von Theologischer Verlag Zürich1Des Geldes wegen haben schon viele gesündigt, und wer es zu vermehren sucht, wird das Auge abwenden.2In den Steinfugen wird ein Pflock festgemacht werden, und zwischen Verkauf und Kauf wird sich die Sünde hineindrängen.3Wenn einer die Furcht des Herrn nicht festhält, wird sein Haus unversehens und schnell zerstört werden.
Die Prüfung der Menschen
4Beim Schütteln eines Siebs bleibt Abfall zurück, so auch der Unrat des Menschen, wenn er für sich Rechenschaft ablegt.[1]5Der Ofen prüft die Gefässe des Töpfers, und die Prüfung des Menschen vollzieht sich in seinem Nachdenken.6Die Frucht eines Baums bringt ans Licht, wie der Boden ist, so auch die Abrechnung, wie das Planen des Herzens eines Menschen ist.7Lobe einen Mann nicht, bevor nicht abgerechnet wurde, denn das ist die Prüfung der Menschen.
Die Erörterung des Frommen ist Weisheit
8Wenn du das Gerechte erstrebst, wirst du es erreichen und es anlegen wie ein prachtvolles Gewand.9Vögel werden sich niederlassen bei ihresgleichen, und die Wahrheit wird zu denen zurückkehren, die tun, was ihr entspricht.[2]10Ein Löwe lauert seiner Beute auf, so auch die Sünde denen, die Unrechtes tun.11Die Erörterung eines Frommen ist in jedem Fall Weisheit, der Uneinsichtige aber ändert sich wie der Mond.12Bist du unter Unverständigen, geh zur rechten Zeit, bei denen, die nachdenken, aber bleibe.[3]13Ärgerlich ist die Erörterung der Toren, und ihr Lachen ist Schwelgerei in der Sünde.14Das Geschwätz eines Vielschwörers wird einem die Haare zu Berge stehen lassen, und ihr Streiten verstopft die Ohren.15Streit von Hochmütigen bedeutet Blutvergiessen, und ihr Geschimpfe ist für die Ohren schwer zu ertragen.
Wer Geheimnisse preisgibt, für den gibt es keine Hoffnung
16Wer Geheimnisse preisgibt, hat das Vertrauen zerstört, und niemals wird er einen Freund für seine Seele finden.17Zeige dem Freund deine Wertschätzung und erweise dich ihm als zuverlässig; wenn du aber seine Geheimnisse preisgibst, ist es sinnlos, ihm nachzulaufen.18Denn wie ein Mensch den, der ihm gestorben ist, verloren hat, so hast du die Freundschaft deines Nächsten verloren.19Und wie du einen Vogel aus deiner Hand hast fliegen lassen, so hast du deinen Nächsten gehen lassen, und du wirst ihn nicht mehr einfangen.20Jage ihm nicht nach, denn er hat sich weit entfernt, und er ist geflohen wie eine Gazelle aus der Schlinge.21Denn eine Wunde kann man verbinden, und für eine Beschimpfung gibt es Versöhnung, wer aber Geheimnisse preisgegeben hat, für den gibt es keine Hoffnung.
Wer Böses tut, auf den rollt es zurück
22Wer mit dem Auge zwinkert, plant Schlimmes, und wer ihn kennt, wird sich von ihm fernhalten.23Vor deinen Augen wird sein Mund süsslich tun, und er wird deine Worte bewundern, später aber wird sein Mund sich verdrehen, und mit deinen eigenen Worten wird er dir eine Falle stellen.24Vieles habe ich verabscheut, und ich habe mich nicht verhalten wie er - auch der Herr wird ihn verabscheuen.25Wer einen Stein in die Höhe wirft, wirft ihn auf seinen eigenen Kopf, und ein hinterlistiger Schlag wird Verletzungen verursachen.26Wer eine Grube gräbt, wird in sie hineinfallen, und wer eine Schlinge legt, wird in ihr gefangen werden.27Wer Böses tut, auf den wird es zurückrollen, und er wird nicht wissen, woher es ihn getroffen hat.28Spott und Schmähung dem Hochmütigen! Und die Rache wird ihm auflauern wie ein Löwe.29Die sich freuen über den Untergang der Frommen, werden von einer Schlinge gefangen werden, und vor ihrem Tod wird der Schmerz sie verzehren.
Halte dich fern vom Streit
30Rachelust und Zorn - auch diese sind Greuel, und ein sündiger Mann wird nach ihnen greifen.
Jesus Sirach 27
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Wegen eines Vorteils sündigen viele; und wer reich werden will, wendet die Augen ab.2Wie ein Nagel in der Mauer zwischen zwei Steinen steckt, so steckt die Sünde zwischen Kauf und Verkauf.3Wenn einer nicht beständig ist in der Furcht des Herrn, wird sein Haus bald zerstört. (Spr 15,25; Spr 15,27)
Die Gesinnung beim Reden
4Wie beim Sieben Unrat zurückbleibt, so werden die Fehler eines Menschen durch Nachdenken sichtbar.5Wie der Ofen die Gefäße des Töpfers erprobt, so kann man den Menschen prüfen an seiner Rede. (Mt 12,33; Mt 15,11; Mt 15,18)6An der Frucht merkt man, wie der Baum gepflegt ist; ebenso erkennt man das Herz des Menschen an seiner klugen Rede.7Du sollst niemand loben, bevor du über ihn nachgedacht hast; denn so prüft man die Menschen.8Folgst du der Gerechtigkeit, so wirst du sie erlangen und anziehen wie ein Ehrenkleid. (Jes 61,10)9Die Vögel gesellen sich zu ihresgleichen; ebenso kehrt die Wahrheit zurück zu denen, die sie tun. (Joh 7,17; Sir 13,15)10Wie der Löwe auf den Raub, so lauert die Sünde auf die, die Unrecht tun. (1Mo 4,7; 1Petr 5,8)11Ein Gottesfürchtiger redet allezeit, was weise ist; ein Narr aber ist wandelbar wie der Mond.12Wenn du unter Unverständigen bist, so geize mit deiner Zeit; aber unter Verständigen kannst du allezeit bleiben.13Die Rede der Narren ist ein Ärgernis, und sie lachen, wenn sie in Sünden schwelgen.14Wo man viel schwören hört, da stehen einem die Haare zu Berge; und Streit verstopft die Ohren. (Sir 23,9)15Wenn Hochmütige streiten, wird Blut vergossen, und ihre Schmähungen anzuhören, ist unerträglich. (Sir 22,24)
Über Geheimnisse
16Wer Geheimnisse preisgibt, der verliert das Vertrauen und findet nie mehr einen Freund. (Spr 25,9; Sir 22,22)17Liebe deinen Freund und halte ihm die Treue! Wenn du aber seine Geheimnisse preisgibst, wirst du ihn nicht wiedergewinnen.18Denn wie einer einen Leichnam schändet, so hast du die Freundschaft mit deinem Nächsten zerstört.19Wie wenn du einen Vogel aus deiner Hand lässt, so hast du deinen Freund losgelassen und kannst ihn nicht wieder einfangen.20Lauf ihm nicht nach! Er ist schon zu weit weg, entkommen wie eine Gazelle aus der Schlinge.21Wunden kann man verbinden, Scheltworte kann man sühnen, aber wer Geheimnisse preisgibt, kann seine Hoffnung aufgeben.
Falschheit und Hinterlist
22Wer mit den Augen winkt, hat Böses im Sinn, und wer das sieht, wird sich von ihm zurückziehen. (Spr 6,12)23Vor deinen Augen redet er süß und bewundert deine Worte sehr; später aber redet er anders und findet Anstößiges in deinen Worten. (Sach 8,16)24Vieles hasse ich, aber nichts so wie ihn, auch der Herr wird ihn hassen.25Wer einen Stein in die Höhe wirft, dem fällt er auf den Kopf; und mit einem tückischen Hieb verwundet man sich selbst. (Ps 7,16)26Wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein; wer eine Falle stellt, fängt sich selbst in ihr. (Spr 26,27)27Wer dem andern Böses tut, auf den fällt es zurück, und er weiß nicht, woher es ihn trifft.28Spott und Beleidigung dem Hochmütigen! Die Strafe lauert auf ihn wie ein Löwe.29Wer sich freut am Fall der Frommen, wird in einer Schlinge gefangen, und Gram wird ihn verzehren, bevor er stirbt.
Rachsucht, Streit und Verleumdung
30Zorn und Wüten, das sind Gräuel, doch der Sünder hält an ihnen fest.