Weisheit 9

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Gott der Vorfahren und Herr des Erbarmens, ^$^$^$der du das All durch dein Wort gemacht2 und den Menschen durch deine Weisheit ausgerüstet hast, damit er über die Geschöpfe herrsche, die durch dich entstanden sind,[1]3 und die Welt verwalte in Heiligkeit und Gerechtigkeit und Recht spreche in Geradheit der Seele:4 Schenke mir die Beisitzerin auf deinen Thronen, die Weisheit, und verstosse mich nicht aus dem Kreis deiner Kinder.5 Denn ich bin dein Diener und der Sohn deiner Magd, ein schwacher Mensch mit kurzer Lebenszeit und unbedarft im Verstehen von Recht und Weisungen.6 Denn auch wenn einer unter den Menschensöhnen vollkommen sein mag - er wird für nichts gehalten werden, wenn die Weisheit fehlt, die von dir kommt.7 Du hast mich erwählt zum König deines Volks und zum Richter deiner Söhne und Töchter.8 Du hast mir aufgetragen, einen Tempel auf deinem heiligen Berg zu errichten und einen Altar in der Stadt deiner Wohnung - eine Nachbildung des heiligen Zelts, das du von Anfang an vorbereitet hast.9 Und bei dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt und die zugegen war, als du die Welt gemacht hast, und die sich auf das versteht, was in deinen Augen wohlgefällig und recht ist nach deinen Geboten.10 Sende sie aus von den heiligen Himmeln, und entsende sie vom Thron deiner Herrlichkeit, damit sie bei mir sei und an mir arbeite und ich erkenne, was wohlgefällig ist vor dir.11 Denn sie weiss und versteht alles, und bei meinen Handlungen wird sie mich besonnen leiten und mich bewahren mit ihrer Herrlichkeit.12 Und meine Taten werden angenommen werden, und ich werde dein Volk auf gerechte Weise richten und der Throne meines Vaters würdig sein.13 Denn welcher Mensch wird den Plan Gottes erkennen? Oder wer wird erfassen, was der Herr will?[2]14 Die Überlegungen der Sterblichen taugen ja nichts, und unsere Vorstellungen sind unzuverlässig.15 Denn der vergängliche Leib ist eine Last für die Seele, und die irdische Behausung belastet den Verstand, der sich um vieles sorgt.16 Und wir können das kaum ermessen, was auf der Erde ist, und was mit Händen zu greifen ist, finden wir nur mit Mühe. Wer aber hat aufgespürt, was in den Himmeln ist?17 Und wer hat deinen Plan erkannt, wenn nicht du ihm Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus den Höhen gesandt hast?[3]18 Und so fanden die Pfade derer, die auf Erden sind, ihre Ausrichtung, und die Menschen wurden unterrichtet in dem, was dir gefällt, und durch die Weisheit wurden sie gerettet.

Weisheit 9

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Gott meiner Väter und Herr des Erbarmens, der du alle Dinge durch dein Wort geschaffen (Ps 33,6; Joh 1,3; Weis 16,12; Weis 18,15)2 und den Menschen durch deine Weisheit bereitet hast, dass er herrsche über die Geschöpfe, die von dir gemacht wurden, (1Mo 1,26)3 und die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit regiere und Gericht halte mit aufrichtigem Herzen:4 Gib mir die Weisheit, die bei dir auf deinem Thron sitzt, und verwirf mich nicht aus der Schar deiner Kinder.5 Denn ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd, ein schwacher Mensch, der nur ein kurzes Leben hat und dem es an Einsicht fehlt für Recht und Gesetz. (2Sam 12,24)6 Denn selbst wenn einer unter den Menschenkindern vollkommen wäre, so wird er doch nichts gelten, wenn ihm die Weisheit fehlt, die von dir kommt.7 Du hast mich erwählt zum König über dein Volk und zum Richter über deine Söhne und Töchter. (2Sam 7,12)8 Du hießest mich einen Tempel bauen auf deinem heiligen Berge und einen Altar in der Stadt, in der du wohnst, einen Altar, ein Abbild des heiligen Zeltes, das du von Anfang an bereitet hast. (2Mo 25,8; 2Mo 25,40)9 Und bei dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt und die dabei war, als du die Welt schufst, und die weiß, was dir wohlgefällt und was recht ist nach deinen Geboten. (Spr 8,22; Weis 8,4; Weis 8,6)10 Sende sie herab von deinem heiligen Himmel, und von dem Thron deiner Herrlichkeit. Sende sie, dass sie bei mir sei und mit mir arbeite, dass ich erkenne, was dir wohlgefällt.11 Denn sie weiß alles und versteht’s. Und sie wird mich mit Besonnenheit leiten bei meinen Werken und mich behüten in ihrer Herrlichkeit.12 Dann werden dir meine Werke angenehm sein, und ich werde dein Volk gerecht richten und würdig sein des Throns meines Vaters.13 Denn welcher Mensch erkennt den Ratschluss Gottes? Oder wer kann ergründen, was der Herr will? (Jes 40,13; Röm 11,34; 1Kor 2,16)14 Denn die Gedanken der sterblichen Menschen sind armselig und unsre Vorsätze hinfällig. (Ps 146,4)15 Denn der vergängliche Leib beschwert die Seele, und die irdische Hütte bedrückt den sorgenvollen Sinn. (2Kor 5,1; 2Petr 1,13)16 Wir erfassen kaum, was auf Erden ist, und begreifen nur schwer, was wir in Händen haben. Was aber im Himmel ist, wer hat es erforscht? (Joh 3,12)17 Und wer hat deinen Ratschluss erkannt? Es sei denn, du hast Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt. (1Kor 2,9)18 Und so wurden die Erdenbewohner auf den rechten Weg gebracht. Die Menschen wurden in dem unterwiesen, was dir gefällt, und durch die Weisheit errettet.