Baruch 2

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Und der Herr hielt sein Wort, das er gegen uns, gegen unsere Richter, die Israel richteten, und gegen unsere Könige und gegen unsere Anführer und gegen die Menschen aus Israel und Juda gesprochen hatte.2 Unter dem ganzen Himmel war nie getan worden, was er in Jerusalem tat, wie es in der Weisung des Mose geschrieben steht,3 dass wir, ein jeder, das Fleisch des eigenen Sohns und, ein jeder, das Fleisch der eigenen Tochter assen.4 Und er machte sie allen Königreichen rings um uns untertan, zum Gespött und zur Wüste für alle Völker rings um uns, wohin der Herr sie zerstreut hat.5 Und es ging mit ihnen abwärts und nicht aufwärts, weil wir gegen den Herrn, unseren Gott, gesündigt haben, indem wir nicht auf seine Stimme hörten.6 Beim Herrn, unserem Gott, ist die Gerechtigkeit, uns aber und unseren Vorfahren steht die Schande im Gesicht, wie es heute der Fall ist.7 Was der Herr gegen uns gesprochen hat, all dies Unheil, ist über uns gekommen.8 Wir aber haben nicht zum Angesicht des Herrn gefleht, dass jeder von uns sich von den Gedanken seines bösen Herzens abwenden möge.9 Und der Herr wachte über das Unheil, und der Herr brachte es über uns, weil der Herr gerecht ist in allen Werken für ihn, die er uns befohlen hat.10 Wir aber haben nicht auf seine Stimme gehört, den Weisungen zu folgen, die der Herr vor unseren Augen gegeben hat.11 Und nun, o Herr, Gott Israels, der du dein Volk aus dem Land Ägypten herausgeführt hast, mit starker Hand und mit Zeichen und Wundern und grosser Kraft und ausgestrecktem Arm, und der du dir einen Namen gemacht hast, wie es heute der Fall ist:12 Wir haben gesündigt, wir haben gottlos gelebt, wir sind, Herr, unser Gott, allen dei nen Rechtssatzungen nicht gerecht geworden.13 Dein Grimm möge sich abwenden von uns, denn nur wenige von uns sind übrig geblieben unter den Völkern, unter die du uns zerstreut hast.14 Erhöre, Herr, unser Gebet und unsere Bitte und befreie uns um deinetwillen und erweise uns Gnade vor den Augen derer, die uns verschleppt haben,15 damit die ganze Welt erfährt, dass du, Herr, unser Gott bist, dass dein Name ausgerufen ist über Israel und über seine Nachkommen.16 Herr, schau aus deinem heiligen Haus herab und nimm uns in deine Gedanken auf; Herr, neige dein Ohr und höre.17 Öffne deine Augen und sieh, denn nicht die Gestorbenen in der Unterwelt, deren Atem aus ihrem Leib genommen ist, werden dem Herrn Ehre und Anerkennung geben.18 Sondern die über die Massen betrübte Seele und wer gebeugt und schwach geht und die Augen, die nachlassen, und die Seele, die hungert - sie werden dir Ehre und Gerechtigkeit geben, Herr.19 Denn nicht aufgrund der gerechten Taten unserer Vorfahren und unserer Könige legen wir unser Flehen um Erbarmen vor dein Angesicht nieder, Herr, unser Gott,20 denn du hast deinen Grimm und deinen Zorn auf uns geschleudert, ganz so wie du gesprochen hast durch Vermittlung deiner Diener, der Propheten:21 So spricht der Herr: Beugt euren Nacken und dient dem König von Babylon und bleibt in dem Land, das ich euren Vorfahren gegeben habe.22 Wenn ihr aber nicht auf die Stimme des Herrn hört, dem König von Babylon zu dienen,23 werde ich in den Städten Judas und in Jerusalems Jubelschreie und Freudenrufe verstummen lassen, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, und es wird das ganze Land zu einer Wüste ohne Einwohner werden.24 Und wir hörten nicht auf deine Stimme, dem König von Babylon zu dienen, und du hieltest dein Wort, das du durch deine Diener, die Propheten, gesprochen hast, dass herausgetragen würden die Gebeine unserer Könige und die Gebeine unserer Vorfahren von dort, wo sie lagen,25 und sieh, sie sind hinausgeworfen in die Hitze des Tages und in den Frost der Nacht. Und sie sind gestorben durch böse Pein, durch Hunger und Schwert und Vertreibung.26 Und du hast dein Haus, über dem dein Name ausgerufen wurde, gemacht, wie es heute ist, wegen der Bosheit des Hauses Israel und des Hauses Juda.27 Aber du hast an uns, Herr, unser Gott, gehandelt, wie es deiner ganzen Milde und all deiner grossen Barmherzigkeit entspricht,28 so wie du durch deinen Diener Mose gesprochen hast an dem Tag, an dem du ihm befahlst, deine Weisung aufzuschreiben vor den Israeliten:29 Wenn ihr nicht auf meine Stimme hört, dann wird sich die grosse, zahlreiche, summende Menge in eine kleine verwandeln in den Völkern, unter die ich sie zerstreuen werde.30 Denn ich weiss, dass sie nicht auf mich hören, weil es ein halsstarriges Volk ist. Aber im Land ihrer Verbannung werden sie mit ihrem Herzen umkehren.31 Und sie werden erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, bin. Und ich werde ihnen ein Herz und Ohren geben zu hören,32 und sie werden mich loben im Land ihrer Verbannung, und sie werden sich meines Namens erinnern.33 Und sie werden ihren starren Rücken lösen und von ihren bösen Taten, denn sie erinnern sich des Wegs ihrer Vorfahren, die vor dem Herrn gesündigt haben.34 Und ich werde sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, und sie werden darüber herrschen. Und ich werde sie zahlreich machen, und sie werden nicht verringert.35 Und ich werde für sie einen ewigen Bund aufrichten, um ihnen Gott zu sein, und sie werden mir Volk sein. Und ich werde mein Volk Israel nicht mehr aus dem Land jagen, das ich ihnen gegeben habe.

Baruch 2

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Und der Herr hat sein Wort gehalten, das er zu uns geredet hat und zu unsren Richtern, die Israel richteten, zu unseren Königen und Oberen und zu denen von Israel und Juda,2 und noch nie ist unter dem ganzen Himmel geschehen, was über Jerusalem ergangen ist, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose, (5Mo 28,53)3 dass jeder von uns das Fleisch seines Sohnes und das Fleisch seiner Tochter essen soll.4 Und er machte sie zu Sklaven in allen Königreichen ringsumher, zur Schmach und zum Fluch bei allen Völkern um uns, unter die sie der Herr zerstreut hat.5 Und sie wurden unterdrückt und kamen nicht mehr hoch; denn wir haben uns versündigt an dem Herrn, unserm Gott, indem wir seiner Stimme nicht gehorcht haben.6 Der Herr, unser Gott, ist gerecht; wir aber und unsre Väter tragen heute zu Recht unsre Schande.7 Alles Unglück, das der Herr gegen uns geredet hat, ist über uns gekommen.8 Wir haben ja auch nicht gefleht zu dem Herrn, dass sich jeder abgewandt hätte von den Gedanken seines bösen Herzens.9 Der Herr war wachsam, doch zu unserm Unglück, das er über uns hat kommen lassen. Denn der Herr ist gerecht in allen seinen Werken, die er uns geboten hat; (Jer 44,27)10 wir aber gehorchten seiner Stimme nicht und lebten nicht nach den Geboten des Herrn, die er uns gegeben hat.11 Und nun, Herr, Gott Israels, der du dein Volk aus Ägyptenland geführt hast mit starker Hand, durch Zeichen und Wunder, mit großer Macht und ausgerecktem Arm, und dir einen Namen gemacht hast, so wie es heute ist:12 Ach, Herr, unser Gott, wir haben ja gesündigt und sind gottlos gewesen und haben Unrecht getan gegen alle deine Gebote.13 Dein Grimm wende sich ab von uns; denn nur noch wenige von uns sind übrig geblieben unter den Heiden, unter die du uns zerstreut hast.14 Erhöre, Herr, unser Gebet und unser Flehen und hilf uns um deinetwillen; lass uns Gnade finden bei denen, die uns weggeführt haben,15 damit alle Welt erkennt, dass du, Herr, unser Gott bist; denn Israel und seine Nachkommen sind ja nach dir genannt.16 Sieh herab, Herr, von deinem heiligen Haus und denke doch an uns; neige, Herr, deine Ohren und höre doch; (5Mo 26,15)17 tu deine Augen auf, Herr, und sieh doch! Denn nicht die Toten in der Unterwelt, deren Lebensodem aus ihrem Leibe gewichen ist, rühmen des Herrn Herrlichkeit und Recht; (Ps 6,6)18 sondern eine Seele, die sehr betrübt ist und gebückt und schwach einhergeht und ihre Augen ausgeweint hat und hungrig ist, die rühmt, Herr, deine Herrlichkeit und Gerechtigkeit. (Ps 74,21)19 Und nun, Herr, unser Gott, liegen wir vor dir mit unserm Gebet, nicht wegen der Gerechtigkeit unsrer Väter und unsrer Könige;20 denn du hast deinen Grimm und Zorn über uns ergehen lassen, wie du geredet hast durch die Propheten, deine Knechte:21 So spricht der Herr: Beugt eure Schultern und seid untertan dem König von Babel, so werdet ihr im Lande bleiben, das ich euren Vätern gegeben habe; (Jer 27,11)22 wenn ihr aber der Stimme des Herrn nicht gehorchen und dem König von Babel nicht untertan sein werdet, (Jer 25,8)23 so will ich von den Städten Judas und von Jerusalem den Jubel der Freude und Wonne und die Stimme des Bräutigams und der Braut wegnehmen, und das ganze Land soll wüst werden und niemand darin wohnen.24 Wir aber gehorchten deiner Stimme nicht und wurden dem König von Babel nicht untertan. Darum hast du dein Wort gehalten, das du geredet hast durch die Propheten, deine Knechte, dass man die Gebeine unsrer Könige und die Gebeine unsrer Väter aus ihren Gräbern geworfen hat, (Jer 8,1)25 sodass sie der Hitze des Tages und dem Frost der Nacht ausgesetzt waren. So sind sie jämmerlich umgekommen durch Hunger, Schwert und Vertreibung. (Jer 32,36)26 Und um der Missetat willen des Hauses Israel und des Hauses Juda hast du dein Haus, das nach deinem Namen genannt war, so zugerichtet, wie es heute ist.27 Doch du, Herr, unser Gott, bist sehr gnädig und barmherzig mit uns umgegangen,28 wie du durch Mose, deinen Knecht, geredet hast an dem Tag, als du ihm gebotest, dein Gesetz vor den Israeliten zu schreiben, und sprachst: (5Mo 4,25; 5Mo 30,1; 5Mo 31,24)29 Wenn ihr meiner Stimme nicht gehorchen werdet, so soll gewiss diese große und lärmende Menge ganz klein werden unter den Völkern, unter die ich sie zerstreuen will.30 Denn ich weiß genau, dass sie mir nicht gehorchen werden; denn es ist ein halsstarriges Volk. Sie werden aber in dem Land, in dem sie gefangen sind, in sich gehen31 und erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott bin. Und ich will ihnen ein verständiges Herz geben und Ohren, die hören.32 Dann werden sie mich preisen in dem Land, in dem sie gefangen sind, und meines Namens gedenken33 und sich von ihrer Hartnäckigkeit und von ihren bösen Taten abkehren. Denn sie werden daran denken, wie es ihren Vätern ergangen ist, die vor dem Herrn sündigten.34 Und ich will sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, und sie sollen darin herrschen. Ich will sie mehren, und sie werden sich nicht vermindern.35 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen aufrichten, dass ich ihr Gott sein will und sie mein Volk; und ich will mein Volk Israel nicht mehr aus dem Land vertreiben, das ich ihnen gegeben habe. (Jer 31,31)