzuteilen? 27 Daniel antwortete vor dem König und sprach: Das Geheimnis, das der König verlangt, können Weise, Beschwörer, Wahrsagepriester und Zeichendeuter dem König nicht kundtun. (Dan 5,8) 28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; und er lässt den König Nebukadnezar wissen, was am Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Visionen deines Hauptes auf deinem Lager waren diese: (1Mo 40,8; Dan 10,14; Offb 1,1) 29 Dir, König, stiegen auf deinem Lager Gedanken auf, was nach diesem geschehen werde. Und der die Geheimnisse offenbart, ⟨er⟩ hat dich wissen lassen, was geschehen wird. 30 Mir aber ist nicht durch Weisheit, die in mir mehr als in allen Lebenden wäre, dieses Geheimnis offenbart worden, sondern deshalb, damit man den König die Deutung wissen lässt und du die Gedanken deines Herzens erfährst. (Dan 2,37; Apg 3,12) 31 Du, König, schautest: Und siehe, ein großes Bild[17]! Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Aussehen war furchtbar. 32 Dieses Bild, sein Haupt war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch[18] und seine Lenden aus Bronze, 33 seine Schenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. 34 Du schautest, bis ein Stein losbrach, ⟨und zwar⟩ nicht durch Hände, und das Bild an seinen Füßen aus Eisen und Ton traf und sie zermalmte. 35 Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde. (Dan 2,31) 36 Das ist der Traum. Und seine Deutung wollen wir vor dem König ansagen: (1Mo 40,12) 37 Du, König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels die Königsherrschaft, die Macht und die Stärke und die Ehre gegeben hat (Esr 1,2; Hes 26,7; Dan 5,18) 38 – und überall, wo Menschenkinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er ⟨sie⟩ in deine Hand gegeben[19] und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt –, du bist das Haupt aus Gold. (Jer 27,5; Dan 4,18; Dan 7,4) 39 Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du, und ein anderes, drittes Königreich, aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird. (Dan 5,28; Dan 7,5; Dan 8,20) 40 Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das ⟨alles⟩ zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern. (Dan 7,7) 41 Und dass du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: ⟨Das⟩ wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird ⟨etwas⟩ in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. 42 Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: Zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil[20] wird es zerbrechlich sein. 43 Dass du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: Sie werden sich durch Heiraten untereinander[21] vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen lässt. 44 Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen: (2Sam 7,13; Ps 2,6; Dan 3,33; Dan 6,27; Dan 7,13; Lk 1,33; Hebr 12,27; Offb 11,15) 45 Wie[22] du gesehen hast, dass von dem Berg ein Stein losbrach, ⟨und zwar⟩ nicht durch Hände, und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Ein großer Gott lässt den König wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist zuverlässig und seine Deutung zutreffend. (1Mo 41,28; Ps 2,9; Jes 28,16; Hag 2,22; Mt 21,44; Lk 20,18; Offb 19,15) 46 Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und beugte sich tief vor Daniel. Und er befahl, ihm Opfer und Räucherwerk[23] darzubringen. (Apg 10,25; Apg 14,13) 47 Der König antwortete Daniel und sprach: In Wahrheit, euer Gott, er ist Gott der Götter und Herr der Könige und offenbart Geheimnisse, da du dieses Geheimnis offenbaren konntest. (5Mo 10,17; 2Kön 5,15; Ps 96,4; 1Tim 6,15; Offb 17,14) 48 Daraufhin machte der König den Daniel groß und gab ihm viele große Geschenke, und er setzte ihn als Herrscher über die ganze Provinz Babel ein und zum Obervorsteher über alle Weisen von Babel. (1Mo 41,41; Dan 2,6; Dan 4,6; Dan 5,7; Dan 5,11) 49 Und Daniel erbat vom König, dass er Schadrach, Meschach und Abed-Nego über die Verwaltung der Provinz Babel einsetze. Aber Daniel blieb am Hof des Königs[24]. (Est 3,2; Dan 3,1; Dan 3,12)Daniel 2
Gute Nachricht Bibel 2018
von Deutsche BibelgesellschaftKönig Nebukadnezzar stellt seine Traumdeuter auf die Probe
1 In seinem zweiten Regierungsjahr hatte König Nebukadnezzar einen Traum, der ihn so beunruhigte, dass er nicht wieder einschlafen konnte. (1Mo 41,8) 2 Er ließ alle seine Gelehrten, Magier, Wahrsager und Sterndeuter rufen, damit sie ihm seinen Traum erklären sollten. Sie kamen und traten vor den König 3 und er sagte zu ihnen: »Ich habe einen Traum gehabt, der mich sehr beunruhigt. Ich möchte wissen, was es mit dem Traum auf sich hat.« 4 Sie erwiderten:[1] »Der König möge ewig leben! Er erzähle uns seinen Traum, dann werden wir ihm die Deutung sagen.« 5 Der König erwiderte: »Nein, ihr müsst mir auch den Traum sagen, nicht nur die Deutung! Ich bestehe darauf, sonst lasse ich euch in Stücke hauen und eure Häuser in Trümmer legen. 6 Wenn ihr mir aber beides, den Traum und die Deutung, sagen könnt, beschenke ich euch reich und erweise euch hohe Ehren. Also los, sagt es mir!« 7 Die Ratgeber des Königs wiederholten: »Wenn der König seinen ergebenen Dienern den Traum erzählt, werden wir ihm sagen können, was er bedeutet.« 8 »Ihr macht nur Ausflüchte, um Zeit zu gewinnen!«, fuhr der König sie an. »Ihr habt genau verstanden, dass es mir mit meiner Drohung ernst ist. 9 Ihr habt euch verabredet, mir eine lügenhafte Deutung aufzutischen.[2] Deshalb bleibt es dabei: Sagt mir den Traum und beweist mir damit, dass ihr fähig seid, ihn auch zu deuten!« 10 Die Weisen Babyloniens antworteten: »Kein Mensch auf der ganzen Erde kann diese Forderung erfüllen. Und noch nie hat ein König, so groß und mächtig er auch war, etwas Derartiges von seinen Gelehrten, Wahrsagern und Sterndeutern verlangt. 11 Was der König fordert, ist unmöglich. Nur die Götter könnten dem König seinen Traum sagen; aber sie wohnen nicht unter uns Menschen.« 12 Da packte den König die Wut und er befahl, alle Weisen Babyloniens umzubringen. 13 Auch Daniel und seine Freunde sollten getötet werden. 14 Als aber Arioch, der Befehlshaber der königlichen Leibwache, diesen Befehl ausführen wollte, sprach Daniel ruhig und überlegen mit ihm. 15 Er ließ sich von ihm den Grund für den strengen Befehl des Königs sagen, 16 ging zum König und bat sich eine Frist aus; dann wolle er ihm den Traum und seine Deutung sagen. 17 Darauf ging er in sein Haus und erzählte alles seinen drei Freunden. 18 Er forderte sie auf: »Fleht den Gott des Himmels um Erbarmen an! Bittet ihn, dass er mir das Geheimnis enthüllt, damit wir nicht mit den übrigen Weisen Babyloniens umgebracht werden!« 19 In einer nächtlichen Vision wurde Daniel der Traum enthüllt. Da rühmte er den Gott des Himmels 20 und sagte: »Gepriesen sei der Name Gottes in alle Ewigkeit; denn Gott verfügt über Macht und Weisheit. 21 Er verändert das Bestehende und gibt allem seine Frist; er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Klugen ihren Verstand. (1Sam 2,7; Hi 12,13; Spr 2,6; Dan 4,14; Dan 4,22; Dan 4,29) 22 Er enthüllt, was tief verborgen ist, er sieht, was im Dunkeln ist; doch ihn selbst umstrahlt reinstes Licht. 23 Gott meiner Väter, dich rühme und preise ich! Du hast mir Weisheit und Kraft verliehen. Unser Gebet hast du erhört und hast mir den Traum des Königs enthüllt.« 24 Darauf ging Daniel zu Arioch, der vom König den Befehl hatte, die Weisen Babyloniens zu töten. Er sagte zu ihm: »Bring die Weisen nicht um! Führe mich zum König, ich werde ihm seinen Traum deuten.« 25 Arioch brachte ihn sofort zum König und sagte: »Ich habe unter den Leuten aus Juda einen Mann gefunden, der dem König seinen Traum deuten will.« 26 Der König fragte Daniel, der mit seinem babylonischen Namen Beltschazzar hieß: »Kannst du mir wirklich meinen Traum sagen und ihn deuten?« 27 Daniel erwiderte: »Kein Gelehrter, Magier, Wahrsager oder Sterndeuter kann das vollbringen, was der König verlangt. 28 Aber es gibt einen Gott des Himmels, der das Verborgene enthüllt, und dieser Gott hat dir, König Nebukadnezzar, gezeigt, was am Ende der Zeit geschehen wird. Ich sage dir jetzt, was es mit deinem Traum auf sich hat: (1Mo 41,16) 29 Du machtest dir auf deinem Lager Gedanken über das, was künftig geschehen wird, und der Gott, der alles weiß, hat dich im Traum einen Blick in die Zukunft tun lassen. 30 Ich habe dieses Geheimnis nicht durch besondere Weisheit entdeckt, die ich anderen Menschen voraushätte, sondern Gott hat es mir enthüllt, damit du, König, es erfährst und die Gedanken deines Herzens verstehst. 31 Du sahst im Traum ein riesiges Standbild vor dir stehen. Sein Anblick war zum Erschrecken und blendender Glanz ging von ihm aus. 32 Der Kopf war aus reinem Gold, Brust und Arme waren aus Silber, der Leib bis zu den Hüften war aus Bronze, 33 die Beine waren aus Eisen und die Füße zum Teil aus Eisen und zum Teil aus Ton. 34 Du blicktest noch auf das Standbild, da löste sich von einem Felsen ein Stein ohne Zutun eines Menschen, der traf die Füße aus Eisen und Ton und zerschmetterte sie. 35 Auf einen Schlag zerfielen Ton, Eisen, Bronze, Silber und Gold zu Staub und wurden wie Spreu vom Wind davongeweht. Keine Spur blieb davon übrig. Der Stein aber, der das Bild zermalmt hatte, wurde zu einem großen Felsmassiv, das die ganze Erde ausfüllte. 36 Das war der Traum und nun will ich dem König die Deutung geben: 37 Du, mein König, bist der größte aller Könige. Der Gott des Himmels hat dir Herrschaft, Macht und Ehre verliehen (Jer 28,14; Hes 26,7; Jdt 11,7) 38 und alles in deine Hand gegeben, was auf der Erde lebt, die Menschen, die Tiere des Feldes und die Vögel am Himmel. Über sie alle hat er dich als Herrscher eingesetzt – du bist das Haupt aus Gold. 39 Auf dein Reich wird ein anderes folgen, das nicht ganz so mächtig sein wird, und danach ein drittes, das bronzene, das über die ganze Erde reicht. 40 Dann kommt ein viertes, das hart wie Eisen ist und alles zerschmettert, was sich ihm in den Weg stellt. 41-42 Aber es wird ein geteiltes Reich sein; deshalb sind die Füße und Zehen teils aus Eisen, teils aus Ton. Die eine Hälfte wird fest sein wie Eisen, die andere zerbrechlich wie Ton. 43 Das Nebeneinander von Eisen und Ton bedeutet: Die beiden Teilreiche werden sich durch gegenseitige Heirat zu verbinden suchen; aber ihre Verbindung hat keinen Bestand, so wie Eisen und Ton sich nicht miteinander verbinden lassen. (Dan 11,6; Dan 11,17) 44 Zur Zeit dieser beiden Königreiche aber wird der Gott des Himmels sein Reich errichten, das niemals untergehen wird; kein anderes Volk wird danach noch zur Herrschaft kommen und dieses Reich ablösen. Das Königreich Gottes beseitigt alle anderen Reiche, aber es selbst bleibt für alle Zeiten bestehen. (Dan 7,14; Dan 7,27; Lk 1,33; 1Kor 15,24; Offb 11,15) 45 Dies hast du geschaut im Bild des Steines, der sich ohne menschliches Zutun aus dem Felsen löste und das Standbild aus Ton, Eisen, Bronze, Silber und Gold zermalmte. Ein mächtiger Gott hat den König wissen lassen, was künftig geschehen wird. Der Traum sagt die Wahrheit und seine Deutung ist zuverlässig.« 46 König Nebukadnezzar warf sich vor Daniel zu Boden und befahl seinen Dienern, ihm Speiseopfer und Räucheropfer darzubringen. (Apg 14,13; Apg 14,18) 47 Er sagte zu Daniel: »Euer Gott ist wahrhaftig der Herr über alle Götter und Könige! Er kennt das Verborgene, sonst hättest du nicht dieses Geheimnis enthüllen können.« (5Mo 10,17; Ps 135,5) 48 Der König beschenkte Daniel reich und machte ihn zum Statthalter der Provinz Babylon und zum ersten der königlichen Ratgeber. 49 Auf Daniels Bitte betraute der König Schadrach, Meschach und Abed-Nego, die drei Freunde Daniels, mit der Aufsicht über die Verwaltung der Provinz Babylon. Daniel selbst blieb am Königshof.Daniel 2
Menge Bibel
Daniel 2
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag ZürichNebukadnezzars Traum von den vier Weltreichen
1 Und im Jahr zwei der Königsherrschaft Nebukadnezzars hatte Nebukadnezzar Träume, und sein Geist fühlte sich umgetrieben, und um seinen Schlaf war es geschehen. (1Mo 41,1; Dan 4,2; Dan 7,1) 2 Da befahl der König, die Magier und die Zauberer und die Hexer und die Sterndeuter[1] zu rufen, um dem König seine Träume kundzutun. Und sie kamen und traten vor den König. (1Mo 41,8; 2Mo 7,11; Dan 4,3; Dan 5,7) 3 Und der König sprach zu ihnen: Ich hatte einen Traum, und mein Geist wurde umgetrieben, wollte den Traum verstehen. 4 Und die Sterndeuter sprachen auf Aramäisch[2] zum König: Ewig lebe der König! Erzähle deinen Dienern den Traum, dann werden wir die Deutung kundtun. (Dan 3,9; Dan 5,10; Dan 6,7) 5 Daraufhin sprach der König zu den Sterndeutern: Die Sache ist bei mir entschieden: Wenn ihr mir den Traum und seine Deutung nicht eröffnet, werdet ihr in Stücke gehauen, und eure Häuser werden zu Dreckshaufen gemacht. (Esr 6,11; Dan 3,29) 6 Wenn ihr mir aber den Traum und seine Deutung kundtut, werdet ihr Gaben und Geschenke und grosse Ehre von mir empfangen. Deshalb tut mir den Traum und seine Deutung kund. (Dan 5,7) 7 Daraufhin sprachen sie wiederum: Der König möge seinen Dienern den Traum erzählen, dann werden wir die Deutung kundtun. 8 Daraufhin sprach der König: Ich weiss genau, dass ihr nur Zeit gewinnen wollt, weil ihr seht, dass die Sache bei mir entschieden ist: 9 Wenn ihr mir den Traum nicht eröffnet, kann das Urteil über euch nur eines sein! Ihr habt euch doch verabredet, Lug und Trug vor mir zu reden, bis die Zeiten sich ändern. Darum erzählt mir den Traum, damit ich weiss, ob ihr mir seine Deutung kundtun könnt. 10 Daraufhin sprachen die Sterndeuter vor dem König: Es gibt keinen Menschen auf der Erde, der kundtun könnte, was der König verlangt. Deshalb hat noch kein König, wie gross und mächtig er auch war, solches von irgendeinem Magier oder Zauberer oder Sterndeuter verlangt. (1Mo 41,8; Dan 2,27; Dan 4,4; Dan 5,8) 11 Was der König verlangt, ist schwer, und es gibt niemanden, der es vor dem König kundtun könnte, ausser allein den Göttern; deren Wohnung aber ist nicht beim Fleisch. (Dan 2,19) 12 Darüber ärgerte sich der König, und er wurde sehr zornig und befahl, alle Weisen Babels umzubringen. 13 Und das Urteil erging, und die Weisen sollten getötet werden. Und man suchte Daniel und seine Gefährten, um sie zu töten. 14 Da begegnete Daniel mit Rat und Einsicht dem Arjoch, dem Obersten der Vollstrecker des Königs, der ausgezogen war, um die Weisen Babels zu töten. 15 Dabei sprach er zu Arjoch, dem Bevollmächtigten des Königs: Warum der strenge Befehl vom König? Da erklärte Arjoch Daniel die Sache, 16 und Daniel ging hinein und bat den König, ihm eine Frist zu gewähren, um dem König die Deutung kundzutun. 17 Danach ging Daniel in sein Haus und erklärte Chananja, Mischael und Asarja, seinen Gefährten, die Sache, (Dan 1,6) 18 um dieses Geheimnisses wegen Erbarmen zu erbitten vom Gott des Himmels, damit Daniel und seine Gefährten nicht umgebracht würden mit den übrigen Weisen Babels. (1Mo 24,3; Dan 2,19) 19 Da wurde Daniel in einer nächtlichen Schauung das Geheimnis enthüllt. Da pries Daniel den Gott des Himmels. (Dan 1,17; Dan 2,11; Dan 7,2) 20 Dabei sprach Daniel: Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn die Weisheit und die Stärke, sie gehören ihm. (Hi 12,13) 21 Und er ist es, der Zeiten und Fristen wechseln lässt, er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Er gibt Weisen die Weisheit und Verständigen den Verstand. (Dan 4,14; Dan 7,12) 22 Er ist es, der das Tiefe und das Verborgene enthüllt; er weiss, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht. (5Mo 29,28; Hi 12,22) 23 Dich, Gott meiner Vorfahren, preise und lobe ich, dass du mir die Weisheit und die Stärke gegeben hast und mich nun hast wissen lassen, was wir von dir erbeten haben: Was der König verlangt, hast du uns wissen lassen. 24 Daraufhin ging Daniel hinein zu Arjoch, der vom König beauftragt war, die Weisen Babels umzubringen; er ging, und so sprach er zu ihm: Was die Weisen Babels angeht, bring sie nicht um! Führe mich hinein vor den König, dann werde ich dem König die Deutung kundtun. (Dan 2,12) 25 Da führte Arjoch Daniel eilends hinein vor den König, und so sprach er zu ihm: Ich habe unter den Weggeführten aus Juda einen Mann gefunden, der dem König die Deutung eröffnen wird. (1Mo 41,14; Dan 1,6; Dan 5,13) 26 Daraufhin sprach der König zu Daniel, dessen Name Beltschazzar war: Bist du imstande, mir den Traum, den ich hatte, zu eröffnen und auch seine Deutung? (Dan 1,5; Dan 1,7) 27 Daraufhin sprach Daniel vor dem König: Keine Weisen, Zauberer, Magier oder Seher können dem König das Geheimnis kundtun, nach dem der König fragt. (Dan 2,10) 28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse enthüllt, und er hat den König Nebukadnezzar wissen lassen, was am Ende der Tage sein wird. Dein Traum und was du auf deinem Lager in deinem Kopf geschaut hast, ist dies: (1Mo 10,14; 1Mo 40,8; Dan 2,11) 29 Dir, König, sind auf deinem Lager Gedanken aufgestiegen über das, was künftig sein wird. Und der die Geheimnisse enthüllt, hat dich wissen lassen, was sein wird. 30 Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch Weisheit, die ich allem Lebenden voraus hätte, enthüllt worden, sondern damit man dem König die Deutung eröffnet und du die Gedanken in deinem Herzen verstehst. 31 Du, König, hattest eine Schauung, und sieh: Ein sehr grosses Standbild! Dieses Standbild war gewaltig und sein Glanz ausserordentlich; es stand vor dir, und furchterregend war sein Anblick. (Dan 3,1) 32 Dieses Standbild - sein Kopf aus gediegenem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, (Dan 7,3) 33 seine Schenkel aus Eisen, seine Füsse, teils aus Eisen und teils aus Ton. (Dan 7,7) 34 Das hast du geschaut; da löste sich ein Stein, nicht durch Menschenhand, und traf das Standbild, seine Füsse aus Eisen und aus Ton, und zermalmte sie. (Hi 34,20; Kla 4,6; Lk 8,25; Lk 20,18) 35 Da waren das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold auf einen Schlag zermalmt, und sie waren wie die Spreu auf den Tennen im Sommer, und der Wind trug sie fort, und es fand sich keine Spur mehr von ihnen. Der Stein aber, der das Standbild zerschlagen hatte, wurde zu einem gewaltigen Felsen und bedeckte die ganze Erde. 36 Das ist der Traum, und seine Deutung werden wir vor dem König darlegen. (1Mo 40,12; Dan 4,21; Dan 5,26; Dan 7,16) 37 Du, König, König der Könige, der dir der Gott des Himmels die Königsherrschaft, die Macht, die Stärke und die Ehre gegeben hat (Esr 1,2; Dan 5,18) 38 - und in deine Hand hat er die Menschen gegeben, wo immer sie wohnen, die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels, und über sie alle hat er dich zum Herrscher gemacht -, der Kopf aus Gold, das bist du! (Jer 7,4; Jer 27,6; Dan 4,18) 39 Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als das deine, und ein drittes Königreich, ein anderes, aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird. (Dan 7,5; Dan 7,6) 40 Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, denn Eisen zermalmt und zertrümmert alles, und wie Eisen, das alles zerschmettert, wird es zermalmen und zerschmettern. (Dan 7,7) 41 Und dass du die Füsse und die Zehen teils aus Ton vom Töpfer und teils aus Eisen geschaut hast: Es wird ein geteiltes Königreich sein. Und es wird etwas an sich haben von der Härte des Eisens, denn, wie du es geschaut hast, war das Eisen mit Tonerde gemischt. (Dan 7,7) 42 Und die Zehen der Füsse, teils aus Eisen und teils aus Ton: Einerseits wird die Königsherrschaft stark und andererseits wird sie zerbrechlich sein. 43 Dass du das Eisen vermischt mit Tonerde geschaut hast: Sie vermischen sich untereinander durch menschliche Nachkommenschaft, und doch wird keiner am anderen haften bleiben, so wie sich das Eisen nicht mit dem Ton vermischt. (Dan 11,6) 44 Und in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich erstehen lassen für immer, es wird nicht untergehen, und das Königtum wird keinem anderen Volk überlassen werden. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, selbst aber wird es Bestand haben bis in alle Ewigkeit, (Ps 145,13; Dan 3,33; Dan 4,31; Dan 6,27; Dan 7,14) 45 wie du geschaut hast, dass sich von dem Fels, nicht durch Menschenhand, ein Stein gelöst und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmt hat. Ein grosser Gott hat den König wissen lassen, was künftig sein wird. Und der Traum ist wahr, und verlässlich ist seine Deutung. (1Mo 41,28) 46 Da fiel König Nebukadnezzar auf sein Angesicht und huldigte Daniel und befahl, ihm Opfergaben und Rauchopfer darzubringen. 47 Daraufhin sprach der König zu Daniel: Es ist wahr, dass euer Gott der Gott der Götter ist und der Herr der Könige und der Enthüller von Geheimnissen, denn du konntest dieses Geheimnis enthüllen. (Dan 3,28; Dan 4,31; Dan 6,26) 48 Dann machte der König Daniel gross, und er gab ihm viele grosse Geschenke, und er machte ihn zum Herrscher über die ganze Provinz Babel und zum Obersten der Vorsteher, über alle Weisen Babels. (1Mo 41,41; Dan 2,6; Dan 4,6; Dan 5,11) 49 Und Daniel trug dem König eine Bitte vor, und so setzte dieser Schadrach, Meschach und Abed-Nego ein über die Verwaltung der Provinz Babel. Und Daniel blieb im Tor des Königs. (Dan 1,7)Daniel 2
English Standard Version
von CrosswayNebuchadnezzar’s Dream
1 In the second year of the reign of Nebuchadnezzar, Nebuchadnezzar had dreams; his spirit was troubled, and his sleep left him. (1Mo 41,8; Est 6,1; Dan 4,5; Dan 5,9; Dan 6,18) 2 Then the king commanded that the magicians, the enchanters, the sorcerers, and the Chaldeans be summoned to tell the king his dreams. So they came in and stood before the king. (5Mo 18,10; 2Chr 33,6; Jes 47,9; Jes 47,12; Dan 1,4; Dan 1,5; Dan 1,20) 3 And the king said to them, “I had a dream, and my spirit is troubled to know the dream.” (Dan 2,1) 4 Then the Chaldeans said to the king in Aramaic,[1] “O king, live forever! Tell your servants the dream, and we will show the interpretation.” (1Kön 1,31; Dan 2,2; Dan 3,9; Dan 5,10; Dan 6,6; Dan 6,21) 5 The king answered and said to the Chaldeans, “The word from me is firm: if you do not make known to me the dream and its interpretation, you shall be torn limb from limb, and your houses shall be laid in ruins. (2Kön 10,27; Esr 6,11; Dan 2,2; Dan 3,29) 6 But if you show the dream and its interpretation, you shall receive from me gifts and rewards and great honor. Therefore show me the dream and its interpretation.” (Dan 2,7; Dan 2,9; Dan 5,7; Dan 5,16) 7 They answered a second time and said, “Let the king tell his servants the dream, and we will show its interpretation.” 8 The king answered and said, “I know with certainty that you are trying to gain time, because you see that the word from me is firm— (Eph 5,16; Kol 4,5) 9 if you do not make the dream known to me, there is but one sentence for you. You have agreed to speak lying and corrupt words before me till the times change. Therefore tell me the dream, and I shall know that you can show me its interpretation.” (Est 4,11; Dan 2,6; Dan 2,7; Dan 2,21; Dan 7,25) 10 The Chaldeans answered the king and said, “There is not a man on earth who can meet the king’s demand, for no great and powerful king has asked such a thing of any magician or enchanter or Chaldean. (Dan 1,4) 11 The thing that the king asks is difficult, and no one can show it to the king except the gods, whose dwelling is not with flesh.” (Dan 5,11; Dan 5,14) 12 Because of this the king was angry and very furious, and commanded that all the wise men of Babylon be destroyed. (Dan 2,24; Dan 3,19; Dan 4,6) 13 So the decree went out, and the wise men were about to be killed; and they sought Daniel and his companions, to kill them. (Dan 1,4) 14 Then Daniel replied with prudence and discretion to Arioch, the captain of the king’s guard, who had gone out to kill the wise men of Babylon. (1Mo 37,36; Dan 2,24) 15 He declared[2] to Arioch, the king’s captain, “Why is the decree of the king so urgent?” Then Arioch made the matter known to Daniel. (Dan 3,22) 16 And Daniel went in and requested the king to appoint him a time, that he might show the interpretation to the king.God Reveals Nebuchadnezzar’s Dream
17 Then Daniel went to his house and made the matter known to Hananiah, Mishael, and Azariah, his companions, (Dan 1,6) 18 and told them to seek mercy from the God of heaven concerning this mystery, so that Daniel and his companions might not be destroyed with the rest of the wise men of Babylon. (Dan 2,12; Dan 2,19; Dan 2,24; Dan 2,28; Dan 2,37; Dan 2,44; Mt 18,19; Offb 11,13) 19 Then the mystery was revealed to Daniel in a vision of the night. Then Daniel blessed the God of heaven. (4Mo 12,6; Jos 22,33; Hi 33,15; Dan 2,18) 20 Daniel answered and said: “Blessed be the name of God forever and ever, to whom belong wisdom and might. (1Chr 29,10; Ps 72,18; Ps 113,2; Ps 115,18; Jes 28,29; Lk 1,68) 21 He changes times and seasons; he removes kings and sets up kings; he gives wisdom to the wise and knowledge to those who have understanding; (Hi 12,18; Ps 75,7; Dan 1,17; Dan 2,9; Dan 4,17; Dan 5,20; Dan 7,25; Röm 13,1) 22 he reveals deep and hidden things; he knows what is in the darkness, and the light dwells with him. (Hi 12,22; Ps 25,14; Ps 139,12; Am 4,13; Joh 1,4; 1Tim 6,16; Hebr 4,13; Jak 1,17; 1Joh 1,5) 23 To you, O God of my fathers, I give thanks and praise, for you have given me wisdom and might, and have now made known to me what we asked of you, for you have made known to us the king’s matter.” (5Mo 26,7; 1Chr 12,17; 1Chr 29,18; Dan 1,17; Dan 2,18; Dan 2,20; Dan 6,10) 24 Therefore Daniel went in to Arioch, whom the king had appointed to destroy the wise men of Babylon. He went and said thus to him: “Do not destroy the wise men of Babylon; bring me in before the king, and I will show the king the interpretation.” (Dan 2,14) 25 Then Arioch brought in Daniel before the king in haste and said thus to him: “I have found among the exiles from Judah a man who will make known to the king the interpretation.” (Esr 4,1; Esr 6,16; Esr 6,19; Esr 10,7; Esr 10,16; Dan 2,24; Dan 3,24; Dan 5,13) 26 The king declared to Daniel, whose name was Belteshazzar, “Are you able to make known to me the dream that I have seen and its interpretation?” (Dan 1,7; Dan 5,16) 27 Daniel answered the king and said, “No wise men, enchanters, magicians, or astrologers can show to the king the mystery that the king has asked, (Dan 1,20; Dan 4,7; Dan 5,7) 28 but there is a God in heaven who reveals mysteries, and he has made known to King Nebuchadnezzar what will be in the latter days. Your dream and the visions of your head as you lay in bed are these: (Dan 2,22; Dan 4,5; Dan 7,15; Dan 10,14; Hos 3,5) 29 To you, O king, as you lay in bed came thoughts of what would be after this, and he who reveals mysteries made known to you what is to be. (Dan 2,45) 30 But as for me, this mystery has been revealed to me, not because of any wisdom that I have more than all the living, but in order that the interpretation may be made known to the king, and that you may know the thoughts of your mind. (1Mo 41,16; Pred 3,18; Apg 3,12)Daniel Interprets the Dream
31 “You saw, O king, and behold, a great image. This image, mighty and of exceeding brightness, stood before you, and its appearance was frightening. 32 The head of this image was of fine gold, its chest and arms of silver, its middle and thighs of bronze, (Dan 2,38; Dan 2,39) 33 its legs of iron, its feet partly of iron and partly of clay. (Dan 2,40) 34 As you looked, a stone was cut out by no human hand, and it struck the image on its feet of iron and clay, and broke them in pieces. (Hi 34,20; Jes 8,9; Kla 4,6; Dan 2,35; Dan 2,40; Dan 2,44; Dan 8,25; Mt 21,44; Lk 20,18; 2Kor 5,1) 35 Then the iron, the clay, the bronze, the silver, and the gold, all together were broken in pieces, and became like the chaff of the summer threshing floors; and the wind carried them away, so that not a trace of them could be found. But the stone that struck the image became a great mountain and filled the whole earth. (Ps 1,4; Ps 80,9; Jes 2,2; Offb 20,11) 36 “This was the dream. Now we will tell the king its interpretation. 37 You, O king, the king of kings, to whom the God of heaven has given the kingdom, the power, and the might, and the glory, (Esr 1,2; Esr 7,12; Hes 26,7; Dan 2,19; Dan 2,21; Dan 5,18) 38 and into whose hand he has given, wherever they dwell, the children of man, the beasts of the field, and the birds of the heavens, making you rule over them all—you are the head of gold. (Jer 27,6; Dan 2,32; Dan 4,21) 39 Another kingdom inferior to you shall arise after you, and yet a third kingdom of bronze, which shall rule over all the earth. (Dan 2,32; Dan 2,38; Dan 5,28; Dan 5,31; Dan 7,6) 40 And there shall be a fourth kingdom, strong as iron, because iron breaks to pieces and shatters all things. And like iron that crushes, it shall break and crush all these. (Dan 2,34; Dan 7,7; Dan 7,23) 41 And as you saw the feet and toes, partly of potter’s clay and partly of iron, it shall be a divided kingdom, but some of the firmness of iron shall be in it, just as you saw iron mixed with the soft clay. (Dan 2,33; Dan 2,40) 42 And as the toes of the feet were partly iron and partly clay, so the kingdom shall be partly strong and partly brittle. 43 As you saw the iron mixed with soft clay, so they will mix with one another in marriage,[3] but they will not hold together, just as iron does not mix with clay. 44 And in the days of those kings the God of heaven will set up a kingdom that shall never be destroyed, nor shall the kingdom be left to another people. It shall break in pieces all these kingdoms and bring them to an end, and it shall stand forever, (Jes 60,12; Dan 2,19; Dan 2,34; Dan 4,3; Dan 4,34; Dan 6,26; Dan 7,14; Dan 7,27; Mi 4,7; Mt 3,2; Lk 1,33; Joh 18,36) 45 just as you saw that a stone was cut from a mountain by no human hand, and that it broke in pieces the iron, the bronze, the clay, the silver, and the gold. A great God has made known to the king what shall be after this. The dream is certain, and its interpretation sure.” (Jes 28,16; Dan 2,28; Dan 2,34; Dan 2,44)Daniel Is Promoted
46 Then King Nebuchadnezzar fell upon his face and paid homage to Daniel, and commanded that an offering and incense be offered up to him. (2Sam 14,22; Esr 6,10; Mt 8,2; Apg 10,25; Apg 14,13) 47 The king answered and said to Daniel, “Truly, your God is God of gods and Lord of kings, and a revealer of mysteries, for you have been able to reveal this mystery.” (5Mo 10,17; Dan 2,22; 1Tim 6,15; Offb 17,14; Offb 19,16) 48 Then the king gave Daniel high honors and many great gifts, and made him ruler over the whole province of Babylon and chief prefect over all the wise men of Babylon. (Est 1,1; Dan 2,6; Dan 3,1; Dan 3,12; Dan 3,30; Dan 4,9; Dan 5,11) 49 Daniel made a request of the king, and he appointed Shadrach, Meshach, and Abednego over the affairs of the province of Babylon. But Daniel remained at the king’s court. (Est 2,19; Dan 1,7; Dan 2,48; Dan 3,12)Daniel 2
Neues Leben. Die Bibel
von SCM VerlagNebukadnezars Traum
1 Im zweiten Jahr seiner Herrschaft[1] hatte Nebukadnezar nachts einen Traum, der ihn so sehr verstörte, dass er nicht mehr schlafen konnte. (1Mo 40,5; 1Mo 41,1; Est 6,1; Hi 33,15; Dan 6,19) 2 Er ließ seine Zauberer, Zeichendeuter, Wahrsager und Astrologen[2] rufen, damit sie ihm erzählten, was er geträumt hatte. Als sie alle vor ihm versammelt waren, 3 sagte er: »Ich hatte einen Traum, der mich sehr beunruhigt. Ich möchte wissen, was er bedeutet.« (Dan 4,2) 4 Da antworteten die Astrologen dem König auf Aramäisch: »Der König lebe ewig! Erzähle uns, deinen Dienern, den Traum. Dann wollen wir dir sagen, was er bedeutet.« (Esr 4,7; Jes 36,11; Dan 3,9; Dan 5,10) 5 Doch der König erwiderte diesen Männern: »Nein, ich habe den festen Beschluss gefasst, dass ihr mir sowohl den Traum als auch seine Deutung mitteilen sollt. Sonst werdet ihr in Stücke gerissen und eure Häuser in Trümmer gelegt! (Esr 6,11; Dan 2,12; Dan 3,29) 6 Könnt ihr mir aber sagen, was ich geträumt habe und auch, was mein Traum bedeutet, werde ich euch mit kostbaren Gaben beschenken und euch viel Ehre erweisen. Sagt mir also, was ich geträumt habe und was mein Traum bedeutet.« (Dan 2,48; Dan 5,7) 7 Sie baten ein zweites Mal: »Der König möge uns den Traum erzählen, dann werden wir ihm sagen können, was er bedeutet.« 8 Doch der König antwortete: »Nun bin ich mir ganz sicher! Ihr versucht Zeit zu schinden, weil ihr wisst, dass ich meine Drohungen wahr machen werde. 9 Wenn ihr mir nicht sagt, was ich geträumt habe, werdet ihr verurteilt. Ihr habt euch fest vorgenommen, mir eine Traumdeutung zu geben, die nichts als eine gemeine Lüge ist, in der Hoffnung, mich damit hinhalten zu können. Wenn ihr mir dagegen erzählen könnt, was ich geträumt habe, weiß ich, dass auch eure Deutung richtig ist.« (Est 4,11; Jes 41,23) 10 Da erwiderten ihm die Astrologen: »Auf der ganzen Erde gibt es keinen Menschen, der in der Lage wäre, dem König seinen Traum zu erzählen! Und noch nie hat ein König, egal, wie groß und mächtig er auch war, so etwas je von einem seiner Zauberer, Wahrsager oder Astrologen verlangt! (Dan 2,27) 11 Was du von uns forderst, ist nicht zu erfüllen. Es ist auch kein anderer in der Lage, dem König seinen Traum zu erzählen. Nur die Götter können das, aber die wohnen ja nicht bei den sterblichen Menschen.« (1Mo 41,39; 2Mo 29,45; Jes 57,15; Dan 5,11) 12 Als der König das hörte, wurde er wütend. Voller Zorn gab er den Befehl, alle weisen Männer Babels hinzurichten. (Ps 76,12; Dan 2,5; Dan 3,13) 13 Als nun der Erlass ergangen war, alle Weisen zu töten, suchte man auch Daniel und seine Freunde, um sie zu töten. (Dan 1,19) 14 Als Daniel davon erfuhr, wandte er sich an Arjoch, den Oberbefehlshaber der königlichen Wache, der beauftragt worden war, den Befehl auszuführen. Voller Einsicht und Klugheit (Dan 2,24) 15 fragte er Arjoch, den Bevollmächtigten des Königs: »Wie kommt der König dazu, einen solch strengen Befehl zu erlassen?« Arjoch berichtete ihm daraufhin, was geschehen war. 16 Da ging Daniel zum König und bat ihn um eine Verlängerung der Frist; dann wolle er dem König sagen, was der Traum bedeute. 17 Danach eilte er nach Hause und berichtete seinen Freunden Hananja, Mischaël und Asarja, was geschehen war. 18 Er forderte sie auf, den Gott des Himmels zu bitten, dass er Erbarmen mit ihnen habe und ihnen das Geheimnis offenlege, damit sie nicht mit den anderen königlichen Beratern hingerichtet werden würden. (1Mo 18,28; Jes 37,4; Jer 33,3; Hes 36,27; Dan 2,23) 19 In der Nacht wurde Daniel in einer Vision gezeigt, was es mit dem Geheimnis auf sich hatte. Da rühmte er den Gott des Himmels mit den Worten: (4Mo 12,6; 2Kön 6,8; Hi 33,15; Dan 7,2) 20 »Gelobt sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Er allein ist weise und mächtig. (1Chr 29,11; Hi 12,13; Ps 103,1; Ps 113,2; Dan 2,21) 21 Er ist es, der die Gewalt über Zeiten und Veränderungen hat. Er setzt Könige ab und setzt andere als Könige ein. Den Weisen schenkt er Weisheit und den Verständigen ihren Verstand. (1Kön 3,9; 1Kön 4,9; Hi 12,18; Ps 75,6; Dan 7,25; Jak 1,5) 22 Er enthüllt, was unergründlich ist und in der Tiefe ruht; er weiß, was im Dunkeln ist, denn wo er wohnt, ist alles Licht. (Hi 12,22; Hi 26,6; Ps 139,12; Jes 45,7; Jer 23,24; Dan 2,19; Jak 1,17; 1Joh 1,5) 23 Ich danke dir, Gott meiner Vorfahren, und preise dich, weil du mir Weisheit und Kraft geschenkt hast. Du hast unsere Gebete erhört und hast mich wissen lassen, was wir uns von dir erbaten: Du hast uns das Geheimnis des Königs enthüllt.« (1Mo 31,42; Dan 2,21)Daniel deutet den Traum
24 Daraufhin ging Daniel zu Arjoch, der vom König beauftragt worden war, alle Weisen Babels hinzurichten. Er trat ein und bat ihn: »Töte die königlichen Berater nicht. Führ mich zum König; ich kann ihm sagen, was sein Traum bedeutet.« (Dan 2,12; Apg 27,24) 25 Da führte Arjoch Daniel sofort vor den König und sagte: »Ich habe unter den Weggeführten von Judäa einen Mann gefunden, der dem König sagen kann, was sein Traum bedeutet!« (1Mo 41,14; Dan 1,6; Dan 5,13; Dan 6,14) 26 Da wandte sich der König an Daniel, der auch Beltschazar genannt wurde, und fragte: »Stimmt das? Kannst du mir tatsächlich sagen, was ich geträumt habe und was mein Traum bedeutet?« 27 Daniel erwiderte dem König: »Das Geheimnis, nach dem der König fragt, kann von keinem einzigen Weisen, Zauberer, Zeichendeuter oder Wahrsager aufgedeckt werden. (Dan 2,2; Dan 5,7) 28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der das Verborgene ans Licht bringt. Und er hat dir, König Nebukadnezar, enthüllt, was in fernster Zukunft geschehen wird. Dein Traum und die Vision, die sich dir eröffnete, als du auf deinem Bett lagst, waren folgende: (1Mo 40,8; 1Mo 41,16; Dan 2,22) 29 Du, König, lagst auf deinem Bett und hast dir Gedanken darüber gemacht, was wohl nach dieser Zeit geschehen würde. Da zeigte dir derjenige, der Geheimnisse offen legt, was die Zukunft bringen wird. 30 Dass ich das Geheimnis deines Traums kenne, liegt nicht daran, dass ich klüger wäre als alle anderen lebenden Menschen. Aber es sollte dir die Deutung deines Traumes mitgeteilt werden, damit du die Gedanken deines Herzens verstehst. (1Mo 41,16; Ps 139,2; Jes 43,3; Dan 1,17) 31 Du, König, hattest eine Vision. Im Mittelpunkt dieser Vision befand sich ein großes Standbild. Es war sehr groß und hatte einen ungewöhnlichen Glanz, und seine Erscheinung war Furcht erregend. (Hab 1,7) 32 Der Kopf des Standbildes war aus feinstem Gold, Brust und Arme aus Silber, der Bauch und die Hüften aus Bronze. 33 Die Beine waren aus Eisen, die Füße dagegen bestanden zum einen Teil aus Eisen, zum anderen aus Ton. 34 Während du noch in die Betrachtung versunken warst, löste sich auf übernatürliche Weise ein Stein aus einem Berg. Er schlug gegen die Füße des Standbildes, die ja aus Eisen und Ton bestanden, und zerschmetterte sie. (Dan 8,25; Sach 4,6) 35 Da wurden auf einen Schlag Eisen, Ton, Bronze, Silber und Gold zertrümmert. Die Stücke wurden vom Wind verweht, so wie im Sommer die Spreu auf der Tenne vom Wind davongetragen wird, und es blieb nichts von der Statue übrig. Der Stein aber, der die Vernichtung des Standbildes verursacht hatte, wurde zu einem großen Berg, der schließlich die ganze Erde ausfüllte. (Ps 1,4; Ps 37,10; Jes 17,13; Hos 13,3) 36 Das war der Traum; jetzt werden wir dem König erklären, was er bedeutet. 37 Dir, König der Könige, hat der Gott des Himmels Herrschaft, Macht, Stärke und Ruhm geschenkt. (Jes 10,8; Jes 47,5; Jer 27,6; Hes 26,7; Hos 8,10) 38 Er hat dir Gewalt über die Menschen, die wilden Tiere auf dem Feld und die Vögel am Himmel gegeben – überall dort, wo Menschen wohnen. Du bist der goldene Kopf. (Ps 50,10) 39 Doch nach dir wird ein anderes Reich kommen, und es wird geringer sein als deines. Diesem wird ein drittes Königreich folgen, aus Bronze, und dieses wird über die ganze Welt herrschen. 40 Danach kommt ein viertes Reich, so hart wie Eisen. Genauso, wie Eisen alles zerschmettert und zertrümmert, wird dieses Reich alle anderen Reiche zertrümmern und zermalmen. (Dan 7,7) 41 Die Füße und Zehen, die du gesehen hast, die teils aus Eisen und teils aus Ton waren, bedeuten, dass dieses Reich geteilt sein wird. Zum einen wird es etwas von der Härte des Eisens haben. Deshalb auch die Mischung von Ton und Eisen. 42 Dass aber die Zehen der Füße teils aus Eisen und teils aus Ton waren, weist darauf hin, dass das Reich zwar zu einem Teil stark, zum anderen Teil aber zerbrechlich sein wird. 43 Die Mischung aus Eisen und Ton deutet aber auch darauf hin, dass die Reiche versuchen werden, durch Heirat Bündnisse zu schließen. Diesen wird allerdings kein dauerhafter Erfolg beschieden sein, sie werden nicht zueinanderhalten – genauso, wie sich auch Eisen und Ton nicht richtig mischen lassen. 44 Aber in den Tagen der Herrschaft dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich errichten, das für alle Ewigkeit Bestand hat. Kein anderes Volk wird je die Gewalt über dieses Reich an sich reißen können. Es wird alle jene Königreiche zerschmettern und vernichten, selbst aber für immer bestehen bleiben, (Ps 2,9; Ps 145,13; Jes 9,5; Jes 60,12; Hes 37,25; Mi 4,7) 45 wie du es auch in deinem Traum gesehen hast: Aus dem Berg brach ein Stein, ohne dass ein Mensch etwas damit zu tun gehabt hätte, und zermalmte das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold. Ein großer Gott hat dem König gezeigt, was die Zukunft bringen wird. Der Traum sagt die Wahrheit, und seine Deutung ist zuverlässig.« (1Mo 41,28; 5Mo 10,17; 2Sam 7,22; Dan 2,29; Offb 22,6)Nebukadnezar belohnt Daniel
46 Da warf sich König Nebukadnezar vor Daniel mit dem Gesicht zu Boden nieder und verneigte sich tief vor ihm. Er befahl seinen Dienern, Daniel mit Opfergaben zu ehren und süßes Räucherwerk vor ihm zu verbrennen. (3Mo 26,31; Apg 10,25; Apg 14,13; Offb 19,10; Offb 22,8) 47 Dann wandte er sich zu Daniel und sagte: »Es stimmt, dein Gott ist wirklich der Gott über alle Götter und der Herr über alle Könige. Er kann alles, was verborgen ist, ans Licht bringen, denn du konntest mir dieses Geheimnis enthüllen.« (5Mo 10,17; Am 3,7) 48 Der König erwies Daniel daraufhin die höchsten Ehren und machte ihm viele kostbare Geschenke. Er setzte Daniel zum Statthalter über die ganze Provinz Babel und machte ihn zum Obersten aller königlichen Ratgeber Babels. (1Mo 41,39) 49 Auf Daniels Bitte hin erklärte er Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu Verwaltern der Provinz Babel; Daniel selbst aber blieb am Königshof. (Est 2,19; Am 5,15)Daniel 2
Hoffnung für alle
von BiblicaNebukadnezar hat einen beunruhigenden Traum
1 In seinem 2. Regierungsjahr hatte König Nebukadnezar einen Traum, der ihm solche Sorgen machte, dass er nicht mehr schlafen konnte. 2 Da ließ er seine Berater rufen, alle Wahrsager, Geisterbeschwörer, Zauberer und Sterndeuter, damit sie ihm seinen Traum erklärten. Als sie sich vor dem König versammelt hatten, 3 begann er: »Ich habe etwas geträumt, das mir sehr zu schaffen macht. Nun möchte ich wissen, was es damit auf sich hat.« 4 Da antworteten die Sterndeuter auf Aramäisch[1]: »Lang lebe der König! Erzähl uns, deinen ergebenen Dienern, den Traum, dann wollen wir ihn deuten!« (Dan 7,28) 5 Aber der König entgegnete: »Nein, erzählt ihr mir, was ich geträumt habe, und erklärt es mir! Wenn ihr das nicht könnt, lasse ich euch in Stücke hauen und eure Häuser in Schutt und Asche legen. Niemand bringt mich davon ab. 6 Doch wenn ihr mir den Traum schildert und ihn deuten könnt, beschenke ich euch reich und lasse euch große Ehre zuteilwerden. Beschreibt ihn mir also und erklärt ihn!« 7 Die Männer baten noch einmal: »Der König möge ihn uns beschreiben; dann werden wir bestimmt sagen können, welche Botschaft er enthält.« 8 Da warf der König ihnen vor: »Ihr wollt euch doch nur herausreden und Zeit gewinnen, weil ihr wisst, dass ich meine Drohung wahr mache. 9 Wenn ihr mir nicht sagt, was ich geträumt habe, lasse ich euer Todesurteil vollstrecken. Ich durchschaue eure Pläne: Ihr wollt mir eine Traumdeutung vorsetzen, die nichts als Lug und Trug ist. So meint ihr, mich hinhalten zu können, bis mein Zorn sich gelegt hat[2]. Doch ich bleibe dabei: Erzählt mir den Traum, denn so erkenne ich, dass ihr mir auch die Wahrheit sagt, wenn ihr ihn erklärt.« 10 Die Sterndeuter antworteten: »Kein Mensch auf der ganzen Welt kann diesen Wunsch erfüllen. Noch nie hat ein König, und sei er noch so mächtig, so etwas von einem Wahrsager, Geisterbeschwörer oder Sterndeuter verlangt. 11 Was du uns da zumutest, ist für Menschen nicht möglich. Nur die Götter können dir, o König, deinen Traum offenbaren! Doch sie wohnen nicht bei uns sterblichen Menschen.« 12 Da verlor Nebukadnezar die Beherrschung. Voller Zorn ordnete er an, sämtliche königlichen Berater hinzurichten. 13 Überall gab man den Befehl bekannt: »Alle Gelehrten sollen getötet werden!« Auch nach Daniel und seinen Freunden wurde gesucht. 14 Als Daniel davon erfuhr, wandte er sich an Arjoch, den Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache, der schon die Hinrichtungen vorbereitete. Er überlegte jedes Wort genau und fragte höflich: 15 »Warum hat Nebukadnezar einen solch harten Befehl erteilt?« Arjoch erzählte ihm, wie es dazu gekommen war. 16 Sofort ging Daniel zum König und bat ihn: »Gib mir etwas Zeit, dann werde ich dir deinen Traum deuten.« 17 Zu Hause erzählte er alles seinen Freunden Hananja, Mischaël und Asarja. 18 »Bittet den Gott des Himmels um Gnade«, sagte er zu ihnen, »fleht zu ihm, dass er mir anvertraut, was sich hinter diesem Geheimnis verbirgt! Sonst werden wir zusammen mit den anderen Beratern des Königs umgebracht!« 19 In der Nacht hatte Daniel eine Vision und erfuhr, was der Traum bedeutete. Da pries er den Gott des Himmels: 20 »Gelobt sei der Name Gottes, jetzt und in alle Ewigkeit! Gott allein gehören Macht und Weisheit. 21 Er ist der Herr der Zeit und bestimmt, was wann geschieht; er setzt Könige ab und überlässt anderen ihren Thron. Den Weisen schenkt er ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand! 22 Er enthüllt die unergründlichsten Geheimnisse und weiß, was im Dunkeln verborgen ist, denn er selbst ist vom Licht umgeben. 23 Ja, ich lobe und preise dich, du Gott meiner Vorfahren! Denn du hast mir Weisheit und Kraft geschenkt. Du hast unsere Gebete erhört und mir den Traum des Königs enthüllt!« 24 Nun ging Daniel zu Arjoch, der vom König beauftragt worden war, die babylonischen Gelehrten hinzurichten. Daniel bat ihn: »Lass die königlichen Berater nicht umbringen! Führ mich zu Nebukadnezar, denn ich kann ihm sagen, was er geträumt hat und was es bedeutet.« 25 Arjoch brachte Daniel auf dem schnellsten Weg zum König und berichtete: »Ich habe unter den Verbannten aus Juda einen Mann gefunden, der dem König seinen Traum erklären will!« 26 Nebukadnezar wandte sich an Daniel, der Beltschazar genannt wurde: »Kannst du mir denn wirklich sagen, was ich im Traum gesehen habe und was es bedeutet?« 27 »Mein König«, erwiderte Daniel, »hinter dein Geheimnis kann keiner deiner Berater kommen, weder Geisterbeschwörer noch Wahrsager noch Magier. 28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der das Verborgene ans Licht bringt. Dieser Gott hat dich, König Nebukadnezar, sehen lassen, was am Ende der Zeit geschehen wird. Und jetzt sage ich dir, welche Vision du im Traum hattest: 29 Als du auf deinem Bett lagst, warst du in Gedanken versunken. Dich beschäftigte, was in der Zeit nach deiner Herrschaft kommen würde. Und der Gott, der Geheimnisse enthüllt, hat dich in die Zukunft schauen lassen. 30 Wenn ich dir nun den Traum erzählen kann, dann nicht, weil ich klüger wäre als alle anderen Menschen. Nein, Gott hat es mir offenbart, damit du, mein König, eine Antwort auf das bekommst, was dich so beunruhigt. 31 In deiner Vision sahst du eine riesige Statue vor dir. Von ihr ging ein greller Glanz aus, und ihre ganze Erscheinung jagte dir Angst ein. 32 Der Kopf war aus reinem Gold, die Brust und die Arme waren aus Silber, Bauch und Hüften aus Bronze, 33 die Beine aus Eisen und die Füße teils aus Eisen, teils aus Ton. 34 Während du noch schautest, löste sich plötzlich ohne menschliches Zutun ein Stein von einem Berg. Er traf die Füße aus Eisen und Ton und zermalmte sie. 35 Die ganze Statue brach in sich zusammen; Ton, Eisen, Bronze, Silber und Gold zerfielen zu Staub, den der Wind wegblies wie die Spreu von einem Dreschplatz. Nichts war mehr davon zu sehen! Der Stein aber, der die Statue zertrümmert hatte, wuchs zu einem riesigen Berg und breitete sich über die ganze Erde aus. 36 Das war der Traum. Nun werde ich dir, mein König, erklären, was er bedeutet: 37 Du bist der mächtigste König, größer als alle anderen. Dir hat der Gott des Himmels die Herrschaft anvertraut und dir Macht, Stärke und Ruhm geschenkt. 38 Alle Menschen, ja sogar die wilden Tiere und die Vögel hat er in deine Hand gegeben. Er hat dich dazu bestimmt, über sie alle zu regieren. Du bist der Kopf aus Gold. 39 Das Reich, das nach dir kommt, wird schwächer sein als deines. Das dritte, das bronzene, wird die ganze Welt beherrschen. 40 Das vierte ist hart wie Eisen. Es zerschlägt alle anderen Reiche, so wie hartes, schweres Eisen alles zermalmt. 41-42 Doch du hast gesehen, dass die Füße und Zehen der Statue teils aus Eisen, teils aus Ton waren. Dies bedeutet: Das Reich ist zum Teil stark wie Eisen, zum Teil brüchig wie Ton. 43 Die Herrscher wollen ihre Familien durch Heiraten miteinander verbinden, doch ihr Bündnis hält nicht, genauso wenig wie sich Eisen und Ton mischen lassen. 44 Noch während diese Könige an der Macht sind, wird der Gott des Himmels ein Reich aufbauen, das niemals zugrunde geht. Keinem anderen Volk wird er jemals die Herrschaft übertragen. Ja, es bringt alle anderen Reiche zum Verschwinden und wird selbst für immer fortbestehen. 45 Das, mein König, war der Stein, der ohne menschliches Zutun vom Berg losbrach und die Statue aus Ton, Eisen, Bronze, Silber und Gold zertrümmerte. Ein mächtiger Gott hat dich in die Zukunft sehen lassen. Der Traum ist wahr, und die Deutung trifft ganz sicher zu!« 46 Da warf König Nebukadnezar sich ehrerbietig vor Daniel nieder. Er befahl, man solle ihm Opfer darbringen und Weihrauch für ihn verbrennen. 47 Zu Daniel sagte er: »Es gibt keinen Zweifel: Euer Gott ist der größte aller Götter und der Herr über alle Könige! Er bringt Verborgenes ans Licht, sonst hättest du dieses Geheimnis nie aufdecken können.« 48 Nebukadnezar gab Daniel eine hohe Stellung am Hof und beschenkte ihn großzügig. Er setzte ihn als Statthalter über die ganze Provinz Babylon ein und ernannte ihn zu seinem obersten Berater. 49 Auf Daniels Wunsch betraute er Schadrach, Meschach und Abed-Nego mit der Verwaltung der Provinz Babylon. Daniel selbst blieb am Hof des Königs.Daniel 2
Neue Genfer Übersetzung
von Genfer BibelgesellschaftDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.