von Theologischer Verlag Zürich1Wer den Herrn fürchtet, dem wird nichts Schlechtes widerfahren, vielmehr wird dieser ihn aus der Prüfung auch wieder herausreissen.[1]2Ein weiser Mann wird die Weisung nicht hassen, wer aber im Umgang mit ihr heuchelt, ist wie ein Schiff im Sturm.3Ein verständiger Mensch wird dem Wort vertrauen, und die Weisung gilt ihm als vertrauenswürdig 4 wie die Befragung der Lose.4Bereite ein Wort vor, und so wirst du gehört werden, nimm deine Bildung zusammen und antworte.5Das Innere eines Toren ist ein Wagenrad, und sein Überlegen ist wie eine sich drehende Achse.6Ein Pferd, bereit zur Begattung, ist wie ein spottender Freund, es wiehert unter jedem, der auf ihm sitzt.
Die Wege des Menschen wurden verschieden gemacht
7Warum ist ein Tag besser als ein anderer? Es kommt doch alles Tageslicht im Jahr von der Sonne.8Durch die Erkenntnis des Herrn wurden sie unterschieden, und Zeiten und Feste hat er verschieden gemacht.910 Einige hat er erhöht und geheiligt, und andere hat er der Zahl der gewöhnlichen Tage hinzugefügt.[2]10Alle Menschen sind vom Erdboden genommen, und aus Erde wurde Adam erschaffen.11In der Fülle des Wissens hat der Herr sie unterschieden, und ihre Wege hat er verschieden gemacht.12Einige hat er gesegnet und erhöht, und andere hat er geheiligt und näher zu sich geholt. Manche hat er verflucht und erniedrigt und sie weggestossen von ihrem Ort.13Wie der Ton des Töpfers in dessen Hand, 14um das Werk nach seinem Wohlgefallen zu formen, so sind die Menschen in der Hand dessen, der sie gemacht hat: Er vergilt ihnen nach seinem Urteil.1415 Dem Schlechten steht das Gute gegenüber und dem Tod das Leben - so dem Frommen der Sünder.15Und so blicke auf alle Werke des Höchsten, je zwei, eins dem anderen gegenüber.
Hört mir zu, ihr Grossen
16Und ich war wachsam, als Letzter, [30,25] wie einer, der Nachlese hält hinter den Winzern.17Mit dem Segen des Herrn bin ich vorangekommen, und wie einer, der Trauben liest, habe ich die Kelter gefüllt.1826 Begreift, dass ich mich nicht für mich allein geplagt habe, sondern für alle, die Bildung suchen.1927 Hört mir zu, ihr Grossen im Volk, und ihr Leiter der Versammlungen, merkt auf!
Gib einem Menschen keine Vollmacht über dich
2028 Einem Sohn und einer Frau, einem Bruder und einem Freund gib keine Vollmacht über dich, solange du lebst. Und gib keinem anderen dein Vermögen, damit du es nicht bereust und ihn darum bitten musst.2129 Solange du noch lebst und Atem in dir hast, setze niemanden an deine Stelle;2230 denn es ist besser, dass deine Kinder dich bitten, als dass du auf die Hände deiner Söhne schauen musst.2331 Übertriff dich selbst bei all deinen Werken, und hefte deinem Ruf keinen Makel an.2432 An dem Tag, da deine Lebenstage vollendet werden, zum Zeitpunkt des Todes, verteile das Erbe.
Über Haussklaven
2533 Futter und Stock und Lasten sind für den Esel, Brot und Erziehung und Arbeit sind für den Haussklaven.2634 Arbeite an seiner Erziehung, und du wirst Ruhe finden. Lass seine Hände untätig sein, und er wird die Freiheit suchen.2735 Joch und Riemen werden einen Nacken beugen, und für einen schlecht handelnden Haussklaven: Folter und Pein!2836 Treib ihn an zur Arbeit, damit er nicht müssig wird,29[37] denn viel Schlechtes hat der Müssiggang gelehrt.3038 Bring ihn zum Arbeiten, wie es sich für ihn gehört, und wenn er nicht gehorcht, beschwere ihn mit Fussfesseln. Sei keinem Lebewesen gegenüber masslos, und tu nichts, ohne es beurteilt zu haben.[3]3139 Wenn du einen Haussklaven hast, sei er wie du, denn du hast ihn mit Blut erworben. Wenn du einen Haussklaven hast, behandle ihn wie einen Bruder, denn du, du selbst, wirst ihn brauchen.3240 Wenn du ihn schlecht behandelst und er sich aufmacht und davonläuft, auf welchem Weg willst du ihn suchen?
Jesus Sirach 33
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Wer den Herrn fürchtet, dem widerfährt nichts Böses; sondern wenn er angefochten ist, wird er wieder erlöst werden. (1Kor 10,13)2Ein Weiser wird das Gesetz nicht hassen; aber wer heuchelt, nach dem Gesetz zu leben, ist wie ein Schiff im Sturm.3Ein verständiger Mensch wird dem Wort vertrauen, und das Gesetz ist ihm vertraut wie eine Frage nach dem, was man schon weiß.4Lege dir deine Worte zurecht, dann wird man dich anhören; lass dich zuvor belehren, dann kannst du antworten.5Des Narren Herz ist wie ein Rad am Wagen, und wie um eine Achse dreht sich sein Denken.6Wie ein geiler Hengst, der unter jedem Reiter wiehert, so ist ein Freund, der Lust zum Spott hat.
Die Ordnung in Gottes Welt
7Warum soll ein Tag besser sein als der andre, wo doch alle Tage im Jahr von der Sonne herkommen? (1Mo 2,3)8Die Weisheit des Herrn hat sie so unterschieden, und er hat die Zeiten des Jahres und die Festtage so geordnet:9Er hat einige auserwählt und geheiligt, und andere hat er zu den übrigen Tagen gestellt.10Alle Menschen sind aus Erde, und aus Staub wurde Adam geschaffen. (1Mo 2,7; Sir 17,32; Sir 40,11)11In der Fülle seiner Einsicht hat sie der Herr unterschieden und ihre Wege verschieden bestimmt.12Einige hat er gesegnet, erhöht und geheiligt und näher zu sich gebracht; andere aber hat er verflucht und erniedrigt und aus ihrem Stand gestürzt. (1Sam 2,6)13Wie Ton in der Hand des Töpfers, den er nach seinem Wohlgefallen formt, so sind auch die Menschen in der Hand dessen, der sie gemacht hat: Er gibt ihnen, was er für recht hält. (Jer 18,6; Röm 9,21)14Wie das Gute dem Bösen und das Leben dem Tod gegenübersteht, so der Gottlose dem Gottesfürchtigen. (Sir 42,24)15Und so schaue alle Werke des Höchsten an: Es sind immer zwei, und eins steht dem andern gegenüber.
Jesus Sirach über sich selbst
16Als Letzter bin auch ich aufmerksam wie einer, der Nachlese hält hinter denen, die Trauben sammeln. (3Mo 19,9)17Mit dem Segen des Herrn habe ich es erreicht, und wie die Traubensammler habe ich meine Kelter gefüllt.18Bedenkt, dass ich nicht für mich allein gearbeitet habe, sondern für alle, die Erziehung suchen! (Sir 24,34)19Hört mich an, ihr Mächtigen im Volk, und ihr Vorsteher der Gemeinde, vernehmt es!
Über das Leben in Haus und Familie
20Gib Sohn, Frau, Bruder oder Freund keine Macht über dich, solange du lebst; und übergib niemand dein Hab und Gut, damit es dich nicht reut und du später darum bitten musst. (Sir 32,21)21Solange du lebst und Atem in dir ist, lass dich von keinem verdrängen.22Denn es ist besser, dass deine Kinder dich brauchen, als dass du sie brauchst.23Bei allem, was du tust, behalte die Oberhand, und lass dir deine Ehre nicht nehmen.24Erst wenn dein Ende naht und der Tod kommt, teile dein Erbe aus.25Futter, Stock und Last dem Esel, Brot, Zucht und Arbeit dem Knecht.26Sorge für seine Zucht, so hast du Ruhe vor ihm; lässt du ihn müßig gehen, so sucht er die Freiheit.27Joch und Riemen beugen den Nacken, und einem bösen Knecht gebühren Schläge und Qualen. (Spr 29,19)28Treibe ihn zur Arbeit an, dass er nicht müßig gehe; denn Müßiggang lehrt viel Bosheit.29Lege ihm Arbeiten auf, wie es ihm gebührt, und gehorcht er dann nicht, so mache die Fußfesseln schwer. (2Mo 21,20; Sir 7,20)30Doch nutze deine Macht nicht aus und tue nur, worauf du ein Recht hast.31Hast du einen Knecht, halte es mit ihm wie mit dir selbst; denn du hast ihn teuer erworben.32Hast du nur einen Knecht, so behandle ihn wie einen Bruder; denn du brauchst ihn.33Behandelst du ihn aber schlecht, sodass er sich aufmacht und davonläuft: wo willst du ihn dann suchen?