von Theologischer Verlag Zürich1Denn sie sagten zu sich selbst - ihr Denken war nicht richtig -: ^$^$^$Kurz und leidvoll ist unser Leben, und es gibt keine Heilung am Lebensende eines Menschen, und man kennt keinen, der aus dem Hades erlösen würde.[1]2Denn durch Zufall sind wir geworden, und danach werden wir sein, als hätte es uns nicht gegeben; denn Rauch ist der Atem in unserer Nase, und das Denken ist ein Funke bei der Bewegung unseres Herzens.3Wenn er verlöscht, wird der Körper zu Asche werden, und der Geist wird sich verflüchtigen wie dünne Luft.4Und unser Name wird vergessen werden in der Zeit, und niemand wird sich an unsere Taten erinnern; und unser Leben wird vorübergehen wie Wolkenspuren, und es wird verscheucht werden wie Nebel, vertrieben von den Strahlen der Sonne und niedergedrückt von ihrer Wärme.5Denn unsere Zeit ist das Vorübergehen eines Schattens, und von unserem Ende gibt es keine Rückkehr; denn mit einem Siegel wurde es versehen, und niemand bricht es auf.[2]6Kommt nun, lasst uns geniessen, was es an Gutem gibt, und die Schöpfung voll und ganz nutzen wie zur Zeit der Jugend!7Teurer Wein und Salböl mögen bei uns in Strömen fliessen, und keine Frühlingsblume soll uns entgehen!8Mit Rosenknospen wollen wir uns bekränzen, ehe sie verwelken;[3]9keine Wiese soll unberührt bleiben von unserem Übermut: Überall wollen wir Zeichen der Freude zurücklassen, denn dies ist unser Anteil und unser Los.10Wir wollen den gerechten Armen unterdrücken, die Witwe nicht verschonen und keine Rücksicht nehmen auf das weisse, von der Zeit gebleichte Haar des Alten!11Unsere Kraft aber, sie sei die Weisung für die Gerechtigkeit, denn was schwach ist, erweist sich als unbrauchbar.12Dem Gerechten wollen wir auflauern, denn unserem Vorteil steht er im Weg, und unseren Taten stellt er sich entgegen, und er hält uns Verstösse gegen die Weisung vor, und Verstösse gegen unsere Erziehung schreibt er uns zu.[4]13Er erklärt, Kenntnis von Gott zu haben, und nennt sich Diener des Herrn.[5]14Er ist aufgetreten, um uns unsere Überzeugungen zu widerlegen; er ist schwer zu ertragen für uns und uns stets vor Augen,[6]15denn sein Leben gleicht nicht dem der anderen, und seine Pfade sind sonderbar.16Wir sind von ihm für Falschgeld gehalten worden, und von unseren Wegen hält er sich fern wie von Verunreinigtem; er preist das Ende der Gerechten und prahlt mit Gott als seinem Vater.17Wir wollen sehen, ob seine Worte sich bewahrheiten, und überprüfen, was bei seinem Verscheiden geschieht.18Denn wenn der Gerechte ein Sohn Gottes ist, wird dieser ihm beistehen und ihn aus der Hand seiner Widersacher erretten.19Mit Überheblichkeit und Quälerei wollen wir ihn erproben, damit wir erfahren, wie rechtschaffen er ist, und seine Ausdauer im Leiden prüfen.20Zu einem schmachvollen Tod wollen wir ihn verurteilen, denn seine Heimsuchung wird aus seinen Worten hervorgehen.[7]21So haben sie gedacht - und sie sind in die Irre gegangen! Denn ihre Schlechtigkeit hat sie blind gemacht,22und die Geheimnisse Gottes haben sie nicht erkannt; weder haben sie auf den Lohn für ein Leben in Heiligkeit gehofft, noch vermochten sie, die Auszeichnung untadeliger Seelen einzuschätzen.23Denn Gott hat den Menschen erschaffen auf Unvergänglichkeit hin und ihn zum Abbild seines eigenen Wesens gemacht.[8]24Durch den Neid des Teufels aber ist der Tod in die Welt gekommen; 25 die aber, die zu dessen Anteil gehören, lernen ihn kennen.[9]
1In die Irre gingen ihre Gedanken, und sie sagten zueinander: »Kurz und mühselig ist unser Leben, und wenn ein Mensch dahin ist, so ist es aus mit ihm. Auch weiß man von keinem, der aus dem Totenreich befreit. (Hi 14,10; Mt 20,28)2Denn nur zufällig sind wir geworden, und nachher werden wir sein, als wären wir nie gewesen. Denn der Atem in unsrer Nase ist nur Rauch und unser Denken nur ein Funke, der aus dem Pochen unsres Herzens entsteht.3Wenn er verloschen ist, so geht der Leib dahin wie Asche, und der Geist zerflattert wie Luft. (Pred 3,20)4Unser Name wird mit der Zeit vergessen, und niemand wird sich unseres Tuns erinnern. Unser Leben fährt dahin, als wäre nur eine Wolke da gewesen, und zergeht wie Nebel, der von den Strahlen der Sonne verjagt und von ihrer Hitze verzehrt wird.5Unsre Zeit geht vorbei wie ein Schatten, und wenn wir weg sind, gibt es keine Wiederkehr; denn es ist besiegelt, dass niemand wiederkommt.6Kommt nun und lasst uns genießen, was wir jetzt haben, und die Schöpfung auskosten, solange wir jung sind. (Jes 22,13; 1Kor 15,32)7Wir wollen mit bestem Wein uns füllen und uns salben, und keine Frühlingsblume soll uns entgehen. (Jes 56,11)8Lasst uns Kränze tragen von Rosenknospen, ehe sie welk werden.9Keine Wiese bleibe von unserem Übermut verschont; überall lasst uns Spuren unserer Freude hinterlassen. Denn das ist unser Teil und dies unser Los.10Lasst uns den Gerechten unterdrücken, der in Armut lebt; lasst uns keine Witwe verschonen; wir wollen uns nicht scheuen vor dem grauen Haar des Greises. (Am 8,4)11Unsere Stärke sei das Gesetz der Gerechtigkeit; denn es zeigt sich, dass Schwäche nichts ausrichtet. (Hab 1,11)12So lasst uns dem Gerechten auflauern; denn er ist uns lästig und widersetzt sich unserm Tun und schilt uns, weil wir gegen das Gesetz sündigen, und hält uns vor, dass wir gegen die Zucht verstoßen. (Jer 11,18; Lk 11,54)13Er behauptet, Erkenntnis Gottes zu haben, und rühmt sich, ein Kind des Herrn zu sein.14Er wird uns zum Vorwurf bei allem, was wir denken; er ist uns unleidlich, wenn er sich nur sehen lässt. (1Petr 4,4)15Denn sein Leben unterscheidet sich von dem der andern, und ganz anders sind seine Wege.16Als falsche Münze gelten wir ihm, und er meidet unsre Wege wie Schmutz; er rühmt, wie es die Gerechten zuletzt gut haben werden, und prahlt damit, dass Gott sein Vater sei. (Ps 2,7; Ps 37,37; Sir 23,1)17So lasst doch sehen, ob sein Wort wahr ist, und prüfen, was bei seinem Ende geschehen wird.18Ist der Gerechte Gottes Sohn, so wird er ihm helfen und ihn erretten aus der Hand der Widersacher. (Mt 27,43)19Durch Schmach und Qual wollen wir ihn auf die Probe stellen, damit wir sehen, wie es mit seiner Sanftmut steht, und prüfen, wie geduldig er ist. (Jak 5,6)20Wir wollen ihn zu schändlichem Tod verurteilen, denn er selbst sagt ja, es werde ihm Rettung zuteil.«21Das alles dachten sie – und irrten; denn ihre Bosheit hat sie verblendet,22sodass sie Gottes Geheimnisse nicht erkannten; auch hatten sie nicht die Hoffnung, dass ein frommes Leben belohnt wird, und sie achteten die Ehre für nichts, die untadeligen Seelen gegeben wird.23Denn Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit geschaffen und ihn zum Abbild seines eignen Wesens gemacht. (1Mo 1,27; 2Tim 1,10; Weis 6,17)24Aber durch des Teufels Neid ist der Tod in die Welt gekommen, (1Mo 3,1; Joh 8,44; Röm 5,12; Röm 7,7)25und es müssen ihn erfahren, die ihm angehören.