Jesus Sirach 40

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Für jeden Menschen ist eine grosse Mühsal erschaffen worden, und ein schweres Joch liegt auf den Söhnen Adams von dem Tag an, da sie aus dem Leib ihrer Mutter kommen, bis zu dem Tag, da sie zur Mutter aller zurückkehren:2 Ihre Erwägungen und die Furcht des Herzens - Gedanken der Erwartung, der Tag des Todes.3 Von dem, der auf einem herrlichen Thron sitzt, bis zu dem, der gedemütigt auf der Erde und in Asche sitzt,4 von dem, der Hyazinthfarbenes und einen Kranz trägt, bis zu dem, der sich ein grobes Tuch umlegt:5 Wut und Eifersucht und Aufruhr und Unruhe und Todesangst und Rachelust und Zwietracht, und zur Zeit der Ruhe im Bett verändert der nächtliche Schlaf sein Erkennen.6 Wenig bis nichts hat er von seiner Ruhe, und er plagt sich damit im Schlaf wie am Tag, aufgewühlt von einer Schau seines Herzens, wie einer, der vor dem Krieg geflohen ist.7 In der Zeit seiner Not ist er aufgewacht und ist erstaunt über die nichtige Furcht.8 Für alles Fleisch, vom Menschen bis zum Vieh, und darüber hinaus siebenfach für Sünder:9 Tod und Blut und Zwietracht und Schwert, Leid, Hunger und Verwüstung und Peitsche!10 Für die, die die Weisung missachten, wurde dies alles erschaffen, und ihretwegen kam die Flut.11 Alles, was von der Erde ist, kehrt zur Erde zurück, und was vom Wasser ist, fliesst zurück ins Meer.12 Jedes Geschenk und jede Ungerechtigkeit wird ausgelöscht werden, aber die Treue wird in Ewigkeit bestehen.13 Die Vermögen der Ungerechten werden austrocknen wie ein Fluss, und wie der laute Donner beim Regen werden sie verhallen.14 Wenn er die Hände öffnet, wird er sich freuen, so werden die, die Übertretungen begehen, ganz und gar vergehen.15 Die Sprösslinge der Gottlosen werden nicht viele Zweige ausbilden: Unreine Wurzeln sind sie auf steil abfallendem Fels.16 Das Gras an jedem Wasser und Flussufer - vor jeder Saat wird es ausgerissen werden.17 Gnade ist wie ein Garten mit seinen Segnungen, und Barmherzigkeit wird in Ewigkeit bleiben.18 Das Leben des Genügsamen und des Arbeiters wird versüsst werden, und mehr als beides ist, wenn einer einen Schatz findet.19 Kinder und der Bau einer Stadt geben einem Namen Bestand, und mehr als beides wird eine untadelige Frau geschätzt.20 Wein und Musik erfreuen das Herz, und mehr als beides ist die Liebe zur Weisheit.21 Flöte und Harfe verschönern die Melodie, und mehr als beides ist eine angenehme Zunge.22 Anmut und Schönheit wird das Auge begehren, und mehr als beides ist das frische Grün der aufgehenden Saat.23 Ein Freund und ein Gefährte, die einem zur rechten Zeit begegnen, und mehr als beides ist eine Frau mit einem Mann.24 Brüder und Hilfe für die Zeit der Bedrängnis, und mehr als beides wird die Barmherzigkeit retten.25 Gold und Silber werden einen festen Gang geben, und mehr als beides wird ein Rat Gefallen finden.26 Vermögen und Kraft werden das Herz erheben, und mehr als beides ist die Furcht des Herrn. Man leidet keinen Mangel, wenn man den Herrn fürchtet, und man muss dabei nicht nach Hilfe suchen.27 Die Furcht des Herrn ist wie ein Garten des Segens, und mehr als alle Herrlichkeit hat sie ihn umhüllt.28 Kind, führe kein Leben in Bettelei; es ist besser, zu sterben, als zu betteln.29 Ein Mann, der auf einen fremden Tisch blickt - sein Leben ist nicht als Leben zu werten. Er wird seine Seele mit fremden Speisen unrein machen, ein kenntnisreicher und gebildeter Mann aber wird sich davor hüten.30 Im Mund eines Schamlosen wird Bettelei süss sein, und in seinem Bauch wird Feuer brennen.

Jesus Sirach 40

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Große Mühe ist für jeden Menschen geschaffen, und ein schweres Joch liegt auf den Söhnen Adams von Mutterleib an, bis sie zurückkehren zur Erde, die unser aller Mutter ist. (1Mo 2,7)2 Sie haben Sorge und Herzensangst, leben in Ungewissheit – und am Ende steht der Tod. (Hebr 2,15)3 Von einem, der auf einem herrlichen Thron sitzt, bis zu einem, der gedemütigt in Staub und Asche liegt, (Weis 7,1)4 von einem, der Purpur und Krone trägt, bis zu einem, der einen groben Kittel anhat – immer gibt es5 Zorn und Eifersucht, Kummer, Unfriede und Todesfurcht, Hass und Streit. Und wenn einer auf seinem Bett zur Ruhe kommt, verwirrt ihm der Schlaf des Nachts den Sinn. (Pred 2,23)6 Kaum ruht er ein wenig, so ist’s doch nichts damit; denn bald müht er sich im Schlaf, als wäre er wach – erschrocken im Traum, als müsste er aus der Schlacht fliehen;7 und im Augenblick seiner Not wacht er auf und ist verwundert, dass die Furcht umsonst war.8 Dies widerfährt allem Fleisch, Mensch und Tier, aber den Sündern siebenmal mehr: (Sir 39,29)9 Mord und Blutvergießen, Streit und Schwert, Unglück und Hunger, Verderben und Plage.10 Für die Gottlosen ist all dies geschaffen; und ihretwegen kam die Sintflut. (1Mo 6,13)11 Alles, was aus der Erde kommt, muss wieder zu Erde werden, wie alle Wasser wieder ins Meer fließen. (1Mo 3,19; Pred 1,7; Pred 3,20)12 Alle Geschenke und unrechten Zuwendungen werden untergehen; aber die Treue bleibt ewig. (1Chr 29,17)13 Die Güter der Ungerechten versiegen wie ein Fluss und verhallen wie ein starker Donner im Regen.14 Sie sind fröhlich, solange sie Geschenke nehmen; aber zuletzt gehen sie doch zugrunde.15 Die Nachkommen der Gottlosen bringen keine Zweige hervor, und auf bloßem Fels wachsen nur verkrüppelte Wurzeln. (Sir 23,25)16 Und selbst wenn sie wie das Riedgras auf feuchtem Boden und nahe am Wasser stünden, würden sie doch eher ausgerottet als alles andere Gras. (Hi 8,11)17 Wohltun ist wie ein gesegneter Garten, und Barmherzigkeit bleibt ewig. (Jes 58,10; Sir 27,1)18 Wer genügsam und wer fleißig lebt, hat es gut; aber besser als beide hat es der, der einen Schatz findet.19 Kinder und ein Haus in der Stadt machen einen bleibenden Namen; aber eine untadelige Frau wird mehr geschätzt als beides. (Sir 36,26)20 Wein und Musik erfreuen das Herz, aber besser als beide ist die Liebe zur Weisheit.21 Flöte und Harfe klingen schön, aber besser als beide ist eine freundliche Rede. (Spr 16,24)22 Nach Anmut und Schönheit sehnt sich das Auge, aber eine grüne Saat ist besser als beides.23 Freund und Gefährte helfen zur rechten Zeit, aber mehr noch als beide die Frau ihrem Mann.24 Brüder und Helfer sind gut in der Not, aber mehr als beide rettet Barmherzigkeit. (Sir 29,12)25 Gold und Silber geben sicheren Stand, aber mehr als beides wird guter Rat geschätzt.26 Geld und Gut machen Mut, aber mehr als beides die Furcht des Herrn. In der Furcht des Herrn fehlt einem nichts, und man braucht keine Hilfe. (Ps 33,16)27 Die Furcht des Herrn ist wie ein gesegneter Garten, und sie beschützt mehr als alle Herrlichkeit. (Sir 17,1)28 Mein Kind, verlege dich nicht aufs Betteln; es ist besser, zu sterben als zu betteln. (1Thess 4,11; Sir 29,23)29 Wer sich nach fremden Tischen umsieht, dessen Leben ist kein rechtes Leben; denn er macht sich mit fremden Speisen unrein; aber gerade davor hütet sich ein vernünftiger, wohlerzogener Mann.30 Süß schmeckt dem Unverschämten das Betteln; aber in seinem Bauch wird es wie Feuer brennen.