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Elberfelder Bibel

Schlachter 2000

Paulus wird beim Statthalter Felix verklagt

1 Nach fünf Tagen aber kam der Hohepriester Hananias mit einigen Ältesten und Tertullus, einem Anwalt1, herab, und sie machten bei dem Statthalter Anzeige gegen Paulus.
2 Als er aber gerufen worden war, begann Tertullus die Anklage und sprach: Da wir großen Frieden durch dich genießen und da durch deine Fürsorge für diese Nation Verbesserungen getroffen worden sind,
3 so erkennen wir es allseits und überall, hochedler Felix, mit aller Dankbarkeit an.
4 Damit ich dich aber nicht länger aufhalte, bitte ich dich, uns in Kürze nach deiner Geneigtheit2 anzuhören.
5 Denn wir haben diesen Mann als eine Pest befunden und als einen, der unter allen Juden, die auf dem Erdkreis sind, Aufruhr erregt, und als einen Anführer der Sekte der Nazoräer3;
6-7 der auch versucht hat, den Tempel zu entheiligen, den wir auch ergriffen haben;4
8 von ihm kannst du selbst, wenn du ihn verhört hast, über alles dies Gewissheit erhalten, dessen wir ihn anklagen. -
9 Aber auch die Juden griffen Paulus mit an und sagten, dass dies sich so verhalte.

Verteidigungsrede des Paulus vor Felix

10 Paulus aber antwortete, nachdem ihm der Statthalter zu reden gewinkt hatte: Da ich weiß, dass du seit vielen Jahren Richter über diese Nation bist, so verteidige ich meine Sache getrost.
11 Du kannst ja erfahren, dass es nicht mehr als zwölf Tage sind, seit ich hinaufging, um in Jerusalem anzubeten.
12 Und sie haben mich weder im Tempel angetroffen, noch dass ich mit jemand in Unterredung war oder einen Auflauf der Volksmenge machte, weder in den Synagogen noch in der Stadt;
13 auch können sie dir das nicht beweisen, weswegen sie mich jetzt anklagen.
14 Aber dies bekenne ich dir, dass ich nach dem Weg5, den sie eine Sekte nennen, so dem Gott meiner Väter diene, indem ich allem glaube, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht,
15 und die Hoffnung zu Gott habe, die auch selbst diese hegen, dass eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten sein wird.
16 Darum übe ich mich auch, allezeit ein Gewissen ohne Anstoß zu haben vor Gott und den Menschen.
17 Nach mehreren Jahren aber kam ich her, um Almosen für meine Nation und Opfer darzubringen.
18 Bei diesen fanden sie mich, gereinigt im Tempel, weder mit Auflauf noch mit Tumult;
19 es waren aber einige Juden aus Asien6, die hier vor dir sein und Klage führen sollten, wenn sie etwas gegen mich hätten.
20 Oder lass diese selbst sagen, welches Unrecht sie gefunden haben, als ich vor dem Hohen Rat7 stand,
21 es sei denn wegen dieses einen Ausrufs, den ich tat, als ich unter ihnen stand: Wegen der Auferstehung der Toten werde ich heute vor euch gerichtet.
22 Felix aber, der von dem Weg8 genauere Kenntnis hatte, vertagte ihre Sache9 und sagte: Wenn Lysias, der Oberste, herabkommt, so will ich eure Sache entscheiden.
23 Und er befahl dem Hauptmann, ihn in Gewahrsam zu halten und ihm Erleichterung zu geben und niemandem von den Seinen zu wehren, ihm zu dienen.

Paulus und Felix

24 Nach einigen Tagen aber kam Felix herbei mit Drusilla10, seiner Frau, die eine Jüdin war, und ließ den Paulus holen und hörte ihn über den Glauben an Christus.
25 Als er aber über Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und das kommende Gericht redete, wurde Felix mit Furcht erfüllt und antwortete: Für jetzt geh hin! Wenn ich aber gelegene Zeit habe, werde ich dich rufen lassen.
26 Zugleich hoffte er, dass ihm von Paulus Geld gegeben werde; deshalb ließ er ihn auch öfter holen und unterhielt sich mit ihm.
27 Als aber zwei Jahre verflossen11 waren, bekam Felix12 den Porzius Festus zum Nachfolger; und da Felix sich bei den Juden in Gunst setzen wollte, hinterließ er den Paulus gefangen.
1 griech. Rhetor; d. h. w. Redner
2 o. Milde
3 eine andere Form für das bei Mk (und teilweise Lk) überlieferte "Nazarener"; vgl. auch Anm. zu Mt 2,23
4 Andere Handschr. fügen hinzu: und nach unserem Gesetz richten wollten. Lysias aber, der Oberst, kam hinzu und führte ihn mit großer Gewalt aus unseren Händen weg und befahl seinen Anklägern, zu dir zu kommen;
5 d. h. dem Weg Christi oder der christlichen Lehre
6 d. i. die röm. Provinz Asien; vgl. auch Anm. zu Kap. 16,6
7 w. Synedrium; s. Anm. zu Mt 26,59
8 d. h. dem Weg Christi oder der christlichen Lehre
9 w. sie
10 Schwester Agrippas II.; vgl. Anm. zu Kap. 25,13
11 o. erfüllt
12 s. Anm. zu Kap. 23,24

Paulus wird vor dem Statthalter Felix angeklagt

1 Nach fünf Tagen aber kam der Hohepriester Ananias mit den Ältesten und einem Anwalt, einem gewissen Tertullus, herab; und sie erschienen vor dem Statthalter gegen Paulus.
2 Als dieser aber gerufen worden war, begann Tertullus mit der Anklagerede und sprach:
3 Dass wir viel Frieden durch dich genießen und dass diesem Volk durch deine Fürsorge heilsame Zustände geschaffen worden sind, das erkennen wir allezeit und überall an, hochedler Felix, mit aller Dankbarkeit!
4 Damit ich dich aber nicht allzu sehr bemühe, bitte ich dich, uns in Kürze nach deiner Freundlichkeit anzuhören.
5 Wir haben nämlich diesen Mann als eine Pest befunden, als einen, der Aufruhr stiftet unter allen Juden in der ganzen Welt, als einen Anführer der Sekte der Nazarener.
6 Er versuchte sogar, den Tempel zu entheiligen; doch wir ergriffen ihn und wollten ihn nach unserem Gesetz richten.
7 Aber Lysias, der Befehlshaber, kam dazu und entriss ihn mit großer Gewalt unseren Händen;
8 und er befahl, dass seine Ankläger zu dir kommen sollten. Von ihm kannst du selbst, wenn du ihn verhörst, alles erfahren, dessen wir ihn anklagen!
9 Und auch die Juden stimmten dem zu und behaupteten, es verhielte sich so.

Die Verteidigungsrede des Paulus

10 Paulus aber gab, nachdem ihn der Statthalter durch ein Zeichen zum Reden aufgefordert hatte, folgende Antwort: Da ich weiß, dass du seit vielen Jahren Richter über dieses Volk bist, so verteidige ich meine Sache desto zuversichtlicher,
11 weil du erfahren kannst, dass es nicht länger als zwölf Tage her ist, seit ich hinaufzog, um in Jerusalem anzubeten.
12 Und sie fanden mich weder im Tempel, dass ich mich mit jemand gestritten oder einen Volksauflauf erregt hätte, noch in den Synagogen, noch in der Stadt.
13 Sie können auch das nicht beweisen, dessen sie mich jetzt anklagen.
14 Das bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter auf diese Weise diene, dass ich an alles glaube, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht;
15 und ich habe die Hoffnung zu Gott, auf die auch sie selbst warten, dass es eine künftige Auferstehung der Toten geben wird, sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten.
16 Daher übe ich mich darin, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben gegenüber Gott und den Menschen.
17 Ich bin aber nach vielen Jahren gekommen, um Almosen für mein Volk und Opfer zu bringen.
18 Dabei fanden mich etliche Juden aus [der Provinz] Asia im Tempel, als ich gereinigt war, ohne dass ein Volksauflauf oder Tumult entstanden wäre;
19 die sollten vor dir erscheinen und Anklage erheben, wenn sie etwas gegen mich hätten.
20 Oder diese selbst sollen sagen, ob sie irgendein Unrecht an mir gefunden haben, als ich vor dem Hohen Rat stand;
21 außer um jenes einzigen Wortes willen, das ich ausrief, als ich unter ihnen stand: Wegen der Auferstehung der Toten werde ich heute von euch gerichtet!
22 Als Felix dies hörte, verwies er sie auf eine spätere Zeit, da er über den Weg recht genau Bescheid wusste, und sprach: Wenn Lysias, der Befehlshaber, herabkommt, will ich eure Sache untersuchen!
23 Und er befahl dem Hauptmann, Paulus in Gewahrsam zu halten und ihm Erleichterung zu gewähren und auch keinem der Seinen zu verbieten, ihm Dienste zu leisten oder zu ihm zu kommen.

Das Gespräch des Apostels mit Felix und Drusilla. Haft in Cäsarea

24 Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seiner Frau Drusilla, die eine Jüdin war, und ließ den Paulus holen und hörte ihn über den Glauben an Christus.
25 Als er aber von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht redete, wurde Felix von Furcht erfüllt, und er antwortete: Für diesmal kannst du gehen; wenn ich aber gelegene Zeit finde, will ich dich wieder rufen lassen!
26 Zugleich hoffte er aber auch, dass er von Paulus Geld erhalten würde, damit er ihn freiließe. Darum ließ er ihn auch öfters kommen und besprach sich mit ihm.
27 Als aber zwei Jahre verflossen waren, bekam Felix den Porcius Festus1 zum Nachfolger, und da sich Felix die Juden zu Dank verpflichten wollte, ließ er Paulus gebunden zurück.
1 Porcius Festus war von 59-62 n. Chr. römischer Statthalter von Judäa.
2 o. Milde
3 eine andere Form für das bei Mk (und teilweise Lk) überlieferte "Nazarener"; vgl. auch Anm. zu Mt 2,23
4 Andere Handschr. fügen hinzu: und nach unserem Gesetz richten wollten. Lysias aber, der Oberst, kam hinzu und führte ihn mit großer Gewalt aus unseren Händen weg und befahl seinen Anklägern, zu dir zu kommen;
5 d. h. dem Weg Christi oder der christlichen Lehre
6 d. i. die röm. Provinz Asien; vgl. auch Anm. zu Kap. 16,6
7 w. Synedrium; s. Anm. zu Mt 26,59
8 d. h. dem Weg Christi oder der christlichen Lehre
9 w. sie
10 Schwester Agrippas II.; vgl. Anm. zu Kap. 25,13
11 o. erfüllt
12 s. Anm. zu Kap. 23,24
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