Jesus Sirach 41

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 O Tod, wie bitter ist der Gedanke an dich für einen Menschen, der in Frieden lebt mit dem, was ihm gehört, für einen Mann, der ungestört und in allem erfolgreich ist und der noch imstande ist, den Überfluss zu geniessen.[1]2 O Tod, dass du gesetzt bist, ist angemessen für einen Menschen, der bedürftig ist und dem es an Kraft fehlt, für einen, der sehr alt ist und von allem belastet wird, und für einen, der ungehorsam ist und die Kraft der Ausdauer verloren hat.3 Sei nicht besorgt wegen der Setzung des Todes, denke an die, die vor dir waren, und an die, die zuletzt kommen.[2]4 Dies ist die Setzung, die vom Herrn kommt, für alles Fleisch, und warum verweigerst du dich dem Wohlwollen des Höchsten? Ob zehn oder hundert oder tausend Jahre - in der Unterwelt gibt es keine Zurechtweisung für das Leben.5 Kinder von Sündern werden verabscheuenswerte Kinder, und sie verbringen ihr Leben als Beisassen bei Gottlosen.6 Das Erbe der Kinder von Sündern wird zugrunde gehen, und die Schmach wird bei ihren Nachkommen fortdauern.7 Die Kinder werden dem gottlosen Vater Vorwürfe machen, weil sie seinetwegen geschmäht werden.8 Wehe euch, ihr gottlosen Männer, die ihr die Weisung des Höchsten verlassen habt.9 [Denn wenn ihr zahlreich werdet, führt das ins Verderben,] und wenn ihr geboren werdet, werdet ihr zum Fluch geboren werden, und wenn ihr sterbt, werdet ihr unter den Fluch gestellt werden.10 Alles, was aus Erde ist, wird zur Erde zurückkehren, so die Gottlosen: vom Fluch ins Verderben.11 Die Trauer um Menschen haftet an ihren Leibern, der ungute Name der Sünder aber wird ausgelöscht werden.12 Trage Sorge zu deinem Namen, denn dieser wird dir bleiben, länger als tausend grosse Schätze von Gold.13 Für ein gutes Leben gibt es eine Anzahl von Tagen, und ein guter Name wird in alle Zeit bleiben.14 Haltet euch an die Erziehung, Kinder, in Frieden. Weisheit aber, die verborgen ist, und ein unsichtbarer Schatz - was ist der Nutzen beider?15 Besser ist ein Mensch, der seine Torheit verbirgt, als ein Mensch, der seine Weisheit verbirgt.16 Deshalb habt Scheu vor meinem Urteil, denn es ist nicht möglich, jede Schamhaftigkeit als ein Gut zu bewahren, und in einem vertrauensvollen Verhältnis findet nicht alles bei allen Gefallen:17 Schämt euch vor Vater und Mutter für Unzucht und vor einem Fürsten und Machthaber für eine Lüge,18 vor einem Richter und einem Hochgestellten für ein Vergehen und vor der Gemeinde und dem Volk für die Missachtung der Weisung, vor einem Teilhaber und einem Freund für Ungerechtigkeit19 und vor dem Ort, an dem du als Beisasse wohnst, für einen Diebstahl, vor der Wahrheit Gottes und vor dem Bund - und dass ihr den Ellenbogen beim Essen nicht aufstützt - für das Verachten beim Nehmen und Geben20 und vor denen, die euch grüssen, für das Schweigen, für das Anschauen einer Gefährtin21 und für das Abwenden des Gesichts bei einem Verwandten, für das Wegnehmen eines Anteils und einer Gabe und für das Betrachten einer verheirateten Frau,22 für das Anbandeln mit seiner Magd - tritt nicht an ihr Bett -, vor Freunden für schmähende Worte - schmähe nicht, nachdem du gegeben hast -,

Jesus Sirach 41

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 O Tod, wie bitter bist du, wenn an dich gedenkt ein Mensch, der gute Tage und genug hat und ohne Sorge lebt und dem es wohlgeht in allen Dingen und der noch kräftig genug ist, um gut zu essen! (Jes 38,10)2 O Tod, wie wohl tut dein Urteil dem Bedürftigen, dessen Kräfte schwinden, der dich vor Augen hat und immer voller Sorgen ist, der sich gegen alles auflehnt und die Hoffnung verloren hat! (Hi 3,20; Sir 30,17)3 Fürchte nicht das Urteil des Todes! Denke an die, die vor dir gewesen sind und nach dir kommen werden.4 Dies ist das Urteil des Herrn über alles Fleisch. Und was wehrst du dich gegen den Willen des Höchsten? Ob du zehn oder hundert oder tausend Jahre lebst, in die Unterwelt kommen alle. (Sir 14,17)5 Schamlose Menschen bringen sündige Kinder hervor, die leben fern von der Gemeinschaft der Frommen. (Sir 23,25)6 Das Erbe sündiger Kinder aber geht verloren; und ihren Nachkommen bleibt die Schande.7 Die Kinder werden den gottlosen Vater anklagen; denn um seinetwillen sind sie verachtet.8 Weh euch, ihr Gottlosen, die ihr des Höchsten Gesetz verlasst! (5Mo 27,26)9 [Vermehrt ihr euch, dann zum Untergang.] Werdet ihr geboren, dann zum Fluch; und sterbt ihr, auch dann zum Fluch.10 Wie alles, was aus der Erde kommt, wieder zu Erde wird, so kommen die Gottlosen aus dem Fluch zur Verdammnis. (Phil 3,19; Sir 40,11)11 Die Menschen trauern um ihren Leib, aber bei den Gottlosen wird auch der Name getilgt, denn er taugt nichts. (Spr 10,7; Sir 10,17)12 Sieh zu, dass du einen guten Namen behältst; der bleibt dir länger als tausend große, goldene Schätze. (Spr 22,1)13 Ein Leben, es sei so gut, wie es wolle, währt nur eine kurze Zeit; aber ein guter Name bleibt ewig. (Lk 10,20; Sir 39,9; Sir 46,12)14 Meine Kinder, bewahrt in Frieden, was man euch gelehrt hat. Weisheit, die man verbirgt, und ein Schatz, der vergraben ist – was hat man von beiden? (Sir 20,30)15 Besser ist ein Mensch, der seine Torheit verbirgt, als einer, der seine Weisheit verbirgt.16 So achtet nun auf mein Urteil: Man schämt sich oft, wo man sich nicht schämen müsste, und billigt oft, was man nicht billigen sollte. (Sir 4,21)17 Schämt euch der Unzucht vor Vater und Mutter, der Lüge vor dem Fürsten und Herrn,18 des Unrechts vor dem Richter und Rat; schämt euch vor Gemeinde und Volk, das Gesetz zu übertreten, vor dem Nächsten und Freund, treulos zu sein,19 vor den Nachbarn, zu stehlen, und besonders vor der Wahrheit Gottes und seinem Bund. Schäme dich, beim Essen den Arm aufzustützen. Schäme dich, verächtlich zu geben und zu nehmen20 und zu schweigen, wenn man dich grüßt. Schäme dich, nach einer Hetäre zu sehen21 und den Blick von deinen Verwandten abzuwenden. Schäme dich, an dich zu bringen, was andern zusteht, und nach der Frau eines andern zu blicken (Mt 5,27; Sir 9,9)22 noch seine Magd zu begehren und an ihr Bett zu treten. Schäme dich, deinen Freund zu schmähen, und wenn du ihm etwas gegeben hast, so wirf ihm das nicht vor. (Sir 18,15; Sir 18,18; Sir 20,15)