1Was denkst du, würde die Weisheit sagen, wenn sie eine Person wäre? Stell dir vor, sie könnte sprechen und würde mit dir reden wollen.2Sie würde vermutlich in den Acht-Uhr-Nachrichten, zur Top-Sendezeit, eine Ansprache halten; zu einer Zeit, wo alle zuhören.3Die Weisheit hätte bestimmt auch eine eigene Domain im Internet, und sie würde den Leuten vermutlich Folgendes mitteilen:4„Hallo, ihr! Ich spreche heute einmal zu allen Menschen!5Ich hab das Gefühl, ihr seid alle noch etwas feucht hinter den Ohren. Werdet endlich mal etwas abgeklärter und schlauer, das gilt besonders für die Leute, die irgendwie nichts raffen!6Hört mir mal gut zu! Ich habe da einen heißen Tipp für euch. Und was ich euch sage, ist auf jeden Fall sehr korrekt.7Ich erzähl keinen Scheiß! Was ich sage, stimmt, und ich hasse es, wenn jemand unkorrekte Sachen behauptet.8Noch mal zum Mitschreiben: Alles, was ich sage, stimmt! Ich rede keinen Mist, und ich lüge auch nicht.9Wenn ich was sage, ist es immer leicht verständlich, und es hilft den Leuten, die ihr Hirn einschalten.10Ich möchte, dass ihr heiß werdet auf das, was ich zu sagen hab! Es soll euch wichtiger sein als der Aktienkurs oder euer Kontostand. Versucht, so viel Wissen wie möglich aufzusaugen, anstatt so viel Kohle wie möglich einzusacken.11Es ist besser, Schnall vom Leben zu haben, also weise zu sein, als ein Sechser im Lotto. Das ist schon mal sicher! Nichts ist so wertvoll wie das!12Ich stell mich noch mal vor: Mein Name ist Prof. Weisheit! Ich wohne gleich neben Dr. Intelligenz, und ich hab den Überblick.13Wenn man Respekt vor Gott hat, bedeutet es auch, das Fiese zu hassen. Prollige Einstellung, überheblich sein, zu denken, man ist der Geile, so was finde ich zum Kotzen.14Ich bin gut darin, Menschen zu helfen und Ratschläge zu erteilen. Ich bin schlau, ich hab den Schnall vom Leben.15Durch mich regieren viele Präsidenten, und durch mich fällen die Bürgermeister die richtigen Entscheidungen.16Mit meiner Hilfe regieren die Chefs im Land, und auch die Richter fällen durch mich korrekte Urteile.17Wer mich mag, den mag ich auch. Und wer was von mir will und mich sucht, der wird mich auch finden.18Die Leute, die sich auf mich einlassen, werden dadurch fett absahnen. Sie werden viel Geld und auch viel Respekt durch mich bekommen, sie bekommen viel Land und auch ein gutes Gehalt.19Was ich mache und was bei mir rumkommt, ist wichtiger als alle Kohle der Welt.20Wenn Leute versuchen wollen, möglichst korrekt zu leben, dann bin ich dabei.21Ich möchte solchen Menschen viel geben. Alle, die mich lieben, sollen fett was abbekommen.22Übrigens bin ich von Gott gemacht worden, er hat mich ganz zu Anfang entstehen lassen.23Schon vor Ewigkeiten, als die Zeit gerade anfing, hat er mich gemacht.24Als ich entstanden bin, gab es noch kein Wasser, es gab noch keine Quellen und auch kein Meer.25Die Berge waren auch noch nicht da, und auch die kleinen Hügel gab es noch nicht.26Es war sogar noch vor dem Zeitpunkt, als Gott den Planeten Erde gemacht hat, bevor es Länder, Felder und so was gab.27In dem Augenblick, als er das Universum gemacht hat, da war ich auch dabei. Ich war dabei, als er die Erdatmosphäre baute, und auch, als er überlegte, wie tief die einzelnen Meere werden sollten.28Auch als er die Idee mit den Wolken hatte und die dann in den Himmel installiert hat, als er die ersten Wasserquellen sprudeln ließ,29als die Größe der einzelnen Meere festgelegt wurde (damit es durch die Flut nicht überall nass wird) und als er den gesamten Umfang der Erde festlegte,30da saß ich die ganze Zeit auf seinem Schoß. Ich hab jeden Tag voll Spaß gehabt und konnte immer viel spielen, wenn er da war.31Eigentlich war die ganze Erde mein Spielplatz, und mit den Menschen hatte ich ganz besonders viel Spaß.32Weil ich schon so lange da bin, wäre es echt gut, ihr würdet auf mich hören! Damit meine ich besonders die Jugendlichen!33Hört auf das, was ich zu sagen habe! Vergesst das nicht, was ich euch erzähle! Dann werdet ihr auch schlau werden.34Menschen, die auf mich hören, denen geht es voll gut. Leute, die ständig in meiner Nähe sind, die jeden Tag vor meiner Wohnung auf mich warten, die sind richtig glücklich.35Wer mich kennenlernt, lernt das Leben kennen. Und Gott freut sich voll über ihn.36Aber Menschen, die nicht mit mir leben, vergewaltigen sich selbst. Jeder, der mit mir nichts zu tun haben will, der mich sogar hasst, der ist eigentlich in den Tod verliebt.“
Sprüche 8
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches Bibelwerk1Ruft nicht die Weisheit, / erhebt nicht die Klugheit ihre Stimme? (Spr 1,20; Sir 24,1)2Oben auf den Höhen, auf der Straße, / an der Kreuzung der Wege steht sie;3neben den Toren, wo die Stadt beginnt, / am Zugang zu den Häusern ruft sie laut:4Euch, ihr Leute, lade ich ein, / meine Stimme ergeht an alle Menschen:5Ihr Unerfahrenen, werdet klug, / ihr Törichten, nehmt Vernunft an!6Hört her! Aufrichtig rede ich. / Redlichkeit ist, was meine Lippen öffnet.7Die Wahrheit spricht meine Zunge, / Unrechtes ist meinen Lippen ein Gräuel.8Alle Worte meines Mundes sind gerecht, / keines von ihnen ist hinterhältig und falsch.9Für den Verständigen sind sie alle klar / und richtig für den, der Erkenntnis fand.10Nehmt lieber meine Unterweisung an als Silber, / lieber Verständnis als erlesenes Gold!11Ja, Weisheit übertrifft die Perlen an Wert, / keine kostbaren Steine kommen ihr gleich. (Spr 3,15)12Ich, die Weisheit, verweile bei der Klugheit, / ich entdecke umsichtige Erkenntnis.13Furcht des HERRN verlangt, Böses zu hassen. / Hochmut und Hoffart, schlechte Taten / und einen verlogenen Mund hasse ich.14Bei mir ist Rat und Hilfe; / ich bin die Einsicht, bei mir ist Macht.15Durch mich regieren die Könige / und entscheiden die Machthaber, wie es Recht ist;16durch mich versehen die Herrscher ihr Amt, / die Vornehmen und alle Verwalter des Rechts. (Weis 6,20)17Ich liebe alle, die mich lieben, / und wer mich sucht, der wird mich finden. (Jes 55,6)18Reichtum und Ehre sind bei mir, / angesehener Besitz und Gerechtigkeit; (Weis 8,5)19meine Frucht ist besser als Gold und Feingold, / mein Nutzen übertrifft wertvolles Silber.20Ich gehe auf dem Weg der Gerechtigkeit, / mitten auf den Pfaden des Rechts,21um denen, die mich lieben, Gaben zu verleihen / und ihre Schatzkammern zu füllen.22Der HERR hat mich geschaffen als Anfang seines Weges, / vor seinen Werken in der Urzeit;[1] (Hi 28,23; Weis 6,22; Weis 7,22)23in frühester Zeit wurde ich gebildet, / am Anfang, beim Ursprung der Erde.24Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, / als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.25Ehe die Berge eingesenkt wurden, / vor den Hügeln wurde ich geboren.26Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren / und alle Schollen des Festlands.27Als er den Himmel baute, war ich dabei, / als er den Erdkreis abmaß über den Wassern,28als er droben die Wolken befestigte / und Quellen strömen ließ aus dem Urmeer,29als er dem Meer sein Gesetz gab / und die Wasser nicht seinen Befehl übertreten durften, / als er die Fundamente der Erde abmaß,30da war ich als geliebtes Kind bei ihm. / Ich war seine Freude Tag für Tag / und spielte vor ihm allezeit.[2] (Weis 7,21; Weis 8,6)31Ich spielte auf seinem Erdenrund / und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein.32Nun, ihr Kinder, hört auf mich! / Selig, die auf meine Wege achten.33Hört die Mahnung und werdet weise, / lehnt sie nicht ab!34Selig der Mensch, der auf mich hört, / der Tag für Tag an meinen Toren wacht / und meine Türpfosten hütet.35Wer mich findet, findet Leben / und erlangt das Gefallen des HERRN. (Spr 18,22)36Doch wer mich verfehlt, der schadet sich selbst; / alle, die mich hassen, lieben den Tod.