1Ich habe einen Bund mit meinen Augen geschlossen, dass ich keine Jungfrau mit begehrlichem Blick anschauen will. (2Sam 11,2; Mt 5,28)2Welchen Lohn würde mir Gott in der Höhe sonst geben? Welches Erbe würde mir der Allmächtige im Himmel dafür zuweisen?3Trifft Unglück nicht den Bösen und Unheil nicht die, die Böses tun? (Hi 18,12; Hi 21,30)4Sieht er nicht meine Wege und zählt er nicht jeden meiner Schritte? (2Chr 16,9; Spr 5,21)5Wenn ich mich auf Falschheiten einließ und darauf aus war, zu betrügen,6soll Gott mich mit gerechter Waage prüfen. Dann wird er meine Unschuld erkennen. (Hi 6,2; Jes 26,7)7Wenn ich vom richtigen Weg abgekommen bin oder etwas begehrt habe, auf das mein Blick gefallen ist[1], oder wenn irgendein Unrecht an meinen Händen klebt, (Hi 9,30; Hi 23,11)8dann soll ein anderer ernten, was ich gesät habe, und was ich angebaut habe, soll samt der Wurzel ausgerissen werden. (3Mo 26,16; Hi 20,18)9Wenn ich mich je von einer Frau betören ließ und an der Tür meines Nachbarn auf sie gewartet habe,10dann soll meine Frau für einen anderen die Mühle drehen, und andere Männer sollen mit ihr schlafen. (5Mo 28,30; Jer 8,10)11Denn ein solches Begehren ist eine schändliche Sünde, ein Vergehen, das bestraft werden muss. (5Mo 22,24)12Es ist ein verzehrendes Feuer, das einen bis zum Untergang auffrisst und alles ruiniert, was einem gehört.13Wenn ich in einem Streit das Recht meines Knechtes oder meiner Magd missachtet habe, (5Mo 24,14)14was könnte ich tun, wenn Gott gegen mich einschreiten würde? Was könnte ich antworten, wenn er die Sache untersuchen würde?15Hat nicht mein Schöpfer auch ihn gemacht? Hat uns nicht ein und derselbe im Mutterleib geschaffen?16Habe ich mich je den Bitten der Armen verschlossen? Habe ich je den erwartungsvollen Blick der Witwe enttäuscht? (2Mo 22,21; Hi 20,19)17Habe ich für mich allein gegessen und der Waise nichts abgegeben? (Hi 22,7; Hi 29,12)18Nein, von klein auf habe ich für sie gesorgt wie ein Vater und habe mich von Geburt an um sie gekümmert.19Wenn ich ruhig zuschaute, wie jemand ohne Kleidung umkam oder ein Bettler keine Decke besaß, (Hi 22,6; Hi 29,13)20wenn ich diesen frierenden Menschen keinen Grund zur Dankbarkeit gab und ihnen wärmende Kleidung aus Wolle verweigerte,[2]21wenn ich je ein Waisenkind geschlagen habe, weil ich vor Gericht mit Beistand rechnen konnte,22dann soll meine Schulter ausgekugelt, mein Arm aus dem Gelenk gerissen werden! (Hi 38,15)23Denn Gottes Strafe dafür wäre schrecklich. Wenn er sich in seiner Majestät gegen mich wendet, kann ich nicht standhalten. (Hi 13,11; Hi 31,3)24Wenn ich je mein Vertrauen auf das Gold gesetzt und zum Feingold gesagt habe: ›Meine Zuversicht!‹, (Hi 22,23; Mk 10,23)25wenn mein großes Vermögen und das, was ich aus eigener Kraft erreicht habe, Grund meiner Freude war, (Ps 62,11)26wenn ich die leuchtende Sonne am Himmel oder den Mond auf seiner silbernen Straße ansah27und mich heimlich dazu verführen ließ, sie zu verehren[3],28dann wäre auch dies vor dem Schiedsgericht Gottes eine Schuld, denn es würde bedeuten, dass ich den Gott des Himmels verleugnet hätte.29Habe ich mich je über das Unglück meines Feindes gefreut und schadenfroh gejubelt, wenn ihm etwas Böses zustieß?30Nein, nie habe ich es meinem Mund erlaubt, sich so zu versündigen oder ihm mit einem Fluch den Untergang zu wünschen. (Hi 5,3)31War es meinen Knechten vielleicht nicht möglich zu sagen: ›Mit seinen Fleischvorräten hat er jeden satt gemacht.‹? (Hi 22,7)32Nein, keinen Fremden habe ich draußen übernachten lassen, meine Türen waren immer weit offen für den Wanderer!33Habe ich etwa versucht, wie es die menschliche Art ist, meine Sünden zu verstecken oder meine Schuld zu verheimlichen,34weil ich die große Menge scheute und die Verachtung meiner Verwandtschaft nicht spüren wollte? Verhielt ich mich deshalb ruhig und wagte es nicht, vor die Tür zu treten? (Spr 29,25)35Ach, hätte ich doch einen, der mich anhört! Hier ist meine Unterschrift: Der Allmächtige wird mir antworten. Er wird auch für die Anklageschrift meines Gegners eine Antwort haben. (Hi 19,7; Hi 27,7; Hi 30,20; Hi 35,14; Ps 26,1)36Diese würde ich dann über meine Schultern gelegt zur Schau tragen und sie mir als Ehrenkranz um die Stirn binden.37Über jeden Schritt würde ich ihm Rechenschaft ablegen und ihm gegenübertreten wie ein Fürst. (Hi 1,3; Hi 29,25; Hi 31,4)38Wenn mein Land mich anklagt und alle seine Ackerfurchen weinen, (Hi 24,2)39wenn ich seinen Ertrag ohne Gegenleistung[4] verzehrt oder seinen Pächter gekränkt habe,40dann sollen Disteln statt Weizen auf diesem Land wachsen und Unkraut statt Gerste!« Damit ist Hiobs Rede zu Ende. (Jes 5,6)
1Ich hatte einen Bund geschlossen mit meinen Augen, dass ich ja nicht [begehrlich] auf eine Jungfrau blickte. (1Mo 38,9; Spr 6,25; Mt 5,28; 2Petr 2,14; 1Joh 2,16)2Denn was würde mir Gott vom Himmel her zuteilen, und welchen Lohn erhielte ich von dem Allmächtigen aus der Höhe? (Hi 27,13; Hebr 13,4)3Ist denn das Unglück nicht für den Ungerechten und das Missgeschick für die Übeltäter? (Ps 55,24; Ps 73,18; Mt 7,27)4Sieht Er denn nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte, (Hi 34,21; Ps 139,1; Spr 5,21; Jer 16,17; Jer 32,19)5sodass er wissen kann, ob ich mit Lügen umgegangen oder auf Betrug ausgegangen bin? (Hi 6,28; Ps 26,4)6Er wäge mich auf der Waage der Gerechtigkeit, so wird Gott meine Tadellosigkeit erkennen! (Ps 7,9; Ps 17,2; Spr 21,2)7Ist mein Schritt vom Weg abgewichen oder mein Herz den Augen nachgewandelt, und klebt an meinen Händen ein Makel, (4Mo 15,39; Jos 7,21; Hi 17,9; Hi 31,9; Ps 7,4; Spr 4,4; Spr 4,21; Spr 4,23; Jes 33,15; Mt 5,29)8so will ich säen, und ein anderer soll essen, und meine Pflanzungen sollen entwurzelt werden! (3Mo 26,16; 5Mo 28,33; Ri 6,3; Hes 34,29)9Hat sich mein Herz zu einer Frau hinreißen lassen, oder habe ich an der Tür meines Nächsten gelauert, (5Mo 5,21; Spr 6,25; Pred 7,26; Jer 5,8)10so soll meine Frau für einen anderen mahlen, und andere mögen sich über sie beugen! (2Sam 12,11; Hos 4,13)11Denn das wäre eine Schandtat und ein strafwürdiges Vergehen, (1Mo 38,24; 3Mo 20,10)12ja, ein Feuer wär’s, das bis zum Abgrund fräße und all meinen Ertrag verzehren würde mit Stumpf und Stiel! (Spr 6,27; Jer 5,7; Hebr 13,4)13Wenn ich meinem Knecht oder meiner Magd das Recht verweigert hätte, als sie einen Rechtsstreit gegen mich hatten, (3Mo 25,43; 3Mo 25,46; Eph 6,9; Kol 4,1)14was wollte ich tun, wenn Gott gegen mich aufträte; und wenn er mich zur Rede stellte, was wollte ich ihm antworten? (Hi 9,3; Hi 9,14; Hi 9,32; Hi 40,4; Ps 76,8; Kol 3,25)15Hat nicht der, der mich im Mutterleib bereitete, auch ihn gemacht? Hat nicht ein und derselbe uns im Mutterleib gebildet? (Hi 3,11; Hi 10,18; Hi 34,19; Ps 139,13; Spr 14,31; Spr 22,2; Jer 1,5; Jer 20,17; Mal 2,10; Lk 1,15; Lk 2,21)16Habe ich den Armen versagt, was sie begehrten, und die Augen der Witwe verschmachten lassen? (5Mo 10,18; 5Mo 24,19; Hi 29,12; Hi 29,13; Hi 29,16; Hi 30,25; Spr 14,31; Spr 19,17; Jak 1,27)17Habe ich meinen Bissen allein verzehrt, und hat der Verwaiste nichts davon essen können? (5Mo 15,11; 5Mo 15,14; Neh 8,10; Röm 12,13; 1Joh 3,17)18Wahrlich, von meiner Jugend auf ist er bei mir aufgewachsen wie bei einem Vater, und von meiner Mutter Leib an habe ich [die Witwe] geführt! (Hi 29,12; Jak 1,27)19Habe ich mit angesehen, wie einer umherirrte ohne Kleider, oder der Arme ohne Decke? (2Chr 28,15; Lk 3,11; Jak 2,15; 1Joh 3,18)20Wenn seine Lenden mich nicht gesegnet haben und er sich von der Wolle meiner Lämmer nicht wärmen durfte, (5Mo 24,13; Hi 29,11; Jes 58,6)21wenn ich meine Hand gegen die Waise erhob, weil ich sah, dass man mir helfen würde im Tor, (Hi 22,9; Ps 82,3; Spr 23,10)22so soll mir meine Schulter vom Nacken fallen und mein Arm aus seinem Gelenk brechen! (Hi 10,14; Ps 7,4; Ps 137,6)23Denn schrecklich wäre Gottes Strafe für mich gewesen, und vor seiner Hoheit hätte ich nicht bestehen können. (Ps 76,8; Ps 119,120)24Habe ich mein Vertrauen je auf Gold gesetzt und zum Feingold gesagt: »Sei du meine Zuversicht!«, (Hi 22,24; Ps 52,9; Ps 62,11; Spr 11,28; Mk 10,24; 1Tim 6,17)25habe ich mich gefreut, weil ich reich geworden bin und meine Hand viel erworben hat; (5Mo 8,17; Hos 12,9; Lk 12,15)26habe ich die Sonne angesehen, wenn sie leuchtete, und den Mond, wie er so prächtig dahinzog, (5Mo 4,19; 5Mo 17,3; Hes 8,16)27und habe ich mein Herz im Geheimen verführen lassen, dass ich ihnen Kusshände zuwarf, (5Mo 11,16; 5Mo 13,6; 1Kön 19,18; Hes 8,16; Hos 13,2)28so wäre auch das ein strafwürdiges Vergehen gewesen; denn ich hätte Gott in der Höhe verleugnet. (5Mo 17,2; 5Mo 17,7; 5Mo 17,9; Hi 31,11; Tit 1,16; 2Petr 2,1; Jud 1,4)29Habe ich mich gefreut über den Sturz meines Feindes und mich ergötzt daran, wenn ihn ein Unglück traf? (Ps 35,13; Spr 17,5; Spr 24,17)30Nein, ich habe meine Zunge nie hergegeben zum Sündigen, dass ich mit einem Fluch sein Leben gefordert hätte. (Mt 5,44; Röm 12,14; 1Petr 2,23; 1Petr 3,9)31Haben meine Hausgenossen nicht oft gesagt: »Wer wäre nicht von seinem Fleisch satt geworden?« (Jes 58,10)32Kein Fremder brauchte draußen zu übernachten; ich öffnete meine Tür dem Wandersmann. (1Mo 19,2; Ri 19,20; Röm 12,13; Hebr 13,2)33Habe ich, wie Adam, meine Übertretung zugedeckt, sodass ich meine Schuld in meiner Brust verbarg, (1Mo 3,6; Jos 7,11; Spr 28,13; Hos 6,7; 1Joh 1,8)34weil ich die große Menge fürchtete und die Verachtung [meiner] Verwandten mich niedergeschlagen hätte, sodass ich geschwiegen hätte und nicht zur Tür hinausgegangen wäre? (Est 4,12; Spr 24,11; Spr 29,25; Jes 42,14; Jer 38,5; Am 5,13; Lk 19,40)35O dass ich einen hätte, der mir Gehör schenkte! Siehe, da ist meine Unterschrift; der Allmächtige antworte mir, und mein Gegner schreibe eine Klageschrift gegen mich! (Hi 13,17; Hi 23,5; Hi 30,20; Hi 40,2)36Wahrlich, ich würde sie auf meine Schulter nehmen und als Ehrenkranz um mein Haupt winden! (2Mo 28,12; Hi 19,9; Spr 4,9; Jes 22,22; Jes 62,3; 1Petr 5,4)37Meine Schritte dürfte ich ihm getrost aufzählen und ihm nahen wie ein Fürst! (1Sam 14,36; Hi 14,16; Ps 74,3; Ps 91,10; Jer 30,21; Jak 4,4)38Wenn mein Ackerboden gegen mich schreit und seine Furchen miteinander weinen, (Hab 2,11)39weil ich, ohne ihn zu bezahlen, seinen Ertrag verzehrt habe und die Seele seines Besitzers aushauchen ließ, (1Kön 21,13; 1Kön 21,16; Jer 22,13; Mi 2,2; Mt 21,38; Jak 5,4)40so soll statt Weizen Dorngestrüpp hervorkommen und Unkraut anstatt der Gerste! Zu Ende sind die Reden Hiobs. (1Mo 3,18; Ps 72,20; Jes 7,23; Mt 13,25)