2.Korinther 11

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag
1 Ich hoffe, ihr habt Geduld mit mir, wenn ich noch ein wenig Unsinn rede. Seht es mir nach.2 Ich werbe so eifersüchtig wie Gott um euch. Denn als unberührte Braut[1] habe ich euch dem einen Bräutigam, Christus, versprochen. (Hos 2,21; Eph 5,26)3 Doch ich habe Angst, es könnte euch etwas von eurer reinen und schlichten Hingabe an Christus abbringen, so wie Eva von der Schlange getäuscht wurde. (1Mo 3,1; Joh 8,44; 1Tim 2,14)4 Ihr scheint ohne Bedenken alles zu glauben, was die Leute euch erzählen, selbst wenn sie einen anderen Jesus verkünden als den, den wir verkünden, oder einen anderen Geist als den, den ihr empfangen habt, oder eine andere Botschaft als die, die ihr geglaubt habt. (Röm 8,15; Gal 1,6)5 Ich fühle mich diesen »Überaposteln« jedoch nicht im Geringsten unterlegen. (Gal 2,6)6 Ich bin vielleicht kein begnadeter Redner, aber ich weiß, wovon ich spreche. Ich denke, das habt ihr inzwischen gemerkt, denn wir haben es immer wieder unter Beweis gestellt. (1Kor 1,17; Eph 3,4)7 Habe ich womöglich falsch gehandelt, als ich mich bescheiden zeigte und euch eine Sonderstellung einräumte, indem ich euch Gottes Botschaft verkündete, ohne etwas dafür zu verlangen? (1Kor 9,12; 2Kor 12,13)8 Andere Gemeinden habe ich beinahe beraubt und mich von ihnen bezahlen lassen, um euch umsonst dienen zu können.9 Und als ich bei euch war und nicht genug hatte, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, bat ich nicht euch um Hilfe. Denn die Brüder, die aus Mazedonien kamen, brachten mir eine weitere Zuwendung. Nie habe ich euch um die geringste Unterstützung gebeten und werde das auch nie tun. (2Kor 12,13)10 So sicher die Wahrheit, die ich von Christus habe, in mir lebt, werde ich nie aufhören, mich in ganz Griechenland[2] dieser Tatsache zu rühmen.11 Warum? Etwa weil ich euch nicht liebe? Gott weiß, dass ich das tue. (2Kor 7,3; 2Kor 12,15)12 Doch ich werde auch in Zukunft so verfahren und so die Behauptungen all derer entkräften, die damit angeben, sie seien wie wir. (1Kor 9,12)13 Diese Leute sind falsche Apostel. Sie haben euch getäuscht, indem sie sich für Apostel von Christus ausgaben. (Offb 2,2)14 Doch das überrascht mich nicht! Selbst der Satan gibt sich als Engel des Lichts aus.15 Und so ist es nicht erstaunlich, wenn seine Diener es ihm nachmachen und sich als Diener Gottes[3] tarnen. Am Ende werden sie für alle ihre bösen Taten die verdiente Strafe erhalten. (Phil 3,19)16 Um es noch einmal zu wiederholen: Glaubt nicht, ich hätte den Verstand verloren, wenn ich so mit euch spreche. Und falls ihr es doch tut, hört mir trotzdem zu, wie ihr jemandem zuhören würdet, der Unsinn redet, während ich nun ein wenig angebe. (2Kor 12,6)17 Gott will solche Angeberei nicht, aber ich verhalte mich ja jetzt wie einer, der Unsinn redet.18 Und da andere mit ihren Leistungen protzen, will ich das jetzt auch tun. (Phil 3,3)19 Schließlich hört ihr, die ihr euch für so weise haltet, offenbar gern Leuten zu, die Unsinn reden!20 Ihr nehmt es hin, wenn sie euch zu ihren Sklaven machen, euch alles wegnehmen, was ihr besitzt, und euch übervorteilen, wenn sie vornehm tun und euch ins Gesicht schlagen. (Gal 2,4; Gal 4,9)21 Zu meiner Schande muss ich bekennen, dass wir dazu nicht mutig genug waren! Doch womit sie auch immer angeben – ich rede jetzt wieder Unsinn –, das kann auch ich vorweisen. (2Kor 10,10)22 Sie geben sich doch für Hebräer aus? Das bin ich auch. Sie sagen, dass sie Israeliten sind? Ich ebenfalls. Sie sind Nachkommen Abrahams? Ich bin es auch. (Röm 11,1; Phil 3,5)23 Sie sagen, sie dienen Christus? Ich weiß, dass ich wie ein Verrückter klinge, aber ich habe ihm weit mehr gedient! Ich habe härter gearbeitet, wurde öfter ins Gefängnis geworfen, mehr geschlagen und war immer wieder in Lebensgefahr. (Röm 8,36; 1Kor 15,10; 2Kor 6,4)24 Fünfmal haben die Juden mir neununddreißig Hiebe verabreicht. (5Mo 25,3)25 Dreimal wurde ich ausgepeitscht. Einmal wurde ich gesteinigt. Ich habe drei Schiffbrüche überlebt. Einmal verbrachte ich eine ganze Nacht und einen Tag auf dem Meer treibend. (Apg 14,19; Apg 16,22; Apg 27,41)26 Ich habe viele beschwerliche Reisen unternommen und war unzählige Male in großer Gefahr: ob durch Flüsse oder durch Räuber, ob durch mein eigenes jüdisches Volk oder durch Nichtjuden, ob in Städten, in der Einöde oder auf stürmischer See oder durch Leute, die sich als Anhänger von Christus ausgaben, es aber nicht waren.[4] (Apg 9,23; Apg 14,5; Apg 20,3; Apg 21,31; Gal 2,4)27 Ich habe Erschöpfung und Schmerzen und schlaflose Nächte kennengelernt. Oft litt ich Hunger und Durst und habe gefastet. Oft habe ich vor Kälte gezittert und hatte nichts, um mich warm zu halten. (1Kor 4,11; 2Kor 6,5)28 Und als wäre das alles noch nicht genug, lebe ich dazu noch täglich in Sorge um das Wohlergehen der Gemeinden.29 Wer ist schwach, dass ich seine Schwäche nicht tief mitempfinde? Wer wird zum Bösen verführt, ohne dass ich in Zorn gerate? (1Kor 9,22)30 Wenn ich mich schon selbst loben soll, dann will ich mich meiner Schwäche rühmen. (2Kor 12,5)31 Gott weiß, dass ich nicht lüge. Ihm, dem Vater von Jesus, unserem Herrn, gebührt Lob in Ewigkeit. (2Kor 1,23)32 Als ich in Damaskus war, hatte der Statthalter des Königs Aretas Wachen an den Stadttoren aufgestellt, um mich verhaften zu lassen. (Apg 9,24)33 Doch ich wurde in einem Korb durch ein Fenster in der Stadtmauer hinuntergelassen und konnte auf diese Weise fliehen!

2.Korinther 11

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Lasst euch doch ein wenig Unverstand von mir gefallen! Aber das tut ihr ja. (2Kor 11,16)2 Denn ich werbe eifrig um euch mit dem Eifer Gottes; ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen.3 Ich fürchte aber, wie die Schlange einst durch ihre Falschheit Eva täuschte, könntet auch ihr in euren Gedanken von der aufrichtigen und reinen Hingabe an Christus abkommen. (1Mo 3,4)4 Ihr nehmt es ja offenbar hin, wenn irgendeiner daherkommt und einen anderen Jesus verkündet, als wir verkündet haben, wenn ihr einen anderen Geist empfangt, als ihr empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, als ihr angenommen habt. (Gal 1,6)5 Ich denke doch, ich stehe den Überaposteln keineswegs nach. (2Kor 11,13; 2Kor 12,11)6 Im Reden mag ich ein Stümper sein, aber nicht in der Erkenntnis; wir haben es euch in jeder Weise gezeigt. (1Kor 2,1; 2Kor 10,10)7 Oder habe ich einen Fehler gemacht, als ich, um euch zu erhöhen, mich selbst erniedrigte und euch das Evangelium Gottes verkündete, ohne etwas dafür zu nehmen? (Mt 23,12; 1Kor 9,12)8 Andere Gemeinden habe ich ausgeplündert und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können. (Phil 4,10)9 Aber als ich zu euch kam und in Schwierigkeiten geriet, bin ich niemandem zur Last gefallen; was ich zu wenig hatte, ergänzten die Brüder, die aus Mazedonien kamen. Ich habe also darauf Wert gelegt, euch in keiner Weise zur Last zu fallen, und werde auch weiterhin darauf Wert legen. (2Kor 12,13; 1Thess 2,9)10 So gewiss die Wahrheit Christi in mir ist: Diesen Ruhm wird mir im Gebiet von Achaia niemand nehmen. (1Kor 9,15)11 Warum? Liebe ich euch etwa nicht? Gott weiß es.12 Was ich aber tue, werde ich auch in Zukunft tun: Ich werde denen die Gelegenheit nehmen, die nur die Gelegenheit suchen, sich Achtung zu verschaffen, um so dazustehen wie wir. (2Kor 2,17)13 Denn diese Leute sind Lügenapostel, unehrliche Arbeiter; sie tarnen sich freilich als Apostel Christi. (Phil 3,2; Offb 2,2)14 Kein Wunder, denn auch der Satan tarnt sich als Engel des Lichts.15 Es ist also nicht erstaunlich, wenn sich auch seine Diener als Diener der Gerechtigkeit tarnen. Ihr Ende wird ihren Taten entsprechen. (Phil 3,19; 2Tim 4,14)16 Noch einmal sage ich: Keiner soll mich für einen Narren halten. Tut ihr es aber doch, dann lasst mich auch als Narren gewähren, damit auch ich ein wenig prahlen kann!17 Was ich hier sage, sage ich nicht im Sinn des Herrn, sondern, wenn es schon um das Prahlen geht, wie ein Narr.18 Da viele Menschen im Sinn dieser Welt prahlen, will auch ich einmal prahlen. (Phil 3,4)19 Ihr lasst euch die Narren ja gern gefallen, ihr klugen Leute. (1Kor 4,10)20 Denn ihr nehmt es hin, wenn euch jemand versklavt, wenn euch jemand ausbeutet, wenn euch jemand in seine Gewalt bringt, wenn jemand anmaßend auftritt, wenn euch jemand ins Gesicht schlägt.21 Zu meiner Schande muss ich gestehen: Dazu bin ich allerdings zu schwach gewesen. Wozu aber jemand den Mut aufbringt - ich rede jetzt als Narr -, dazu bringe auch ich ihn auf.22 Sie sind Hebräer - ich auch. Sie sind Israeliten - ich auch. Sie sind Nachkommen Abrahams - ich auch. (Apg 22,3; Röm 11,1; Phil 3,5)23 Sie sind Diener Christi - jetzt rede ich ganz unvernünftig -, ich noch mehr: Ich ertrug mehr Mühsal, war häufiger im Gefängnis, wurde mehr geschlagen, war oft in Todesgefahr. (1Kor 4,1; 1Kor 15,10)24 Fünfmal erhielt ich von Juden die vierzig Hiebe weniger einen; (5Mo 25,3)25 dreimal wurde ich ausgepeitscht, einmal gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch, eine Nacht und einen Tag trieb ich auf hoher See. (Apg 14,19; Apg 16,22; Apg 27,41)26 Ich war oft auf Reisen, gefährdet durch Flüsse, gefährdet durch Räuber, gefährdet durch das eigene Volk, gefährdet durch Heiden, gefährdet in der Stadt, gefährdet in der Wüste, gefährdet auf dem Meer, gefährdet durch falsche Brüder.27 Ich erduldete Mühsal und Plage, viele durchwachte Nächte, Hunger und Durst, häufiges Fasten, Kälte und Nacktheit. (1Kor 4,11; 2Kor 6,4; 1Thess 2,9)28 Um von allem andern zu schweigen, dem täglichen Andrang zu mir und der Sorge für alle Gemeinden: (Apg 20,31)29 Wer ist schwach und ich bin nicht schwach? Wer kommt zu Fall und ich werde nicht von brennender Sorge verzehrt? (1Kor 9,22)30 Wenn schon geprahlt sein muss, will ich mit meiner Schwachheit prahlen. (2Kor 12,5)31 Gott, der Vater Jesu, des Herrn, er, der gepriesen ist in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge.32 In Damaskus ließ der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damaszener bewachen, um mich festzunehmen. (Apg 9,24)33 Aber durch ein Fenster wurde ich in einem Korb die Stadtmauer hinuntergelassen und so entkam ich ihm.