von Theologischer Verlag Zürich1Kraftvoll erstreckt sie sich aber von einem Ende zum anderen, ^$^$^$und voller Güte durchwaltet sie das All.
Die Entscheidung für die Weisheit
2Sie gewann ich lieb, und ich suchte nach ihr seit meiner Jugend, und ich trachtete danach, sie heimzuführen als meine Braut, und ich wurde zum Liebhaber ihrer Schönheit.3Sie preist ihre edle Herkunft, da sie mit Gott zusammenlebt, und der Herrscher über alle Dinge hat ihr seine Liebe geschenkt.4Denn sie ist eingeweiht in das Wissen Gottes, und sie ist es, die seine Werke auswählt.5Wenn aber Reichtum ein begehrenswertes Gut im Leben ist - was ist reicher als die Weisheit, die alles bewirkt?6Wenn aber Einsicht etwas bewirkt - wer unter allem Seienden ist in höherem Masse Werkmeisterin als sie?7Und wenn jemand die Gerechtigkeit liebt, dann sind Tugenden die Früchte ihrer Mühen. Denn sie lehrt Besonnenheit und Einsicht, Gerechtigkeit und Tapferkeit - im Leben gibt es für die Menschen nichts Nützlicheres.[1]8Wenn sich jemand aber zudem nach reicher Erfahrung sehnt: Sie kennt, was zurückliegt, und erschliesst, was kommen wird, sie versteht sich auf gewandte Worte und auf das Lösen von Rätseln, im Voraus erkennt sie Zeichen und Wunder und was am Ende von Fristen und Zeiten sein wird.9So beschloss ich, sie heimzuführen, um mit ihr zusammenzuleben, im Wissen, dass sie mir Gutes raten und mir Zuspruch geben wird bei Sorgen und Kummer.10Dank ihr werde ich die Anerkennung im Volk finden und Ehre vor den Ältesten - ich, der ich noch jung bin.11Im Gericht werde ich mich als scharfsinnig erweisen, und bei den Machthabern werde ich bewundert werden.12Wenn ich schweige, werden sie warten, und wenn ich mich äussere, werden sie aufmerksam sein, und wenn ich länger rede, werden sie die Hand auf ihren Mund legen.13Dank ihr werde ich Unsterblichkeit haben, und ewiges Andenken werde ich denen zurücklassen, die nach mir kommen.14Völker werde ich regieren, und Nationen werden mir untertan sein.15Fürchten werden mich die schrecklichen Alleinherrscher, wenn sie von mir hören; in der Menge werde ich mich tüchtig zeigen und im Krieg tapfer.[2]16Betrete ich mein Haus, werde ich ausruhen bei ihr, denn das Zusammensein mit ihr kennt keine Bitterkeit und das Leben mit ihr keinen Schmerz, sondern Freude und Frohmut.
Die Hinwendung zum Gebet
17Dies überlegte ich bei mir, und ich bewegte in meinem Herzen, dass in der Verwandtschaft mit der Weisheit Unsterblichkeit liegt18und wohltuende Erquickung in der Freundschaft mit ihr und in den Mühen ihrer Hände unerschöpflicher Reichtum und Einsicht in der Übung des Umgangs mit ihr und guter Ruf in der Teilhabe an ihren Worten - so zog ich umher und suchte, ob ich sie für mich gewinnen könnte.19Ich war aber ein begabtes Kind und hatte eine gute Seele erhalten;20ja vielmehr, da ich tüchtig war, kam ich in einen unbefleckten Leib.21Da ich aber erkannte, dass ich sie keinesfalls erlangen würde, wenn nicht Gott sie gibt - und auch dies war Teil der Einsicht, zu wissen, wem die Gnade gehört -, wandte ich mich an den Herrn und bat ihn und sprach aus meinem ganzen Herzen:[3]
Weisheit 8
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Gewaltig erstreckt sie sich von einem Ende zum andern, und vortrefflich regiert sie das All.
Der Lebensbund Salomos mit der Weisheit
2Diese Weisheit habe ich geliebt und gesucht von meiner Jugend an und danach getrachtet, sie mir zur Braut zu nehmen, und ich habe ihre Schönheit lieb gewonnen.3Sie ist von herrlichem Adel, denn sie ist eine Gefährtin Gottes, und der Herr aller Dinge hat sie lieb. (Spr 8,30)4Denn sie ist in Gottes Wissen eingeweiht und hat teil an seinen Werken. (Weis 9,9)5Ist aber Reichtum ein köstlich Ding im Leben, was ist dann reicher als die Weisheit, die alles schafft?6Ist’s aber Klugheit, die etwas schafft, wer ist dann der Klugheit Schöpferin, wenn nicht die Weisheit?7Hat aber jemand Gerechtigkeit lieb – so ist es die Weisheit, welche die Tugenden wirkt. Denn sie lehrt Besonnenheit und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit, und nichts Nützlicheres als dies gibt es im Leben für die Menschen.8Begehrt aber jemand, viele Dinge zu wissen, so ist es die Weisheit, die das Vergangene kennt und das Zukünftige errät. Sie versteht sich auf gewandte Rede und weiß, Rätsel zu lösen. Zeichen und Wunder erkennt sie im Voraus und was Stunden und Zeiten bringen werden. (1Mo 40,8; 1Kön 10,1)9Daher habe ich beschlossen, mir die Weisheit zur Gefährtin zu nehmen, denn ich wusste, dass sie mir ein Ratgeber zum Guten sein würde und ein Trost in Sorgen und Traurigkeit. (Spr 7,4)10Ich werde ihretwegen Ruhm beim Volk und Ehre bei den Alten haben, obwohl ich jung bin. (1Kön 3,7; Ps 119,100)11Ich werde als scharfsinnig gelten, wenn ich Recht spreche, und bewundert werden bei den Mächtigen. (1Kön 3,28; 1Kön 5,14; 1Kön 10,7)12Wenn ich schweige, werden sie auf mich warten; wenn ich rede, werden sie aufmerken; wenn ich weiterrede, werden sie die Hand auf ihren Mund legen. (Hi 29,7)13Ich werde ihretwegen Unsterblichkeit empfangen und ein ewiges Andenken bei denen hinterlassen, die nach mir kommen. (Weis 3,4)14Ich werde Völker regieren, und Nationen werden mir untertan sein.15Grausame Tyrannen werden sich fürchten, wenn sie von mir hören; in der Menge werde ich mich tüchtig zeigen und im Krieg tapfer.16Kehre ich aber heim, so finde ich bei der Weisheit Ruhe. Denn mit ihr Umgang zu haben, bringt keinen Verdruss, und mit ihr zusammenzuleben, keinen Schmerz, sondern Lust und Freude.17Das bedachte ich bei mir und erwog es in meinem Herzen: Wer bei der Weisheit ruht, gewinnt Unsterblichkeit, (Weis 3,4; Weis 6,17)18und wer mit ihr befreundet ist, wahre Lust. Wer seiner Hände Arbeit mit ihr verrichtet, hat unerschöpflichen Reichtum, und wer mit ihr Gemeinschaft pflegt, Klugheit. Und guter Ruf wird dem zuteil, der mit ihr Zwiesprache hält. Darum ging ich umher und suchte, wie ich sie zu mir nehmen könnte.19Ich war aber ein schöner junger Mann und hatte eine edle Seele empfangen, (Ps 51,7)20oder vielmehr: Da ich edel war, kam ich in einen makellosen Leib.21Als ich aber erkannte, dass ich die Weisheit nur erlangen kann, wenn Gott sie mir gibt – und es war schon Klugheit zu wissen, von wem diese Gnadengabe kommt –, da wandte ich mich an den Herrn, betete zu ihm und sprach von ganzem Herzen: