Jesus Sirach 23

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Herr, Vater und Herrscher über mein Leben, überlass mich nicht ihrer Willkür und lass mich durch sie nicht zu Fall kommen.[1]2 Wer wird meinem Denken Zucht auferlegen und meinem Herzen die Erziehung der Weisheit, damit sie mich bei unwissentlichen Verfehlungen nicht schonen und damit ihre Sünden nicht mehr bestehen,3 damit meine Unwissenheit nicht grösser wird und meine Sünden sich nicht mehren und ich vor meinen Gegnern nicht zu Fall komme und sich mein Feind nicht über mich freut - die Hoffnung auf dein Erbarmen ist ihnen fern!4 Herr, Vater und Gott meines Lebens, gib mir nicht hoffärtige Augen5 und mach, dass die Begierde sich von mir abwendet.6 Das Begehren des Bauches und geschlechtliches Verlangen sollen mich nicht packen, und übergib mich nicht einer schamlosen Seele.7 Vernehmt die Erziehung des Mundes, Kinder, und wer auf der Hut ist, wird sich nicht verfangen.8 Seiner Lippen wegen [8 ] wird der Sünder ergriffen werden, und der, der beschimpft, und der Hochmütige, sie werden durch sie zu Fall gebracht werden.9 Gewöhne deinen Mund nicht ans Schwören, und gewöhne dich nicht daran, den Namen des Heiligen auszusprechen.10 Denn wie ein Haussklave, der immerfort verhört wird, an Striemen keinen Mangel haben wird, so wird auch der, der schwört und jederzeit den Namen ausspricht, von der Sünde nicht gereinigt werden.[2]11 Ein Mann, der häufig schwört, wird voller Missachtung für die Weisung sein, und die Peitsche wird nicht von seinem Haus weichen; wenn er sich vergeht, lastet seine Sünde auf ihm, und wenn er etwas übersieht, hat er doppelt gesündigt, und wenn er grundlos geschworen hat, wird er nicht gerecht gesprochen werden - sein Haus wird erfüllt sein von Plagen!12 Es gibt eine Redeweise, die ist dem Tod vergleichbar, sie soll im Erbe Jakobs nicht gefunden werden. Denn von den Frommen wird all dies fernbleiben, und sie werden sich nicht in Sünden verwickeln lassen.13 Gewöhne deinen Mund nicht an hässliche Unerzogenheit, denn dadurch kommt es zu sündhafter Rede.14 Denke an deinen Vater und deine Mutter: Wenn du zwischen Grossen im Rat sitzt, sollst du sie vor diesen nicht vergessen und dich durch dein Verhalten nicht zum Toren machen. Sonst wirst du dir wünschen, nicht geboren zu sein, und den Tag deiner Geburt wirst du verfluchen.[3]15 Ein Mensch, der sich an Schmähworte gewöhnt, wird sein Leben lang nicht gebildet werden.16 Zwei Arten mehren die Sünden, und die dritte wird Zorn herbeiführen: Eine hitzige Seele, wie loderndes Feuer, es wird nicht gelöscht werden, bis es sich verzehrt; ein Mensch, der mit jemandem von seinem Fleisch Unzucht treibt, er wird nicht aufhören, bis das Feuer ausgebrannt ist.[4]17 Einem Menschen, der Unzucht treibt, schmeckt jedes Brot, er wird nicht ermatten, bis er stirbt.18 Ein Mensch, der sich von seinem Lager entfernt und bei sich spricht: Wer sieht mich? Finsternis umgibt mich, und die Mauern verbergen mich, und niemand sieht mich; warum sollte ich mich ängstigen? An meine Sünden wird der Höchste sich nicht erinnern!19 Und was er fürchtet, sind die Augen der Menschen, und er hat nicht erkannt, dass die Augen des Herrn zehntausendmal heller sind als die Sonne und alle Wege der Menschen sehen und bis in die verborgenen Gegenden dringen.20 Alles ist ihm bekannt, bevor es erschaffen wird, so auch, nachdem es vollendet ist.21 Dieser wird in den Strassen der Stadt bestraft werden, und wo er es nicht vermutet hat, wird er gefasst werden.22 So auch die Frau, die ihren Mann hintergeht und einen Erben von einem Fremden ins Haus bringt.23 Denn erstens hat sie sich der Weisung des Höchsten verweigert und zweitens sich gegen ihren Mann vergangen und drittens durch Unzucht Ehebruch begangen und von einem fremden Mann Kinder zur Welt gebracht.24 Sie wird in die Versammlung hinausgeführt werden, und über ihre Kinder wird die Heimsuchung kommen.25 Ihre Kinder werden nicht zur Wurzel einer Familie werden, und ihre Zweige werden keine Frucht tragen.[5]26 Sie wird eine Erinnerung zurücklassen, die als Fluch wirkt, und ihre Schmach wird nicht ausgelöscht werden.27 Und die Hinterbliebenen werden erkennen, dass nichts besser ist als die Furcht des Herrn und nichts süsser, als auf die Gebote des Herrn zu achten.28 [Grosse Auszeichnung ist es, Gott nachzufolgen, und die Vielzahl der Tage zeigt, dass du von ihm angenommen wirst.]

Jesus Sirach 23

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Herr, Vater und Herrscher über mein Leben, verlass mich nicht, wenn meine Zunge mich verführen will, und lass mich durch sie nicht zu Fall kommen. (Ps 89,27)2 Wer gibt mir eine Geißel für meine Gedanken und eine Zuchtrute zur Weisheit für mein Herz, dass ich nicht geschont werde, wenn ich falsch handle, und meine Sünden nicht unbestraft bleiben,3 dass meine Torheiten nicht mehr werden und meine Sünden nicht zunehmen, damit ich nicht zu Fall komme vor meinen Feinden und ihnen zum Spott werde? [Vergebens hoffen sie auf dein Erbarmen!]4 Herr, Vater und Gott meines Lebens, behüte mich vor hochmütigem Blick (Hi 31,1; Ps 89,27)5 und wende Begierde von mir ab!6 Lass mich nicht in Schlemmerei und Unkeuschheit geraten und behüte mich vor Schamlosigkeit!7 Ihr Kinder, hört die Unterweisung zur rechten Rede; denn wer ihr folgt, der wird sich in seinen Worten nicht so vergreifen, (Spr 10,14; Spr 10,19)8 wie der Sünder sich verfängt und Lästerer und Hochmütige durch sie zu Fall kommen.9 Gewöhne deinen Mund nicht ans Schwören und nicht daran, ständig den Namen des Heiligen zu nennen. (2Mo 20,7; Mt 5,33)10 Denn wie ein Knecht, der beim Verhör oft geschlagen wird, nicht ohne Striemen ist, so kann auch der nicht rein von Sünde bleiben, der oft schwört und Gottes Namen ständig nennt.11 Wer oft schwört, der sündigt oft, und die Plage wird seinem Hause nicht fernbleiben. Schwört er unbedacht, so sündigt er dennoch; hält er’s nicht, so sündigt er zweifach; schwört er aber ohne Grund, so wird er nicht gerecht gesprochen. So oder so: Sein Haus wird hart bestraft. (3Mo 5,4)12 Es gibt eine Art zu reden, die dem Tod gleicht; dies sei ferne vom Haus Jakob! Die Gottesfürchtigen sollen all dies meiden und sich nicht in solche Sünden verstricken.13 Gewöhne deinen Mund nicht an ungehörige und schmutzige Rede; denn sie ist die Sprache der Sünde.14 Denk an deinen Vater und deine Mutter, wenn du unter vornehmen Leuten sitzt, damit du dich nicht vor ihnen vergisst und nicht durch dein Benehmen zum Narren wirst, sonst wünschst du schließlich, du wärst nie geboren, und verfluchst den Tag deiner Geburt. (Jer 20,14)15 Wer sich daran gewöhnt, schändlich zu reden, der nimmt sich sein Leben lang nicht in Zucht.16 Zwei Arten von Menschen begehen viele Sünden, und die dritte bringt Strafe über sich: Ein hitziges Gemüt ist wie ein brennendes Feuer; es hört nicht auf, bis es sich selbst verzehrt hat. Der Leib eines unzüchtigen Menschen findet keine Ruhe, bis das Feuer ausgebrannt ist.17 Einem unzüchtigen Menschen scheint alle Speise süß, und er lässt nicht ab bis zum Ende.18 Ein Mann bricht seine Ehe und denkt bei sich: Wer sieht mich schon? Es ist finster um mich, und die Wände verbergen mich, sodass mich niemand sieht; was soll ich scheuen? Der Höchste achtet auf meine Sünden nicht. (Hi 24,15)19 Solch einer scheut nur die Augen der Menschen und bedenkt nicht, dass die Augen des Herrn vieltausendmal heller sind als die Sonne und alles sehen, was die Menschen tun, und auch in die verborgenen Winkel schauen; (Spr 15,11; Hebr 4,13; Sir 15,18)20 alle Dinge sind ihm bekannt, ehe sie geschaffen werden, und ebenso, wenn sie vollbracht sind.21 Dieser Mann wird öffentlich in der Stadt bestraft werden, und er wird ergriffen, wenn er sich’s am wenigsten versieht. (2Mo 20,14; 5Mo 22,22)22 Ebenso wird’s auch einer Frau ergehen, die ihren Mann betrügt und einen Erben von einem andern bekommt.23 Erstens ist sie dem Gebot des Höchsten ungehorsam, zum andern versündigt sie sich an ihrem Mann, und zum Dritten bekommt sie durch ihre Unzucht Kinder von einem andern.24 Eine solche Frau wird man der Gemeinde vorführen, und ihre Kinder müssen’s büßen.25 Ihre Kinder werden nicht zur Wurzel eines Stammes, und ihre Zweige bringen keine Frucht. (Weis 3,16; Weis 4,3; Sir 40,15)26 Wenn man sich an sie erinnert, flucht man ihr, und ihre Schande wird niemals ausgetilgt. (Weis 10,8)27 Daran lernen die Nachkommen, dass nichts besser ist, als den Herrn zu fürchten, und nichts süßer, als auf die Gebote des Herrn zu achten. (Ps 119,103)28 [Gott zu folgen, bringt großen Ruhm. Und ein langes Leben bedeutet: Er nimmt dich an.]