2.Makkabäer 13

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Im 149. Jahr[1] kam es Judas und seinen Leuten zu Ohren, dass Antiochus Eupator mit einer großen Heeresmacht gegen Judäa heranziehe. (1Mak 6,17)2 Und Lysias, sein Vormund und Statthalter, zog mit ihm, und zwar jeder mit einem griechischen Heer von 110000 Mann zu Fuß und 5300 zu Ross und zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen.3 Und Menelaus schlug sich auch auf ihre Seite und redete mit viel Heuchelei auf Antiochus ein, nicht um sein Vaterland zu retten, sondern weil er meinte, dass er dadurch das Amt des Hohenpriesters wiedererlangen könnte. (2Mak 4,23)4 Aber der König aller Könige erweckte den Zorn des Antiochus gegen diesen Frevler. Denn Lysias legte ihm dar, dass Menelaus die Ursache aller dieser Unruhen wäre. Darum ließ der König ihn nach Beröa führen und so töten, wie es dort Brauch ist. (1Tim 6,15)5 Denn da gab es einen Turm, fünfzig Ellen hoch, voll glühender Asche; und über der Asche war eine umlaufende Rampe, die überall zur Asche hin steil abfiel.6 Dorthin trieb die Volksmenge jeden, der des Tempelraubs schuldig war oder andere schwere Verbrechen begangen hatte, sodass er umkam.7 Eines solchen Todes musste auch der abtrünnige Menelaus sterben und ohne Grab bleiben.8 Und es geschah ihm recht. Denn weil er sich so oft an dem Altar, wo das Feuer und die Asche heilig sind, versündigt hatte, musste er auch in der Asche den Tod finden. (Weis 11,16)9 Der König aber ergrimmte sehr gegen die Juden und begann, ihnen so Grausames anzutun, wie es sein Vater getan hatte. (1Mak 6,28; 1Mak 6,32)10 Das erfuhr Judas und gebot dem ganzen Volk, sie sollten Tag und Nacht den Herrn anrufen, damit er ihnen jetzt, wie schon oft, gegen die helfe,11 die ihnen das Gesetz, das Vaterland und den heiligen Tempel rauben wollten, und dass er das Volk, das sich kaum ein wenig erholt hatte, nicht in die Hände der ruchlosen Heiden geben möge.12 Als sie das nun einhellig miteinander taten und den barmherzigen Herrn unter Weinen und Fasten baten und drei Tage unaufhörlich auf der Erde lagen, ermunterte sie Judas und befahl ihnen, zu ihm zu kommen.13 Und als er mit den Ältesten beisammen war, beschloss er mit ihnen, er wollte, ehe der König mit seinem Heer nach Judäa käme und die Stadt einnähme, ihm entgegenziehen und die Sache mit Gottes Hilfe entscheiden.14 Und er vertraute sich dem Schöpfer der Welt an und ermahnte seine Leute, sie sollten tapfer bis in den Tod kämpfen, um die Gesetze, den Tempel, die Stadt, das Vaterland und ihre eigne Ordnung zu erhalten. Und er lagerte sich bei Modeïn. (2Mak 7,23)15 Und er gab ihnen diese Worte als Losung: Gott gibt Sieg! Danach machte er sich bei Nacht auf mit den besten und auserlesensten jungen Kriegsleuten, überfiel die königliche Befestigung und erschlug im Lager an die zweitausend Mann, dazu auch den Leitelefanten und den, der mit ihm im Stall war.16 Damit brachten sie zum Schluss großen Schrecken und Verwirrung in das ganze Lager und zogen glücklich davon17 am Morgen, als der Tag anbrach; denn der Herr war ihr Helfer gewesen.18 Als aber der König den Wagemut der Juden geschmeckt hatte, suchte er die Orte mit List in seine Gewalt zu bringen (1Mak 6,29; 1Mak 6,47)19 und zog vor die Festung der Juden Bet-Zur. Aber er wurde in die Flucht geschlagen, griff wieder an und richtete nichts aus;20 denn Judas hatte alles Nötige in die Festung geschickt.21 Es war aber einer unter den Juden, Rhodokus, der verriet den Feinden alle Geheimnisse. Man suchte nach ihm, nahm ihn fest und warf ihn ins Gefängnis.22 Danach verhandelte der König wieder und schloss Frieden mit der Besatzung von Bet-Zur und zog davon.23 Dann griff Antiochus Judas und seine Leute an und verlor die Schlacht. Und als er erfahren hatte, dass Philippus, den er in Antiochia als Statthalter zurückgelassen hatte, abgefallen war, erschrak er sehr und sandte den Juden eine freundliche Botschaft, verhandelte und schwor einen Eid und einigte sich mit ihnen zu gerechten Bedingungen. Er opferte und ehrte den Tempel und behandelte die Stadt freundlich. (1Mak 6,14; 1Mak 6,55)24 Er empfing auch Makkabäus und machte den Hegemonides zum Befehlshaber über das Land von Ptolemais bis zum Gebiet der Gerrener.25 Als aber der König nach Ptolemais kam, sahen die Ptolemaier den Vertrag nicht gern. Denn sie fanden ihn unerträglich und wollten deswegen die Abmachungen aufheben.26 Da trat Lysias öffentlich auf und entschuldigte den König vielmals und beredete sie, dass sie zufrieden waren, und beruhigte sie. Danach kehrte er wieder nach Antiochia zurück. So gingen Aufmarsch und Rückzug des Königs vor sich.

2.Makkabäer 13

Elberfelder Bibel

von SCM Verlag

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2.Makkabäer 13

Hoffnung für alle

von Biblica

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2.Makkabäer 13

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Im Jahr 149 aber kam denen um Judas zu Ohren, dass Antiochus Eupator mit Massen von Kriegern gegen Juda herangezogen war[1]2 und mit ihm Lysias, der Vormund und Oberste über die Staatsangelegenheiten, jeder mit einer griechischen Streitmacht von 110000 Fusssoldaten und 5300 Reitern und 22 Elefanten, aber auch 300 Wagen, deren Räder mit Klingen bestückt waren.[2]3 Auch Menelaos aber hatte sich mit ihnen zusammengetan, und er redete Antiochus mit viel Scheinheiligkeit zu - nicht um der Rettung der Vaterstadt willen, sondern weil er darauf bedacht war, ins Amt eingesetzt zu werden.4 Der König der Könige aber weckte die Wut des Antiochus gegen den Frevler, und nachdem Lysias angedeutet hatte, dass jener der Grund allen Übels war, befahl er - wie es an dem Ort Sitte war -, dass man ihn nach Beröa bringe, um ihn hinzurichten.5 In dem Ort ist aber ein Turm von fünfzig Ellen, voller Asche, und er war ausgestattet mit einer runden Vorrichtung, die ringsum steil zur Asche abfällt.6 Dort hinein stossen alle denjenigen in den Tod, der des Tempelraubs schuldig ist oder auch ein Übermass an anderen schlimmen Taten begangen hat.7 Einen solchen Tod zu sterben, wurde auch Menelaos, der gegen die Weisung war, zuteil, wobei er nicht einmal ein Grab in der Erde erhielt -8 ganz und gar zu Recht! Da er ja viele Vergehen rund um den Altar begangen hatte, dessen Feuer und Asche rein waren, empfing er den Tod in der Asche.9 Der in seinem Sinnen und Trachten verrohte König begann aber, den Juden das Niederträchtigste von dem in Aussicht zu stellen, was unter seinem Vater geschehen war.10 Als aber Judas Nachricht davon erhielt, ermahnte er die Menge, bei Tag und Nacht zum Herrn zu rufen, dass er, wenn überhaupt jemals, dann auch nun denen zu Hilfe komme,11 denen drohte, der Weisung und der Vaterstadt und des heiligen Tempels beraubt zu werden, und dass er nicht zulasse, dass das Volk, das erst vor kurzem hatte aufatmen können, den Nationen in die Hände falle, die Unerträgliches von sich gaben.12 Nachdem sie aber alle gemeinsam ebendas getan hatten und den barmherzigen Herrn unter Wehklagen, fastend und auf Knien drei Tage lang ununterbrochen angefleht hatten, sprach Judas ihnen Mut zu, und er forderte sie auf, sich bereitzuhalten.13 Nachdem er aber allein mit den Ältesten zusammengekommen war, beschloss er, hinauszuziehen, um die Angelegenheiten mit der Hilfe Gottes zu entscheiden, bevor das Kriegsheer des Königs in Judäa einfiel und die Herrschaft über die Stadt übernehmen konnte.14 Er übergab aber dem Schöpfer der Welt die Entscheidung und ermutigte die, die mit ihm waren, bis in den Tod ehrenvoll für Weisungen, Tempel, Stadt, Vaterland und Bürgerrecht zu kämpfen. Bei Modein aber schlug er das Heerlager auf.15 Er gab aber an die um ihn die Losung Gottes-Sieg! aus, warf sich mit den jungen Männern, die für die Besten gehalten wurden, in der Nacht auf den königlichen Hof, auf das Lager, und räumte gegen 2000 Mann aus dem Weg und entführte den ersten der Elefanten mit dem, der für das Tier zuständig war.[3]16 Und am Ende hatten sie das Lager mit Angst und Verwirrung erfüllt und sich erfolgreich davongemacht.17 Dies war aber geschehen, obwohl schon der Tag anbrach, dank des Schutzes des Herrn, der ihm beigestanden hatte.[4]18 Der König aber, der eine Kostprobe von der Kühnheit der Juden bekommen hatte, versuchte, die Orte auf Umwegen einzunehmen.[5]19 Und er zog gegen Bet-Zur hin, eine starke Festung der Juden, wurde zurückgeschlagen, stiess erneut vor, war ihnen unterlegen.20 Denen aber, die drinnen waren, sandte Judas das, was notwendig war.21 Rhodokus, einer aus der jüdischen Schlachtreihe, verriet aber die Geheimnisse an die Feinde. Er wurde ausfindig gemacht und gefangen genommen und eingesperrt.22 Der König wandte sich nochmals an die in Bet-Zur, reichte die Hand, nahm die Hand, zog ab,23 warf sich denen um Judas entgegen, erlitt eine Niederlage, erhielt Kenntnis davon, dass Philippus, der in Antiochia als Oberster über die Staatsangelegenheiten zurückgelassen worden war, den Verstand verloren hatte; er wurde entmutigt, redete mit den Juden, unterwarf sich und legte einen Eid ab auf alles, was gerecht war, söhnte sich aus und brachte ein Opfer dar, erwies dem Tempel Ehre und zeigte menschliche Liebe für den Ort,[6]24 und Makkabäus anerkannte er. Als Heerführer über das Gebiet von Ptolemais bis zu den Gerrenern liess er Hegemonides zurück.[7]25 Er kam nach Ptolemais. Die Leute von Ptolemais waren ungehalten über die Vereinbarungen - sie waren aufs Äusserste empört! -, sie wollten die Übereinkünfte für ungültig erklären.26 Lysias stieg auf die Bühne, verteidigte sich, so gut er konnte, redete auf sie ein, beschwichtigte, weckte ihr Wohlwollen, brach auf nach Antiochia. So hat es sich abgespielt mit den Ereignissen um den Anmarsch und den Abzug des Königs.

2.Makkabäer 13

Neue Genfer Übersetzung

von Genfer Bibelgesellschaft

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2.Makkabäer 13

Gute Nachricht Bibel 2018

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Im Jahr 149[1] befand sich König Antiochus Eupator mit einem großen Heer auf dem Weg nach Judäa. Judas und seine Leute erfuhren davon. (1Mak 6,16)2 Der König wurde begleitet von dem Kanzler Lysias, der zugleich mit seiner Erziehung betraut war. Jeder von beiden befehligte ein Heer aus griechischen Söldnern mit jeweils 110000 Fußsoldaten, 5300 Reitern, 22 Kriegselefanten und mit 300 Streitwagen, deren Räder mit scharfen, sichelartigen Eisen bestückt waren.3 Menelaus schloss sich Antiochus und Lysias an und drängte den König, in Judäa einzumarschieren. Dabei tat er ganz so, als ginge es ihm um das Wohl seines Volkes und Landes, in Wirklichkeit trieb ihn die Hoffnung, bald wieder das Amt des Obersten Priesters ausüben zu können. (2Mak 4,23)4 Der Herr aber, der König der Könige, ließ in Antiochus Zorn gegen Menelaus aufkommen. Als Lysias nur andeutete, dieser Verbrecher sei letztlich schuld an all den Schwierigkeiten, die man jetzt mit den Juden habe, gab der König den Befehl, Menelaus in die Stadt Beröa[2] zu schaffen und ihn in der dort üblichen Art und Weise hinzurichten.5 In Beröa steht nämlich ein 25 Meter hoher Turm, der mit Asche gefüllt ist. In seinem Innern befindet sich oben ringsum eine Plattform, die trichterförmig zur Asche hin abfällt.6 Dort pflegte man Tempelräuber und sonstige Schwerverbrecher hinaufzuheben, sodass sie in die Asche stürzten und darin umkamen.7 Auf diese Weise fand auch Menelaus, dieser Verräter am Gesetz des Herrn, den Tod. Es war ihm nicht einmal vergönnt, in der Erde bestattet zu werden.8 Damit geschah ihm nur recht. Er hatte sich oft genug gegen den Altar des Herrn vergangen, dessen Feuer, ja sogar dessen Asche heilig ist. Deshalb fand er in der Asche den Tod. (3Mo 6,1; 2Mak 1,19; Weis 11,16)9 Roh und brutal in seiner Gesinnung hatte König Antiochus vor, die Juden weit härter anzupacken, als es sein Vater je getan hatte. (1Mak 6,28)10 Als Judas von den Absichten des Königs hörte, ermahnte er das Volk, bei Tag und Nacht ununterbrochen zum Herrn zu rufen, denn jetzt brauchten sie seine Hilfe nötiger als je zuvor. Man wolle ihnen das Land und den heiligen Tempel wieder nehmen und ein Leben nach dem Gesetz unmöglich machen.11 Gerade erst habe das Volk wieder ein wenig aufatmen können; Gott solle doch nicht zulassen, dass es erneut in die Gewalt der Fremden falle.12 So lagen sie drei Tage lang ununterbrochen auf den Knien und flehten gemeinsam unter Tränen und Fasten den barmherzigen Herrn an. Darauf machte Judas ihnen Mut und gab den Befehl, sich für den Kampf bereitzuhalten.13 Nach geheimer Beratung mit den Ältesten beschloss Judas, loszuschlagen und mit Gottes Hilfe die Entscheidung herbeizuführen, noch ehe das Heer des Königs in Judäa eindringen oder gar Jerusalem besetzen könnte.14 Wie das Unternehmen ausgehen würde, das überließ er Gott, dem Schöpfer der Welt. Judas ermahnte seine Leute, tapfer zu kämpfen und ihr Leben nicht zu schonen. Es gehe um die Gesetze und die Verfassung, um ihr Land und um Jerusalem mit dem Tempel. Nahe der Stadt Modeïn schlug Judas sein Lager auf.15 Er gab die Parole aus: »Gott wird siegen!« Dann nahm er eine Abteilung junger Männer, die sich als die Besten bewährt hatten, überfiel mit ihnen das Hauptlager, in dem das Zelt des Königs stand, und tötete an die 2000 Mann. Auch den Leitelefanten samt dem Mann, der ihn zu lenken hatte, stachen sie nieder.16 Sie verbreiteten Schrecken und Entsetzen im ganzen Lager und zogen sich nach ihrer erfolgreichen Unternehmung zurück,17 als der Morgen dämmerte. Judas hatte diese Tat vollbringen können, weil der Herr ihn beschützte.18 Diese Kostprobe jüdischer Tapferkeit genügte dem König. Er versuchte nun, die judäischen Festungen mit List in seine Gewalt zu bekommen.19 Er griff das stark befestigte Bet-Zur an, wurde zurückgeschlagen, griff nochmals an und erlitt eine Niederlage.20 Judas ließ die Verteidiger nämlich mit allem versorgen, was sie brauchten.21 Ein jüdischer Soldat namens Rhodokus verriet den Feinden, auf welche Weise das geschah. Judas ließ nach ihm fahnden; er wurde gefasst und hingerichtet.22 Als der König zum zweiten Mal den Verteidigern von Bet-Zur ein Verhandlungsangebot machte, kam ein Abkommen mit gegenseitigen Garantien zustande und er hob die Belagerung auf.23 Jetzt stürzte er sich auf Judas und seine Truppe – und wurde geschlagen. Der König hatte Philippus in Antiochia zurückgelassen und ihn mit der Führung der Regierungsgeschäfte betraut. Als er erfuhr, dass Philippus selbst das Königtum an sich gerissen habe, war er bestürzt. Er redete auf einmal freundlich mit den Juden, machte ihnen Zugeständnisse und schwor, alle ihre gerechten Ansprüche zu erfüllen. Um die Abmachungen zu bekräftigen, brachte er sogar ein Opfer dar und machte dem Tempel großzügige und ehrenvolle Geschenke.24 Für den Makkabäer gab er einen Empfang. Nachdem er Hegemonides zum Oberbefehlshaber des ganzen Gebietes von Ptolemaïs bis Gerar ernannt hatte,25 begab sich der König nach Ptolemaïs. Die Bürger der Stadt waren erbittert und empört wegen der Verträge, die er mit den Juden geschlossen hatte, und verlangten, dass sie rückgängig gemacht würden.26 Lysias musste auf die Rednerbühne. Er rechtfertigte die Verträge, so gut er konnte. Nachdem es ihm gelungen war, das Volk zu beruhigen und umzustimmen, brach er nach Antiochia auf. So viel über den Feldzug des Königs gegen Judäa und über seinen Rückzug.

2.Makkabäer 13

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Im Jahr 149 erfuhren die Leute des Judas, dass Antiochus Eupator mit einem großen Heer gegen Judäa marschierte. (1Mak 6,28)2 Er wurde begleitet von dem Reichsverweser Lysias, seinem Vormund. Jeder hatte eine Streitmacht von hundertzehntausend griechischen Fußsoldaten, fünftausenddreihundert Reitern, zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen.3 Ihnen schloss sich auch Menelaus an; er redete heuchlerisch auf den König ein, nicht um das Vaterland zu retten, sondern weil er glaubte, er habe Aussicht, wieder in sein Amt eingesetzt zu werden.4 Der höchste König über allen Königen aber ließ Antiochus zornig werden auf den Verruchten, und als Lysias andeutete, dieser sei an allem Unglück schuld, befahl er, ihn nach Beröa zu schaffen und dort, wie es an dem Ort Brauch ist, umzubringen.5 Es gibt dort nämlich einen fünfzig Ellen hohen Turm, der mit glühender Asche gefüllt ist. In ihm ist eine drehbare Maschine angebracht, die sich nach allen Seiten schräg zur Asche neigt.6 Wer des Tempelraubes schuldig ist oder ein anderes schweres Verbrechen begangen hat, den stoßen dort alle in den Tod.7 Auf diese Weise fand der Gesetzesbrecher Menelaus den Tod. Nicht einmal Erde zum Begräbnis wurde ihm zuteil.8 Damit geschah ihm nur recht; denn er hatte viele Frevel gegen den Altar begangen, dessen Feuer und Asche heilig sind. Nun fand er in Asche den Tod.9 Der König aber hatte das Herz eines Barbaren; er begann, den Juden noch weit Schlimmeres in Aussicht zu stellen als das, was zur Zeit seines Vaters geschehen war.10 Judas hörte davon und ließ dem Volk bekannt geben, man solle Tag und Nacht zum Herrn beten. Wenn je zu einer Zeit, dann müsse er ihnen jetzt helfen. Man wolle ihnen das Gesetz, das Vaterland und den heiligen Tempel rauben.11 Gerade erst habe das Volk ein wenig aufatmen können; Gott möge doch nicht zulassen, dass sie den lästernden Völkern in die Hände fielen.12 Drei Tage lang lagen sie ohne Unterbrechung auf den Knien und flehten unter Tränen und Fasten gemeinsam den barmherzigen Herrn an. Judas sprach ihnen Mut zu; dann gab er ihnen den Befehl, sich bereitzuhalten.13 Auf einer geheimen Sitzung der Ältesten ließ er den Beschluss fassen, man solle, bevor das Heer des Königs in Judäa einfallen und die Stadt in seine Gewalt bringen könne, ausrücken und die Sache mit Gottes Hilfe entscheiden.14 Er stellte den Ausgang dem Schöpfer der Welt anheim und feuerte seine Männer an, bis zum Tod tapfer für Gesetze, Heiligtum, Stadt, Vaterland und Verfassung zu kämpfen. Dann schlug er bei Modeïn ein Lager auf.15 Er gab seinen Truppen als Losung die Worte: Gottes Sieg. Mit den besten seiner jungen Krieger, die er eigens ausgewählt hatte, überfiel er nachts das Zelt des Königs im Lager, tötete etwa zweitausend Mann und dazu den Leitelefanten mitsamt dem Treiber, der in seinem Sitz saß.16 Als sie schließlich das ganze Lager in Furcht und Verwirrung gebracht hatten, zogen sie sich siegreich wieder zurück.17 Bei Tagesanbruch war alles vorbei; der Herr hatte ihnen mit seiner schützenden Macht beigestanden.18 Nachdem der König diese Kostprobe jüdischer Tapferkeit erhalten hatte, versuchte er, das Land mit Hilfe von List zu besetzen.19 Er rückte gegen die starke jüdische Festung Bet-Zur vor, wurde aber zurückgeschlagen; dann stieß er wieder vor und wurde wieder geschlagen.20 Judas ließ die Besatzung mit allem versorgen, was sie brauchte.21 Ein jüdischer Soldat namens Rhodokus aber verriet den Feinden die militärischen Geheimnisse. Er wurde verhört, festgenommen und eingekerkert.22 Dann verhandelte der König zum zweiten Mal mit der Besatzung von Bet-Zur, schloss mit ihnen einen Vertrag und zog ab.23 Dabei stieß er auf das Heer des Judas und erlitt eine Schlappe. Da erfuhr er, dass Philippus in Antiochia abgefallen sei; er hatte ihn dort zurückgelassen, um die Regierungsgeschäfte zu führen. Der König war sehr niedergeschlagen. Er sprach freundlich mit den Juden, gab ihnen nach, sicherte ihnen eidlich die Erfüllung aller gerechten Ansprüche zu, versöhnte sich mit ihnen und brachte ein Opfer dar, ehrte den Tempel und bewies dem Ort sein Wohlwollen.24 Für den Makkabäer gab er einen Empfang. Als Befehlshaber über das ganze Gebiet Ptolemaïs bis zu den Gerrenern ließ er den Hegemonides zurück25 und begab sich nach Ptolemaïs. Die Einwohner dieser Stadt waren nämlich über die Verträge sehr verärgert; sie hatten sich heftig beschwert und wollten die Abmachungen rückgängig machen.26 Lysias trat auf die Rednerbühne, gab Rechenschaft, so gut er konnte, überredete, beschwichtigte, stimmte die Leute um und brach dann nach Antiochia auf. So verliefen der Anmarsch und der Abzug des Königs.

2.Makkabäer 13

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag

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2.Makkabäer 13

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden

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2.Makkabäer 13

Menge Bibel

1 Im Jahre 149[1] wurden Judas und seine Leute in Kenntnis gesetzt, daß Antiochus Eupator mit einem großen Heere gegen Judäa heranziehe2 und mit ihm sein Vormund Lysias, der Reichsverweser, jeder mit einem griechischen Heere von 110000 Mann Fußvolks und 5300 Reitern, 22 Elefanten und 300 Sichelwagen.3 Auch Menelaus gesellte sich zu ihnen und trieb den König zum Kriege an, wobei er sich verstellte, da er nicht das Wohl seines Vaterlandes im Auge hatte, sondern die Hoffnung hegte, wieder in sein Amt (oder in die Herrschaft?) eingesetzt zu werden.4 Aber der König aller Könige erweckte den Zorn des Antiochus gegen diesen Bösewicht; und da Lysias nachwies, daß dieser Mensch die Schuld an allen Unglücksfällen trage, befahl er, ihn nach Beröa zu bringen, um dort nach der Sitte des Ortes hingerichtet zu werden.5 An diesem Orte befindet sich nämlich ein fünfzig Ellen hoher Turm, mit (glühender) Asche angefüllt. In diesem Turm ist eine Vorrichtung, die sich dreht und von allen Seiten in die Asche hineinschleudert.6 Einen Tempelräuber oder sonstige große Verbrecher stürzt dort die ganze Bevölkerung hinunter, so daß sie elendiglich umkommen.7 Eines solchen Todes mußte der ruchlose Menelaus sterben, der nicht einmal ein Grab in der Erde fand, ganz wie er es verdient hatte;8 denn nachdem er sich vielfach an dem Altar versündigt hatte, dessen Feuer samt der Asche heilig war, fand er in der Asche seinen Tod.9 Der König aber zog in einer höchst feindseligen Stimmung heran und war entschlossen, den Juden das Schlimmste von dem anzutun, was sie schon von seinem Vater erlitten hatten.10 Als Judas dies erfuhr, befahl er dem Volke, den Herrn bei Tag und Nacht anzurufen, daß er, wenn je zuvor, so auch jetzt denen zu Hilfe kommen wolle, die ihres Vaterlandes, ihres Gesetzes und des heiligen Tempels beraubt werden sollten,11 auch nicht zugeben möge, daß das kaum ein wenig aufgelebte Volk wiederum in die Gewalt der abscheulichen Heiden gerate.12 Nachdem sie dies alle einmütig getan und den allbarmherzigen Gott drei Tage lang ohne Unterbrechung mit Weinen und Fasten und Niederfallen angefleht hatten, hielt Judas eine Ansprache an sie und hieß sie sich bereit halten.13 Nach einer geheimen Beratung mit den Ältesten beschloß er, bevor der König mit seinem Heere in Judäa einfiele und sich der Hauptstadt bemächtige, selbst auszuziehen und mit Gottes Hilfe die Sache abzumachen.14 Indem er so die Entscheidung dem Schöpfer der Welt anheimstellte, ermahnte er die Seinen, mutig zu streiten und das Leben einzusetzen für ihre Gesetze und ihren Tempel, für ihre Stadt, ihr Vaterland und ihre Verfassung, und schlug sein Lager bei Modein auf. (1Mak 2,1)15 Nachdem er dann den Seinen die Losung »Sieg mit Gott!« gegeben hatte, griff er mit einer auserwählten Schar der tapfersten jungen Männer bei Nacht das Hauptquartier des Königs an, erschlug bei 2000 Mann im Lager und machte auch den vornehmsten Elefanten samt allen Leuten in dessen Turm nieder.16 Schließlich, nachdem sie das ganze Lager mit Furcht und Schrecken erfüllt hatten, zogen sie sich als Sieger zurück;17 das geschah aber erst, als schon der Tag anbrach, unter dem hilfreichen Schutze des Herrn.18 Als der König diesen Vorschmack von der Kühnheit der Juden erhalten hatte, suchte er sich der festen Plätze durch List zu bemächtigen.19 So zog er gegen Bethsura, eine starke jüdische Festung, wurde zurückgeschlagen, berannte sie nochmals, wurde aber wieder besiegt;20 denn Judas hatte den Belagerten Lebensmittel zuführen können.21 Ein gewisser Rhodokus aber, ein Mann aus dem jüdischen Heere, verriet den Feinden die Geheimnisse, er wurde jedoch entdeckt, ergriffen und eingesperrt.22 Nun unterhandelte der König zum zweiten Mal mit denen in Bethsura, bot Frieden an, schloß ab, zog weg, begegnete dem Heere des Judas, wurde geschlagen,23 erfuhr nun, daß Philippus, den er in Antiochien als Reichsverweser zurückgelassen hatte, sich empört habe, geriet darüber in Bestürzung, machte den Juden freundliche Eröffnungen, gab nach, beschwor alle ihm gestellten Bedingungen, die er billig fand, versöhnte sich mit ihnen, brachte ein Opfer dar, ehrte den Tempel, bewies sich wohlwollend gegen die heilige Stätte,24 nahm auch den Makkabäer freundlich auf und ließ den Hegemonides als Statthalter des Gebietes von Ptolemais bis Gerar zurück.25 Er begab sich dann nach Ptolemais, dessen Einwohner aber über den Vertrag unwillig waren; sie waren aufgebracht über die Bestimmungen und hätten sie gern wieder umgestoßen.26 Aber Lysias trat auf die Rednerbühne, hielt eine nachdrückliche Verteidigungsrede, überzeugte, besänftigte, begütigte und kehrte dann nach Antiochien zurück. So ist der Feldzug und der Wiederheimzug des Königs Antiochus verlaufen.