1Das schönste aller Lieder, von Salomo. SIE (1Kön 5,12)2Komm doch und küss mich! Deine Liebe berauscht mich mehr noch als Wein. (Hl 1,4; Hl 4,10)3Weithin verströmen deine kostbaren Salben herrlichen Duft. Jedermann kennt dich, alle Mädchen im Lande schwärmen für dich! (Hl 1,12)
Das Mädchen vom Land
4Komm, lass uns eilen, nimm mich mit dir nach Hause, fass meine Hand! Du bist mein König! Deine Zärtlichkeit gibt mir Freude und Glück. Rühmen und preisen will ich stets deine Liebe, mehr als den Wein! Mädchen, die schwärmen, wenn dein Name genannt wird, schwärmen zu Recht! SIE (Hl 1,2; Hl 4,10)
Die Hirtin
5-6Schwarz gebrannt hat mich die Sonne, schwarz wie Beduinenzelte, wie die Decken Salomos. Trotzdem bin ich schön, ihr Mädchen aus der Stadt Jerusalem! Seht nicht so auf mich herunter, weil ich dunkler bin als ihr. Draußen muss ich alle Tage meiner Brüder Weinberg hüten. Doch für meinen eigenen Weinberg – für mich selbst – kann ich nicht sorgen; dafür bleibt mir keine Zeit! SIE7Sag mir, Geliebter, wo kann ich dich finden? Wo ruhn deine Schafe mittags, wenn’s heiß wird? Andere Hirten, was sollen sie denken, wenn ich nach dir frage, überall suche? ER
Zwiesprache der Liebenden
8Musst du mich fragen, du schönste der Frauen? Du musst es doch wissen, wo du mich findest! Nimm deine Zicklein und folge dem Schafsweg! Dort wirst du mich treffen, nah bei den Zelten. ER9Prächtig und schön siehst du aus, meine Freundin, stolz wie die Stute an Pharaos Wagen!10Schmückende Kettchen umrahmen die Wangen und deinen Hals zieren Schnüre mit Perlen.11Aber noch schöneren Schmuck sollst du haben: silberne Perlen an Kettchen aus Gold! SIE12Solange mein König mir nahe ist, verbreitet mein Nardenöl seinen Duft. (Hl 1,3)13Mein Liebster liegt bei mir, an meiner Brust, er duftet wie würziges Myrrhenharz,14so kräftig wie Blüten vom Hennastrauch; im Weinberg von En-Gedi wachsen sie. ER15Schön bist du, zauberhaft schön, meine Freundin, und deine Augen sind lieblich wie Tauben! SIE16Stattlich und schön bist auch du, mein Geliebter! Sieh, unser Lager ist blühendes Gras,17Balken in unserem Haus sind die Zedern und die getäfelten Wände Zypressen.
2Mit Küssen seines Mundes küsse er mich. / Süßer als Wein ist deine Liebe. (Hl 2,4; Hl 4,10; Hl 7,10; Hl 8,1; Hl 8,2)3Köstlich ist der Duft deiner Salben, / dein Name hingegossenes Salböl; / darum lieben dich die jungen Frauen. (Ps 45,8; Ps 133,2; Pred 7,1; Pred 9,8; Hl 4,10; Mt 26,6; Mk 14,3; Lk 7,36; Joh 12,1)4Zieh mich her hinter dir! Lass uns eilen! / Der König führt mich in seine Gemächer.
Jauchzen lasst uns, deiner uns freuen, / deine Liebe höher rühmen als Wein. / Dich liebt man zu Recht. (Ps 45,1; Ps 45,15; Hl 1,2; Hl 1,12; Hl 2,4; Hl 3,9; Hl 4,10; Hl 7,6; Hl 7,10; Hl 8,2; Jes 45,4; Jes 61,10; Jes 62,1; Jer 2,2; Hos 1,1; Hos 14,5)5Schwarz bin ich, doch schön, / ihr Töchter Jerusalems,
wie die Zelte von Kedar, / wie Salomos Decken. (1Mo 25,18; Ps 120,5; Hl 1,1; Hl 2,7; Hl 3,5; Hl 3,7; Hl 5,8; Hl 8,4; Hl 8,11; Jes 3,16; Jes 60,7; Jer 6,2; Jer 49,28)6Schaut mich nicht so an, / weil ich so schwarz bin! / Die Sonne hat mich verbrannt.
Meiner Mutter Söhne waren mir böse, / ließen mich Weinberge hüten; / meinen eigenen Weinberg habe ich nicht gehütet. (Hl 1,14; Hl 2,15; Hl 8,11; Jes 5,1)7Du, den meine Seele liebt, / sag mir: Wo weidest du die Herde? / Wo lagerst du am Mittag?
Wozu soll ich wie eine Verhüllte sein / bei den Herden deiner Gefährten? (5Mo 6,5; 5Mo 30,6; Hl 3,1)8Wenn du das nicht weißt, / du schönste der Frauen,
dann folge den Spuren der Schafe, / dann weide deine Zicklein dort, / wo die Hirten lagern! (Hl 5,9; Hl 6,1)9Mit einer Stute an Pharaos Wagen / vergleiche ich dich, meine Freundin. (2Mo 14,9)10Schön sind deine Wangen zwischen den Kettchen, / dein Hals in den Perlenschnüren.11Machen wir dir noch goldene Kettchen, / kleine Silberkugeln daran!12Bis dorthin, wo der König an seiner Tafel liegt, / gibt meine Narde ihren Duft. (Hl 1,3)13Ein Beutel Myrrhe ist mir mein Geliebter, / der zwischen meinen Brüsten ruht. (Ps 45,9; Hl 3,6; Hl 4,6; Hl 5,1; Jes 5,1; Mt 3,17; Mt 12,18; Mk 1,11; Mk 9,7; Lk 3,22)14Eine Hennablüte ist mein Geliebter mir / aus den Weinbergen von En-Gedi.15Siehe, schön bist du, meine Freundin, / siehe, du bist schön. / Deine Augen sind Tauben. (1Mo 29,17; Hl 2,2; Hl 4,6; Hl 5,2; Hl 6,4)16Schön bist du, mein Geliebter, verlockend. / Frisches Grün ist unser Lager,17Zedern sind die Balken unseres Hauses, / Zypressen die Wände.