2.Makkabäer 14
Elberfelder Bibel
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2.Makkabäer 14
Hoffnung für alle
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2.Makkabäer 14
Schlachter 2000
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2.Makkabäer 14
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag ZürichDer Plan des Alkimos gegen Judas. Die Beauftragung Nikanors
1 Nach einer Zeit von drei Jahren aber kam denen um Judas zu Ohren, dass Demetrius, der Sohn des Seleukos, nachdem er mit einer starken Heeresmenge und einer Flotte in den Hafen von Tripolis eingelaufen war, 2 die Herrschaft über die Region übernommen und Antiochus und dessen Vormund Lysias aus dem Weg geräumt hatte.[1] 3 Ein gewisser Alkimos aber - ein ehemaliger Hohepriester, der sich in den Zeiten der Uneinigkeit aber freiwillig beschmutzt und dann begriffen hatte, dass es für ihn in keiner Weise Rettung und auch niemals wieder Zugang zum heiligen Altar gab - 4 kam ungefähr im Jahr 151 zu König Demetrius und brachte ihm einen goldenen Kranz und einen Palmzweig, darüber hinaus aber dem Brauch entsprechende frische Zweige aus dem Heiligtum. Und an jenem Tag verhielt er sich ruhig. 5 Als er aber von Demetrius zum Hohen Rat gerufen und gefragt wurde, wie es um die Juden stehe und was ihr Plan sei, ergriff er die Gelegenheit, seinen eigenen Unverstand zu bekräftigen, und sagte dazu: 6 Die von den Juden, die Asidäer genannt werden, die Judas Makkabäus anführt, schüren den Krieg und sorgen für Aufruhr und lassen es nicht zu, dass das Königtum zur Ruhe kommt.[2] 7 Daher bin ich, meiner von den Vorfahren überkommenen Würde beraubt - ich spreche doch vom Hohepriesteramt! -, nun hierher gekommen.[3] 8 Dabei denke ich erstens aufrichtig an das, was den König betrifft, habe zweitens aber auch meine eigenen Mitbürger im Blick. Denn wegen der Gedankenlosigkeit der zuvor Erwähnten verarmt unser ganzer Volksstamm, in nicht geringem Ausmass. 9 Da du, König, aber dies in jeder Einzelheit erkannt hast, trage du mit der gleichen freundlichen Menschenliebe, die du jedem gegenüber hast, vorausblickend Sorge sowohl für die Region als auch für unseren von allen Seiten bedrängten Volksstamm! 10 Denn solange Judas noch da ist, ist es unmöglich, dass in die Staatsangelegenheiten Frieden kommt. 11 Als von diesem aber solche Dinge gesagt worden waren, war es für die übrigen Freunde, die sich zu den Angelegenheiten, die Judas betrafen, feindlich verhielten, noch einfacher, Demetrius weiter anzustacheln.[4] 12 Nachdem dieser aber umgehend Nikanor, der der Oberste über die Elefanten-Einheit geworden war, ausgesucht und ihn zum Heerführer von Judäa bestimmt hatte, sandte er ihn aus, 13 und er hatte ihm Briefe gegeben: Judas sei aus dem Weg zu räumen, und jene, die mit ihm waren, seien auseinanderzujagen, und Alkimos sei als Hohepriester des grössten Heiligtums einzusetzen. 14 Diejenigen in der Nähe von Judäa aber, die vor Judas geflohen waren - Menschen aus den Nationen -, reihten sich in Scharen bei Nikanor ein, in der Annahme, das Unglück und Leiden der Juden werde ihr eigenes Glück sein.Die Übereinkunft zwischen Judas und Nikanor
15 Als sie aber von Nikanors Anmarsch und dem Angriff der Nationen hörten, streuten sie Erde auf sich, und sie flehten zu dem, der sein eigenes Volk für immer gebildet hat und sich seines eigenen Teils stets durch Erscheinungen annimmt.[5] 16 Als aber der Anführer den Befehl gab, brach er umgehend von dort auf, und nahe dem Dorf Dessau stösst er plötzlich mit ihnen zusammen. 17 Simon aber, der Bruder des Judas, war mit Nikanor zusammengeprallt; durch die plötzliche Sprachlosigkeit der Feindestruppen war er aber langsam ins Straucheln geraten. 18 Dennoch - als Nikanor hörte, welche Tüchtigkeit denen um Judas zu eigen war und welche Entschlossenheit in Kämpfen für die Vaterstadt, scheute er davor zurück, die Entscheidung durch Blutvergiessen für sich herbeizuführen. 19 Deshalb sandte er Posidonius und Theodotus und Mattatias, um die Hand zu reichen und die Hand zu nehmen. 20 Nachdem aber eine längere Prüfung über diese Dinge angestellt worden war und der Anführer sich den Volksmassen mitgeteilt hatte und sich eine einheitliche Meinung abzeichnete, stimmten sie den Vereinbarungen zu.[6] 21 Sie setzten aber einen Tag fest, an dem sie beide allein an denselben Ort kommen würden. Und von jedem fuhr ein Wagen vor; sie stellten Stühle auf. 22 Judas hatte kampfbereite Bewaffnete in die günstig gelegenen Orte beordert, damit aus den Reihen der Feinde nicht unvorhergesehen etwas Schlimmes käme. Sie erreichten eine ausgewogene Verabredung. 23 Nikanor hielt sich in Jerusalem auf und tat nichts Ungewöhnliches, löste aber die in Scharen aufgetretenen Volksmengen auf, die sich versammelt hatten. 24 Und er behielt Judas die ganze Zeit über im Blick, denn er war zu dem Mann von ganzer Seele hingeneigt. 25 Er redete ihm zu, zu heiraten und Kinder zu zeugen. Er heiratete, lebte in Ruhe, nahm am Leben teil.Der Bruch zwischen Nikanor und Judas
26 Alkimos aber hatte das Wohlwollen der beiden füreinander bemerkt, die Vereinbarungen, die beschlossen worden waren, mitgenommen und kam zu Demetrius und sagte, dass Nikanor den Staatsangelegenheiten gegenüber feindlich gesinnt sei: Denn er habe Judas, den hinterlistigen Feind seines Königreichs, zum Nachfolger bestimmt![7] 27 Der König aber hatte die Beherrschung verloren und war durch die Anschuldigungen des abgrundtief Bösen gereizt. So schrieb er an Nikanor und teilte bezüglich der Vereinbarungen mit, sie seien schwer erträglich, wobei er dazu aufforderte, Makkabäus ohne Verzug gefesselt nach Antiochia zu überstellen. 28 Als Nikanor das zu Ohren kam, war er entmutigt, und er ertrug es kaum, wenn er etwas, das angeordnet worden war, für ungültig erklären sollte - zumal der Mann nichts Unrechtes getan hatte.[8] 29 Da es aber nicht möglich war, dem König zu widersprechen, wartete er einen guten Zeitpunkt ab, um dies durch einen klugen Plan auszuführen. 30 Als aber Makkabäus bemerkte, dass Nikanor die ihn betreffenden Angelegenheiten zunehmend nüchtern behandelte und dass er einen ungesitteteren Umgang pflegte als gewohnt, verstand er, dass die nüchterne Art nicht bester Absicht entstammte, und er zog nicht wenige von denen, die um ihn waren, zusammen und versteckte sich mit ihnen vor Nikanor. 31 Letzterer aber musste anerkennen, dass er von dem Mann gekonnt überlistet worden war, und er begab sich zum grössten und heiligen Tempel, während die Priester die gebührenden Opfer darbrachten, und forderte sie dazu auf, den Mann auszuliefern. 32 Als sie aber unter Schwüren beteuerten, nicht zu wissen, wo der Gesuchte wohl sei, 33 streckte er seine Rechte gegen den Tempel aus und schwor dies: Wenn ihr mir Judas nicht gefesselt ausliefert, werde ich diesen geweihten Bezirk des Gottes dem Erdboden gleichmachen, und den Altar werde ich niederreissen, und ich werde hier ein herrliches Heiligtum für Dionysos errichten! 34 Nachdem er so Grobes gesagt hatte, ging er davon. Die Priester aber streckten die Hände zum Himmel aus und riefen zu dem, der durch alles hindurch der Verteidi ger unserer Nation ist, und sprachen dies: 35 Obwohl du, Herr, in jeder Hinsicht ohne Bedürfnis bist, hast du Wohlgefallen daran gefunden, dass ein Tempel unter uns sei - für das Aufschlagen deines Zelts. 36 Und nun, heiliger Herr aller Heiligung, halte dieses Haus, das erst vor kurzem rein gemacht worden ist, für immer frei von Befleckung!Der Tod des Rasi
37 Ein gewisser Rasi aber, einer der Ältesten von Jerusalem, wurde bei Nikanor angezeigt - ein Mann, der seine Mitbürger liebte und der in sehr gutem Ruf stand und dem Wohlwollen entsprechend als Vater-der-Juden angeredet wurde. 38 Er hatte nämlich zuvor, in den Zeiten der Uneinigkeit, einen Rechtsentscheid zur jüdischen Lebensweise herbeigeführt und mit ganzer Inbrunst Leib und Seele für die jüdische Lebensweise eingesetzt.[9] 39 Nikanor aber, der deutlich sichtbar machen wollte, welch eine Feindseligkeit er den Juden gegenüber hegte, sandte mehr als 500 Soldaten, um ihn gefangen zu nehmen. 40 Er glaubte nämlich, er würde ihnen Leid zufügen, wenn er jenen gefangen nahm. 41 Als aber die Massen im Begriff waren, den Turm einzunehmen, und als sie das Tor zum Hof mit Gewalt unter Druck setzten und dazu aufforderten, Feuer zu bringen und Feuer an die Tore zu legen, richtete er, da er umzingelt war, sein Schwert gegen sich: 42 Er wollte lieber in edler Haltung sterben, als sich den Frevlern zu unterwerfen und in einer Weise dem Spott preisgegeben zu werden, die der eigenen edlen Herkunft unwürdig war. 43 Da er den Stoss im Eifer des Gefechts aber nicht gut angesetzt hatte und die Volksmassen durch die Türflügel ins Innere einfielen, rannte er mutig auf die Mauer und warf sich heldenhaft auf die Volksmassen. 44 Da sie aber schnell zurückgetreten waren, entstand eine Lücke, und er schlug inmitten der leeren Stelle auf. 45 Noch atmend und vor Leidenschaft brennend, richtete er sich aber auf, und obwohl das Blut hervorsprudelte wie bei einem Brunnen und die Verletzungen schwer waren, durchbrach er die Volksmassen im Lauf und kam auf einem bestimmten Felsabbruch zum Stehen. 46 Als er schon vollkommen am Ausbluten war, drückte er seine Eingeweide heraus, nahm sie in beide Hände und schleuderte sie in die Volksmassen. Und nachdem er zu dem gerufen hatte, der die Herrschaft über das Leben und den Geist hat, er möge ihm diese wieder zurückgeben, verstarb er auf diese Weise.2.Makkabäer 14
Neue Genfer Übersetzung
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2.Makkabäer 14
Gute Nachricht Bibel 2018
von Deutsche BibelgesellschaftAlkimus bei König Demetrius
1 Zwei Jahre danach erhielten Judas und seine Leute die Nachricht, dass Demetrius, der Sohn von König Seleukus,[1] mit einer Flotte den Hafen von Tripolis angelaufen habe und mit starken Truppen an Land gegangen sei. (1Mak 7,1) 2 Er habe Antiochus und Lysias, der mit seiner Erziehung betraut war, getötet und die Herrschaft übernommen. 3 In Jerusalem lebte damals ein gewisser Alkimus. Er war früher einmal Oberster Priester gewesen, hatte dann jedoch, zu der Zeit, als die Gefolgschaft des Makkabäers untereinander gespalten war, eine Bluttat begangen, die ihn zur Führung des Amtes untauglich machte. Er wusste genau, dass seine Lage völlig aussichtslos war und dass die Juden ihm niemals gestatten würden, noch einmal an den heiligen Altar zu treten. 4 Deshalb begab er sich – es war im Jahr 151 der griechischen Herrschaft[2] – zu König Demetrius und überbrachte ihm eine goldene Ehrenkrone, einen Palmzweig und dazu noch Ölbaumzweige, wie sie im Tempelgottesdienst verwendet werden. Über den eigentlichen Grund seines Kommens sagte er vorerst noch nichts. 5 Dann aber kam der günstige Augenblick, den er nutzen konnte, um seinen wahnwitzigen Plan voranzutreiben: Alkimus wurde von König Demetrius vor den Kronrat gerufen und gefragt, wie die Stimmung unter den Juden sei und was sie vorhätten. Alkimus sagte darauf: 6 »Unter den Juden gibt es Leute, die sogenannten Hasidäer, die unter der Führung des Makkabäers Judas ständig auf Krieg aus sind, Aufstände anzetteln und das Reich nicht zur Ruhe kommen lassen. 7 Sie sind auch schuld daran, dass ich gehindert werde, das hohe Amt auszuüben, das mir aufgrund meiner Abstammung zusteht: das Amt des Obersten Priesters. Deshalb bin ich jetzt hierhergekommen. 8 Es geht mir aufrichtig darum, dass die königlichen Interessen gewahrt werden, des Weiteren aber auch um das Wohl meiner Mitbürger. Der Unverstand der Leute, die ich eben nannte, richtet unser ganzes Volk zugrunde. 9 Mein König, lass die Sache in allen Einzelheiten untersuchen und dann kümmere dich um unser Land und unser bedrängtes Volk; deine Güte und Fürsorge gilt ja allen Menschen. 10 Solange Judas lebt, wird das Reich keinen Frieden haben.«Demetrius schickt Nikanor nach Judäa
11 Nach dieser Rede von Alkimus beeilten sich die Freunde des Königs, denen Judas gleichfalls verhasst war, König Demetrius noch weiter aufzuhetzen. (1Mak 7,26) 12 Der ernannte sofort Nikanor, den Obersten der Elefanten-Truppe, zum Befehlshaber von Judäa. Er schickte ihn los 13 mit dem Auftrag, Judas zu beseitigen, seine Anhänger zu zerstreuen, Alkimus aber als Obersten Priester des größten aller Tempel einzusetzen. 14 Alle die Fremden, die in Judäa gelebt hatten, aber vor Judas geflohen waren, schlossen sich Nikanor an. Sie dachten, das Unglück, das jetzt über die Juden hereinbreche, könne für sie nur Glück bedeuten.Nikanor und Judas werden Freunde
15 Die Juden hörten, dass Nikanor im Anmarsch sei und dass zusammen mit ihm auch all die Fremden wieder anrückten. Daher streuten sie sich Erde auf den Kopf und flehten den Herrn um Hilfe an, der sein Volk geschaffen habe, damit es für immer bestehe, und der es immer wieder durch sein sichtbares Eingreifen beschützt habe. 16 Dann gab Judas, ihr Anführer, den Befehl zum Aufbruch. Sofort marschierten sie los und trafen bei dem Dorf Dessau auf die Feinde. 17 Simeon, der Bruder des Makkabäers, war schon vorher mit den Truppen Nikanors zusammengestoßen und dabei durch einen überraschenden Angriff der Gegner so verwirrt worden, dass er eine leichte Niederlage hatte hinnehmen müssen. 18 Trotzdem: Als Nikanor hörte, mit welcher Kühnheit und Entschlossenheit Judas und seine Männer für ihr Land und Volk zu kämpfen pflegten, verzichtete er lieber darauf, die Entscheidung auf dem Schlachtfeld zu suchen. 19 Er schickte Posidonius, Theodotus und Mattatias, um mit Judas einen Friedensvertrag auszuhandeln. 20 Die Sache wurde gründlich beraten. Nachdem Judas seinen Leuten gesagt hatte, worum es ging, und diese einhellig zugestimmt hatten, konnte der Vertrag geschlossen werden. 21 Ein Tag wurde festgesetzt, an dem Nikanor und Judas sich an einem bestimmten Ort unter vier Augen treffen sollten. Von jeder Seite kam ein Wagen herangefahren und Ehrensessel wurden bereitgestellt. 22 Judas hatte vorsichtshalber an günstigen Stellen kampfbereite Soldaten in Stellung gebracht für den Fall, dass die Feinde einen heimtückischen Überfall planten. Doch die Unterredung verlief ohne Zwischenfälle. 23 Nikanor hielt sich danach einige Zeit in Jerusalem auf und tat nichts, was bei den Juden hätte Anstoß erregen können. Die Verräter, die ihm in Scharen zugelaufen waren, schickte er sogar wieder nach Hause. 24 Judas hatte er ständig um sich und er schätzte und liebte ihn wie einen Freund. 25 Er riet ihm auch, endlich zu heiraten und eine Familie zu gründen. Das tat Judas und es ging ihm gut; er fing an, das Leben zu genießen.Nikanors Sinnesänderung
26 Alkimus merkte, wie gut Nikanor und Judas sich verstanden. Er verschaffte sich daher eine Abschrift des Vertrages, den die beiden geschlossen hatten, ging damit zu Demetrius und machte ihm klar, dass Nikanor alles andere im Sinn habe, nur nicht die Wahrung der Interessen des Königs. Er habe Judas, diesen Feind des Reiches, zu seinem Nachfolger im Amt des Befehlshabers von Judäa bestimmt. 27 Der König glaubte den Verleumdungen des Erzschurken Alkimus. Außer sich vor Wut schrieb er Nikanor, dass er mit dem Vertrag ganz und gar nicht einverstanden sei, und befahl ihm, den Makkabäer auf der Stelle gefesselt nach Antiochia zu schaffen. 28 Als Nikanor diesen Brief erhielt, war er sehr betroffen und wusste nicht, was er tun sollte. Es war ihm zuwider, den Vertrag aufzukündigen, zumal doch der Mann, mit dem er ihn geschlossen hatte, sich gar nichts hatte zuschulden kommen lassen. 29 Andererseits konnte er aber den Befehl des Königs nicht unbeachtet lassen. So wartete er auf eine Gelegenheit, um mithilfe irgendeiner List den Auftrag des Königs durchzuführen. 30 Judas merkte, dass Nikanor ihn abweisender behandelte und von der gewohnten Freundlichkeit immer weniger zu spüren war. Er begriff, dass das nichts Gutes bedeuten könne. Daher sammelte er eine große Zahl seiner Leute um sich und ging erneut mit ihnen in den Untergrund. 31 Als Nikanor dahinterkam, dass Judas ihn überlistet hatte, ging er zum größten und heiligsten aller Tempel und forderte von den Priestern dort – sie waren gerade dabei, die vorgeschriebenen Opfer darzubringen –, sie sollten ihm Judas ausliefern. 32 Die aber beteuerten unter Eid, sie wüssten nicht, wo er sei. 33 Darauf streckte Nikanor seine rechte Hand gegen den Tempel aus und schwor: »Wenn ihr mir nicht Judas gefesselt ausliefert, werde ich diesen Tempel dem Erdboden gleichmachen, auch diesen Altar niederreißen und stattdessen hier einen prächtigen Tempel für den Gott Dionysos errichten!« 34 Mit diesen Worten ging er davon. Die Priester streckten ihre Hände zum Himmel aus und riefen zu dem, der noch zu aller Zeit unser Volk beschützt hat. Sie beteten: 35 »Herr, du brauchst wahrhaftig kein Haus, um darin zu wohnen, du bist auf nichts angewiesen; und doch hast du gewollt, dass hier ein Tempel entstehe, in dem du mitten unter uns gegenwärtig bist. (5Mo 12,5; 1Kön 8,27) 36 Herr, du allein bist heilig, erst vor Kurzem durften wir diesen Tempel neu einweihen; lass nicht zu, dass er jemals wieder geschändet wird!« (Jes 6,3)Rasis Freitod
37 Unter den Ältesten der Stadt Jerusalem gab es einen Mann namens Rasi. Er half seinen Mitbürgern, wo er nur konnte, und war von allen geachtet. Man nannte ihn liebevoll »Vater der Juden«. Dieser Rasi wurde bei Nikanor angezeigt. 38 Er hatte sich schon früher, zur Zeit der Glaubensverfolgung, durch sein entschiedenes und beharrliches Eintreten für den jüdischen Glauben hervorgetan und dabei Leib und Leben gewagt. 39 Um den Juden zu zeigen, wie sehr er sie hasste, schickte Nikanor mehr als 500 Soldaten los mit dem Auftrag, Rasi zu verhaften. 40 Er meinte, damit den Juden einen schweren Schlag versetzen zu können. 41 Die Soldaten versuchten, in Rasis Haus einzudringen, bemühten sich vergeblich, das Hoftor aufzubrechen, und beschlossen endlich, das Tor anzuzünden. Als Rasi sah, dass es für ihn kein Entrinnen mehr gab, stürzte er sich in sein Schwert. (1Sam 31,4) 42 Er wollte lieber in Ehren sterben als diesen Verbrechern in die Hände fallen und eine Behandlung über sich ergehen lassen, die seiner ganz und gar unwürdig war. 43 In der Hast aber hatte er sich nicht tödlich getroffen. Die Soldaten stürmten schon durch das Tor, da lief er oben auf die Mauer und stürzte sich unerschrocken in die Tiefe. Die vielen Menschen, die unten standen, 44 konnten noch schnell zurückweichen, sodass Rasi zwischen ihnen auf der Erde aufschlug. 45 Doch er lebte immer noch. In leidenschaftlicher innerer Erregung stand er auf, lief blutüberströmt und trotz seiner schweren Verletzungen durch die Menge und stellte sich auf einen hochragenden Felsen. 46 Dort riss er sich, inzwischen schon fast verblutet, die Eingeweide aus dem Leib, packte sie mit beiden Händen und schleuderte sie unter die Leute. Dabei rief er zu dem Herrn, der Macht über alles Leben hat, er möge sie ihm einst zurückgeben. So ging Rasi in den Tod.2.Makkabäer 14
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches BibelwerkSIEG ÜBER NIKANOR, FEST DES NIKANORTAGES
Intrige des Hohepriesters Alkimus gegen sein eigenes Volk
1 Drei Jahre später erfuhren die Leute des Judas, dass Demetrius, der Sohn des Seleukus, mit starken Truppen und einer Flotte im Hafen von Tripolis gelandet sei. (1Mak 7,1) 2 Antiochus und dessen Vormund Lysias habe er aus dem Weg räumen lassen und das Land in seine Gewalt gebracht. 3 Damals lebte ein Mensch namens Alkimus; er war früher einmal Hohepriester gewesen, hatte sich aber schon vor der Zeit der Religionsvermischung freiwillig unrein gemacht. Wie er wohl wusste, hatte er sich dadurch in eine ausweglose Lage gebracht, sodass er nie wieder an den heiligen Altar treten konnte. 4 Darum kam er um das Jahr 151 zu König Demetrius und überreichte ihm einen goldenen Kranz mit einem Palmzweig, dazu Ölzweige, wie sie am Heiligtum nach dem Gesetz gebräuchlich sind. An diesem Tag unternahm er weiter nichts, 5 sondern wählte einen günstigen Zeitpunkt für sein wahnwitziges Vorhaben. Als Demetrius ihn vor seinen Rat laden ließ und ihn fragte, wie die Stimmung unter den Juden sei und welche Pläne sie hätten, sagte er: 6 Es gibt unter den Juden Leute, die sich Hasidäer nennen; sie stehen unter der Führung des Makkabäers Judas. Sie hetzen zu Krieg und Aufruhr und lassen das Reich nicht zur Ruhe kommen. 7 Dadurch wurde mir meine ehrenvolle Stellung geraubt, die mir aufgrund meiner Abstammung zukommt, ich spreche jetzt vom Amt des Hohepriesters. Nun bin ich hierhergekommen, 8 einmal weil ich der königlichen Sache aufrichtig ergeben bin, dann aber auch aus Sorge für meine Mitbürger. Denn der Unverstand der eben genannten Leute hat unser ganzes Volk in nicht geringes Elend gestürzt. 9 Wenn du, mein König, dir einen genauen Überblick über die Lage verschafft hast, dann sorge für das Land und für unser bedrängtes Volk; du bist ja gegen jedermann freundlich und wohlgesinnt. 10 Solange nämlich Judas noch lebt, kann es im Reich keinen Frieden geben. 11 Kaum hatte er das vorgebracht, da hetzten die anderen Vertrauten des Königs, die den Bestrebungen des Judas feindlich gegenüberstanden, Demetrius noch mehr auf.Friedensschluss zwischen Nikanor und Judas
12 Dieser berief sofort Nikanor, dem er das Kommando über die Elefanten gegeben hatte, und setzte ihn zum Befehlshaber über Judäa ein. Er sandte ihn aus 13 mit dem schriftlichen Auftrag, Judas zu beseitigen, seine Anhänger zu zerstreuen, Alkimus aber als Hohepriester über den allerhöchsten Tempel einzusetzen. 14 Dem Nikanor schlossen sich in Scharen die Heiden an, die vor Judas aus Judäa geflohen waren; denn sie glaubten, das Unglück und Missgeschick der Juden werde ihnen Glück bringen. 15 Als die Juden vom Anmarsch Nikanors erfuhren und hörten, dass zusammen mit ihm die Heiden anrückten, streuten sie sich Erde auf das Haupt und flehten Gott an, der sein Volk für ewige Zeiten geschaffen hat und sich immer sichtbar seines Erbteils annimmt. (1Mak 7,27) 16 Auf Beschluss ihres Anführers brachen sie sofort auf und trafen bei dem Dorf Dessau auf die Feinde. (1Mak 7,31) 17 Simeon, der Bruder des Judas, war zwar schon mit Nikanor zusammengestoßen und hatte sich langsam zurückziehen müssen, weil sein Gegner ihn völlig unvermutet überrascht hatte. 18 Aber Nikanor kam zu Ohren, wie tapfer die Männer des Judas seien und wie mutig sie für ihr Vaterland kämpften; darum wich er der Entscheidung in offener Schlacht aus. 19 Deshalb schickte er Posidonius, Theodotus und Mattatias, um Friedensverhandlungen aufzunehmen. 20 Nach langen Überlegungen legte der Anführer den Leuten seine Ansicht dar. Es zeigte sich, dass man einer Meinung war, und so billigte man die Verträge. 21 Man setzte einen Tag fest, an dem man sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit an einem bestimmten Ort treffen wollte. Von jeder Seite fuhr ein Wagen vor und man stellte Sitze auf. 22 Auf Anordnung des Judas hielten sich Bewaffnete in günstiger Stellung bereit, damit die Feinde nicht überraschend einen Anschlag verüben konnten. Doch die Unterredung verlief ohne Zwischenfälle. 23 Nikanor hielt sich in Jerusalem auf, ohne irgendwelchen Anstoß zu erregen; er entließ die Anhänger, die ihm scharenweise zugeströmt waren. 24 Auch hatte er Judas ständig um sich und war ihm herzlich zugetan. 25 Er redete ihm zu, er solle heiraten und eine Familie gründen. So heiratete Judas und es ging ihm gut und er freute sich seines Lebens.Neue Intrige Alkimus gegen Judas
26 Alkimus blieb nicht verborgen, dass die beiden einander wohlgesinnt waren. Er verschaffte sich die abgeschlossenen Verträge, begab sich zu Demetrius und hinterbrachte ihm, Nikanor handle dem Staatswohl zuwider: Er habe Judas, den Feind seines Reiches, zum Nachfolger bestimmt. (1Mak 7,30) 27 Der König war sehr aufgebracht und gereizt durch die Verleumdungen dieses abgefeimten Schurken. Er schrieb an Nikanor, dass er die Verträge für untragbar halte, und befahl ihm, den Makkabäer auf der Stelle gefesselt nach Antiochia zu schaffen.Nikanors Kriegseröffnung und Gotteslästerung
28 Nikanor geriet beim Empfang dieser Nachricht in große Bestürzung. Es war ihm sehr zuwider, die Vereinbarungen zu brechen; denn Judas hatte ja kein Unrecht getan. 29 Da er sich aber dem König nicht widersetzen konnte, wartete er auf eine günstige Gelegenheit, um seinen Auftrag mit Hilfe einer List ausführen zu können. 30 Doch der Makkabäer merkte, dass Nikanor ihm gegenüber immer abweisender wurde und dass seine gewohnte Freundlichkeit sich abkühlte. Er wusste, dass diese Schroffheit nichts Gutes bedeuten könne. Darum rief er eine Anzahl von seinen Leuten zusammen und versteckte sich mit ihnen vor Nikanor. 31 Als Nikanor dahinterkam, dass ihn der Mann geschickt überlistet hatte, begab er sich zum allerhöchsten, heiligen Tempel, gerade als die Priester die vorgeschriebenen Opfer darbrachten, und befahl ihnen, den Mann auszuliefern. 32 Als diese unter Eid versicherten, sie wüssten nicht, wo sich der Gesuchte zur Zeit aufhalte, 33 erhob er die rechte Hand gegen den Tempel und schwor: Wenn ihr mir Judas nicht gefesselt herausgebt, werde ich dieses Gotteshaus dem Erdboden gleichmachen, den Altar niederreißen und an seiner Stelle dem Dionysos einen herrlichen Tempel errichten. 34 Nach diesen Worten ging er weg. Die Priester erhoben ihre Hände zum Himmel und riefen zu dem, der immer unser Volk beschützt. Sie beteten: 35 Herr, du bist auf nichts angewiesen; dennoch hat es dir gefallen, einen Tempel bauen zu lassen, in dem du unter uns wohnst. 36 Nun, heiliger Herr, von dem alle Heiligung ausgeht, bewahre dieses Haus, das vor Kurzem erst entsühnt wurde, unbefleckt in Ewigkeit!Unerhörte Heldentat eines Ältesten von Jerusalem
37 Unter den Ältesten der Stadt Jerusalem gab es einen Mann namens Rasi. Er war seinen Mitbürgern freundlich zugetan, stand in hohem Ansehen und hieß wegen seiner Güte Vater der Juden. Dieser Mann wurde bei Nikanor angezeigt. 38 Er war nämlich schon in der Zeit der Religionsverfolgung wegen seines Judentums vor Gericht gekommen und hatte sich dafür bis zum Äußersten mit Leib und Leben eingesetzt. 39 Nikanor beschloss, seine Abneigung gegen die Juden sichtbar zu bekunden, und schickte über fünfhundert Soldaten aus, um ihn verhaften zu lassen. 40 Er glaubte nämlich, durch seine Festnahme den Juden einen schweren Schlag zu versetzen. 41 Schon waren die Truppen dabei, den Turm einzunehmen; sie versuchten, sich den Eingang durch das Hoftor mit Gewalt zu erzwingen, und riefen nach Feuer, um die Türen in Brand zu setzen. Rasi war von allen Seiten umzingelt. Da stürzte er sich in das Schwert; (1Sam 31,4) 42 denn er wollte lieber in Ehren sterben als den Verruchten in die Hände fallen und eine schimpfliche Behandlung erfahren, die seiner edlen Herkunft unwürdig war. 43 In der Hast aber hatte er sich nicht sofort tödlich getroffen; die Männer stürmten bereits durch die Türen herein. Da lief er mutig hinauf auf die Mauer und stürzte sich entschlossen auf die Menge hinab. 44 Weil diese sofort zurückwich, entstand ein freier Raum und er fiel mitten auf den leeren Platz. 45 Doch er lebte immer noch; in höchster Erregung erhob er sich, während das Blut in Strömen aus seinen schrecklichen Wunden schoss, lief durch die Menge hindurch und stellte sich auf einen steil abfallenden Felsen. 46 Fast schon verblutet, riss er sich die Eingeweide aus dem Leib, packte sie mit beiden Händen und schleuderte sie auf die Leute hinunter; dabei rief er den Herrn über Leben und Atem an, er möge sie ihm wiedergeben. So starb er. (2Mak 7,11)2.Makkabäer 14
Neues Leben. Die Bibel
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2.Makkabäer 14
Neue evangelistische Übersetzung
von Karl-Heinz VanheidenDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.