Petrus verteidigt in Jerusalem seine Sendung zu den Heiden
1Die Apostel aber und die Brüder, die in Judäa waren, hörten, dass auch die Nationen das Wort Gottes angenommen hatten. (Apg 8,14; Apg 10,9)2Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, stritten die aus der Beschneidung mit ihm3und sagten: Du bist bei unbeschnittenen Männern eingekehrt und hast mit ihnen gegessen! (Apg 10,28; Gal 2,12)4Petrus aber fing an und setzte es ihnen der Reihe nach auseinander und sprach:5Ich war in der Stadt Joppe im Gebet, und ich sah in einer Verzückung eine Erscheinung, wie ein Gefäß herabkam, gleich einem großen leinenen Tuch, an vier Zipfeln herabgelassen aus dem Himmel; und es kam bis zu mir.6Und als ich gespannt hineinschaute, bemerkte und sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde und die wilden Tiere und die kriechenden und die Vögel des Himmels.7Ich hörte aber auch eine Stimme, die zu mir sagte: Steh auf, Petrus, schlachte und iss!8Ich sprach aber: Keineswegs, Herr! Denn niemals ist Gemeines[1] oder Unreines in meinen Mund gekommen.9Eine Stimme aber antwortete zum zweiten Mal aus dem Himmel: Was Gott gereinigt hat, mach du nicht gemein!10Dies aber geschah dreimal; und alles wurde wieder hinaufgezogen in den Himmel.11Und siehe, sogleich standen vor dem Haus, in dem ich war, drei Männer, die von Cäsarea zu mir gesandt waren.12Der Geist aber sagte mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen gehen. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir kehrten in das Haus des Mannes ein. (Apg 8,29)13Und er erzählte uns, wie er den Engel in seinem Haus habe stehen sehen und sagen: Sende nach Joppe und lass Simon mit dem Beinamen Petrus holen!14Der wird Worte zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus. (Joh 4,53; Apg 16,15; Apg 18,8)15Während ich aber zu reden begann, fiel der Heilige Geist auf sie, so wie auch auf uns im Anfang. (Apg 2,4)16Ich erinnerte mich aber an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit[2] Heiligem Geist getauft werden. (Apg 1,5)17Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, dass ich hätte Gott wehren können? – (Apg 5,32)18Als sie aber dies gehört hatten, beruhigten sie sich und verherrlichten Gott und sagten: Dann hat Gott also auch den Nationen die Buße gegeben zum Leben. (Lk 24,47; Apg 15,3; Apg 20,21)
Barnabas und Saulus bei Juden- und Heidenchristen in Antiochia
19Die nun zerstreut waren durch die Bedrängnis, die wegen Stephanus entstanden war, zogen hindurch bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia und redeten zu niemand das Wort als allein zu Juden. (Mt 10,6; Apg 8,1)20Es waren aber unter ihnen einige Männer von Zypern und Kyrene[3], die, als sie nach Antiochia kamen, auch zu den Griechen[4] redeten, indem sie das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten.21Und des Herrn Hand war mit ihnen, und eine große Zahl, die gläubig wurde, bekehrte sich zum Herrn. (Lk 1,66; Apg 9,35)22Es kam aber die Rede von ihnen zu den Ohren der Gemeinde[5] in Jerusalem, und sie sandten Barnabas aus, nach Antiochia hinzuziehen; (Apg 4,36; Apg 8,14)23der freute sich, als er hingekommen war und die Gnade Gottes sah, und ermahnte alle, mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren. (Apg 13,43; Apg 14,22)24Denn er war ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens. Und eine zahlreiche Menge wurde dem Herrn hinzugetan. (Apg 2,47; Apg 6,5)25Er zog aber aus nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen; (Apg 9,27)26und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es geschah ihnen aber, dass sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde[6] zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und dass die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden. (Apg 26,28; 1Petr 4,16)
Prophezeiung des Agabus
27In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochia herab. (Apg 13,1; Apg 15,32)28Einer aber von ihnen, mit Namen Agabus, stand auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte; sie trat auch unter Klaudius[7] ein. (Apg 18,2; Apg 21,10)29Sie beschlossen aber, dass, ⟨je nachdem⟩ wie einer der Jünger begütert war, jeder von ihnen zur Hilfeleistung den Brüdern, die in Judäa wohnten, ⟨etwas⟩ senden sollte; (Gal 6,10)30das taten sie auch, indem sie es durch die Hand des Barnabas und Saulus an die Ältesten sandten. (Apg 12,25; Apg 24,1; Röm 15,25; 1Kor 16,3; Gal 2,10)
Petrus rechtfertigt sein Verhalten vor jüdischen Gläubigen
1Und die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, hörten, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. (Apg 8,14)2Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, machten die aus der Beschneidung ihm Vorwürfe (Apg 10,45; Apg 15,5; Gal 2,11)3und sprachen: Zu unbeschnittenen Männern bist du hineingegangen und hast mit ihnen gegessen! (Apg 6,14; Apg 21,21; Gal 2,12)4Da begann Petrus und erzählte ihnen alles der Reihe nach und sprach: (Apg 10,9)5Ich war in der Stadt Joppe und betete; da sah ich in einer Verzückung ein Gesicht: Ein Gefäß kam herab, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden vom Himmel herabgelassen wurde, und es kam bis zu mir. (2Kor 12,1)6Als ich nun hineinblickte und es betrachtete, sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels.7Und ich hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Steh auf, Petrus, schlachte und iss!8Ich aber sprach: Keineswegs, Herr! Denn nie ist etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen! (3Mo 11,1; 5Mo 14,3; Röm 14,14)9Aber eine Stimme vom Himmel antwortete mir zum zweiten Mal: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein! (1Tim 4,4)10Dies geschah aber dreimal; und alles wurde wieder in den Himmel hinaufgezogen. (Apg 10,16)11Und siehe, in dem Augenblick standen vor dem Haus, in dem ich war, drei Männer, die aus Cäsarea zu mir gesandt worden waren. (Apg 10,17)12Und der Geist sprach zu mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen ziehen. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir gingen in das Haus des Mannes hinein. (Joh 16,13)13Und er berichtete uns, wie er den Engel in seinem Haus stehen sah, der zu ihm sagte: Sende Männer nach Joppe und lass Simon mit dem Beinamen Petrus holen; (Hebr 1,14)14der wird Worte zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus. (Apg 16,31; Röm 1,16; 2Tim 3,15)15Als ich aber zu reden anfing, fiel der Heilige Geist auf sie, gleichwie auf uns am Anfang. (Apg 2,4)16Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden. (Joe 3,1; Mt 3,11; Joh 1,33; Joh 14,26; Apg 1,5)17Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe verliehen hat wie auch uns, nachdem sie an den Herrn Jesus Christus gläubig geworden sind, wer war ich denn, dass ich Gott hätte wehren können? (Apg 15,8)18Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben! (Lk 24,47; Röm 10,12; Röm 15,9; Eph 3,6)
Antiochia, die erste Gemeinde aus Juden und Heiden. Barnabas und Saulus
19Die nun, welche sich zerstreut hatten seit der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhoben hatte, zogen bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia und redeten das Wort zu niemand als nur zu Juden. (Mt 10,6; Apg 8,1)20Unter ihnen gab es aber einige, Männer aus Zypern und Kyrene, die, als sie nach Antiochia kamen, zu den Griechischsprechenden[1] redeten und ihnen das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten. (Mt 27,32; Joh 12,20; Apg 8,5; Apg 8,35; Apg 20,21; Röm 1,16; Röm 2,9; 1Kor 1,23; 1Tim 2,5)21Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn. (Mk 16,20; Apg 13,48; 1Thess 1,9)22Es kam aber die Kunde von ihnen zu den Ohren der Gemeinde in Jerusalem, und sie sandten Barnabas, dass er hingehe nach Antiochia. (Apg 4,36; Apg 8,14)23Und als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, mit festem Herzen bei dem Herrn zu bleiben; (Lk 10,21; Lk 15,7; Lk 15,10; Joh 4,36; Apg 13,43; Apg 14,22; 3Joh 1,4)24denn er war ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens; und es wurde dem Herrn eine beträchtliche Menge hinzugetan. (Apg 6,5; Apg 11,21)25Und Barnabas zog aus nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen, (Apg 9,27; Apg 9,30)26und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es begab sich aber, dass sie ein ganzes Jahr zusammen in der Gemeinde blieben und eine beträchtliche Menge lehrten; und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt. (Mt 28,19; 1Tim 4,13; 2Tim 4,2; 1Petr 4,16)
Hilfeleistung für die Gläubigen in Judäa
27In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem herab nach Antiochia. (Apg 2,17; Apg 13,1; Eph 4,11)28Und einer von ihnen, mit Namen Agabus, trat auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte; diese trat dann auch ein unter dem Kaiser Claudius. (Apg 18,2; Apg 21,10)29Da beschlossen die Jünger, dass jeder von ihnen gemäß seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Hilfeleistung senden solle; (Mk 14,8; Röm 15,26; 2Kor 8,11; Gal 2,10)30das taten sie auch und sandten sie an die Ältesten durch die Hand von Barnabas und Saulus.
Rechenschaftsbericht von Petrus vor der Gemeinde in Jerusalem
1Die Neuigkeit, dass jetzt auch die Nichtjuden Gottes Botschaft angenommen hatten, erreichte schon bald die Apostel und die Christen[1] in Judäa.2Als Petrus nun nach Jerusalem zurückkehrte, stellten ihn die Gläubigen der dortigen Gemeinde, die ja alle beschnitten waren,[2] zur Rede.3»Du bist in ein Haus gegangen, in dem Unbeschnittene[3] wohnen, und hast sogar mit ihnen gegessen!«, hielten sie ihm vor.[4]4Da gab Petrus ihnen einen ausführlichen Bericht über das[5], was geschehen war.5»Als ich«, so begann er, »in der Stadt Joppe war und gerade betete, hatte ich[6] eine Vision: Ich sah etwas wie ein riesiges leinenes Tuch herabkommen, das – gehalten an seinen vier Ecken – aus dem Himmel heruntergelassen wurde, bis es sich unmittelbar vor mir befand.6Gespannt schaute ich hinein und erblickte die verschiedensten Tiere – Haustiere[7], wilde Tiere, Reptilien und Vögel.7Jetzt hörte ich auch eine Stimme, die zu mir sagte: ›Auf, Petrus, schlachte und iss!‹ –8›Auf gar keinen Fall, Herr!‹, entgegnete ich. ›Noch nie in meinem Leben habe ich von etwas Unheiligem oder Unreinem auch nur einen Bissen gegessen!‹9Doch die Stimme aus dem Himmel wiederholte die Aufforderung. ›Was Gott für rein erklärt hat, das behandle du nicht, als wäre es unrein[8]!‹, sagte sie.10Und noch ein drittes Mal wurde ich zum Essen aufgefordert.[9] Danach wurde das Tuch mit allem, was darin war,[10] wieder in den Himmel hinaufgezogen.11Die Vision war kaum vorüber, da standen drei Männer vor dem Haus, in dem wir[11] uns befanden; sie kamen aus Cäsarea und waren zu mir geschickt worden.12Der Geist ´Gottes` sagte mir, ich solle ohne Bedenken[12] mit ihnen gehen, was ich dann auch tat. Diese sechs Brüder hier, ´die ich aus Joppe mitgebracht habe,` begleiteten mich. Wir betraten das Haus des Mannes, ´der nach mir geschickt hatte,`13und er erzählte uns, er habe einen[13] Engel in seinem Haus stehen sehen, der zu ihm gesagt habe: ›Schicke Boten nach Joppe zu einem Simon mit dem Beinamen Petrus und bitte ihn, zu dir zu kommen!14Was er dir zu sagen hat, wird dir Rettung bringen, dir und allen, die in deinem Haus leben.‹15Ich hatte eben erst begonnen[14], zu den Versammelten zu sprechen, als der Heilige Geist auf sie herabkam – genau wie damals am Pfingsttag[15] auf uns.16Da musste ich an das Wort denken, das der Herr gesagt hatte: ›Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.‹[16]17Gott hat ihnen also, als sie zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, kamen, dieselbe Gabe geschenkt wie uns.[17] Wer bin ich, dass ich es da noch hätte wagen dürfen, mich Gott in den Weg zu stellen?«18Als diejenigen, ´die von Petrus Rechenschaft gefordert hatten,` diesen Bericht hörten, verstummte ihre Kritik[18]. Sie priesen Gott und sagten: »Jetzt hat Gott also auch den Nichtjuden die Umkehr zu ihm ermöglicht und hat ihnen damit den Weg zum Leben eröffnet[19].«
In Antiochia entsteht eine Gemeinde aus Juden und Nichtjuden
19Die ´Christen`, die sich in der Verfolgungszeit nach dem Tod des Stephanus ´über ganz Judäa und Samarien hin` zerstreut hatten, zogen ´zum Teil` noch weiter und kamen bis nach Phönizien und Zypern und bis nach Antiochia[20], aber sie machten die Botschaft Gottes nach wie vor ausschließlich unter Juden bekannt.20Doch einige von ihnen – Männer von Zypern und aus der Gegend von Zyrene – wandten sich, als sie nach Antiochia kamen, auch an die nichtjüdischen Einwohner der Stadt[21] und verkündeten ihnen das Evangelium von Jesus, dem Herrn.21Und Gott wirkte so mächtig durch sie, dass[22] eine große Zahl ´Nichtjuden ihrer Botschaft` glaubte und sich dem Herrn zuwandte. (Lk 1,66)22Von dieser Entwicklung erfuhr auch die Gemeinde in Jerusalem, und Barnabas reiste in ihrem Auftrag[23] nach Antiochia.23Als er sah, was dort durch Gottes Gnade geschah, war er glücklich. Er machte allen Mut und forderte sie dazu auf, dem Herrn mit ungeteilter Hingabe[24] treu zu bleiben.24Denn er hatte einen edlen Charakter, war mit dem Heiligen Geist erfüllt und hatte einen festen Glauben. Durch seinen Dienst stieg die Zahl derer, die an den Herrn glaubten, ständig an.[25]25Schließlich reiste er nach Tarsus, um Saulus zu suchen,26und als er ihn gefunden hatte, nahm er ihn mit nach Antiochia. Die beiden waren dann ein ganzes Jahr miteinander in der Gemeinde ´tätig` und unterrichteten viele Menschen ´im Glauben`. Hier in Antiochia wurden die Jünger ´des Herrn` zum ersten Mal Christen genannt.
Hilfe aus Antiochia für die Gemeinde in Jerusalem
27Während dieser Zeit kamen einige Propheten aus Jerusalem nach Antiochia.28Einer von ihnen – ein Mann namens Agabus – wurde vom Geist ´Gottes` dazu gedrängt, vor ´die Gemeinde` zu treten und anzukündigen, dass eine schwere Hungersnot über die ganze Welt hereinbrechen werde (was während der Regierungszeit von Kaiser Klaudius dann auch tatsächlich geschah).[26]29Da beschlossen die Jünger, den Geschwistern in Judäa ´eine Geldspende` zukommen zu lassen; jeder sollte entsprechend seinen Möglichkeiten zu ihrer Unterstützung beitragen.30Das taten sie dann auch. Sie schickten ´das Geld` an die Ältesten ´der Gemeinde von Jerusalem`, und Barnabas und Saulus waren die Überbringer.
1Bald darauf erfuhren die Apostel und die Gläubigen überall in Judäa, dass nun auch Nichtjuden Gottes Botschaft angenommen hatten.2Als Petrus nach Jerusalem zurückkehrte, warfen ihm die Gemeindeglieder dort vor:3»Du hast das Haus von Nichtjuden betreten und sogar mit ihnen gegessen!«4Nun berichtete ihnen Petrus der Reihe nach, was geschehen war:5»Während ich in der Stadt Joppe war, zeigte mir Gott während des Gebets eine Vision: Ich sah etwas wie ein großes Leinentuch. Es wurde an seinen vier Ecken zusammengehalten und so vom Himmel auf die Erde heruntergelassen.6Als ich genau hinsah, entdeckte ich darin die unterschiedlichsten Arten von vierfüßigen und wilden Tieren, von Kriechtieren und Vögeln.7Ich hörte eine Stimme, die mich aufforderte: ›Petrus, steh auf, schlachte diese Tiere und iss davon!‹8›Niemals, Herr‹, widersprach ich. ›Noch nie in meinem Leben habe ich etwas gegessen, was in Moses Gesetz als unrein bezeichnet wird und verboten ist.‹9Aber die Stimme vom Himmel sprach noch einmal: ›Wenn Gott etwas für rein erklärt hat, dann nenne du es nicht unrein.‹10Dreimal wiederholte sich dieser Vorgang. Dann wurde das Tuch mit den Tieren darin wieder in den Himmel gehoben.11Genau in diesem Augenblick standen drei Männer vor dem Haus, in dem ich mich befand. Sie kamen aus Cäsarea und waren zu mir geschickt worden.12Der Heilige Geist forderte mich auf, ich solle ohne Bedenken mit den Männern gehen, und diese sechs Brüder hier begleiteten mich. Bald trafen wir im Haus des Mannes ein, der die Boten geschickt hatte.13Er erzählte, dass ihm in seinem Haus ein Engel erschienen war. Der hatte plötzlich vor ihm gestanden und befohlen: ›Schick Boten nach Joppe und lass Simon Petrus holen.14Was er dir zu sagen hat, wird dir und allen, die zu dir gehören, Rettung bringen.‹15Ich war noch gar nicht lange bei ihnen und hatte gerade zu reden angefangen, da kam der Heilige Geist auf sie, genauso wie es bei uns am Pfingsttag gewesen war.16In diesem Augenblick fiel mir ein, was uns der Herr einmal gesagt hatte: ›Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.‹17Gott schenkte diesen Nichtjuden dieselbe Gabe wie vorher uns, als wir begannen, an den Herrn Jesus Christus zu glauben. Wer bin ich, dass ich Gott daran hätte hindern können?«18Diese Worte überzeugten sie. Sie lobten Gott und sagten: »Gott hat nun also auch den Nichtjuden den Weg zur Umkehr eröffnet, den einzigen Weg, der zum Leben führt.«
Gründung der Gemeinde in Antiochia
19Fast alle Gläubigen waren wegen der beginnenden Verfolgung nach dem Tod von Stephanus aus Jerusalem geflohen und hatten sich über Judäa und Samarien zerstreut. Manche kamen sogar bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia. Sie erzählten aber nur den Juden von Jesus.20Lediglich ein paar von ihnen – Männer aus Zypern und Kyrene, die jetzt in Antiochia lebten – verkündeten auch den Nichtjuden die rettende Botschaft von Jesus, dem Herrn.21Der Herr wirkte mächtig durch sie, und so wandten sich ihm viele Menschen zu und glaubten an ihn.22Als die Gemeinde in Jerusalem davon erfuhr, schickte sie Barnabas nach Antiochia.23Der kam in die Stadt und erkannte voller Freude, was Gott in seiner Gnade getan hatte. Barnabas ermutigte die Gläubigen, fest und entschlossen in ihrem Glauben an den Herrn zu bleiben.24Er war ein vorbildlicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und stark im Glauben. So begannen damals viele Menschen Jesus, dem Herrn, zu vertrauen.25Von Antiochia reiste Barnabas nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen.26Er traf ihn und nahm ihn dann mit nach Antiochia zurück. Dort blieben die beiden ein ganzes Jahr lang in der Gemeinde, um viele Menschen im Glauben zu unterweisen. In Antiochia wurden die Jünger zum ersten Mal »Christen« genannt.27Zu dieser Zeit kamen Propheten aus Jerusalem nach Antiochia.28Während des Gottesdienstes sagte einer von ihnen – er hieß Agabus – eine große Hungersnot voraus. Sie würde sich über das gesamte Reich erstrecken. So hatte es ihm der Heilige Geist gezeigt. Tatsächlich trat diese Hungersnot wenige Jahre später noch während der Regierungszeit von Kaiser Klaudius ein.[1]29Deshalb beschloss die Gemeinde in Antiochia, ihren Brüdern und Schwestern in Judäa zu helfen. Jeder in der Gemeinde sollte so viel geben, wie er konnte,30und das Geld wurde dann von Barnabas und Saulus den Leitern der Gemeinde in Jerusalem überbracht.
Apostelgeschichte 11
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag Zürich1Die Apostel und die Brüder und Schwestern in Judäa hörten davon, dass auch die anderen Völker das Wort Gottes empfangen hatten.[1] (Apg 1,8; Apg 8,14; Apg 10,45)2Als Petrus nun nach Jerusalem hinaufkam, machten die aus der Beschneidung ihm Vorwürfe (Apg 15,5)3und sagten: Bei Unbeschnittenen bist du eingekehrt und hast mit ihnen gegessen! (Apg 10,28)4Petrus aber begann, ihnen alles der Reihe nach darzulegen, und sprach:5Ich bin in Joppe gewesen und habe gebetet. Da geriet ich in Ekstase und hatte eine Vision: Ich sah eine Art Gefäss herabkommen, wie ein grosses Leinentuch, das an seinen vier Enden vom Himmel herabgelassen wurde, und es kam bis zu mir herunter. (Apg 9,10; Apg 10,9)6Ich schaute hinein und stutzte: Ich sah die Vierfüssler der Erde, die wilden Tiere, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels.7Ich hörte aber auch eine Stimme, die zu mir sagte: Steh auf, Petrus, schlachte und iss!8Ich aber sagte: Niemals, Herr! Gemeines oder Unreines ist noch nie in meinen Mund gekommen.9Doch zum zweiten Mal sprach eine Stimme vom Himmel her: Was Gott für rein erklärt hat, das nenne du nicht unrein.10Dies geschah noch ein drittes Mal, dann wurde alles wieder in den Himmel hinaufgezogen.11Und siehe da: Drei Männer standen vor dem Haus, in dem wir uns befanden; die waren von Cäsarea aus zu mir geschickt worden.12Der Geist aber hiess mich, ohne Bedenken mit ihnen zu ziehen. Mit mir gingen auch die sechs Brüder hier, und wir kamen in das Haus jenes Mannes.13Er berichtete uns, wie er in seinem Haus den Engel gesehen habe, der zu ihm getreten sei und gesprochen habe: Schicke nach Joppe und lass Simon kommen, der den Beinamen Petrus trägt!14Er wird Worte zu dir sprechen, durch die du gerettet wirst, du und dein ganzes Haus. (Apg 16,15; Apg 18,8)15Kaum hatte ich zu sprechen angefangen, kam der heilige Geist über sie, so wie er am Anfang auch über uns gekommen ist. (Apg 2,1; Apg 10,44)16Ich aber erinnerte mich an das Wort des Herrn, wie er gesagt hatte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit heiligem Geist getauft werden. (Lk 3,16; Apg 1,5)17Wenn nun Gott ihnen, da sie zum Glauben an den Herrn Jesus Christus gekommen sind, dieselbe Gabe geschenkt hat wie uns, wer bin ich, dass ich Gott hätte in den Weg treten können?18Als sie dies gehört hatten, beruhigten sie sich, priesen Gott und sprachen: Nun hat Gott also auch den anderen Völkern die Umkehr zum Leben gewährt. (Lk 24,47; Apg 5,31; Apg 10,45; Apg 20,21; Apg 26,20)
Die ersten Christen in Antiochia
19Jene nun, die im Zuge der Verfolgung des Stephanus versprengt worden waren, gelangten bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia; und sie verkündigten das Wort niemandem ausser den Juden. (Apg 8,4)20Es waren aber unter ihnen auch einige Männer aus Zypern und Kyrene; die sprachen, als sie nach Antiochia gekommen waren, auch Griechen[2] an und verkündigten ihnen die gute Botschaft, dass Jesus der Herr sei.21Und die Hand des Herrn war mit ihnen; viele kamen zum Glauben und wandten sich dem Herrn zu.22Die Kunde davon kam auch der Gemeinde in Jerusalem zu Ohren, und sie schickten Barnabas nach Antiochia. (Apg 4,36)23Als dieser dort ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermutigte alle, sich mit ganzem Herzen an den Herrn zu halten;24er war nämlich ein bewährter Mann, erfüllt von heiligem Geist und Glauben. Und eine stattliche Zahl von Menschen wurde für den Herrn gewonnen.25Er aber ging nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen; (Apg 9,30)26und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es fügte sich, dass sie ein ganzes Jahr lang zusammen in der Gemeinde wirkten und eine stattliche Zahl von Menschen lehrten. In Antiochia wurden die Jünger zum ersten Mal Christen genannt.27In diesen Tagen kamen auch Propheten von Jerusalem nach Antiochia herab.28Einer von ihnen mit Namen Agabus trat auf und kündigte durch den Geist eine grosse Hungersnot an, die über die ganze Erde kommen werde; diese trat dann unter Claudius ein. (Apg 18,2; Apg 21,10)29Von den Jüngern aber stellte ein jeder zur Verfügung, was er zu geben imstande war, um es den in Judäa wohnhaften Brüdern und Schwestern zur Unterstützung zukommen zu lassen.[3] (Apg 24,17; Röm 15,25; 1Kor 16,1; 2Kor 8,3; Gal 2,10)30Und dann schickten sie es durch die Hand des Barnabas und des Saulus den Ältesten. (Apg 4,36)
1Now the apostles and the brothers[1] who were throughout Judea heard that the Gentiles also had received the word of God. (Joh 21,23; Apg 11,29)2So when Peter went up to Jerusalem, the circumcision party[2] criticized him, saying, (Apg 10,45; Röm 4,12; Gal 2,12; Kol 4,11; Tit 1,10)3“You went to uncircumcised men and ate with them.” (Lk 15,2; Apg 10,28; Gal 2,12; Gal 2,14)4But Peter began and explained it to them in order:5“I was in the city of Joppa praying, and in a trance I saw a vision, something like a great sheet descending, being let down from heaven by its four corners, and it came down to me. (Apg 10,9)6Looking at it closely, I observed animals and beasts of prey and reptiles and birds of the air.7And I heard a voice saying to me, ‘Rise, Peter; kill and eat.’8But I said, ‘By no means, Lord; for nothing common or unclean has ever entered my mouth.’9But the voice answered a second time from heaven, ‘What God has made clean, do not call common.’10This happened three times, and all was drawn up again into heaven.11And behold, at that very moment three men arrived at the house in which we were, sent to me from Caesarea.12And the Spirit told me to go with them, making no distinction. These six brothers also accompanied me, and we entered the man’s house. (Apg 10,23; Apg 10,45; Apg 15,9)13And he told us how he had seen the angel stand in his house and say, ‘Send to Joppa and bring Simon who is called Peter;14he will declare to you a message by which you will be saved, you and all your household.’ (Joh 4,53; Apg 10,2; Apg 10,22; Apg 16,15; Apg 16,31; Apg 18,8)15As I began to speak, the Holy Spirit fell on them just as on us at the beginning. (Apg 2,4; Apg 10,44)16And I remembered the word of the Lord, how he said, ‘John baptized with water, but you will be baptized with the Holy Spirit.’ (Apg 1,5; Apg 19,2)17If then God gave the same gift to them as he gave to us when we believed in the Lord Jesus Christ, who was I that I could stand in God’s way?” (Apg 2,38; Apg 5,39; Apg 10,34; Apg 10,47; Röm 9,20; Eph 1,13)18When they heard these things they fell silent. And they glorified God, saying, “Then to the Gentiles also God has granted repentance that leads to life.” (Mt 8,11; Mt 10,34; Mt 10,35; Apg 5,31; Apg 13,47; Apg 21,20; 2Kor 7,10)
The Church in Antioch
19Now those who were scattered because of the persecution that arose over Stephen traveled as far as Phoenicia and Cyprus and Antioch, speaking the word to no one except Jews. (Apg 8,1; Apg 8,4)20But there were some of them, men of Cyprus and Cyrene, who on coming to Antioch spoke to the Hellenists[3] also, preaching the Lord Jesus. (Joh 5,42; Joh 7,35)21And the hand of the Lord was with them, and a great number who believed turned to the Lord. (Ps 80,17; Ps 89,21; Lk 1,66; Apg 9,35; Apg 13,11)22The report of this came to the ears of the church in Jerusalem, and they sent Barnabas to Antioch.23When he came and saw the grace of God, he was glad, and he exhorted them all to remain faithful to the Lord with steadfast purpose, (Apg 4,33; Apg 13,43; Apg 14,26; Apg 15,40; Apg 20,24; Apg 20,32; Röm 5,15; 2Kor 6,1; Eph 3,2; Eph 3,7; Kol 1,6; 2Tim 3,10; Tit 2,11; Hebr 12,15; 1Petr 5,12)24for he was a good man, full of the Holy Spirit and of faith. And a great many people were added to the Lord. (Apg 5,14; Apg 6,5; Apg 11,26)25So Barnabas went to Tarsus to look for Saul, (Apg 9,30)26and when he had found him, he brought him to Antioch. For a whole year they met with the church and taught a great many people. And in Antioch the disciples were first called Christians. (Apg 26,28; 1Petr 4,16)27Now in these days prophets came down from Jerusalem to Antioch. (Apg 13,1)28And one of them named Agabus stood up and foretold by the Spirit that there would be a great famine over all the world (this took place in the days of Claudius). (Mt 24,7; Apg 2,18; Apg 8,29; Apg 18,2; Apg 21,10)29So the disciples determined, every one according to his ability, to send relief to the brothers[4] living in Judea. (Apg 11,1; Apg 24,17; Röm 15,26)30And they did so, sending it to the elders by the hand of Barnabas and Saul. (Apg 12,25; Apg 14,23; Apg 15,2; Apg 15,4; Apg 15,6; Apg 16,4; Apg 20,17; Apg 21,18; 1Tim 5,17; 1Tim 5,19; Tit 1,5; Jak 5,14; 2Joh 1,1; 3Joh 1,1)