von Theologischer Verlag Zürich1Und der Herr hielt sein Wort, das er gegen uns, gegen unsere Richter, die Israel richteten, und gegen unsere Könige und gegen unsere Anführer und gegen die Menschen aus Israel und Juda gesprochen hatte.2Unter dem ganzen Himmel war nie getan worden, was er in Jerusalem tat, wie es in der Weisung des Mose geschrieben steht,3dass wir, ein jeder, das Fleisch des eigenen Sohns und, ein jeder, das Fleisch der eigenen Tochter assen.4Und er machte sie allen Königreichen rings um uns untertan, zum Gespött und zur Wüste für alle Völker rings um uns, wohin der Herr sie zerstreut hat.5Und es ging mit ihnen abwärts und nicht aufwärts, weil wir gegen den Herrn, unseren Gott, gesündigt haben, indem wir nicht auf seine Stimme hörten.6Beim Herrn, unserem Gott, ist die Gerechtigkeit, uns aber und unseren Vorfahren steht die Schande im Gesicht, wie es heute der Fall ist.7Was der Herr gegen uns gesprochen hat, all dies Unheil, ist über uns gekommen.8Wir aber haben nicht zum Angesicht des Herrn gefleht, dass jeder von uns sich von den Gedanken seines bösen Herzens abwenden möge.9Und der Herr wachte über das Unheil, und der Herr brachte es über uns, weil der Herr gerecht ist in allen Werken für ihn, die er uns befohlen hat.10Wir aber haben nicht auf seine Stimme gehört, den Weisungen zu folgen, die der Herr vor unseren Augen gegeben hat.11Und nun, o Herr, Gott Israels, der du dein Volk aus dem Land Ägypten herausgeführt hast, mit starker Hand und mit Zeichen und Wundern und grosser Kraft und ausgestrecktem Arm, und der du dir einen Namen gemacht hast, wie es heute der Fall ist:12Wir haben gesündigt, wir haben gottlos gelebt, wir sind, Herr, unser Gott, allen dei nen Rechtssatzungen nicht gerecht geworden.13Dein Grimm möge sich abwenden von uns, denn nur wenige von uns sind übrig geblieben unter den Völkern, unter die du uns zerstreut hast.14Erhöre, Herr, unser Gebet und unsere Bitte und befreie uns um deinetwillen und erweise uns Gnade vor den Augen derer, die uns verschleppt haben,15damit die ganze Welt erfährt, dass du, Herr, unser Gott bist, dass dein Name ausgerufen ist über Israel und über seine Nachkommen.16Herr, schau aus deinem heiligen Haus herab und nimm uns in deine Gedanken auf; Herr, neige dein Ohr und höre.17Öffne deine Augen und sieh, denn nicht die Gestorbenen in der Unterwelt, deren Atem aus ihrem Leib genommen ist, werden dem Herrn Ehre und Anerkennung geben.18Sondern die über die Massen betrübte Seele und wer gebeugt und schwach geht und die Augen, die nachlassen, und die Seele, die hungert - sie werden dir Ehre und Gerechtigkeit geben, Herr.19Denn nicht aufgrund der gerechten Taten unserer Vorfahren und unserer Könige legen wir unser Flehen um Erbarmen vor dein Angesicht nieder, Herr, unser Gott,20denn du hast deinen Grimm und deinen Zorn auf uns geschleudert, ganz so wie du gesprochen hast durch Vermittlung deiner Diener, der Propheten:21So spricht der Herr: Beugt euren Nacken und dient dem König von Babylon und bleibt in dem Land, das ich euren Vorfahren gegeben habe.22Wenn ihr aber nicht auf die Stimme des Herrn hört, dem König von Babylon zu dienen,23werde ich in den Städten Judas und in Jerusalems Jubelschreie und Freudenrufe verstummen lassen, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, und es wird das ganze Land zu einer Wüste ohne Einwohner werden.24Und wir hörten nicht auf deine Stimme, dem König von Babylon zu dienen, und du hieltest dein Wort, das du durch deine Diener, die Propheten, gesprochen hast, dass herausgetragen würden die Gebeine unserer Könige und die Gebeine unserer Vorfahren von dort, wo sie lagen,25und sieh, sie sind hinausgeworfen in die Hitze des Tages und in den Frost der Nacht. Und sie sind gestorben durch böse Pein, durch Hunger und Schwert und Vertreibung.26Und du hast dein Haus, über dem dein Name ausgerufen wurde, gemacht, wie es heute ist, wegen der Bosheit des Hauses Israel und des Hauses Juda.27Aber du hast an uns, Herr, unser Gott, gehandelt, wie es deiner ganzen Milde und all deiner grossen Barmherzigkeit entspricht,28so wie du durch deinen Diener Mose gesprochen hast an dem Tag, an dem du ihm befahlst, deine Weisung aufzuschreiben vor den Israeliten:29Wenn ihr nicht auf meine Stimme hört, dann wird sich die grosse, zahlreiche, summende Menge in eine kleine verwandeln in den Völkern, unter die ich sie zerstreuen werde.30Denn ich weiss, dass sie nicht auf mich hören, weil es ein halsstarriges Volk ist. Aber im Land ihrer Verbannung werden sie mit ihrem Herzen umkehren.31Und sie werden erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, bin. Und ich werde ihnen ein Herz und Ohren geben zu hören,32und sie werden mich loben im Land ihrer Verbannung, und sie werden sich meines Namens erinnern.33Und sie werden ihren starren Rücken lösen und von ihren bösen Taten, denn sie erinnern sich des Wegs ihrer Vorfahren, die vor dem Herrn gesündigt haben.34Und ich werde sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, und sie werden darüber herrschen. Und ich werde sie zahlreich machen, und sie werden nicht verringert.35Und ich werde für sie einen ewigen Bund aufrichten, um ihnen Gott zu sein, und sie werden mir Volk sein. Und ich werde mein Volk Israel nicht mehr aus dem Land jagen, das ich ihnen gegeben habe.
Baruch 2
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Und der Herr hat sein Wort gehalten, das er zu uns geredet hat und zu unsren Richtern, die Israel richteten, zu unseren Königen und Oberen und zu denen von Israel und Juda,2und noch nie ist unter dem ganzen Himmel geschehen, was über Jerusalem ergangen ist, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose, (5Mo 28,53)3dass jeder von uns das Fleisch seines Sohnes und das Fleisch seiner Tochter essen soll.4Und er machte sie zu Sklaven in allen Königreichen ringsumher, zur Schmach und zum Fluch bei allen Völkern um uns, unter die sie der Herr zerstreut hat.5Und sie wurden unterdrückt und kamen nicht mehr hoch; denn wir haben uns versündigt an dem Herrn, unserm Gott, indem wir seiner Stimme nicht gehorcht haben.6Der Herr, unser Gott, ist gerecht; wir aber und unsre Väter tragen heute zu Recht unsre Schande.7Alles Unglück, das der Herr gegen uns geredet hat, ist über uns gekommen.8Wir haben ja auch nicht gefleht zu dem Herrn, dass sich jeder abgewandt hätte von den Gedanken seines bösen Herzens.9Der Herr war wachsam, doch zu unserm Unglück, das er über uns hat kommen lassen. Denn der Herr ist gerecht in allen seinen Werken, die er uns geboten hat; (Jer 44,27)10wir aber gehorchten seiner Stimme nicht und lebten nicht nach den Geboten des Herrn, die er uns gegeben hat.11Und nun, Herr, Gott Israels, der du dein Volk aus Ägyptenland geführt hast mit starker Hand, durch Zeichen und Wunder, mit großer Macht und ausgerecktem Arm, und dir einen Namen gemacht hast, so wie es heute ist:12Ach, Herr, unser Gott, wir haben ja gesündigt und sind gottlos gewesen und haben Unrecht getan gegen alle deine Gebote.13Dein Grimm wende sich ab von uns; denn nur noch wenige von uns sind übrig geblieben unter den Heiden, unter die du uns zerstreut hast.14Erhöre, Herr, unser Gebet und unser Flehen und hilf uns um deinetwillen; lass uns Gnade finden bei denen, die uns weggeführt haben,15damit alle Welt erkennt, dass du, Herr, unser Gott bist; denn Israel und seine Nachkommen sind ja nach dir genannt.16Sieh herab, Herr, von deinem heiligen Haus und denke doch an uns; neige, Herr, deine Ohren und höre doch; (5Mo 26,15)17tu deine Augen auf, Herr, und sieh doch! Denn nicht die Toten in der Unterwelt, deren Lebensodem aus ihrem Leibe gewichen ist, rühmen des Herrn Herrlichkeit und Recht; (Ps 6,6)18sondern eine Seele, die sehr betrübt ist und gebückt und schwach einhergeht und ihre Augen ausgeweint hat und hungrig ist, die rühmt, Herr, deine Herrlichkeit und Gerechtigkeit. (Ps 74,21)19Und nun, Herr, unser Gott, liegen wir vor dir mit unserm Gebet, nicht wegen der Gerechtigkeit unsrer Väter und unsrer Könige;20denn du hast deinen Grimm und Zorn über uns ergehen lassen, wie du geredet hast durch die Propheten, deine Knechte:21So spricht der Herr: Beugt eure Schultern und seid untertan dem König von Babel, so werdet ihr im Lande bleiben, das ich euren Vätern gegeben habe; (Jer 27,11)22wenn ihr aber der Stimme des Herrn nicht gehorchen und dem König von Babel nicht untertan sein werdet, (Jer 25,8)23so will ich von den Städten Judas und von Jerusalem den Jubel der Freude und Wonne und die Stimme des Bräutigams und der Braut wegnehmen, und das ganze Land soll wüst werden und niemand darin wohnen.24Wir aber gehorchten deiner Stimme nicht und wurden dem König von Babel nicht untertan. Darum hast du dein Wort gehalten, das du geredet hast durch die Propheten, deine Knechte, dass man die Gebeine unsrer Könige und die Gebeine unsrer Väter aus ihren Gräbern geworfen hat, (Jer 8,1)25sodass sie der Hitze des Tages und dem Frost der Nacht ausgesetzt waren. So sind sie jämmerlich umgekommen durch Hunger, Schwert und Vertreibung. (Jer 32,36)26Und um der Missetat willen des Hauses Israel und des Hauses Juda hast du dein Haus, das nach deinem Namen genannt war, so zugerichtet, wie es heute ist.27Doch du, Herr, unser Gott, bist sehr gnädig und barmherzig mit uns umgegangen,28wie du durch Mose, deinen Knecht, geredet hast an dem Tag, als du ihm gebotest, dein Gesetz vor den Israeliten zu schreiben, und sprachst: (5Mo 4,25; 5Mo 30,1; 5Mo 31,24)29Wenn ihr meiner Stimme nicht gehorchen werdet, so soll gewiss diese große und lärmende Menge ganz klein werden unter den Völkern, unter die ich sie zerstreuen will.30Denn ich weiß genau, dass sie mir nicht gehorchen werden; denn es ist ein halsstarriges Volk. Sie werden aber in dem Land, in dem sie gefangen sind, in sich gehen31und erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott bin. Und ich will ihnen ein verständiges Herz geben und Ohren, die hören.32Dann werden sie mich preisen in dem Land, in dem sie gefangen sind, und meines Namens gedenken33und sich von ihrer Hartnäckigkeit und von ihren bösen Taten abkehren. Denn sie werden daran denken, wie es ihren Vätern ergangen ist, die vor dem Herrn sündigten.34Und ich will sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, und sie sollen darin herrschen. Ich will sie mehren, und sie werden sich nicht vermindern.35Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen aufrichten, dass ich ihr Gott sein will und sie mein Volk; und ich will mein Volk Israel nicht mehr aus dem Land vertreiben, das ich ihnen gegeben habe. (Jer 31,31)