1Ihr sollt in uns Diener von Christus sehen, denen die Aufgabe anvertraut wurde, Gottes Geheimnisse zu erklären. (Röm 16,25; Tit 1,7)2Nun erwartet man von einem Menschen, dem ein Amt anvertraut wurde, dass er treu ist. (Lk 12,42)3Wie ist das nun bei mir? Bin ich treu gewesen? In dieser Frage spielt es kaum eine Rolle, was ihr oder sonst irgendjemand denkt, ja ich vertraue in diesem Punkt nicht einmal meinem eigenen Urteil.4Mein Gewissen ist zwar rein, doch das ist nicht entscheidend. Es ist der Herr selbst, der mich prüft und darüber zu entscheiden hat. (Ps 143,2)5Deshalb hütet euch, voreilige Urteile über den Glauben anderer zu fällen, bevor der Herr wiederkommt. Wenn der Herr kommt, wird er unsere tiefsten Geheimnisse[1] ans Licht bringen und unsere verborgensten Beweggründe offenbar machen. Und dann wird Gott jeden so loben, wie es ihm zusteht. (Mt 7,1; 1Kor 3,8; 2Kor 5,10; Offb 20,12)6Liebe Freunde[2], ich wollte euch an Apollos und mir deutlich machen, worum es mir geht. Wenn ihr euch an das haltet, was in der Schrift steht, werdet ihr keinen auf Kosten eines anderen herausstellen.[3] (1Kor 1,12)7Was hast du denn irgendeinem anderen voraus? Was hast du vorzuweisen, das du nicht von Gott bekommen hast? Und wenn alles von Gott kommt, was du vorzuweisen hast, warum gibst du dann damit an, so, als ob es kein Geschenk wäre? (Joh 3,27; Röm 12,3)8Ihr meint, ihr hättet schon alles, was ihr braucht! Ihr seid schon reich! Ihr seid Könige geworden, und zwar ohne uns! Ich wünschte, ihr säßet tatsächlich schon auf eurem Thron, denn dann würden wir mit euch herrschen! (Offb 3,21)9Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass Gott uns Apostel als die Geringsten erscheinen lässt, wie zum Tode Verurteilte. Wir sind ein Schauspiel geworden für die ganze Welt – für Menschen wie für Engel. (Röm 8,36; Hebr 10,33)10Wegen unserer Hingabe an Christus hält man uns für Narren – ihr aber seid klug in Christus. Wir sind schwach – ihr aber seid stark. Ihr seid angesehen – wir werden ausgelacht. (1Kor 1,18; 1Kor 3,18; 2Kor 11,19)11Bis zu dieser Stunde leiden wir Hunger und Durst und sind unbekleidet. Wir werden geschlagen und haben kein eigenes Dach über dem Kopf. (Apg 23,2; Röm 8,35; 2Kor 11,23)12Wir haben uns mühsam mit unseren eigenen Händen unseren Lebensunterhalt verdient. Wir segnen die, die uns beschimpfen. Wir haben Geduld mit denen, die uns verfolgen. (Mt 5,44; Apg 18,3; 1Petr 3,9)13Wir sind freundlich zu denen, die Böses über uns sagen. Und doch werden wir behandelt, als wären wir die Sündenböcke der Welt, von allen der Abschaum – und das bis zu diesem Augenblick. (Kla 3,45)14Ich schreibe das nicht, um euch zu beschämen, sondern um euch als meine geliebten Kinder zu warnen. (1Kor 6,5; 1Kor 15,34; 2Kor 6,13)15Selbst wenn ihr zehntausend Erzieher hättet, die euch Christus nahe bringen, so habt ihr doch nicht viele Väter. Denn ich wurde euer Vater in Christus Jesus, als ich euch als Erster die Botschaft Gottes verkündete. (Gal 4,19)16Deshalb bitte ich euch jetzt, meinem Beispiel zu folgen und es mir gleichzutun. (1Kor 11,1; Phil 3,17; 1Thess 1,6)17Und deshalb schicke ich euch auch Timotheus – damit er euch dabei hilft. Denn er ist mein geliebter und zuverlässiger Sohn im Herrn. Er wird euch an das erinnern, was ich in den Gemeinden über Christus Jesus lehre. (Apg 16,1; Apg 19,22; 1Tim 1,2)18Ich weiß, dass manche von euch große Reden führen und glauben, dass ich euch nicht wieder besuchen komme.19Aber ich werde kommen – und zwar schon bald –, wenn der Herr es mir erlaubt, und dann werde ich erfahren, ob diese Leute nur Schwätzer sind oder ob sie wirklich die Kraft Gottes haben. (Apg 18,21; 1Kor 16,5; 2Kor 1,15)20Denn das Reich Gottes besteht nicht durch die Worte, mit denen man davon erzählt, es lebt durch die Kraft Gottes. (1Kor 2,4)21Was ist euch lieber? Soll ich mit Tadel und Strafe kommen oder in Liebe und Freundlichkeit? (2Kor 1,23; 2Kor 2,1)
1So soll man uns betrachten: als Diener des Christus und Haushalter[1] der Geheimnisse Gottes. (Mt 24,45; 1Kor 3,5; 2Kor 6,4; Kol 1,26; Tit 1,7; 1Petr 4,10)2Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt, dass er treu erfunden wird. (Lk 12,42; Hebr 3,5; Offb 2,10)3Mir aber ist es das Geringste, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstag beurteilt werde; auch beurteile ich mich nicht selbst. (1Kor 6,4)4Denn ich bin mir nichts bewusst; aber damit bin ich nicht gerechtfertigt, sondern der Herr ist es, der mich beurteilt. (Ps 19,13; Spr 21,2; Hebr 4,12; Offb 2,23)5Darum richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird; und dann wird jedem das Lob von Gott zuteilwerden. (Hi 12,22; Ps 90,8; Pred 12,14; Mt 7,1; Röm 2,16; Röm 14,10; 1Kor 3,8)
Die Überheblichkeit der Korinther und das Vorbild des Apostels
6Das aber, meine Brüder, habe ich auf mich und Apollos bezogen um euretwillen, damit ihr an uns lernt, in eurem Denken nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht, damit ihr euch nicht für den einen auf Kosten des anderen aufbläht. (Röm 12,3; 1Kor 3,4)7Denn wer gibt dir den Vorzug? Und was besitzt du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich, als ob du es nicht empfangen hättest? (Joh 3,27; Jak 1,17)8Ihr seid schon satt geworden, ihr seid schon reich geworden, ihr seid ohne uns zur Herrschaft gelangt! O dass ihr doch wirklich zur Herrschaft gelangt wärt, damit auch wir mit euch herrschen könnten! (Röm 8,17; 2Tim 2,12; Offb 3,17)9Es scheint mir nämlich, dass Gott uns Apostel als die Letzten hingestellt hat, gleichsam zum Tod bestimmt; denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen. (Röm 8,36; 2Kor 6,9; Hebr 10,33; Hebr 12,1)10Wir sind Narren um des Christus willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr in Ehren, wir aber verachtet. (Lk 6,26; 1Kor 2,3; 1Kor 3,18; 2Kor 4,7; 2Kor 12,9; 2Kor 13,9)11Bis zu dieser Stunde leiden wir Hunger und Durst und Blöße, werden geschlagen und haben keine Bleibe (Apg 23,2; Röm 8,35; 2Kor 11,27)12und arbeiten mühsam mit unseren eigenen Händen. Wenn wir geschmäht werden, segnen wir; wenn wir Verfolgung leiden, halten wir stand; (Apg 18,3; Röm 12,14; 1Petr 3,9)13wenn wir gelästert werden, spenden wir Trost; zum Kehricht der Welt sind wir geworden, zum Abschaum aller bis jetzt. (Kla 3,45; Lk 6,22)14Nicht zu eurer Beschämung schreibe ich das, sondern ich ermahne euch als meine geliebten Kinder. (2Kor 12,14; 1Thess 2,11)15Denn wenn ihr auch zehntausend Lehrmeister[2] hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn ich habe euch in Christus Jesus gezeugt durch das Evangelium. (1Kor 9,1; Gal 4,19; Phlm 1,10)16So ermahne ich euch nun: Werdet meine Nachahmer! (Phil 3,17; 1Thess 1,6; 2Thess 3,9)17Deshalb habe ich Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebtes und treues Kind im Herrn ist; der wird euch an meine Wege in Christus erinnern, wie ich überall in jeder Gemeinde lehre. (Mt 28,20; Joh 14,26; Apg 19,22; Phil 2,19; Phil 2,22; 1Tim 1,2; Tit 3,8)18Weil ich aber nicht selbst zu euch komme, haben sich etliche aufgebläht; (1Kor 4,6; 1Kor 5,2)19ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will, und nicht die Worte der Aufgeblähten kennenlernen, sondern die Kraft. (Apg 18,21; Röm 15,32; Hebr 6,3; Jak 4,15)20Denn das Reich Gottes [besteht] nicht in Worten, sondern in Kraft! (Röm 14,17; 1Thess 1,5)21Was wollt ihr? Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geist der Sanftmut? (2Kor 13,10)