1Ein Mann namens Hananias verkaufte zusammen mit seiner Frau Saphira ein Grundstück.2Hananias beschloss, heimlich einen Teil des Geldes für sich zu behalten, wovon auch seine Frau wusste. Den Rest brachte er zu den Aposteln.3Aber Petrus durchschaute ihn. »Hananias«, fragte er, »warum hast du es zugelassen, dass der Satan von dir Besitz ergreift? Warum hast du den Heiligen Geist belogen und einen Teil des Geldes unterschlagen?4Niemand hat dich gezwungen, das Land zu verkaufen. Es war dein Eigentum. Und auch nach dem Verkauf hättest du das Geld behalten können. Wie konntest du dich nur auf so etwas einlassen! Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott selbst.«5Nach diesen Worten brach Hananias tot zusammen. Alle, die davon hörten, waren entsetzt.6Einige junge Männer hüllten den Toten in ein Tuch ein und trugen ihn hinaus, um ihn zu begraben.7Etwa drei Stunden später kam seine Frau Saphira. Sie wusste noch nicht, was geschehen war.8Petrus fragte sie: »Ist das hier die ganze Summe, die ihr für euren Acker bekommen habt?« »Ja«, antwortete sie, »das ist alles.«9Da erwiderte Petrus: »Warum habt ihr beiden beschlossen, den Geist des Herrn herauszufordern? Sieh doch, die Männer, die deinen Mann begraben haben, kommen gerade zurück. Sie werden auch dich hinaustragen.«10Im selben Augenblick fiel Saphira vor ihm tot zu Boden. Als die jungen Männer hereinkamen und sahen, dass sie tot war, trugen sie Saphira hinaus und begruben sie neben ihrem Mann.11Die ganze Gemeinde aber und alle, die davon hörten, erschraken zutiefst.
Gott bekennt sich zu seiner Gemeinde
12In Gottes Auftrag vollbrachten die Apostel viele Zeichen und Wunder. Die ganze Gemeinde traf sich immer wieder im Tempel in der Halle Salomos, fest vereint im Glauben.13Die anderen, die nicht zur Gemeinde gehörten, wagten nicht, sich ihnen anzuschließen; sie sprachen aber mit Hochachtung von ihnen.14Immer mehr glaubten an Jesus, den Herrn, viele Männer und Frauen.15Sogar die Kranken trug man an die Straße und legte sie dort auf Betten und Bahren, damit wenigstens der Schatten von Petrus auf sie fiel, wenn er vorüberging.16Selbst aus den umliegenden Städten Jerusalems strömten die Menschen herbei. Sie brachten ihre Kranken und solche, die von bösen Geistern geplagt waren, und alle wurden gesund.
Erneute Verfolgung der Apostel
17Der Hohepriester aber und seine Gefolgsleute, die Sadduzäer, waren neidisch auf die ständig wachsende Gemeinde von Christus und beschlossen deshalb, nicht länger tatenlos zuzusehen.18Kurzerhand ließen sie die Apostel festnehmen und ins Gefängnis werfen.19Aber in der Nacht öffnete ein Engel des Herrn die Gefängnistüren und führte die Apostel hinaus.20»Geht in den Tempel«, sagte er, »und verkündet dort allen die Botschaft vom neuen Leben durch Jesus! Lasst nichts davon weg!«21Also gingen die Apostel frühmorgens in den Tempel und lehrten dort in aller Öffentlichkeit. Zur selben Zeit berief der Hohepriester mit seinen Gefolgsleuten den Hohen Rat samt den führenden Männern des Volkes zu einer Sitzung ein. Dann ließen sie die Apostel zum Verhör holen.22Aber die waren nicht mehr im Gefängnis. So kehrten die Beauftragten des Hohenpriesters zurück und meldeten:23»Die Gefangenen sind fort. Die Türen des Gefängnisses waren sorgfältig verschlossen, und die Wachen standen davor. Aber als wir die Türen öffneten, war niemand in der Zelle.«24Der Befehlshaber der Tempelwache und der Hohepriester waren ratlos: Wie sollte das alles noch enden?[1]25Da kam jemand mit der Nachricht herein: »Die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, sind schon wieder im Tempel und lehren dort!«26Sofort zog der Befehlshaber der Tempelwache mit seinen Männern zum Tempel und holte die Apostel. Allerdings wendeten sie keine Gewalt an, weil sie sonst fürchten mussten, vom Volk gesteinigt zu werden.27Die Apostel wurden in den Gerichtssaal vor den Hohen Rat gebracht, wo der Hohepriester sie verhörte.28»Haben wir euch nicht streng verboten, jemals wieder öffentlich zu predigen und euch dabei auf diesen Jesus zu berufen?«, begann er. »Und doch habt ihr dafür gesorgt, dass inzwischen ganz Jerusalem von eurer Lehre spricht. Ihr wollt uns sogar für den Tod dieses Menschen verantwortlich machen!«29Petrus und die anderen Apostel erwiderten: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!30Der Gott unserer Vorfahren hat Jesus, den ihr ans Kreuz geschlagen und getötet habt, von den Toten auferweckt.31Gott hat ihn durch seine Macht zum Herrscher und Retter erhoben,[2] damit das Volk Israel zu Gott umkehren kann und ihnen ihre Sünden vergeben werden.32Das werden wir immer bezeugen und auch der Heilige Geist, den Gott allen gegeben hat, die ihm gehorchen.«33Diese Worte versetzten die Mitglieder des Hohen Rates in maßlose Wut, und sie wollten die Apostel hinrichten lassen.
Gamaliels weiser Rat
34Da stand Gamaliel auf, ein Pharisäer und im Volk hoch angesehener Gesetzeslehrer. Er ließ die Apostel für kurze Zeit hinausbringen;35dann wandte er sich an die Versammelten: »Ihr Männer von Israel, seid vorsichtig und überlegt euch genau, was ihr gegen diese Leute unternehmt.36Schon früher glaubten manche, etwas Besonderes zu sein, wie Theudas zum Beispiel. Etwa vierhundert Männer schlossen sich ihm an. Aber er wurde getötet, und von seinen Leuten ist keiner mehr zu finden. Niemand spricht mehr von ihnen.37Danach, zur Zeit der Volkszählung, unternahm Judas aus Galiläa einen Aufstand. Er konnte viele Anhänger gewinnen. Aber auch er kam um, und alle, die sich ihm angeschlossen hatten, wurden auseinandergetrieben.38Deshalb rate ich euch in dieser Sache: Lasst diese Männer in Ruhe! Geht nicht gegen sie vor! Wenn es ihre eigenen Ideen und Taten sind, für die sie sich einsetzen, werden sie damit scheitern.39Steht aber Gott dahinter, könnt ihr ohnehin nichts dagegen unternehmen. Oder wollt ihr am Ende als Leute dastehen, die gegen Gott kämpfen?« Das überzeugte alle.40Man rief die Apostel wieder herein, ließ sie auspeitschen und verbot ihnen noch einmal, in der Öffentlichkeit zu sprechen und sich dabei auf Jesus zu berufen. Dann wurden sie freigelassen.41Die Apostel aber verließen den Hohen Rat voller Freude darüber, dass Gott sie dazu auserwählt hatte, für Jesus Verachtung und Schande zu ertragen.42Sie lehrten weiterhin jeden Tag öffentlich im Tempel und auch in Häusern und verkündeten, dass Jesus der Christus ist, der versprochene Retter.
1Ein Mann aber mit Namen Hananias, mit Saphira, seiner Frau, verkaufte ein Gut2und schaffte von dem Kaufpreis beiseite, wovon auch die Frau wusste; und er brachte einen Teil und legte ihn nieder zu den Füßen der Apostel. (Apg 4,35)3Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseitegeschafft hast? (Joh 13,2; Eph 4,30)4Blieb es nicht dein, wenn es ⟨unverkauft⟩ blieb, und war es nicht, nachdem es verkauft war, in deiner Verfügung[1]? Warum hast du dir diese Tat in deinem Herzen vorgenommen? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott.5Als aber Hananias diese Worte hörte, fiel er hin und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die es hörten.6Die jungen Männer aber standen auf, hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn.7Es geschah aber nach Verlauf von etwa drei Stunden, dass seine Frau hereinkam, ohne zu wissen, was geschehen war.8Petrus aber antwortete ihr: Sag mir, ob ihr für so viel das Feld verkauft habt. Sie aber sprach: Ja, für so viel.9Petrus aber ⟨sprach⟩ zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind an der Tür, und sie werden dich hinaustragen. (Mt 4,7)10Sie fiel aber sofort zu seinen Füßen nieder und verschied. Und als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot; und sie trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann.11Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde[2] und über alle, welche dies hörten. (Ps 52,8; Apg 19,17)
Krankenheilungen durch die Apostel
12Aber durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig in der Säulenhalle Salomos. (Mk 16,20; Apg 2,43; Apg 3,11)13Von den Übrigen aber wagte keiner, sich ihnen anzuschließen, doch das Volk rühmte sie.14Aber umso mehr wurden ⟨solche⟩, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, Scharen von Männern und auch Frauen, (Apg 2,47)15sodass sie die Kranken auf die Straßen hinaustrugen und auf Betten und Lager legten, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten einen von ihnen überschattete. (Apg 19,11)16Es kam aber auch die Menge aus den Städten um Jerusalem zusammen, und sie brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte, die alle geheilt wurden. (Mk 16,17; Lk 4,40; Apg 4,30; Apg 8,7; Apg 16,18; Apg 19,12; Apg 28,9)
Gefangennahme und Befreiung der Apostel
17Der Hohe Priester aber trat auf und alle, die mit ihm waren, nämlich die Sekte der Sadduzäer[3], und wurden von Eifersucht[4] erfüllt; (Apg 4,1)18und sie legten Hand an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam. (Apg 4,3)19Ein Engel des Herrn aber öffnete während der Nacht die Türen des Gefängnisses und führte sie hinaus und sprach: (Apg 8,26; Apg 10,3; Apg 12,7; Apg 12,10; Hebr 1,14)20Geht und stellt euch hin und redet im Tempel zu dem Volk alle Worte dieses Lebens! (Joh 6,68)21Als sie es aber gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohe Priester aber kam und die, die mit ihm waren, und sie beriefen den Hohen Rat[5] und die ganze Ältestenschaft der Söhne Israel zusammen und sandten ins Gefängnis, um sie vorführen zu lassen.22Als aber die Diener hinkamen, fanden sie sie nicht im Gefängnis; und sie kehrten zurück, berichteten (Apg 12,19)23und sagten: Wir fanden das Gefängnis mit aller Sorgfalt verschlossen und die Wachen an den Türen stehen; als wir aber geöffnet hatten, fanden wir niemand darin.24Als aber der Hauptmann des Tempels wie auch die Hohen Priester diese Worte hörten, waren sie ihretwegen in Verlegenheit, was das ⟨noch⟩ werden sollte.25Es kam aber einer und berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis gesetzt habt, stehen im Tempel und lehren das Volk.26Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und führte sie herbei, nicht mit Gewalt, denn sie fürchteten das Volk, sie könnten gesteinigt werden. (Lk 20,6; Apg 4,21)
Zeugnis der Apostel vor dem Hohen Rat
27Sie führten sie aber herbei und stellten sie vor den Hohen Rat; und der Hohe Priester befragte sie28und sprach: Wir haben euch streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren, und siehe, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen. (Mt 27,25; Apg 4,18)29Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen. (Apg 4,19)30Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ermordet habt, indem ihr ihn ans Holz hängtet. (5Mo 21,22; Apg 2,24; Apg 3,13)31Diesen hat Gott durch seine Rechte zum Führer[6] und Retter erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben. (Lk 24,47; Apg 2,33; Apg 4,12; Apg 10,43; Apg 13,38; Apg 26,18)32Und wir sind Zeugen von diesen Dingen[7] und der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen. (Joh 15,26; Apg 1,8; Apg 11,17; Apg 15,8)33Sie aber ergrimmten[8], als sie es hörten, und ratschlagten, sie umzubringen. (Apg 7,54)
Rat des Gamaliel
34Es stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer[9] mit Namen Gamaliel auf, ein Gesetzesgelehrter, angesehen bei dem ganzen Volk, und befahl, die Leute für kurze Zeit hinauszutun. (Apg 22,3)35Und er sprach zu ihnen: Männer von Israel[10], seht euch bei diesen Menschen vor, was ihr tun wollt!36Denn vor diesen Tagen stand Theudas auf und sagte, dass er selbst etwas sei, dem eine Anzahl von etwa vierhundert Männern anhing; der ist getötet worden, und alle, die ihm Gehör gaben, sind zerstreut und zunichtegeworden.37Nach diesem stand Judas der Galiläer auf, in den Tagen der Einschreibung[11], und machte ⟨eine Menge⟩ Volk abtrünnig ⟨und brachte sie⟩ hinter sich; auch der kam um, und alle, die ihm Gehör gaben, wurden zerstreut. (Mt 24,11; Lk 2,2)38Und jetzt sage ich euch: Lasst ab von diesen Menschen und lasst sie ⟨laufen⟩! Denn wenn dieser Rat oder dieses Werk aus Menschen ist, so wird es zugrunde gehen; (Mt 15,13)39wenn es aber aus Gott ist, so werdet ihr sie nicht zugrunde richten können; damit ihr nicht gar als solche befunden werdet, die gegen Gott streiten. Und sie gaben ihm Gehör.
Freilassung der Apostel
40Und als sie die Apostel herbeigerufen hatten, schlugen sie sie[12] und geboten ihnen, nicht im Namen Jesu zu reden, und entließen sie. (Mk 13,9; Apg 4,18)41Sie nun gingen aus dem Hohen Rat fort, voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden; (Mt 5,11; Röm 5,3; 2Kor 12,10; Phil 1,29; 1Petr 4,13)42und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und Jesus als den Christus zu verkündigen[13]. (Apg 9,22; Apg 17,3; Apg 18,5; Apg 20,20)
1Auch ein Mann mit Namen Hananias verkaufte mit seiner Frau Saphira etwas von seinem Besitz.2Er brachte mit Wissen seiner Frau den Aposteln einen Teil des Geldes, behauptete aber, es sei der gesamte Erlös. (Apg 4,34)3Da sagte Petrus: »Hananias, warum hat der Satan Besitz von deinem Herzen ergriffen? Du hast den Heiligen Geist belogen und einen Teil des Geldes für dich behalten. (5Mo 23,22; Joh 13,2)4Es war dein Besitz, den du nach Belieben verkaufen oder behalten konntest. Und auch nachdem du ihn verkauft hattest, durftest du mit dem Geld machen, was du wolltest. Warum hast du das getan? Du hast nicht uns belogen, sondern Gott.«5Als Hananias diese Worte hörte, fiel er um und war tot. Jeder, der von der Geschichte erfuhr, war entsetzt. (Apg 2,43)6Schließlich kamen einige junge Männer, wickelten Hananias in ein Tuch, trugen ihn hinaus und begruben ihn.7Etwa drei Stunden später kam seine Frau. Sie wusste noch nicht, was geschehen war.8Petrus fragte sie: »War das der Preis, den dein Mann und du bei dem Verkauf erzielt habt?« Sie erwiderte: »Ja, das war der Preis.«9Da sagte Petrus: »Wie konntet ihr beide nur auf einen solchen Gedanken kommen, den Geist des Herrn auf die Probe zu stellen? Gleich vor der Tür stehen die jungen Männer, die gerade deinen Mann begraben haben; sie werden auch dich hinaustragen.« (1Kor 10,9)10Augenblicklich stürzte auch sie zu Boden und starb. Als die jungen Männer hereinkamen und sahen, dass sie tot war, trugen sie sie hinaus und begruben sie neben ihrem Mann.11Furcht überkam die gesamte Gemeinde und auch alle anderen, die davon erfuhren.
Die Apostel heilen viele Menschen
12Währenddessen vollbrachten die Apostel viele Zeichen und Wunder im Volk. Die Gläubigen trafen sich im Tempel in der Säulenhalle Salomos. (Mk 16,15; Joh 10,23; Apg 3,10; Hebr 2,4)13Doch niemand sonst wagte, sich ihnen anzuschließen, obwohl sie bei allen hoch geachtet waren. (Apg 2,47)14Immer mehr Menschen fanden zum Glauben an den Herrn – Männer wie Frauen.15Das Wirken der Apostel hatte zur Folge, dass man die Kranken auf Betten und Bahren auf die Straße trug, nur damit der Schatten von Petrus auf sie fiel, wenn er vorüberging.16Scharenweise strömten die Leute aus den umliegenden Dörfern nach Jerusalem und brachten ihre Kranken und die von bösen Geistern Besessenen, und alle wurden geheilt.
Die Apostel stoßen auf Widerstand
17Der Hohe Priester und seine Begleiter, die Sadduzäer, wurden von Neid erfüllt. (Apg 4,1)18Sie ließen die Apostel verhaften und ins Gefängnis werfen.19Doch in der Nacht kam ein Engel des Herrn, öffnete die Gefängnistore und führte sie hinaus. Dann sagte er zu ihnen: (Apg 12,7)20»Geht in den Tempel und verkündet den Menschen die Botschaft des Lebens!« (Joh 6,63)21Daraufhin gingen die Apostel bei Tagesanbruch in den Tempel und begannen zu lehren. Als der Hohe Priester mit seinem Gefolge eintraf, riefen sie den Hohen Rat[1] und die Ältesten Israels zusammen. Dann wollten sie die Apostel zum Verhör vorführen lassen. (Apg 4,5)22Doch als die Männer der Tempelwache zum Gefängnis kamen, waren die Männer fort. Sie kehrten zum Hohen Rat zurück und erstatteten Bericht:23»Das Gefängnis war verriegelt und die Wachen standen draußen vor der Zelle, doch als wir die Türen öffneten, war niemand da!«24Als der Hauptmann der Tempelwache und die obersten Priester das hörten, waren sie ratlos und fragten sich beunruhigt, was wohl geschehen war. (Apg 4,1)25In diesem Moment überbrachte ihnen jemand die Nachricht, dass die Männer, die sie hatten verhaften lassen, sich draußen im Tempelbezirk befanden und das Volk lehrten.26Der Hauptmann und seine Tempelwächter gingen hin und führten sie erneut ab, allerdings ohne Gewalt anzuwenden. Sie hatten Angst, dass das Volk sie steinigen würde, falls sie den Aposteln etwas antaten. (Mt 14,5; Mt 21,26)27Sie brachten die Apostel vor den Rat.28»Haben wir euch nicht befohlen, nie wieder im Namen dieses Mannes zu lehren?«, fragte der Hohe Priester. »Stattdessen habt ihr eure Lehre von Jesus in ganz Jerusalem verbreitet und wollt uns die Schuld an seinem Tod geben!« (Mt 23,35; Mt 27,25; Apg 2,23; Apg 4,18; Apg 7,52)29Doch Petrus und die Apostel entgegneten: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. (Apg 4,19)30Der Gott unserer Vorfahren hat Jesus von den Toten auferweckt, den ihr getötet habt, indem ihr ihn kreuzigen ließt. (Apg 10,39)31Nun hat Gott ihm als Herrscher und Erlöser den Ehrenplatz zu seiner Rechten gegeben, damit Israel umkehren und sich Gott zuwenden kann und Vergebung seiner Sünden erhält. (Apg 2,33; Hebr 2,10)32Wir sind Zeugen davon, ebenso wie der Heilige Geist, den Gott denen gibt, die ihm gehorchen.« (Lk 24,28; Joh 15,26)33Bei diesen Worten wurden die Mitglieder des Hohen Rats sehr wütend und sie beschlossen, die Apostel umzubringen. (Apg 7,54)34Im Rat gab es aber auch einen Pharisäer mit Namen Gamaliel. Dieser war ein ausgezeichneter Kenner der Heiligen Schrift und beim Volk sehr beliebt. Er erhob sich und befahl, die Apostel für kurze Zeit hinauszuführen. (Apg 22,3)35Dann richtete er das Wort an die Ratsmitglieder: »Männer Israels, überlegt euch gut, wie ihr mit diesen Männern verfahren wollt!36Vor einiger Zeit trat ein gewisser Theudas auf und gab vor, ein bedeutender Mann zu sein. Etwa vierhundert Leute schlossen sich ihm an, doch er wurde getötet, seine Anhänger zerstreuten sich wieder, und die Bewegung wurde zerschlagen. (Apg 21,38)37Nach ihm, zur Zeit der Volkszählung, erlebten wir das Gleiche mit Judas von Galiläa. Auch er versammelte Anhänger um sich, doch auch er wurde getötet und seine Nachfolger zerstreut. (Lk 2,1; Lk 13,1)38Deshalb rate ich euch, diese Männer in Ruhe zu lassen. Wenn es ihre eigenen Lehren und Taten sind, wird das Ganze bald scheitern.39Wenn es jedoch von Gott ist, werdet ihr sie nicht aufhalten können, und am Ende stellt ihr womöglich fest, dass ihr gegen Gott selbst kämpft.« Der Hohe Rat hörte auf Gamaliel. (Spr 21,30; Jes 46,10)40Man ließ die Apostel vorführen und auspeitschen. Bevor sie wieder freigelassen wurden, befahl man ihnen nochmals, nie wieder im Namen von Jesus zu sprechen. (Mt 10,17; Mk 13,9)41Die Apostel verließen den Hohen Rat voller Freude darüber, dass Gott sie für würdig gehalten hatte, für den Namen von Jesus zu leiden. (Mt 5,10; Joh 15,21; 1Petr 4,13)42Und sie fuhren fort, täglich im Tempel und in den Häusern[2] die Botschaft zu verkünden, dass Jesus der Christus sei. (Apg 2,46)
1Ein Mann namens Hananias verkaufte gemeinsam mit seiner Frau Saphira ein Grundstück2und schaffte mit Wissen seiner Frau etwas von dem Erlös auf die Seite. Dann brachte er den Rest und legte ihn öffentlich vor den Füßen der bevollmächtigten Jesusboten nieder.3Da sagte Petrus zu ihm: »Hananias, wodurch ist es möglich geworden, dass der Satan dein Herz erfüllt hat, sodass du versuchst, den heiligen Gottesgeist zu täuschen? Du hast etwas von dem Verkaufspreis des Feldes heimlich an die Seite geschafft!4War es nicht sowieso dein Eigentum, bevor und nachdem du es verkauft hattest? Wieso hast du dir diese Tat in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott selbst!«5Als Hananias diese Worte hörte, fiel er um und starb. Unter allen, die das erfuhren, breitete sich große Furcht aus.6Dann standen die jungen Männer, die dort anwesend waren, auf, hüllten ihn in ein Tuch, trugen ihn hinaus und begruben ihn.7Nachdem etwa drei Stunden vergangen waren, kam auch seine Frau herein. Sie wusste nicht, was geschehen war.8Da sprach Petrus sie an: »Sage mir, habt ihr das Feldstück für genau diese Summe verkauft?« Sie sagte: »Ja, genau das war der Preis!«9Da sagte Petrus zu ihr: »Warum seid ihr darin übereingekommen, den heiligen Geist des Herrn so auf die Probe zu stellen? Pass auf, da hörst du vor der Tür schon die Schritte derer, die deinen Mann begraben haben! Sie werden auch dich aus dem Haus hinaustragen!«10Sofort fiel Saphira direkt vor ihm auf den Boden und starb. Als die jungen Männer in den Raum hereinkamen, fanden sie sie tot vor. Sie trugen sie aus dem Haus hinaus und begruben sie neben ihrem Ehemann.11Die ganze Gottesgemeinde wurde von großer Furcht erfasst und auch alle anderen, die das erfuhren.
Zeichen und Wunder
12Durch die Hände der bevollmächtigten Jesusboten wurden viele Zeichen und Wunder bewirkt, mitten unter den Leuten. Alle, die an Jesus glaubten, trafen sich regelmäßig in der Säulenhalle Salomos im Tempelgelände.13Aber niemand von den Einwohnern Jerusalems wagte es, sich ihnen anzuschließen. Und doch hielt das Volk sie in großen Ehren.14Und immer mehr Menschen kamen zum Glauben an Jesus, den Herrn, ja, eine große Menge von Männern und Frauen kam zur Gemeinde hinzu.15Die Leute trugen sogar die Kranken auf die öffentlichen Plätze und legten sie dort auf Liegen und Matratzen hin. Denn sie hofften, dass, wenn Petrus vorüberging, sein Schatten auf einen von ihnen fallen könnte.16Es kam auch eine große Menschenmenge aus den Ortschaften um Jerusalem herbei. Sie trugen die Kranken und die, die von bösartigen Geistesmächten geplagt waren, herbei, und alle wurden gesund.
Gescheiterte Gefangennahme
17Da wurde der oberste Priester aktiv und auch alle anderen, die zur Partei der Sadduzäer gehörten. Sie wurden sehr zornig und entwickelten dabei großen Eifer.18Sie nahmen die Apostel fest und warfen sie in das öffentliche Gefängnis.19Doch ein Engel Gottes des Herrn öffnete in der Nacht die Türen des Gefängnisses und führte sie hinaus mit den Worten:20»Geht und stellt euch öffentlich im Tempelgelände hin und verkündigt den Menschen alles, was zu dieser Leben schaffenden Botschaft gehört!«21Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempelhof und begannen zu unterrichten. Als der oberste Priester erschien und die, die mit ihm zusammen waren, riefen sie den Hohen Rat zusammen und auch die gesamte Versammlung der Anführer der Stämme von Israel und schickten Diener zum Gefängnis, um die beiden herbeibringen zu lassen.22Als die Diener dorthin kamen, fanden sie sie nicht im Gefängnis. Sie kehrten zurück und berichteten:23»Wir fanden das Gefängnis ganz sorgfältig verriegelt vor und die Wachsoldaten standen vor den Eingängen. Doch im Innern fanden wir niemanden!«24Als sie diesen Bericht anhörten, der Anführer der Tempelwache und die obersten Priester, waren sie ratlos, weil sie sich den Sachverhalt nicht erklären konnten und auch nicht wussten, wie sich die Sache noch weiterentwickeln würde.25Da kam jemand und berichtete ihnen: »Die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, sind jetzt im Tempelgelände. Sie stehen da und unterweisen das Volk öffentlich in ihrer Lehre!«26Da ging der Anführer der Tempelwache zusammen mit seinen Untergebenen hin und führte sie in die Ratsversammlung, allerdings nicht mit Gewalt, denn sie hatten Angst, dass die Leute sie steinigen würden.27So brachten sie sie herein und stellten sie vor den Hohen Rat. Dort stellte der oberste Priester sie zur Rede:
Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat
28»Wir haben euch die klare Anweisung gegeben, dass ihr nicht in diesem Namen die Leute unterweisen sollt. Und was habt ihr gemacht? Ihr habt die gesamte Stadt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt! Ihr wollt uns wohl für den Tod dieses Mannes verantwortlich machen?«29Petrus erwiderte zusammen mit den anderen bevollmächtigten Aposteln: »Gott muss man den größeren Gehorsam erweisen als den Menschen!30Der Gott unserer Voreltern hat Jesus wieder zum Leben erweckt, den, den ihr umgebracht habt, indem ihr ihn am Holz, am Kreuz, aufgehängt habt.31Ihn hat Gott durch sein machtvolles Wirken zum Anführer aller Menschen und zum Erlöser der Welt gemacht. So wollte er es dem Volk Israel ermöglichen, zu Gott umzukehren und die Vergebung ihrer Sünden zu erfahren.32Wir stehen persönlich für die Wahrheit dieser Aussagen ein, genauso wie der heilige Gottesgeist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorsam sind.«33Als sie das hörten, wurden sie wütend und fassten den Plan, die beiden umzubringen.
Der Rat des Gamaliel
34Da stand ein Angehöriger der Pharisäer namens Gamaliel in der Ratsversammlung auf. Er war ein beim gesamten jüdischen Volk angesehener Lehrer des göttlichen Gesetzes. Er gab die Anweisung, dass die beiden Männer kurz hinausgeschickt würden.35Dann sagte er zu den versammelten Ratsmitgliedern: »Ihr Männer, ihr Israeliten! Seht euch bei diesen Menschen genau vor, was ihr mit ihnen tun wollt!36Denn vor nicht allzu langer Zeit stand Theudas auf mit dem Anspruch, jemand Besonderes zu sein. Ihm schlossen sich Männer an, etwa vierhundert an der Zahl. Dann wurde er getötet, und alle, die ihm Treue geschworen hatten, zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen, und die Sache verlief im Sand.37Danach stand Judas, der Galiläer, auf, zur Zeit der Volkszählung, und brachte eine Menge Leute hinter sich. Auch der kam um, und alle, die sich ihm verschrieben hatten, wurden zerstreut.38Was diese Situation heute angeht, sage ich: Lasst eure Finger von diesen Menschen! Denn wenn diese Sache, diese Bewegung nur von Menschen stammt, dann wird sie keinen Bestand haben.39Wenn sie aber von Gott herkommt, dann könnt ihr diese Leute auch nicht vernichten. Passt nur auf, dass ihr am Ende nicht als Kämpfer gegen Gott dasteht!« Da hörten sie auf ihn.40Dann riefen sie die Apostel wieder zu sich herein. Sie ließen sie schlagen und wiesen sie an, nicht mehr in dem Namen von Jesus zu reden. Dann ließen sie sie gehen.41Doch diese gingen weg von der Ratsversammlung, voller Freude, weil Gott sie für würdig dafür angesehen hatte, für den Namen Jesus entehrt zu werden.42Und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempelhof und überall in den Häusern die Menschen zu unterweisen und die gute Nachricht von Jesus, dem Messias, öffentlich weiterzugeben.