von Theologischer Verlag Zürich1Die Weisheit wird sich selbst loben, und inmitten ihres Volks wird sie sich rühmen.2In der Versammlung des Höchsten wird sie ihren Mund öffnen, und vor seiner Macht wird sie sich rühmen:3Ich bin vom Mund des Höchsten ausgegangen, und wie Nebel habe ich die Erde bedeckt.4Ich habe in den Höhen mein Zelt errichtet, und mein Thron stand auf einer Wolkensäule.5Den Himmelskreis habe ich allein umrundet, und in der Tiefe der Urfluten bin ich umhergegangen.6Bei den Wogen des Meeres und auf der ganzen Erde und bei jedem Volk und jeder Nation hatte ich die Führung.7Bei ihnen allen habe ich eine Ruhestätte gesucht: In wessen Erbteil werde ich rasten können?8Damals gebot mir der Schöpfer aller Dinge, und der mich erschaffen hatte, verschaffte meinem Zelt Ruhe und sprach: In Jakob richte dein Zelt auf, und in Israel sollst du als Erbe zugeteilt werden.9Vor der Zeit, am Anfang hat er mich erschaffen, und bis in Ewigkeit werde ich kein Ende nehmen.10Im heiligen Zelt habe ich vor ihm gedient, und so wurde ich auf dem Zion eingesetzt.11In der geliebten Stadt liess er mich ebenso ruhen, und in Jerusalem war mein Herrschaftsgebiet.12Und ich schlug Wurzeln in einem gepriesenen Volk, im Anteil des Herrn ist mein Erbteil.13Ich wuchs hoch wie eine Zeder auf dem Libanon und wie eine Zypresse auf den Bergen des Hermon.14Ich wuchs hoch wie eine Dattelpalme in En-Gedi und wie Rosenbüsche in Jericho. Wie ein stattlicher Ölbaum in der Ebene und wie eine Platane wuchs ich hoch.15Wie Zimt, wie ein Gewürzstrauch und wie auserlesene Myrrhe habe ich Wohlgeruch verbreitet, wie Galbanumharz und ein Gefäss aus Onyx und Balsam und wie der Duft von Weihrauch im Zelt.16Ich habe meine Zweige ausgebreitet wie eine Terebinthe, und meine Zweige waren Zweige der Herrlichkeit und der Anmut.17Wie ein Weinstock liess ich Anmut spriessen, und meine Blüten waren eine Frucht der Herrlichkeit und des Reichtums.18[Ich bin die Mutter der schönen Liebe und der Furcht, der Erkenntnis und der heiligen Hoffnung. Ich aber gebe mit allen meinen Kindern unablässiges Werden denen, die von ihm genannt werden.]19Kommt zu mir, die ihr mich begehrt, und lasst euch sättigen von meinen Erträgen.20Denn die Erinnerung an mich ist süsser als Honig, und mein Erbteil ist süsser als eine Honigwabe.21Die mich essen, werden noch hungriger, und die mich trinken, werden noch durstiger.22Wer auf mich hört, wird nicht beschämt werden, und die mir gemäss handeln, werden nicht sündigen.
Die Weisheit und die Weisung
23Dies alles ist das Buch des Bundes Gottes des Höchsten, die Weisung, die uns Mose geboten hat, das Erbteil der Gemeinden Jakobs.24[Gebt es nicht auf, im Herrn stark zu sein, und verbündet euch mit ihm, damit er euch stärkt. Der Herr, der Allherrscher, ist der einzige Gott, und es gibt keinen Retter ausser ihm.][1]25Die Weisung lässt, wie der Pischon, mit Weisheit voll werden und wie der Tigris in den Tagen der Erstlinge.[2]26Sie erfüllt, wie der Eufrat, das Verstehen und wie der Jordan in den Tagen der Ernte.27Sie lässt, wie Licht, Erziehung ausstrahlen, wie der Gichon in den Tagen der Weinlese.28Der Erste hat nicht aufgehört, sie zu erfassen, und so auch der Letzte: Er hat sie nicht erkundet.[3]29Denn seit dem Urmeer sind ihre Gedanken zahlreich geworden und ihre Ratschläge seit der grossen Urflut.30Auch ich bin wie ein Kanal, abgezweigt von einem Fluss, und wie ein Wassergraben gelangte ich bis in den Prachtgarten.31Ich habe gesagt: Ich werde meinen Garten trinken lassen und mein Beet bewässern. Und sieh, der Kanal wurde mir zu einem Fluss, und mein Fluss wurde zu einem Meer.32Ich werde weiterhin Erziehung wie Morgenröte aufscheinen lassen, und dies alles werde ich leuchten lassen bis in die Ferne.33Ich werde weiterhin Lehre wie Prophetie ausgiessen und sie bis in die fernsten Generationen hinterlassen.34Seht, dass ich mich nicht für mich allein geplagt habe, sondern für alle, die sie suchen.
1Die Weisheit preist sich selbst, und im Volk rühmt sie sich. (Hi 28,1; Spr 8,1)2Sie tut ihren Mund auf in der Gemeinde des Höchsten und rühmt sich im Angesicht seiner Macht:3»Ich ging aus vom Munde des Höchsten und bedeckte wie Nebel die Erde. (Spr 2,6; Weis 6,22; Weis 7,25)4Mein Zelt war in der Höhe und auf einer Wolkensäule mein Thron. (Bar 3,29)5Ich allein umkreiste des Himmels Gewölbe und durchzog die Tiefe des Abgrunds.6Auf den Wogen des Meeres, überall auf Erden, unter allen Menschen und Völkern gewann ich Besitz.7Bei diesen allen suchte ich Wohnung, um in einem Land Erbbesitz zu finden.8Da gebot mir der Schöpfer aller Dinge, und der mich geschaffen hat, gab mir eine bleibende Wohnung und sprach: In Jakob sollst du wohnen, und in Israel soll dein Erbbesitz sein. (Bar 3,37)9Vor der Welt, von Anbeginn hat er mich geschaffen, und ich werde ewig bleiben. (Sir 1,4)10Im heiligen Zelt habe ich vor ihm gedient und so auf dem Zion eine feste Stätte gefunden. (1Kön 8,1; 1Kön 8,9; 1Kön 8,16)11Er hat mich in die geliebte Stadt gesetzt, dass ich in Jerusalem regieren sollte.12Ich habe Wurzeln geschlagen bei einem geehrten Volk, im Eigentum des Herrn, meinem Erbteil. (5Mo 7,6)13Ich bin hochgewachsen wie eine Zeder auf dem Libanon und wie eine Zypresse auf dem Gebirge Hermon. (Ps 92,13)14Ich bin hochgewachsen wie eine Palme in En-Gedi und wie die Rosenstöcke in Jericho, wie ein schöner Ölbaum auf freiem Felde; ich bin hochgewachsen wie eine Platane.15Ich strömte einen lieblichen Geruch aus wie Zimt und köstliche Kräuter und duftete wie die beste Myrrhe, wie Galbanum[1] und Onyx und Harz und wie der Weihrauch im Tempel. (2Mo 30,34; Sir 39,13)16Ich breitete meine Zweige aus wie eine Terebinthe, und meine Zweige waren herrlich und schön.17Ich spross lieblich wie der Weinstock, und meine Blüte brachte herrliche und reiche Frucht.18[Ich bin die Mutter der schönen Liebe und der Gottesfurcht und der Erkenntnis und der heiligen Hoffnung. Mit allen meinen Kindern gebe ich denen Leben, die von ihm benannt sind.]19Kommt her zu mir alle, die ihr nach mir verlangt, und sättigt euch an meinen Früchten! (Spr 9,5; Jes 55,1; Mt 11,28; Joh 7,37; Sir 51,23)20Denn an mich zu denken, ist süßer als Honig, und mich zu besitzen, süßer als Honigseim. (Sir 23,27)21Wer von mir isst, den hungert immer nach mir; und wer von mir trinkt, den dürstet immer nach mir. (Joh 4,13; Joh 6,35)22Wer mir gehorcht, der wird nicht zuschanden; und wer mir dient, der wird nicht sündigen.«
Weisheit und Gotteswort
23Dies alles ist das Buch des Bundes, den der höchste Gott aufgerichtet hat, das Gesetz, das uns Mose befohlen hat, das Erbe der Gemeinden Jakobs. (5Mo 33,4; 2Kön 23,2; Bar 4,1)24[Werdet nicht müde, stark zu sein im Herrn, hängt ihm an, damit er euch stärkt. Der Herr, der Allmächtige, er allein ist Gott, und es gibt keinen Retter außer ihm. ] (Jes 43,11; Jes 45,5)25Das Gesetz erfüllt mit Weisheit, so wie der Pischon und der Tigris anschwellen in den Tagen des Frühlings; (1Mo 2,10; Jos 3,15)26es lässt Verstand überströmen wie der Euphrat und wie der Jordan in den Tagen der Ernte;27es lässt Bildung aufscheinen wie Licht, wie der Gihon in den Tagen der Weinlese.28Niemand hat bisher die Tiefe der Weisheit erkannt, und niemand wird sie je ergründen. (Röm 11,33)29Denn ihr Sinn ist reicher als das Meer und ihr Rat tiefer als der große Abgrund.30So ging auch ich aus einem Strom hervor wie ein Wassergraben, wie eine Wasserleitung zu einem Lustgarten.31Ich sprach: Ich will meinen Garten wässern und meine Beete tränken. Und siehe, mein Wassergraben führt wieder zum Strom und mein Strom zum Meer. (Joh 7,38)32Immerdar lasse ich Bildung leuchten wie den lichten Morgen und lasse sie scheinen bis in die Ferne.33Immerdar schütte ich meine Lehre aus wie eine Weissagung und hinterlasse sie künftigen Geschlechtern.34Seht, dass ich mich nicht für mich allein gemüht habe, sondern für alle, die Weisheit suchen. (Sir 33,18)