Weisheit 10

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Sie ist es, die den zuerst gebildeten Vater der Welt, ^$^$^$als allein er erschaffen war, behütet hat, und der eigenen Verfehlung hat sie ihn entrissen,2 und sie gab ihm die Kraft, über alles zu herrschen.3 Als sich aber ein Ungerechter in seinem Zorn von ihr entfernte, ging dieser mit seinen Leidenschaften, die den Bruder töteten, zugrunde.4 Die Weisheit aber rettete wiederum die Erde, die seinetwegen überflutet wurde, indem sie den Gerechten mit Hilfe von schlichtem Holz durch die Fluten steuerte.5 Auch als die Nationen sich zusammenschlossen in bösartiger Einmütigkeit, war sie es, die den Gerechten erkannte und ihn hielt, untadelig vor Gott, und ihn bewahrte, den Starken, der sich um sein Kind kümmerte.[1]6 Als die Gottlosen zugrunde gingen, war sie es, die den Gerechten rettete, der vor dem Feuer floh, das auf die Pentapolis niederfiel.[2]7 Als andauerndes Zeugnis für deren Bosheit liegt das Land da: öde und von Rauch bedeckt; und die Pflanzen tragen Früchte zur Unzeit - als Mahnmal für eine Seele, die nicht vertraut, steht dort eine Salzsäule.[3]8 Denn diejenigen, die an der Weisheit vorübergingen, erlitten nicht nur den Schaden, dass sie das Schöne nicht erkannten, sondern sie hinterliessen durch ihr Leben auch eine Erinnerung an den Mangel an Einsicht, so dass auch nicht verborgen bleiben konnte, warum sie gestürzt waren.9 Diejenigen aber, die ihr dienten, hat die Weisheit aus ihren Mühen errettet.10 Sie ist es, die den Gerechten, der vor dem Zorn des Bruders auf der Flucht war, auf geraden Pfaden geleitet hat. Sie zeigte ihm das Königtum Gottes und gab ihm die Erkenntnis dessen, was heilig ist. Sie liess es ihm gut gehen in Widrigkeiten und liess die Früchte seiner Mühen zahlreich werden.11 Sie stand ihm bei, als man ihn aus Habgier überfiel, und machte ihn reich.12 Sie behütete ihn vor den Feinden und barg ihn in Sicherheit vor denen, die ihm auflauerten. Und sie erkor ihn zum Sieger im harten Wettkampf, damit er erkannte, dass Frömmigkeit mächtiger ist als alles andere.13 Sie ist es, die den Gerechten, als er verkauft wurde, nicht im Stich liess, sondern ihn rettete aus schuldhafter Tat.14 Sie stieg mit ihm hinab in die Grube und verliess ihn nicht, als er in Fesseln lag, bis sie ihm das Zepter des Königreichs brachte und Vollmacht über die, die ihn unterdrückten; und als Lügner entlarvte sie die, die ihn beschuldigt hatten, und sie gab ihm ewige Herrlichkeit.15 Sie ist es, die ein heiliges Volk und eine untadelige Nachkommenschaft vor einer Nation von Bedrängern rettete.16 Sie ging ein in die Seele des Dieners des Herrn und widerstand furchterregenden Königen mit Zeichen und Wundern.17 Sie gab den Heiligen Lohn für ihre Beschwernisse, sie führte sie auf wundersamem Weg und wurde ihnen Schutz bei Tag und Sternenlicht in der Nacht.18 Sie liess sie durch das Rote Meer ziehen und führte sie durch das viele Wasser.19 Ihre Feinde aber überflutete sie, und sie wirbelte sie empor aus der Tiefe der Urflut.20 Daher nahmen die Gerechten den Gottlosen die Rüstungen ab und besangen, Herr, deinen heiligen Namen und lobten einmütig deine siegreiche Hand.21 Denn die Weisheit hat den Mund von Stummen geöffnet, und die Zungen von Unmündigen hat sie zum Sprechen gebracht.

Weisheit 10

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Dieselbe Weisheit behütete den Ersterschaffenen, den Vater der Welt, als er noch als Einziger geschaffen war, und zog ihn aus seiner Sünde. (1Mo 2,7; Röm 5,15)2 Sie gab ihm Kraft, über alles zu herrschen. (Weis 9,2)3 Als aber ein Ungerechter in seinem Zorn von ihr abfiel, ging er zugrunde durch seinen Grimm, der ihn den Bruder morden ließ. (1Mo 4,3)4 Und als die Erde seinetwegen von der Sintflut überschwemmt wurde, rettete die Weisheit sie wieder und steuerte den Gerechten auf einem Stück Holz hindurch. (1Mo 6,5; 2Petr 2,5; Weis 14,6)5 Und als die Völker verwirrt waren in allgemeiner Bosheit, da entdeckte sie den Gerechten und bewahrte ihn untadelig vor Gott. Sie ließ ihn fest bleiben, als er sich erbarmen wollte über seinen Sohn. (1Mo 11,1; 1Mo 12,1; 1Mo 22,1)6 Die Weisheit rettete den Gerechten, als er beim Untergang der Gottlosen vor dem Feuer floh, das auf die fünf Städte herabfiel. (1Mo 19,1; 2Petr 2,6)7 Von ihrer Bosheit zeugen noch heute rauchendes und ödes Land, Bäume, die zur Unzeit Frucht bringen, und eine Salzsäule, die dasteht als Denkmal einer ungläubigen Seele.8 Denn sie achteten die Weisheit nicht und hatten danach nicht nur den Schaden, dass sie das Gute nicht erkannten, sondern hinterließen den künftig Lebenden auch noch ein Denkmal ihrer Torheit, damit ihr Irrtum keinesfalls verborgen bliebe.9 Die Weisheit aber errettete die aus allen Nöten, die ihr dienen.10 Sie leitete den Gerechten, der vor dem Zorn seines Bruders fliehen musste, auf geraden Wegen; sie zeigte ihm das Reich Gottes und gab ihm zu erkennen, was heilig ist; sie half ihm aus, wo er es schwer hatte, und mehrte den Ertrag seiner Mühen. (1Mo 27,41; 1Mo 28,10; 1Mo 30,25)11 Sie stand ihm bei, da er von Habsüchtigen Gewalt litt, und machte ihn reich.12 Sie bewahrte ihn vor seinen Feinden und beschützte ihn vor denen, die ihm nachstellten; sie entschied einen schweren Kampf für ihn, damit er erkannte, dass die Frömmigkeit mächtiger ist als alles. (1Mo 31,1; 1Tim 4,8)13 Die Weisheit verließ den Gerechten nicht, als er verkauft wurde, sondern rettete ihn vor der Sünde. (1Mo 37,12; 1Mo 39,7; 1Mo 41,37)14 Sie stieg mit ihm hinab in die Grube und verließ ihn nicht, als er in Fesseln lag, bis sie ihm das Zepter des Königreichs brachte und Macht über seine Peiniger; sie erwies die als Lügner, die ihn geschmäht hatten, und gab ihm ewige Herrlichkeit.15 Die Weisheit erlöste das heilige Volk, das Geschlecht, an dem kein Tadel war, vor den Heiden, die es bedrückten. (2Mo 1,6; 2Mo 12,29)16 Sie ging ein in die Seele dessen, der Diener des Herrn war, und widerstand grausamen Königen durch Wunder und Zeichen. (2Mo 4,10; 2Mo 7,1)17 Sie belohnte die Heiligen für ihre Mühen, leitete sie auf wunderbarem Wege und war ihnen am Tage ein Schutz und bei Nacht eine Flamme aus Sternen. (2Mo 12,35; 2Mo 13,21)18 Sie führte sie durchs Rote Meer und leitete sie durch große Wasser. (2Mo 14,1)19 Aber ihre Feinde ersäufte sie, warf sie wieder herauf aus der Tiefe des Abgrunds. (2Mo 14,30)20 Darum raubten die Gerechten den Gottlosen ihre Waffen und priesen, Herr, deinen heiligen Namen und lobten einmütig deine sieghafte Hand. (2Mo 15,1; Mt 21,16)21 Denn die Weisheit öffnete den Mund der Stummen und machte die Unmündigen beredt.