1Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war.2Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? (Lk 13,2)3Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. (Joh 11,4)4Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist;[1] es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. (Jer 13,16; Joh 5,17)5Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. (Joh 8,12; Joh 12,35)6Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden (Mk 8,23)7und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.8Die Nachbarn nun und die, die ihn zuvor als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?9Einige sprachen: Er ist’s; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin’s.10Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen aufgetan worden?11Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend.12Da fragten sie ihn: Wo ist er? Er sprach: Ich weiß es nicht.13Da führten sie den, der zuvor blind gewesen war, zu den Pharisäern.14Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Brei machte und seine Augen öffnete.15Da fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden wäre. Er aber sprach zu ihnen: Einen Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend.16Da sprachen einige der Pharisäer: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand Zwietracht unter ihnen.17Da sprachen sie wieder zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, dass er deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet. (Joh 4,19)18Nun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war,19und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er nun sehend?20Da antworteten seine Eltern und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde.21Aber wieso er nun sehend ist, wissen wir nicht, und wer ihm die Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Fragt ihn, er ist alt genug; lasst ihn für sich selbst reden.22Das sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: Wenn jemand ihn als den Christus bekennt, der soll aus der Synagoge ausgestoßen werden. (Joh 7,13; Joh 12,42; Joh 16,2)23Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst.24Da riefen sie noch einmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.25Er antwortete: Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß ich: dass ich blind war und bin nun sehend.26Da fragten sie ihn: Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen aufgetan?27Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt’s nicht gehört! Was wollt ihr’s abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden?28Da schmähten sie ihn und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger.29Wir wissen, dass Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht. (2Mo 3,4; 2Mo 34,34)30Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist verwunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist; und er hat meine Augen aufgetan.31Wir wissen, dass Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er. (Ps 66,18; Spr 15,29; Jes 1,15)32Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe.33Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun.34Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrst uns? Und sie stießen ihn hinaus.35Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten. Und als er ihn fand, fragte er: Glaubst du an den Menschensohn?36Er antwortete und sprach: Herr, wer ist’s, auf dass ich an ihn glaube?37Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn ja gesehen, und der mit dir redet, der ist’s. (Joh 4,26)38Er aber sprach: Herr, ich glaube. Und er betete ihn an.39Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf dass die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden. (Mt 13,11)40Das hörten einige der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind?41Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde. (Joh 15,22)
1Und im Vorübergehen sah er einen Menschen, der blind geboren war.2Und seine Jünger fragten ihn: Rabbi, wer hat gesündigt, er oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? (2Mo 34,6; Hes 18,2; Lk 13,1)3Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.4Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. (Joh 11,9; Joh 12,35)5Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. (Joh 8,12)6Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde und machte einen Brei aus dem Speichel und strich ihm den Brei auf die Augen7und sagte zu ihm: Geh, wasche dich im Teich Schiloach! Schiloach heisst 'der Gesandte'. Da ging er und wusch sich und kam sehend zurück.8Die Nachbarn nun und die Leute, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der, der dasass und bettelte?9Die einen sagten: Er ist es. Die anderen sagten: Nein, er sieht ihm bloss ähnlich. Er selbst sagte: Ich bin es.10Da sagten sie zu ihm: Wie also sind deine Augen aufgetan worden?11Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heisst, machte einen Brei und strich ihn mir auf die Augen und sagte zu mir: Geh zum Teich Schiloach und wasche dich. Da ging ich hin, wusch mich und konnte sehen.12Und sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagt: Ich weiss es nicht.13Sie führen ihn, den ehemals Blinden, zu den Pharisäern.14Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen auftat.15Die Pharisäer nun fragten ihn ebenfalls, wie er sehend geworden sei. Er sagte zu ihnen: Er bestrich meine Augen mit einem Brei, und ich wusch mich, und ich sehe.16Da sagten einige von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es gab eine Spaltung unter ihnen. (Joh 3,2; Joh 7,23)17Da sagen sie wieder zu dem Blinden: Und du, was sagst du dazu, dass er dir die Augen aufgetan hat? Er sagte: Er ist ein Prophet. (Joh 4,19)18Die Juden nun wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern gesprochen hätten - die Eltern dessen, der sehend geworden war.19Und sie fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wieso sieht er denn jetzt?20Da entgegneten seine Eltern: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde.21Wieso er aber jetzt sieht, wissen wir nicht, und wer ihm die Augen aufgetan hat - wir wissen es nicht. Fragt doch ihn, er ist alt genug. Er kann selber über sich Auskunft geben.22Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten. Denn die Juden waren schon übereingekommen, dass aus der Synagoge ausgeschlossen werde, wer ihn als Christus bekenne. (Joh 7,13; Joh 11,27; Joh 12,42; Joh 16,2)23Darum sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn.24Da riefen sie den Menschen, der blind gewesen war, ein zweites Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.25Jener antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiss ich nicht. Ich weiss bloss eines: Ich war blind, und jetzt sehe ich.26Da sagten sie zu ihm: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen aufgetan?27Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht zugehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?28Und sie beschimpften ihn und sagten: Du bist einer seiner Jünger, wir aber sind Jünger des Mose.29Wir wissen, dass Gott mit Mose geredet hat. Von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist. (Joh 7,27)30Der Mensch entgegnete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und er hat mir doch die Augen aufgetan.31Wir wissen, dass Gott keine Sünder erhört; wer aber gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er. (Ps 66,18; Joh 11,22)32Von Ewigkeit her hat man nicht vernommen, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen aufgetan hat.33Wäre dieser nicht von Gott, könnte er nichts tun. (Joh 3,2)34Sie entgegneten ihm: In Sünden bist du geboren, ganz und gar, und du willst uns lehren? Und sie stiessen ihn aus. (Joh 9,2)35Jesus hörte, dass sie ihn ausgestossen hatten; und als er ihn traf, sprach er: Glaubst du an den Menschensohn?36Jener entgegnete: Sag mir, wer es ist, Herr, damit ich an ihn glauben kann!37Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn gesehen. Der mit dir redet, der ist es. (Joh 4,26)38Er sagte: Ich glaube, Herr. Und er warf sich vor ihm nieder.39Und Jesus sprach: Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, dass die, die nicht sehen, sehend und die Sehenden blind werden. (Mk 4,12; Joh 12,40)40Das hörten einige von den Pharisäern, die bei ihm waren, und sie sagten zu ihm: Sind etwa auch wir blind?41Jesus sagte zu ihnen: Wärt ihr blind, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.
1Unterwegs sah Jesus einen Mann, der von Geburt an blind war.2»Rabbi«, fragten die Jünger, »wer ist schuld daran, dass dieser Mann blind ist? Hat er selbst Schuld auf sich geladen oder seine Eltern?«3»Weder noch«, antwortete Jesus. »Vielmehr soll an ihm die Macht Gottes sichtbar werden.4Solange es Tag ist, müssen wir die Taten Gottes vollbringen, der mich gesandt hat. Bald kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann.5Doch solange ich in der Welt bin, werde ich für die Menschen das Licht sein.«6Dann spuckte er auf die Erde, rührte mit dem Speichel einen Brei an und strich ihn auf die Augen des Blinden.7Dann forderte er ihn auf: »Geh jetzt zum Teich Siloah und wasch dich dort.« Siloah heißt übersetzt: »der Gesandte«. Der Blinde ging hin, wusch sich, und als er zurückkam, konnte er sehen.8Seine Nachbarn und andere Leute, die ihn als blinden Bettler kannten, fragten erstaunt: »Ist das nicht der Mann, der immer an der Straße saß und bettelte?«9Einige meinten: »Er ist es.« Aber andere konnten es einfach nicht glauben und behaupteten: »Das ist unmöglich! Er sieht ihm nur sehr ähnlich.« »Doch, ich bin es«, bestätigte der Mann selbst.10Da fragten sie ihn: »Wie kommt es, dass du plötzlich sehen kannst?«11Er berichtete: »Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen. Dann schickte er mich zum Teich Siloah. Dort sollte ich den Brei abwaschen. Das habe ich getan, und jetzt kann ich sehen!«12»Wo ist denn dieser Jesus?«, fragten sie weiter. »Das weiß ich nicht«, gab er ihnen zur Antwort.
Das Verhör der Pharisäer
13Sie brachten den von seiner Blindheit geheilten Mann zu den Pharisäern.14Es war nämlich gerade Sabbat, als Jesus den Brei gemacht und den Blinden geheilt hatte.15Auch die Pharisäer fragten ihn: »Wie kommt es, dass du jetzt sehen kannst?« Der Mann erzählte: »Jesus strich einen Brei auf meine Augen. Ich habe mich dann gewaschen, und nun kann ich sehen.«16Einige der Pharisäer meinten: »Von Gott kann dieser Mann nicht kommen, denn er hält sich nicht an die Sabbatgebote.« Andere aber wandten ein: »Wie kann ein sündiger Mensch solche Wunder vollbringen?« So gingen ihre Meinungen auseinander.17Dann erkundigten sich die Pharisäer noch einmal bei dem Mann, der blind gewesen war: »Durch ihn kannst du jetzt also sehen? Was meinst denn du, wer dieser Mann ist?« »Er ist ein von Gott gesandter Prophet«, antwortete er.18Doch die Pharisäer[1] wollten nicht glauben, dass er überhaupt blind gewesen war. Sie ließen deshalb seine Eltern holen19und verhörten sie: »Ist das euer Sohn? Stimmt es, dass er von Geburt an blind war? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann?«20Die Eltern antworteten: »Ja, das ist unser Sohn, und er war von Geburt an blind. Das wissen wir genau.21Aber wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, wissen wir nicht. Wir haben auch keine Ahnung, wer ihn geheilt hat. Fragt ihn doch selbst! Er ist alt genug und kann euch am besten selbst Auskunft geben.«22Diese ausweichende Antwort gaben die Eltern, weil sie vor den führenden Juden Angst hatten. Denn die hatten bereits beschlossen, jeden aus der Synagoge auszuschließen, der sich zu Jesus als dem Christus, dem von Gott gesandten Retter, bekannte.23Nur deshalb hatten die Eltern gesagt: »Er ist alt genug. Fragt ihn selbst.«24Also verhörten die Pharisäer den Geheilten zum zweiten Mal. Sie beschworen ihn: »Bekenne dich zu Gott und sag die Wahrheit! Wir wissen, dass dieser Jesus ein sündiger Mensch ist.«25»Ob er ein Sünder ist, das weiß ich nicht«, antwortete der Mann. »Ich weiß nur eins: Ich war blind, und jetzt kann ich sehen!«26»Aber was hat er denn gemacht? Wie hat er dich geheilt?«, versuchten sie erneut herauszubekommen.27Verärgert erwiderte der Mann: »Das habe ich euch doch schon gesagt, habt ihr nicht zugehört? Warum soll ich alles noch einmal erzählen? Wollt ihr etwa auch seine Jünger werden?«28Da wurden sie zornig und schrien ihn an: »Du bist sein Jünger! Wir sind Moses Jünger.29Von Mose wissen wir, dass Gott zu ihm geredet hat. Aber von diesem Menschen wissen wir noch nicht einmal, wo er herkommt.«30»Das ist ja merkwürdig!«, entgegnete der Mann. »Er hat mich von meiner Blindheit geheilt, und ihr wisst nicht, woher er kommt?31Wir wissen doch alle, dass Gott die Gebete der Sünder nicht erhört. Aber wer Gott ehrt und nach seinem Willen lebt, den erhört er.32Noch nie seit Menschengedenken hat jemand einem von Geburt an Blinden das Augenlicht geschenkt.33Wenn dieser Mann nicht von Gott käme, hätte er das doch gar nicht tun können.«34Da fuhren sie ihn an: »Du warst doch schon bei deiner Geburt ein Sünder und willst uns belehren?« Dann schlossen sie ihn aus der jüdischen Gemeinschaft aus.
Die Blindheit der Sehenden
35Jesus hörte, dass sie den Geheilten aus der Synagoge ausgeschlossen hatten. Als er den Mann wieder traf, fragte er ihn: »Glaubst du an den Menschensohn?«36»Herr, sag mir, wer es ist, damit ich an ihn glauben kann!«, erwiderte der Geheilte.37»Du hast ihn schon gesehen, und in diesem Augenblick spricht er mit dir!«, gab sich Jesus zu erkennen.38»Ja, Herr«, rief jetzt der Mann, »ich glaube!« Und er warf sich vor Jesus nieder.39Jesus sagte: »Ich bin in diese Welt gekommen, damit sich an mir die Geister scheiden. Die Blinden sollen sehen können, aber alle Sehenden sollen blind werden.«40Einige Pharisäer standen dabei und fragten ihn: »Soll das etwa heißen, dass wir auch blind sind?«41Jesus antwortete: »Wärt ihr tatsächlich blind, dann träfe euch keine Schuld. Aber ihr sagt ja: ›Wir können sehen.‹ Deshalb kann euch niemand eure Schuld abnehmen.«
1Im Vorbeigehen sah Jesus einen Mann, der von Geburt blind war.2Die Jünger fragten Jesus: »Rabbi, wer ist schuld, dass er blind geboren wurde? Wer hat hier gesündigt, er selbst oder seine Eltern?« (2Mo 20,5; Hes 18,20; Lk 13,2; Lk 13,4)3Jesus antwortete: »Weder er ist schuld noch seine Eltern. Er ist blind, damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird. (Joh 11,4)4Solange es Tag ist, müssen wir die Taten Gottes vollbringen, der mich gesandt hat. Es kommt eine Nacht, in der niemand mehr wirken kann. (Joh 5,17)5Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.« (Joh 8,12)6Als Jesus dies gesagt hatte, spuckte er auf den Boden und rührte einen Brei mit seinem Speichel an. Er strich den Brei auf die Augen des Mannes (Mk 8,23)7und befahl ihm: »Geh zum Teich Schiloach und wasche dir das Gesicht.« Schiloach bedeutet: der Gesandte. Der Mann ging dorthin und wusch sein Gesicht. Als er zurückkam, konnte er sehen.8Da sagten seine Nachbarn und die Leute, die ihn vorher als Bettler gekannt hatten: »Ist das nicht der Mann, der immer an der Straße saß und bettelte?« (Apg 3,10)9Einige meinten: »Das ist er.« Andere sagten: »Nein, er ist es nicht; er sieht ihm nur ähnlich.« Der Mann selbst bestätigte: »Ich bin es!«10»Wieso kannst du auf einmal sehen?«, fragten sie ihn.11Er antwortete: »Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Brei, strich ihn auf meine Augen und sagte: ›Geh zum Teich Schiloach und wasche dein Gesicht.‹ Ich ging hin, und als ich mich gewaschen hatte, konnte ich sehen.«12»Wo ist er?«, fragten sie ihn. Er antwortete: »Ich weiß es nicht.«
Die Pharisäer verhören den Geheilten
13Sie brachten den Mann, der blind gewesen war, vor die Pharisäer.14Der Tag, an dem Jesus den Brei gemacht und den Blinden geheilt hatte, war ein Sabbat. (Joh 5,9)15Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er erzählte ihnen: »Der Mann strich einen Brei auf meine Augen, ich wusch mein Gesicht, und jetzt kann ich sehen.«16Einige von den Pharisäern sagten: »Wenn er das getan hat, kann er nicht von Gott kommen, weil er die Sabbatvorschriften nicht einhält.« Andere aber sagten: »Wie kann jemand ein Sünder sein, der solche Wunder vollbringt?« Die Meinungen waren geteilt. (Joh 7,43; Joh 10,19)17Da befragten sie den Geheilten noch einmal: »Was hältst denn du von ihm? Du bist doch der, den er sehend gemacht hat.« »Er ist ein Prophet!«, antwortete der Mann. (Joh 6,14)18Die Pharisäer[1] wollten ihm aber nicht glauben, dass er blind gewesen war und nun sehen konnte. Sie riefen seine Eltern19und verhörten sie: »Ist das euer Sohn? Besteht ihr darauf, dass er blind geboren wurde? Wie ist es dann möglich, dass er jetzt sehen kann?«20Die Eltern antworteten: »Wir wissen, dass er unser Sohn ist und blind geboren wurde.21Aber wir haben keine Ahnung, auf welche Weise er sehend wurde oder wer ihn sehend gemacht hat. Fragt ihn selbst! Er ist alt genug, um selbst zu antworten.«22Sie sagten das, weil sie vor den führenden Männern Angst hatten. Diese hatten nämlich beschlossen, alle aus der Synagogengemeinde auszuschließen, die sich zu Jesus als dem versprochenen Retter[2] bekennen würden. (Joh 7,13; Joh 12,42; Joh 16,2; Joh 19,38; Joh 20,19)23Aus diesem Grund sagten seine Eltern: »Er ist alt genug. Fragt ihn selbst!«24Die Pharisäer ließen den Blindgeborenen ein zweites Mal rufen und forderten ihn auf: »Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist!«25»Ob er ein Sünder ist oder nicht, das weiß ich nicht«, entgegnete der Mann, »aber eins weiß ich: Ich war blind, und jetzt kann ich sehen.«26»Was hat er mit dir gemacht?«, fragten sie. »Wie hat er dich sehend gemacht?«27»Das habe ich euch schon erzählt«, sagte er, »aber ihr habt ja nicht zugehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Möchtet ihr vielleicht auch seine Jünger werden?«28Da beschimpften sie ihn und sagten: »Du bist ein Jünger dieses Menschen! Wir aber sind Jünger von Mose.29Wir wissen, dass Gott zu Mose gesprochen hat. Aber von diesem Menschen wissen wir nicht einmal, woher er kommt.« (Joh 7,27)30Der Geheilte antwortete: »Das ist wirklich seltsam! Ihr wisst nicht, woher er kommt, und mich hat er sehend gemacht!31Wir wissen doch alle, dass Gott das Gebet von Sündern nicht hört. Er hört nur auf die, die ihn ehren und seinen Willen befolgen. (Ps 66,18; Spr 15,29; Jes 1,15)32Seit die Welt besteht, hat noch niemand von einem Menschen berichtet, der einen Blindgeborenen sehend gemacht hat.33Käme dieser Mann nicht von Gott, so wäre er dazu nicht fähig gewesen.« (Joh 3,2)34Sie erwiderten: »Du bist ja schon von deiner Geburt her ein ausgemachter Sünder,[3] und dann willst du uns belehren?« Und sie warfen ihn hinaus.
Die Blindheit der Pharisäer
35Als Jesus hörte, dass sie ihn aus der Synagogengemeinde ausgeschlossen hatten, suchte er ihn auf und fragte ihn: »Willst du ganz zum Menschensohn gehören?«[4]36Der Mann antwortete: »Herr, wenn du mir sagst, wer es ist, will ich es tun.«37Jesus sagte: »Er steht vor dir und spricht mit dir.« (Joh 4,26)38»Herr, ich will dir allein gehören!«,[5] sagte der Mann und warf sich vor Jesus nieder.39Jesus sagte: »Ich bin in diese Welt gekommen, damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. Darin vollzieht sich das Gericht.« (Joh 5,22)40Einige Pharisäer, die in der Nähe standen, hörten das und sagten: »Soll das etwa heißen, dass wir auch blind sind?« (Mt 15,14)41Jesus antwortete: »Wenn ihr blind wärt, würde euch keine Schuld angerechnet. Weil ihr aber sagt: ›Wir können sehen‹, bleibt eure Schuld bestehen.« (Joh 15,22)
1En partant, Jésus aperçut sur son chemin un homme qui était aveugle de naissance.2Ses disciples lui posèrent alors cette question: Dis-nous, Maître, pourquoi cet homme est-il né aveugle? Est-ce à cause de son propre péché ou de celui de ses parents?3Jésus répondit: Cela n’a pas de rapport avec son péché, ni avec celui de ses parents; c’est pour qu’en lui tous puissent voir ce que Dieu est capable de faire.4Il nous faut accomplir les œuvres de celui qui m’a envoyé tant qu’il fait jour; la nuit vient où plus personne ne pourra travailler.5Aussi longtemps que je suis encore dans le monde, je suis la lumière du monde.6Après avoir dit cela, Jésus cracha par terre et, avec sa salive, il fit un peu de boue qu’il appliqua sur les yeux de l’aveugle.7Puis il lui dit: Va te laver au réservoir de Siloé[1] (le mot « Siloé » veut dire: « envoyé »). L’aveugle alla se laver et, à son retour, il voyait.8Ses voisins et ceux qui avaient l’habitude de le voir mendier dirent: Cet homme, n’est-ce pas celui qui était toujours assis en train de mendier?9Les uns affirmaient: C’est bien lui. D’autres le niaient: Ce n’est pas lui; c’est quelqu’un qui lui ressemble. Quant à lui, il disait: C’est bien moi.10Alors on le questionna: Comment se fait-il que tes yeux se soient ouverts?11Il répondit: L’homme qui s’appelle Jésus a fait un peu de boue, m’en a frotté les yeux, puis il m’a dit: « Va à Siloé et lave-toi. » J’y suis allé, je me suis lavé et, d’un coup, j’ai vu clair.12– Et lui, demandèrent-ils, où est-il? – Je n’en sais rien, répondit-il.
L’enquête sur le miracle
13On amena l’homme qui avait été aveugle devant les pharisiens.14Or, c’était un jour de sabbat que Jésus avait fait de la boue pour lui ouvrir les yeux.15Les pharisiens lui demandèrent donc, à leur tour, comment il avait recouvré la vue. Il leur répondit: Il m’a mis de la boue sur les yeux, je me suis lavé, et maintenant j’y vois.16Là-dessus, quelques pharisiens déclarèrent: Cet homme ne peut pas venir de Dieu, puisqu’il ne respecte pas le sabbat. Pourtant d’autres objectaient: Comment un homme pécheur aurait-il le pouvoir d’accomplir de tels signes miraculeux? Ils étaient donc divisés.17Alors ils interrogèrent de nouveau l’aveugle: Voyons, toi, que dis-tu de lui, puisque c’est à toi qu’il a ouvert les yeux? – C’est sûrement un prophète, répondit-il.18Mais ils refusèrent de croire que cet homme avait été aveugle et qu’il avait été guéri de sa cécité. Finalement, ils firent venir ses parents.19Ils leur demandèrent: Cet homme est-il bien votre fils? Est-il réellement né aveugle? Comment se fait-il qu’à présent il voie?20– Nous sommes certains que c’est bien notre fils, répondirent les parents, et qu’il est né aveugle.21Mais comment il se fait qu’il voie à présent, nous ne le savons pas. Ou qui lui a rendu la vue, nous ne le savons pas davantage. Interrogez-le donc lui-même. Il est assez grand pour répondre sur ce qui le concerne.22Les parents parlaient ainsi parce qu’ils avaient peur des Juifs. En effet, ils avaient déjà décidé d’exclure de la synagogue tous ceux qui reconnaîtraient Jésus comme le Messie.23Voilà pourquoi les parents de l’aveugle avaient répondu: « Il est assez grand, interrogez-le donc lui-même. »24Les pharisiens firent donc venir une seconde fois celui qui avait été aveugle et lui dirent: Honore Dieu en disant la vérité. Cet homme est un pécheur, nous le savons.25– S’il est pécheur ou non, répondit-il, je n’en sais rien. Mais il y a une chose que je sais: j’étais aveugle et maintenant, je vois.26Ils lui demandèrent de nouveau: Qu’est-ce qu’il t’a fait? Redis-nous comment il s’y est pris pour t’ouvrir les yeux.27– Je vous l’ai déjà dit, leur répondit-il, et vous ne m’avez pas écouté. Pourquoi tenez-vous à me le faire répéter? Est-ce que, par hasard, vous avez l’intention de devenir vous aussi ses disciples?28Alors, ils se mirent à l’injurier et ils lui lancèrent: C’est toi qui es son disciple; nous, nous sommes les disciples de Moïse.29Nous savons que Dieu a parlé à Moïse; mais celui-là, nous ne savons même pas d’où il vient.30– C’est étonnant, répliqua l’homme. Voilà quelqu’un qui m’a ouvert les yeux et vous, vous ne savez même pas d’où il est.31Tout le monde sait que Dieu n’exauce pas les pécheurs; mais si quelqu’un est attaché à Dieu et fait sa volonté, il l’exauce.32Depuis que le monde est monde, jamais on n’a entendu dire que quelqu’un ait rendu la vue à un aveugle de naissance.33Si cet homme-là ne venait pas de Dieu, il n’aurait rien pu faire.34– Comment! répondirent-ils, depuis ta naissance tu n’es que péché des pieds à la tête, et c’est toi qui veux nous faire la leçon! Et ils le mirent à la porte.
Les vrais aveugles
35Jésus apprit qu’ils l’avaient expulsé. Il alla le trouver et lui demanda: Crois-tu au Fils de l’homme?36Il lui répondit: Qui est-ce? Dis-le-moi, Seigneur[2], pour que je puisse croire en lui.37Jésus lui dit: Tu le vois de tes yeux. C’est lui-même qui te parle maintenant.38– Je crois, Seigneur, déclara l’homme, et il se prosterna devant lui[3].39Jésus dit alors: Je suis venu dans ce monde pour qu’un jugement ait lieu, pour que ceux qui ne voient pas voient, et que ceux qui voient deviennent aveugles.40Des pharisiens qui se trouvaient près de lui entendirent ces paroles et lui demandèrent: Serions-nous, par hasard, nous aussi des aveugles?41– Si vous étiez de vrais aveugles, leur dit Jésus, vous ne seriez pas coupables. Mais voilà: vous prétendez que vous voyez; aussi votre culpabilité reste entière.
1As he passed by, he saw a man blind from birth.2And his disciples asked him, “Rabbi, who sinned, this man or his parents, that he was born blind?” (2Mo 20,5; Lk 13,2; Lk 13,4; Joh 1,38; Joh 9,34)3Jesus answered, “It was not that this man sinned, or his parents, but that the works of God might be displayed in him. (Joh 11,4)4We must work the works of him who sent me while it is day; night is coming, when no one can work. (Joh 4,34; Joh 11,9; Joh 12,35; Röm 13,12; Gal 6,10)5As long as I am in the world, I am the light of the world.” (Joh 1,4; Joh 1,5; Joh 1,9; Joh 8,12)6Having said these things, he spit on the ground and made mud with the saliva. Then he anointed the man’s eyes with the mud (Mt 9,29; Mk 7,33; Mk 8,23)7and said to him, “Go, wash in the pool of Siloam” (which means Sent). So he went and washed and came back seeing. (Lk 13,4; Joh 11,37)8The neighbors and those who had seen him before as a beggar were saying, “Is this not the man who used to sit and beg?” (Apg 3,2; Apg 3,10)9Some said, “It is he.” Others said, “No, but he is like him.” He kept saying, “I am the man.”10So they said to him, “Then how were your eyes opened?”11He answered, “The man called Jesus made mud and anointed my eyes and said to me, ‘Go to Siloam and wash.’ So I went and washed and received my sight.” (Joh 9,6)12They said to him, “Where is he?” He said, “I do not know.”13They brought to the Pharisees the man who had formerly been blind.14Now it was a Sabbath day when Jesus made the mud and opened his eyes. (Joh 5,9)15So the Pharisees again asked him how he had received his sight. And he said to them, “He put mud on my eyes, and I washed, and I see.” (Joh 9,10)16Some of the Pharisees said, “This man is not from God, for he does not keep the Sabbath.” But others said, “How can a man who is a sinner do such signs?” And there was a division among them. (Mt 12,2; Joh 7,29; Joh 7,43; Joh 9,33; Joh 10,19)17So they said again to the blind man, “What do you say about him, since he has opened your eyes?” He said, “He is a prophet.” (Joh 4,19; Joh 6,14)18The Jews[1] did not believe that he had been blind and had received his sight, until they called the parents of the man who had received his sight (Joh 9,13; Joh 9,22)19and asked them, “Is this your son, who you say was born blind? How then does he now see?”20His parents answered, “We know that this is our son and that he was born blind.21But how he now sees we do not know, nor do we know who opened his eyes. Ask him; he is of age. He will speak for himself.”22(His parents said these things because they feared the Jews, for the Jews had already agreed that if anyone should confess Jesus[2] to be Christ, he was to be put out of the synagogue. (Joh 7,13; Joh 7,45; Joh 12,42; Joh 16,2; Röm 10,9)23Therefore his parents said, “He is of age; ask him.”) (Joh 9,21)24So for the second time they called the man who had been blind and said to him, “Give glory to God. We know that this man is a sinner.” (Jos 7,19; 1Sam 6,5; Jes 42,12; Jer 13,16; Joh 9,16; Apg 12,23)25He answered, “Whether he is a sinner I do not know. One thing I do know, that though I was blind, now I see.” (Joh 9,18)26They said to him, “What did he do to you? How did he open your eyes?”27He answered them, “I have told you already, and you would not listen. Why do you want to hear it again? Do you also want to become his disciples?” (Joh 9,15)28And they reviled him, saying, “You are his disciple, but we are disciples of Moses. (Joh 5,45)29We know that God has spoken to Moses, but as for this man, we do not know where he comes from.” (Joh 8,14)30The man answered, “Why, this is an amazing thing! You do not know where he comes from, and yet he opened my eyes. (Joh 3,10; Joh 12,37)31We know that God does not listen to sinners, but if anyone is a worshiper of God and does his will, God listens to him. (Hi 27,9; Ps 34,15; Ps 34,16; Ps 66,18; Ps 145,19; Spr 15,20; Spr 28,9; Jak 5,16)32Never since the world began has it been heard that anyone opened the eyes of a man born blind.33If this man were not from God, he could do nothing.” (Joh 1,21; Joh 3,2; Joh 9,16)34They answered him, “You were born in utter sin, and would you teach us?” And they cast him out. (Joh 9,2; Joh 9,22)35Jesus heard that they had cast him out, and having found him he said, “Do you believe in the Son of Man?”[3] (Joh 10,36)36He answered, “And who is he, sir, that I may believe in him?” (Röm 10,14)37Jesus said to him, “You have seen him, and it is he who is speaking to you.” (Joh 4,26)38He said, “Lord, I believe,” and he worshiped him.39Jesus said, “For judgment I came into this world, that those who do not see may see, and those who see may become blind.” (Mt 9,13; Mt 11,25; Mt 13,13; Mk 4,12; Lk 4,18; Joh 5,22; 2Kor 2,16)40Some of the Pharisees near him heard these things, and said to him, “Are we also blind?” (Röm 2,19)41Jesus said to them, “If you were blind, you would have no guilt;[4] but now that you say, ‘We see,’ your guilt remains. (Joh 15,22; Joh 15,24; Joh 19,11; 1Joh 1,8)