1Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, grüßt die zwölf Stämme in der Diaspora. (1Petr 1,1)
DIE VIELGESTALTIGKEIT DER VERSUCHUNGEN
2Nehmt es voll Freude auf, meine Brüder und Schwestern, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet! (1Petr 1,6)3Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Geduld bewirkt. (Röm 5,3)4Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und untadelig seid und es euch an nichts fehlt.5Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandem einen Vorwurf. (Mt 7,7)6Wer bittet, soll aber im Glauben bitten und nicht zweifeln; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind hin und her getrieben wird. (Eph 4,14)7Ein solcher Mensch bilde sich nicht ein, dass er vom Herrn etwas erhalten wird:8Er ist ein Mann mit zwei Seelen, unbeständig auf all seinen Wegen.9Der Bruder, der in niederem Stand lebt, rühme sich seiner hohen Würde,10der Reiche aber seiner Niedrigkeit; denn er wird dahinschwinden wie die Blume im Gras. (Jes 40,6; 1Petr 1,24)11Denn die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und versengt das Gras; die Blume verwelkt und ihre Pracht vergeht. So wird auch der Reiche vergehen in allem, was er unternimmt.12Selig der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben. (2Tim 4,8; 1Petr 5,4; Offb 2,10)13Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott lässt sich nicht zum Bösen versuchen, er führt aber auch selbst niemanden in Versuchung. (Sir 15,11)14Vielmehr wird jeder von seiner eigenen Begierde in Versuchung geführt, die ihn lockt und fängt.15Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor.16Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder und Schwestern: (1Kor 15,33)17Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung oder Verfinsterung gibt.[1]18Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir eine Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien. (Eph 1,13; Kol 1,5; 1Petr 1,23; Offb 14,4)
LEBEN AUS GOTTES WORT UND WEISUNG
Gottes Wort hören und tun
19Wisset, meine geliebten Brüder und Schwestern: Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; (Pred 5,1; Sir 5,11)20denn der Zorn eines Mannes schafft keine Gerechtigkeit vor Gott.21Darum legt alles Schmutzige und die viele Bosheit ab und nehmt in Sanftmut das Wort an, das in euch eingepflanzt worden ist und die Macht hat, euch zu retten! (Kol 3,8; 1Petr 2,1)22Werdet aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer, sonst betrügt ihr euch selbst!23Wer nur Hörer des Wortes ist und nicht danach handelt, gleicht einem Menschen, der sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachtet:24Er betrachtet sich, geht weg und schon hat er vergessen, wie er aussah.25Wer sich aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht nur hört und es wieder vergisst, sondern zum Täter des Werkes geworden ist, wird selig sein in seinem Tun. (Röm 8,2)26Wenn einer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Gottesdienst ist wertlos.27Ein reiner und makelloser Gottesdienst ist es vor Gott, dem Vater: für Waisen und Witwen in ihrer Not zu sorgen und sich unbefleckt von der Welt zu bewahren.
Jakobus 1
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, an die zwölf Stämme in der Zerstreuung: Seid gegrüßt!
Christen in der Anfechtung
2Meine Brüder und Schwestern, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt, (Röm 5,3; 1Petr 4,13)3und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt.4Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und keinen Mangel habt.5Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm gegeben werden. (Spr 2,3; Jak 3,15)6Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und aufgepeitscht wird. (Mk 11,24)7Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde.8Ein Zweifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen.9Der Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe; (Jak 2,5)10wer aber reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. (Jes 40,6; 1Tim 6,17)11Die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und das Gras verwelkt, und die Blume fällt ab und ihre schöne Gestalt verdirbt: So wird auch der Reiche dahinwelken in dem, was er unternimmt.12Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. (2Tim 4,8; Offb 2,10)
Der Ursprung der Versuchung
13Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand.14Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt. (1Mo 3,6; Röm 7,7)15Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. (Röm 6,23; Röm 7,10)16Irrt euch nicht, meine Lieben.17Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts[1], bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis. (Mt 7,11; 1Joh 1,5)18Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir die Erstlinge seiner Geschöpfe seien. (Joh 1,13; Röm 16,5; 1Petr 1,23)
Hörer und Täter des Wortes
19Ihr sollt wissen, meine Lieben: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. (Spr 29,20; Pred 5,1; Pred 7,9)20Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist. (Spr 29,22; Eph 4,26)21Darum legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist und Kraft hat, eure Seelen selig zu machen. (1Petr 2,1)22Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst. (Mt 7,21; Röm 2,13)23Denn wenn jemand ein Hörer des Worts ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Menschen, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut;24denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah.25Wer aber sich vertieft in das vollkommene Gesetz der Freiheit und dabei beharrt und ist nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter, der wird selig sein in seinem Tun. (Röm 8,2; Jak 2,12)26Wenn jemand meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig. (Jak 3,1; 1Petr 3,10)27Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.
Jakobus 1
Das Buch
von SCM Verlag1Dieser Brief kommt von Jakobus. Ich bin ein Leibeigener Gottes und gehöre dem Herrn, dem Messias Jesus. Ich schreibe an die zwölf Stämme unseres jüdischen Volkes, die überall in der Welt verstreut leben. Seid herzlich gegrüßt!
Ausdauer entwickeln
2Seht es als wahre Freude an, meine Brüder und Schwestern, wenn ihr in alle möglichen Prüfungen hineingeratet.3Denn ihr wisst ja, dass diese Bewährungsprobe eures Vertrauens in euch Ausdauer hervorruft.4Und diese Ausdauer hat dann auch zur Folge, dass ihr das auch zum Abschluss führt, was ihr tut. So werdet ihr euer Ziel erreichen, eure Berufung ganz ausfüllen und in keinem Bereich hinter dem Ziel zurückbleiben.5Wenn es irgendeinem von euch an Weisheit fehlt, dann soll er Gott darum bitten. Der gibt allen gern und macht niemandem Vorwürfe. So wird ihm diese Weisheit geschenkt werden.6Doch er soll voller Vertrauen bitten und keinesfalls zweifeln! Denn wer zweifelt, der ist wie eine Welle im Meer, vom Wind aufgepeitscht und hin und her geworfen.7So jemand soll nicht meinen, dass er irgendetwas vom Herrn erhalten wird,8denn er ist ein in seinem Innersten gespaltener Mensch ohne festes Fundament in seinem Verhalten.9Ein Mitchrist, der in bescheidenen Verhältnissen lebt, kann darauf stolz sein, dass Gott ihn hoch erhoben hat.10Doch ein Reicher soll sich seiner eigenen Niedrigkeit bewusst sein, denn auch er wird wie eine Feldblume sterben müssen.11So ist es: Die Sonne steigt auf in voller Hitze und lässt das Gras verdorren. Die Feldblumen sind abgefallen und das, was schön anzusehen war, ist nicht mehr da. Genauso geht es einem Reichen: Er wird in seinen eigenen Vorhaben dann doch zu seinem Ende kommen.12Doch wahrhaft glücklich ist der Mensch, der in der Zeit der Prüfung durchhält. Denn wenn er sich als bewährt erwiesen hat, dann wird sein Leben gekrönt mit dem Siegespreis, den Gott denen versprochen hat, die ihn lieb haben.
Versuchung
13Wenn jemand in eine Versuchung gerät, soll er nicht sagen, dass diese Versuchung von Gott kommt. Denn Gott selbst kann nicht zu irgendeiner bösen Tat angestiftet werden, und er führt auch niemanden in solch eine Versuchung hinein.14Sondern es ist so: Jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begehrlichkeiten fortgezogen und gelockt.15Danach geht diese Begierde mit der Übertretung schwanger und bringt sie schließlich hervor. Wenn diese Sünde dann ganz zur Entfaltung gekommen ist, hat sie den Tod zur Folge.16Täuscht euch nicht, meine lieben Schwestern und Brüder!17Jedes gute Geschenk und jede vollkommene Gabe kommt aus der oberen Wirklichkeit zu uns herab, vom Vater der Lichter. Bei ihm gibt es keine Veränderung, ja, im Bild gesprochen, noch nicht einmal ein leichtes Flackern, das die Lichtstärke verändern könnte.18Nach seinem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit neues Leben geschenkt. Wir sollten die Ersten unter seinen Geschöpfen sein, die er in seiner großen Ernte zu sich nach Hause bringt.
Hören und Tun
19Ihr wisst ja, meine lieben Geschwister: Jeder Mensch soll dazu fähig sein, gut zuzuhören. Aber er soll nicht sofort zu allem etwas sagen und erst recht nicht leicht zornig werden.20Denn es stimmt: Der Zorn eines Menschen kann nicht das bewirken, was Gottes gerechtem Wesen entspricht.21Trennt euch deshalb von allem inneren Schmutz und von der Bosheit und nehmt lernbereit das in euch eingepflanzte Gotteswort auf, denn es hat die Kraft, euch von allem Bösen zu befreien.22Seid also Leute, die das Gotteswort in die Tat umsetzen und es nicht nur hören! Denn damit betrügt ihr letztlich nur euch selbst.
Der Spiegel
23Denn wenn jemand die Botschaft Gottes nur hört und sie nicht in die Tat umsetzt, dann ist er wie ein Mann, der sein eigenes Gesicht im Spiegel sieht.24Er betrachtet sich darin, geht dann wieder weg und vergisst sofort, wie er aussieht.25Aber wer den Durchblick gewinnt, bis hinein in das vollendete Gesetz der Freiheit, und dann daran festhält, wer also kein vergesslicher Hörer ist, sondern es auch in die Tat umsetzt, der wird in allem, was er tut, wahres Glück finden.26Wenn jemand meint, dass er so lebt, wie es Gott gefällt, dabei aber seine Zunge nicht im Zaum halten kann, der betrügt sein eigenes Herz, und seine Gottesverehrung ist leeres Gerede.27Darin besteht der Gottesdienst, der echt und unverfälscht ist und sich auf Gott den Vater ausrichtet: schutzlosen Waisen und Witwen in ihren Nöten beizustehen und sich nicht in die Gottlosigkeit dieser Welt zu verstricken.