von Theologischer Verlag Zürich1Die Weisheit des Geringen wird sein Haupt erhöhen, und in die Mitte der Grossen wird sie ihn setzen.2Lobe einen Mann nicht seiner Schönheit wegen und halte einen Menschen nicht seiner Erscheinung wegen für einen Greuel.3Klein unter den Geflügelten ist die Biene, und ihre Frucht ist der Anfang der Süssigkeiten.4Rühme dich nicht der Gewänder, die du trägst, und überhebe dich nicht am Tag der Auszeichnung. Denn wunderbar sind die Werke des Herrn, und bei den Menschen sind seine Werke verborgen.5Viele Alleinherrscher sassen auf dem Boden, der Unbeachtete aber trug das Diadem.6Wie wurde doch vielen Machthabern die Ehre verweigert, und wie wurden Angesehene in die Hände anderer ausgeliefert!
Über besonnenes Verhalten
7Mache keine Vorwürfe, bevor du geprüft hast, überlege zuerst und tadle dann.8Antworte nicht, bevor du zugehört hast, und während einer Rede rufe nicht dazwischen.9Streite nicht wegen einer Sache, die für dich unwichtig ist, und fällen Sünder ein Urteil, sitze nicht mit ihnen im Rat.
Der Segen des Herrn besteht in der Belohnung des Frommen
10Kind, deine Handlungen sollen sich nicht auf vieles erstrecken, wenn du dich verzettelst, wirst du nicht ungestraft bleiben, und wenn du etwas um jeden Preis willst, wirst du es nicht ergreifen, und du wirst nicht entkommen, wenn du davonläufst.11Da ist einer, der sich plagt und leidet und sich eifrig bemüht, und umso mehr bleibt er zurück.12Da ist einer, der ist langsam und der Hilfe bedürftig, es fehlt ihm an Kraft, und er hat Überfluss an Armut. Und die Augen des Herrn haben ihn mit Wohlwollen angeschaut, und aus seiner Niedrigkeit hat er ihn aufgerichtet:13Er hat sein Haupt erhöht, und viele haben über ihn gestaunt.14Gutes und Schlechtes, Leben und Tod, Armut und Reichtum sind vom Herrn.15[Weisheit und Wissen und Erkenntnis in der Weisung sind vom Herrn, Liebe und die Wege guter Werke sind von ihm.]16[Irrtum und Finsternis sind mit den Sündern zusammen erschaffen worden, und gemeinsam mit denen, die sich mit Schlechtigkeit brüsten, wird die Schlechtigkeit alt.]17Die Gabe des Herrn bleibt bei den Frommen, und sein Wohlgefallen wird für alle Zeit zum Erfolg führen.[1]18Da ist einer, der reich geworden ist durch Umtriebigkeit und durch seine Gier, und dies ist sein Lohnanteil:19Wenn er sagt: Ich habe Ruhe gefunden, und nun will ich von meinen Gütern essen!, dann weiss er nicht, wann die Zeit kommen wird und er all dies anderen hinterlassen und sterben wird.[2]20Stehe zu deinem Vertrag und sei vertraut mit ihm, dann sollst du in deiner Tätigkeit alt werden.21Wundere dich nicht über die Taten eines Sünders, sondern vertraue dem Herrn und bemühe dich weiter; denn leicht ist es in den Augen des Herrn, schnell und unversehens einen Bedürftigen reich zu machen.22Der Segen des Herrn besteht in der Belohnung des Frommen, und bald kommt die Stunde, da blüht sein Erfolg auf.23Sage nicht: Was ist der Nutzen für mich, und was werden von nun an meine Güter sein?[3]24Sage nicht: Ich bin unabhängig, wodurch sollte ich von nun an noch Schlimmes erleiden?25An einem Tag, an dem es gut geht, vergisst man das Schlechte, und an einem Tag, an dem es schlecht geht, wird des Guten nicht mehr gedacht werden.26Denn es ist leicht für den Herrn, am Tag des Todes dem Menschen zu vergelten, wie es seinen Wegen entspricht.27Das Übel einer Stunde bewirkt, dass der Überfluss vergessen wird, und das Ende des Menschen offenbart seine Werke.28Vor dem Tod preise niemanden selig, und an seinen Kindern wird ein Mann erkannt werden.
Führe nicht jeden in dein Haus
29Führe nicht jeden beliebigen Menschen in dein Haus, denn die Hinterhalte des Listigen sind zahlreich.30Ein Rebhuhn als Lockvogel im Korb - so ist das Herz des Hochmütigen; und wie der Spion sieht es den Untergang.31Denn der das Gute in Schlechtes verkehrt, lauert im Hinterhalt, und dem, was man auswählt, wird er einen Makel anheften.32Mit dem Funken eines Feuers breitet sich ein Brand aus, und ein Mensch, der sündigt, lauert auf Blut.33Nimm dich in acht vor dem Übeltäter - denn er erfindet Böses -, damit er dir nicht für immer einen Makel anheftet.34Nimm einen Fremden ins Haus auf, und er wird dich in Verwirrung stürzen und dich den Deinen entfremden.
Jesus Sirach 11
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Die Weisheit des Geringen bringt ihn zu Ehren und setzt ihn mitten unter die Fürsten. (1Mo 41,37; Dan 2,48)2Du sollst niemand rühmen um seiner Schönheit willen noch jemand verachten, weil er hässlich aussieht.3Denn die Biene ist klein unter allem, was Flügel hat, und bringt doch die allersüßeste Frucht.4Rühme dich nicht wegen deiner herrlichen Kleider, und wenn du in Ehren stehst, überhebe dich nicht; denn wunderbar sind allein die Werke des Herrn, und den Menschen sind sie verborgen. (Apg 12,21)5Viele Tyrannen saßen am Ende im Staub, aber die Krone trug der, an den man nicht gedacht hätte. (Pred 4,14; Sir 10,14)6Viele Herrscher wurden entehrt und angesehene Männer an andere ausgeliefert.
Warnung vor falschem Richten
7Verdamme niemanden, ehe du die Sache untersucht hast; denke erst nach und tadle dann.8Du sollst nicht urteilen, ehe du die Sache gehört hast, und lass die Leute erst ausreden.9Misch dich nicht in eine fremde Sache, und sitze nicht zusammen mit Sündern zu Gericht.
Vom Reichtum
10Mein Kind, verliere dich nicht in viele Geschäfte: Wenn du dir zu viel vornimmst, bleibt das nicht ungestraft. Wenn du es noch so sehr verfolgst, erreichst du doch nichts; wenn du aber davor fliehst, so kannst du nicht entkommen.11Mancher lässt sich’s sauer werden, müht sich und rennt dem Reichtum nach und fällt doch immer mehr zurück. (Spr 10,22)12Mancher ist langsam und hat Hilfe nötig, ist arm an Kraft und reich an Schwäche: Den sieht der Herr in Gnaden an und hilft ihm aus seinem Elend13und bringt ihn zu Ehren, sodass sich viele über ihn wundern.14Gutes und Böses, Leben und Tod, Armut und Reichtum kommen vom Herrn. (Hi 1,21; Hi 2,10; Spr 22,2; Kla 3,37)15[Weisheit und Einsicht und Erkenntnis des Gesetzes kommen vom Herrn, Liebe und gute Werke stammen von ihm.16Irrtum und Finsternis sind mit den Sündern erschaffen, und die Schlechtigkeit wird alt mit denen, die sich ihrer rühmen.]17Was der Herr gibt, wird den Frommen bleiben; und was er plant, hat Bestand in Ewigkeit.18Mancher kargt und spart und wird dadurch reich. Und sein Lohn ist, (Pred 2,21)19dass er sagt: »Nun will ich mir ein gutes Leben machen, will essen und trinken von dem, was ich habe.« Doch er weiß nicht, dass sein Ende nahe ist und dass er alles anderen lassen und sterben muss. (Lk 12,16)20Bleibe bei dem, was dir anvertraut ist, und übe dich darin, und bis ins Alter bleibe bei deinem Tun. (Ps 37,3)21Lass dich nicht davon beirren, wie die Gottlosen zu Geld kommen, sondern vertraue dem Herrn und halte aus in deinen Mühen; denn dem Herrn ist es ein Leichtes, einen Armen plötzlich reich zu machen. (Ps 49,17; Tob 4,21; Sir 2,6)22Der Segen des Herrn ist der Lohn des Frommen, und schon bald erblüht sein Glück.23Sage nicht: Wie viel fehlt mir noch und was werde ich künftig besitzen?24Sage aber auch nicht: Ich habe genug, was kann mir künftig zustoßen? (Sir 5,1)25Wenn dir’s gut geht, so bedenke, dass dir’s wieder schlecht gehen kann; und wenn dir’s schlecht geht, so bedenke, dass dir’s wieder gut gehen kann. (Sir 18,25)26Denn der Herr kann jedem im Tod leicht vergelten, wie er’s verdient hat. (Röm 2,6; Sir 17,23)27Eine böse Stunde lässt alle Freude vergessen; und wenn der Mensch stirbt, werden seine Werke offenbar. (1Tim 5,24)28Rühme niemand vor seinem Ende. An seinen Kindern erkennt man den Mann.
Warnung vor Fremden
29Nimm nicht jeden bei dir auf; denn die Welt ist voller List und Tücke.30Ein Rebhuhn als Lockvogel im Korb – so ist das Herz des Hochmütigen, er lauert wie ein Späher auf deinen Untergang. (Lk 11,53)31Denn was er Gutes sieht, deutet er aufs Schlimmste, und den Allerbesten sagt er das Schändlichste nach. (Jes 5,20)32Aus einem Funken macht er ein großes Feuer, und der Frevler lässt nicht ab, bis Blut fließt.33Hüte dich vor dem Übeltäter – er hat nichts Gutes im Sinn –, dass er dir nicht ewige Schande anhänge. (Spr 1,10)34Nimmst du einen Fremden bei dir auf, so wird er dir Unruhe bringen und dich in deinem eignen Haus zum Fremden machen.