von Katholisches Bibelwerk1Und statt eines Freundes werde nicht ein Feind!
Denn ein übler Name wird Schande und Schmach erben, / so auch der doppelzüngige Sünder.2Überheb dich nicht im Begehren deiner Seele, / damit deine Kraft nicht geraubt wird wie die eines Stieres![1]3Deine Blätter wirst du verzehren und deine Früchte vernichten / und du wirst dich selbst zurücklassen wie trockenes Holz.4Eine böse Seele wird den, dem sie gehört, zugrunde richten / und ihn zum Gespött der Feinde machen.
Wahre und falsche Freundschaft
5Eine süße Rede vermehrt Freunde / und eine redegewandte Zunge vermehrt, was willkommen ist.[2] (Spr 15,4)6Viele sollen es sein, die dir Frieden wünschen, / deine Ratgeber aber - nur einer aus tausend.7Wenn du einen Freund gewinnen willst, gewinne ihn durch Erprobung / und vertrau ihm nicht zu schnell! (Sir 12,8; Sir 19,4; Sir 37,1)8Denn es gibt einen Freund zum für ihn günstigen Zeitpunkt, / am Tag deiner Not bleibt er nicht.9Es gibt einen Freund, der sich auf Feindschaft umstellt, / er wird einen Streit zu deiner Schande enthüllen10und es gibt einen Freund als Tischgenossen, / am Tag deiner Not bleibt er nicht. (Spr 19,4; Sir 37,4)11In deinem Glück wird er sein wie du / und er wird bei deinen Dienern das Wort führen;12wenn du gedemütigt wirst, wird er gegen dich sein / und er wird sich vor dir verbergen.13Von deinen Feinden halte dich fern, / vor deinen Freunden nimm dich in Acht!14Ein treuer Freund ist ein starker Schutz, / wer ihn findet, hat einen Schatz gefunden.15Für einen treuen Freund gibt es keinen Gegenwert, / seine Kostbarkeit lässt sich nicht aufwiegen.16Ein treuer Freund ist eine Arznei des Lebens / und es werden ihn finden, die den Herrn fürchten.17Wer den Herrn fürchtet, hält aufrechte Freundschaft, / denn wie er selbst, so ist auch sein Nächster.
Mühe und Lohn der Weisheitssuche
18Kind, von deiner Jugend an erwähle Bildung! / Bis du graue Haare hast, wirst du Weisheit finden.19Geh auf sie zu wie ein Pflüger und Sämann / und warte auf ihre guten Früchte!
Denn bei der Mühe um sie wirst du kaum ermüden / und bald wirst du ihre Früchte verkosten.20Wie überaus rau ist sie für die Ungebildeten, / ein Mensch ohne Einsicht wird nicht bei ihr bleiben.21Wie ein schwerer Stein wird sie auf ihm lasten / und er wird nicht zögern, sie abzuwerfen.22Denn die Weisheit ist wie ihr Name / und nicht vielen ist sie offenbar.23Höre, Kind, und nimm meine Erkenntnis an / und weise meinen Rat nicht zurück!24Füge deine Füße in ihre Fesseln / und deinen Hals unter ihr Halseisen!25Beuge deinen Nacken und trage sie / und sei nicht unwillig über ihre Stricke! (Sir 51,26)26Mit deiner ganzen Seele geh auf sie zu / und mit deiner ganzen Kraft befolge ihre Wege! (5Mo 6,4)27Erspüre sie und suche, so wird sie sich dir zu erkennen geben; / hast du sie ergriffen, lass sie nicht los!28Denn zuletzt wirst du bei ihr Ruhe finden / und sie wird sich für dich in Freude verwandeln.29Die Fußfesseln werden dir zum starken Schutz / und ihr Halseisen zu einem Ehrenkleid.30Denn goldener Schmuck liegt auf ihr / und ihre Fesseln sind ein hyazinthfarbenes Gewebe.31Als Ehrenkleid wirst du sie anlegen / und eine Freudenkrone wirst du dir aufsetzen. (Spr 4,9; Jes 62,3)32Wenn du willst, Kind, wirst du gebildet werden, / und wenn du deine Seele hineingibst, wirst du klug werden.33Wenn du es liebst hinzuhören, wirst du empfangen, / und wenn du dein Ohr hinwendest, wirst du weise werden.34Stelle dich in die Schar der Ältesten, / wer weise ist, dem schließe dich an!35Höre gern zu, wenn von Gott gesprochen wird, / Sprüche voll Einsicht lass dir nicht entgehen!36Wenn du einen Verständigen siehst, geh frühmorgens zu ihm / und dein Fuß trete seine Türschwelle aus!37Sinne nach in den Anordnungen des Herrn / und bedenke ständig seine Gebote!
Er wird dein Herz festigen / und die Weisheit, die du begehrst, wird dir gegeben. (Ps 1,2)
Jesus Sirach 6
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag Zürich1Und sei ein Freund und nicht ein Feind, denn ein schlechter Ruf wird Schande und Schmach zur Folge haben. So ergeht es dem doppelzüngigen Sünder.2Überhebe dich nicht, wenn du mit dir zu Rate gehst, damit deine Kraft nicht geraubt wird wie ein Stier.3Deine Blätter wirst du essen und deine Früchte verderben lassen, und du wirst dich zurücklassen wie vertrocknetes Holz.4Eine böse Seele wird den verderben, der sie erworben hat, und sie wird ihn zum Gespött der Feinde machen.
Freundschaft und Gottesfurcht
5Eine süsse Kehle wird die Freunde vermehren, und eine wohlredende Zunge wird Freundlichkeiten vermehren.[1]6Die mit dir in Frieden leben, mögen viele sein, deine Berater aber - einer von tausend.7Wenn du einen Freund gewinnen willst, gewinne ihn durch Prüfung, und vertraue ihm nicht zu schnell.8Denn es gibt einen Freund, der da ist, wenn es ihm nützt, aber er wird nicht bleiben am Tag der Bedrängnis.9Und es gibt einen Freund, der sich zum Feind wandelt, und den Streit, der dir Schmach bringt, wird er öffentlich machen.10Und es gibt einen Freund, der ist ein Tischgenosse, aber er wird nicht bleiben am Tag der Bedrängnis.11Und wenn es gut um dich steht, wird er sein wie du, und vor deinen Haussklaven wird er reden, wie er will.12Wenn du gedemütigt wirst, wird er gegen dich sein und sich vor deinem Angesicht verbergen.13Von deinen Feinden trenne dich, und vor deinen Freunden nimm dich in acht.14Ein treuer Freund ist ein starker Schutz, und wer ihn findet, hat einen Schatz gefunden.15Für einen treuen Freund gibt es keinen Gegenwert, und für seine Vortrefflichkeit gibt es kein Mass.16Ein treuer Freund ist Lebensmedizin, und die den Herrn fürchten, werden ihn finden.17Wer den Herrn fürchtet, wird in seiner Freundschaft geradlinig sein, denn wie er ist, so wird auch sein Nächster sein.
Wenn du es willst, wirst du Bildung erlangen
18Kind, von deiner frühsten Jugend an öffne dich der Bildung, und du wirst Weisheit finden bis ins Alter.19Wie der, der pflügt und sät, geh zu ihr und erwarte ihre guten Früchte, denn in der Arbeit für sie wirst du dich ein wenig plagen, bald aber wirst du von ihrem Ertrag essen.20Wie unwirtlich ist die Weisheit für die Ungebildeten! Und wer ohne Verstand ist, wird nicht in ihr bleiben.21Schwer wie ein Prüfstein wird sie auf ihm lasten, und er wird nicht zögern, sie abzuwerfen.22Denn die Weisheit ist, was ihr Name sagt, und nicht vielen ist sie offenbar.23Höre, Kind, und nimm meine Lehre an und weise meinen Rat nicht zurück.24Lege deine Füsse in ihre Fussfesseln und in ihre Kette deinen Hals.25Beuge deine Schulter und ertrage sie, und sei nicht ungehalten über ihre Fesseln.26Mit deiner ganzen Seele geh zu ihr, und mit deiner ganzen Kraft halte dich an ihre Wege.27Spüre sie auf und suche sie, und sie wird sich dir zu erkennen geben, und bist du ihrer habhaft geworden, lass sie nicht los.28Denn am Ende wirst du die Ruhe finden, die sie gibt, und zu deiner Freude wird sie sich dir zuwenden,[2]29und ihre Fussfesseln werden dir ein starker Hort sein und ihre Ketten ein herrliches Gewand.30Denn sie trägt goldenen Schmuck, und ihre Fesseln sind hyazinthfarbene Bänder.31Als herrliches Gewand wirst du sie anlegen, und als Kranz des Jubels wirst du sie dir aufsetzen.32Wenn du es willst, Kind, wirst du Bildung erlangen, und wenn du deine Seele hingibst, wirst du klug werden.33Wenn du das Hören liebst, wirst du verstehen, und wenn du dein Ohr neigst, wirst du weise werden.34Stell dich in den Kreis der Ältesten und schliess dich ihrer Weisheit an.35Es sei dein Wunsch, jede göttliche Erzählung zu hören, und kein verständiger Weisheitsspruch entgehe dir.36Wenn du einen Verständigen siehst, geh zu ihm früh am Morgen, und dein Fuss wetze die Schwellen seiner Türen ab!37Denke nach über die Bestimmungen des Herrn, und sinne jederzeit über seine Gebote nach. Er wird dein Herz stärken, und das Verlangen nach Weisheit wird dir gegeben werden.