von Theologischer Verlag Zürich1Wer sich rächt, wird vom Herrn Rache erfahren, und gewiss wird dieser an seinen Sünden festhalten.2Verzeih deinem Nächsten das Unrecht; und wenn du dann betest, werden deine Sünden getilgt werden.3Ein Mensch hält fest am Zorn gegen einen anderen Menschen - und vom Herrn erwartet er Heilung?4Gegenüber einem Menschen, der doch ist wie er, hat er kein Erbarmen - und seiner eigenen Sünden wegen betet er?5Er selbst ist Fleisch und hält fest an der Rachelust - wer wird seine Sünden vergeben?6Denke an das Ende und lass die Feindschaft ruhen, an Vergänglichkeit und Tod, und bleibe treu in den Geboten.7Denke an die Gebote - und sei nicht rachsüchtig gegenüber dem Nächsten - und an den Bund des Höchsten, und sieh hinweg über Unwissenheit.[1]8Halte dich fern vom Streit, und du wirst die Zahl der Sünden vermindern, denn ein aufbrausender Mensch wird Streit entfachen,9und ein sündiger Mann wird Freunde in Unruhe versetzen und wird Verleumdung säen unter denen, die in Frieden leben.10Je nach dem Holz des Feuers wird dieses entflammen, und je nach der Härte des Streits wird er sich ausweiten. Je nach der Kraft eines Menschen wird seine Wut sein, und je nach dem Reichtum wird er seinen Zorn steigern.11Heftiger Zank entfacht Feuer, und heftiger Streit vergiesst Blut.12Wenn du in die Glut bläst, wird sie entfacht werden, und wenn du hineinspuckst, wird sie verlöschen; und beides wird aus deinem Mund hervorgehen.13Den Verleumder und Doppelzüngigen sollt ihr verfluchen, denn schon viele, die in Frieden lebten, hat er ins Verderben gestürzt.14Eine dritte Zunge hat schon viele erschüttert und sie auseinandergetrieben von Nation zu Nation und befestigte Städte vernichtet und die Häuser von Grossen zerstört.[2]15Eine dritte Zunge hat tüchtige Frauen vertrieben und sie um die Frucht ihrer Mühen gebracht.16Wer auf sie achtet, wird keine Ruhe finden und sich nicht in Sicherheit niederlassen können.17Der Schlag einer Peitsche verursacht Striemen, der Schlag einer Zunge aber wird Knochen brechen.18Viele sind durch die Klinge des Schwerts gefallen, aber nicht so viele wie jene, die einer Zunge wegen gefallen sind.19Wohl dem, der vor ihr geschützt ist, der nicht durch ihre Wut hindurch musste, der nicht ihr Joch mit sich geschleppt hat und nicht mit ihren Fesseln gebunden ist.20Denn ihr Joch ist ein eisernes Joch, und ihre Fesseln sind bronzene Fesseln.21Der Tod, den sie bringt, ist ein böser Tod, und die Unterwelt ist einträglicher als sie.22Über die Frommen wird sie keine Gewalt haben, und sie werden sich nicht an ihrer Flamme verbrennen.23Die den Herrn verlassen, werden in sie hineingeraten, und unter ihnen wird sie entfacht werden und niemals verlöschen. Sie wird ihnen nachgejagt werden wie ein Löwe, und wie ein Leopard wird sie sie schlimm zurichten.24Sieh dich vor, verschanze deinen Besitz mit Dornenhecken, und deinem Mund mache Tür und Riegel.25Halte dein Silber und Gold zusammen, und miss deine Worte mit Waage und Gewicht.26Nimm dich in acht, dass du ihretwegen nicht ausgleitest, damit du nicht vor einem fällst, der auf der Lauer liegt.
Jesus Sirach 28
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Wer sich rächt, an dem wird sich der Herr wieder rächen und wird ihm seine Sünden gewiss anrechnen. (Mt 6,12; Mt 6,14)2Vergib deinem Nächsten sein Unrecht, so werden auch dir deine Sünden vergeben, wenn du darum betest.3Ein Mensch hält gegen den andern am Zorn fest – und will beim Herrn Heilung suchen? (Ps 30,3; Mt 5,23; Mt 18,21)4Er ist unbarmherzig gegen seinesgleichen – und will für seine eigenen Sünden bitten?5Er ist nur Fleisch und hält am Zorn fest – wer will ihm dann seine Sünden vergeben?6Denk an das Ende und lass die Feindschaft fahren! Denk an das Verderben und den Tod und bleibe bei den Geboten! (Mt 5,25; Sir 7,36)7Denk an die Gebote und zürne deinem Nächsten nicht! Denk an den Bund des Höchsten und vergib die Unwissenheit!8Lass ab vom Streit, so wirst du weniger sündigen! Denn ein zorniger Mensch entfacht Streit, (Spr 29,22)9und ein Sünder trennt gute Freunde und hetzt gegeneinander, die in Frieden leben.10Wenn viel Holz da ist, wird das Feuer umso größer, und wenn der Streit hart ist, entbrennt er umso heftiger; wenn einer Macht hat, wird seine Wut umso größer, und wenn einer reich ist, wird sein Zorn umso heftiger.11Schnell sein zum Zank zündet ein Feuer an, und schnell sein zum Streit führt zu Blutvergießen. (Spr 26,21; Jak 1,19; Sir 22,24)12Bläst du in die Funken, wird ein Feuer daraus; doch spuckst du auf sie, verlöschen die Funken; und beides kann aus deinem Munde kommen.13Den Verleumder und Doppelzüngigen soll man verfluchen; denn er richtet viele zugrunde, die in Frieden leben. (Spr 16,28)14Wer Gerüchte verbreitet, bringt viele Leute zu Fall und vertreibt sie aus einem Land ins andre. Er reißt feste Städte ein und zerstört die Paläste der Fürsten.15Wer Gerüchte verbreitet, verstößt tüchtige Frauen und beraubt sie der Früchte ihrer Arbeit.16Wer auf Gerüchte hört, hat keine Ruhe mehr und kann nicht in Frieden leben.17Der Hieb der Geißel macht Striemen; aber der Hieb der Zunge zerschmettert Knochen.18Viele sind gefallen durch die Schärfe des Schwerts, aber nicht so viele wie durch die Zunge. (Jak 3,5)19Wohl dem, der vor ihr bewahrt bleibt und von ihrem Zorn verschont wird, der ihr Joch nicht tragen muss und nicht mit ihren Fesseln gebunden ist!20Denn ihr Joch ist eisern, und ehern sind ihre Fesseln.21Bitteren Tod bringt die Zunge, selbst die Unterwelt ist besser als sie.22Die Frommen aber wird sie nicht unterdrücken, und sie werden in ihrem Feuer nicht verbrennen.23Die den Herrn verlassen, werden ihr verfallen; ihr Feuer werden sie noch anfachen, und keiner kann es löschen. Wie ein Löwe setzt sie ihnen nach und zerfleischt sie wie ein Panther.24Umzäune deinen Besitz mit Dornen, und lege Schloss und Riegel vor deinen Mund! (Sir 22,27)25Wäge und verwahre dein Silber und Gold, und lege deine Worte auf die Goldwaage!26Hüte dich, dass du nicht ausgleitest und deine Zunge dich nicht zu Fall bringt vor dem, der auf dich lauert!