von Theologischer Verlag Zürich1Herr, Allmächtiger, Gott Israels, eine Seele in Bedrängnissen und ein verzagter Geist haben zu dir geschrien.2Erhöre uns, Herr, und erbarme dich, denn wir haben vor dir gesündigt.3Ja, in Ewigkeit thronst du, und wir gehen in Ewigkeit zugrunde.4Herr, Allmächtiger, Gott Israels, erhöre doch das Gebet der verstorbenen Israeliten, der Söhne derer, die vor dir gesündigt haben, die nicht auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes, gehört haben, so dass sich das Unheil an uns geheftet hat.5Erinnere dich nicht der Ungerechtigkeit unserer Vorfahren, sondern erinnere dich deiner Hand und deines Namens in dieser Zeit.6Fürwahr, du bist der Herr, unser Gott, und wir werden dich loben, Herr.7Denn deshalb hast du die Furcht vor dir in unsere Herzen gegeben, damit wir deinen Namen anrufen, und wir werden dich loben in unserer Verbannung, denn wir haben mit unserem Herzen die ganze Ungerechtigkeit unserer Vorfahren, die vor dir gesündigt haben, abgewendet.8Sieh, heute sind wir in unserer Verbannung, in die du uns zerstreut hast, zur Schmähung und zum Fluch und zur Strafe nach dem Mass all der Ungerechtigkeiten unserer Vorfahren, die vom Herrn, unserem Gott, abgefallen sind.
Die Mahnrede
9Höre, Israel, die Regeln des Lebens, sei aufmerksam, um Verstand zu entdecken.10Wie kommt es, Israel, dass du im Land der Feinde bist, alt wurdest auf fremdem Boden,11mit Toten unrein gemacht; denen in der Unterwelt zugerechnet?12Du hast die Quelle der Weisheit verlassen!13Wärest du den Weg Gottes gegangen, würdest du für immer in Frieden wohnen.14Lerne, wo Verstand ist, wo Stärke ist, wo Einsicht, um zugleich zu wissen, wo Langlebigkeit und Leben, wo Licht für die Augen und Frieden sind:15Wer fand ihre Stätte, und wer betrat ihre Schatzkammer?16Wo sind die Herrscher der Völker und die Herren der Tiere auf der Erde,17die mit den Vögeln des Himmels spielen und Silber ansammeln und Gold, auf das die Menschen vertrauen, deren Besitz kein Ende hat,18die das Silber schmieden und darum besorgt sind und deren Werke unerforschbar sind?19Sie sind zugrunde gegangen und in die Unterwelt hinabgestiegen, und andere sind an ihre Stelle getreten.20Jüngere erblickten das Licht und bewohnten die Erde, den Weg aber der Erkenntnis haben sie nicht entdeckt.21Und sie erkannten nicht ihre Pfade, sie begriffen sie nicht. Weit ab von ihrem Weg kamen ihre Söhne.22Und in Kanaan wurde sie nicht gehört, und in Teman nicht gesehen.23Auch die Söhne Hagars, die Einsicht suchen auf der Erde, die Handelsreisenden von Merran und Teman und die Geschichtenerzähler und die Sucher nach Einsicht: Den Weg der Weisheit kennen sie nicht, und ihres Pfads erinnern sie sich nicht.24O Israel, wie gross ist das Haus Gottes und wie weit die Stätte seines Besitzes!25Gross und endlos, hoch und unermesslich.26Dort wurden die Riesen hervorgebracht, die hochberühmten, die es vor Zeiten gab, sie waren gross, verstanden sich auf Krieg.27Nicht diese hat Gott erwählt, und auch den Weg der Erkenntnis gab er ihnen nicht.28Und sie kamen um, denn sie hatten keinen Verstand, ihrer Gedankenlosigkeit wegen kamen sie um.29Wer ist in den Himmel hinaufgestiegen und nahm sie und führte sie aus den Wolken herab?[1]30Wer setzte über bis jenseits des Meeres und fand sie und wird sie bringen für erlesenes Gold?31Niemanden gibt es, der ihren Weg kennt, und nicht einen, der ihren Pfad bedenkt.32Sondern, der alles weiss, kennt sie, mit seiner Einsicht hat er sie aufgespürt. Der die Erde gegründet hat für alle Zeit, er hat sie gefüllt mit vierfüssigen Tieren.33Der das Licht aussendet, und es geht, er rief es, und es gehorchte ihm mit Furcht.34Die Sterne aber leuchteten bei ihren Nachtwachen, und sie freuten sich.35Er rief sie, und sie sagten: Hier sind wir! Sie leuchteten mit Freude für den, der sie gemacht hat.36Dieser ist unser Gott, kein anderer wird ihm gleich geachtet.37Er spürte den ganzen Weg der Erkenntnis auf und gab ihn Jakob, seinem Kind, und Israel, dem von ihm Geliebten.38Danach erschien sie auf der Erde und begleitete die Menschen.
Baruch 3
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Allmächtiger Herr, du Gott Israels, meine geängstigte Seele und mein verzagter Geist schreien zu dir:2Höre und sei gnädig, Herr; denn wir haben vor dir gesündigt!3Du regierst in Ewigkeit; wir aber vergehen für immer.4Allmächtiger Herr, du Gott Israels, höre nun das Gebet der Israeliten, die schon dem Tod preisgegeben sind, und das Gebet der Söhne derer, die sich an dir versündigt und der Stimme des Herrn, ihres Gottes, nicht gehorcht haben; darum haben sich die Übel an unsre Fersen geheftet.5Gedenke nicht der Missetaten unsrer Väter, sondern gedenke jetzt der Taten deiner Hand und deines Namens!6Denn du bist ja der Herr, unser Gott; und wir wollen, Herr, dich loben.7Denn darum hast du die Furcht vor dir in unser Herz gegeben, damit wir deinen Namen anrufen und dich in unserer Gefangenschaft loben. Denn alle Missetaten unsrer Väter, die vor dir gesündigt haben, haben wir aus unserm Herzen getilgt,8wir, die jetzt in Gefangenschaft sind. Hierher hast du uns zerstreut zur Schmach, zum Fluch und zur Strafe für alle Missetaten unsrer Väter, die von dem Herrn, unserem Gott, abgewichen sind.
Umkehr zur Weisheit
9Höre, Israel, die Gebote des Lebens; achtet gut darauf, dass ihr Klugheit lernt! (5Mo 30,15)10Wie kommt es, Israel, dass du im Land deiner Feinde bist, dass du in einem fremden Land alt wirst,11dass du dich unrein machst unter den Toten, dass du zu denen gerechnet wirst, die in der Unterwelt sind? (4Mo 19,11)12Das ist die Ursache: weil du die Quelle der Weisheit verlassen hast. (Spr 13,14; Spr 14,27; Sir 1,5)13Wärst du auf Gottes Weg geblieben, du hättest wohl immer im Frieden gewohnt.14So lerne nun, wo es Klugheit, Tüchtigkeit und Einsicht gibt, damit du zugleich erfährst, wo es langes Leben und Glück, leuchtende Augen und Frieden gibt.15Wer weiß, wo die Weisheit wohnt? Wer ist in ihre Schatzkammern gekommen? (Hi 28,1)16Wo sind die Oberen der Völker und die, die über die Tiere auf Erden herrschen,17die mit den Vögeln unter dem Himmel spielen, die Silber und Gold anhäufen, worauf die Menschen ihr Vertrauen setzen und wovon sie nie genug haben können,18die das Silber bearbeiten und sich darum mühen und deren Werke nicht zu begreifen sind?19Sie sind verschwunden und in die Unterwelt gestiegen, und andere sind an ihre Stelle getreten.20Die Jüngeren sahen zwar das Licht und wohnten auf dem Erdboden, doch fanden sie den Weg der Erkenntnis nicht21und erkannten ihre Pfade nicht; auch ihre Kinder erfassten sie nicht und sind irregegangen.22In Kanaan hörte man nichts von ihr; in Teman sah man sie nicht. (Hi 4,1; Jer 49,7)23Die Kinder Hagars forschten der irdischen Einsicht zwar nach, die Kaufleute von Midian und Teman dichteten zwar Fabeln und strebten nach Einsicht; aber sie fanden doch den Weg zur Weisheit nicht, und ihre Pfade hatten sie vergessen.24O Israel, wie groß ist das Haus Gottes! Wie weit ist die Stätte, die er besitzt! (Jes 66,1)25Sie ist groß und hat kein Ende, sie ist unermesslich hoch.26Vorzeiten wurden Riesen geboren, berühmte Leute und gute Krieger; (1Mo 6,4; 5Mo 2,10; 5Mo 2,20)27die hat Gott nicht erwählt noch ihnen den Weg der Erkenntnis offenbart.28Und sie kamen um, weil sie die Klugheit nicht hatten; sie sind untergegangen wegen ihrer Torheit.29Wer ist zum Himmel gefahren und hat die Klugheit geholt und aus den Wolken herabgebracht? (5Mo 30,11)30Wer ist übers Meer gefahren und hat sie gefunden und für kostbares Gold hergebracht?31Es gibt niemanden, der den Weg zu ihr weiß noch über den Pfad zu ihr nachdenkt.32Der aber alle Dinge weiß, kennt sie und hat sie durch seine Einsicht bereitet, er, der die Erde auf ewige Zeit gegründet und sie mit vielerlei Tieren erfüllt hat, (Jes 66,22)33der das Licht sendet und es fährt dahin, und wenn er’s zurückruft, so gehorcht es mit Zittern. (Hi 38,35; Sir 43,8)34Die Sterne leuchteten auf und hielten Wacht mit Freuden,35und er hat sie gerufen, und sie antworteten: Hier sind wir!, und leuchteten mit Freuden für den, der sie geschaffen hat.36Das ist unser Gott, und keiner kommt ihm gleich.37Er hat jeden Weg der Erkenntnis bereitet und hat ihn Jakob, seinem Diener, und Israel, seinem Geliebten, gewiesen.38Danach ist sie auf Erden erschienen und hat bei den Menschen gewohnt. (Sir 24,5)