Prediger 12

VOLXBIBEL

von SCM Verlag
1 Vergiss Gott nicht, auch wenn du noch ein Jugendlicher bist und vielleicht gerade andere Sachen im Kopf hast. Es wird nämlich auch für dich eine Zeit geben, wo du alt werden wirst. Dann passieren einige nicht so tolle Dinge mit dir, und dann kommen so Kommentare wie: „Auf so was hab ich jetzt überhaupt keinen Bock!“2 Plötzlich wird alles ganz düster, du kannst kein Licht mehr sehen, brauchst eine Brille und verlierst beim Spazierengehen die Orientierung. Und das wird nicht mehr besser werden, auf Regen folgen dunkle Wolken, auf schlecht folgt noch schlechter, auf ätzend folgt Scheiße. Irgendwann wirst du dann gar keine Sonne mehr sehen können und auch keinen Mond oder Sterne.3 In der Zeit geht voll die Depri-Stimmung bei dir los. Du frierst ständig und bist dann nicht mehr in der Lage, dich mit deinen eigenen Händen und Armen warm zu halten. Und du wirst den ganzen Tag am Fenster hocken und die Nachbarn dumm anmachen. Deine Beine werden zu schwach, du wirst nicht mehr richtig gehen können, und du fängst an, beim Essen zu sabbern. Deine Zähne fallen dir aus, und du wirst eine Brille mit ganz dicken Gläsern brauchen.4 Und dann kannst du plötzlich nicht mehr richtig hören, kriegst nicht mit, wenn ein Auto angebrettert kommt, und auch den Gesang von deiner Tochter kannst du kaum noch verstehen. Als Nächstes ist dann also ein Hörgerät angesagt.5 Treppensteigen wird der -reinste Horror, ständig hast du Angst zu stürzen. Im Garten blüht der Kirschbaum, das Kaninchen frisst den Löwenzahn, es gibt Spargel zu kaufen, aber bei dir ist langsam Schicht im Schacht. Schließlich bist du tot, und man organisiert deine Beerdigung.6 Also kann ich dir nur den Tipp geben: Genieße das Leben in vollen Zügen, bevor dein Körper streikt, der Handyvertrag abgelaufen, das Moped kaputt und sowieso alles für den Arsch ist.7 Denn wenn du tot bist, ist alles vorbei. Dein Körper verwest und wird zu Erde, wo er ja auch herkommt. Und dein Innerstes, deine Gedanken, dein Geist wird dann zu Gott ziehen, wo der ja auch herkommt.8 Alles geht mal vorbei, nichts bleibt ewig. Im Grunde ist alles für den Arsch!9 Der Prediger, der es echt draufhatte, musste den Leuten noch ein paar wichtige Sachen beibringen. Er hat nachgedacht, geforscht und kam dann zu diesen Sprüchen, die hier aufgeschrieben wurden.10 Er hat versucht, das Ganze in gute Formulierungen zu packen, und es war ihm wichtig, dabei immer straight und ehrlich zu bleiben.11 Ein Rat von einem Menschen, der viel Ahnung vom Leben hat, kann einen total herausfordern. Das ist wie ein Trainer, der am Seitenrand steht und einen die ganze Zeit anfeuert. Ratschläge wie diese hier können wie große Schrauben sein, die ein ganzes Gebäude zusammenhalten. Sie kommen letztendlich von Gott, dem besten Trainer, den es gibt.12 Am Ende will ich für dich noch mal eine Warnung aussprechen: Bei Amazon kann man Millionen von Büchern kaufen, und jeder Hans oder Franz schreibt seine Lebensgeschichte auf. Das alles zu lesen und zu studieren, das macht keiner, da pennt man nur bei ein.13 Noch mal zusammengefasst, sozusagen das Endergebnis: Du musst Respekt vor Gott haben und alles das tun, was er gesagt hat! Daran sollte sich jeder Mensch halten.14 Gott wird über alles, was auf der Erde läuft, einmal eine Gerichtsverhandlung abhalten. An dem Tag kommt alles raus, man kann nichts mehr verstecken, egal, ob es gut war oder schlecht.

Prediger 12

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Denk an deinen Schöpfer in deinen frühen Jahren, / ehe die Tage der Krankheit kommen und die Jahre dich erreichen, / von denen du sagen wirst: Ich mag sie nicht!, (Tob 4,8; Tob 12,9; Sir 3,30; Sir 7,10)2 ehe Sonne und Licht und Mond und Sterne erlöschen / und auch nach dem Regen wieder Wolken aufziehen: (Sir 14,11)3 am Tag, da die Wächter des Hauses zittern, / die starken Männer sich krümmen, / die Müllerinnen ihre Arbeit einstellen, weil sie zu wenige sind, / es dunkel wird bei den Frauen, die aus den Fenstern blicken, (Hi 14,7; Pred 3,17)4 und das Tor zur Straße verschlossen wird; / wenn das Geräusch der Mühle verstummt, / steht man auf beim Zwitschern der Vögel, / doch alle Töchter des Liedes ducken sich;[1]5 selbst vor der Anhöhe fürchtet man sich und vor den Schrecken am Weg; / der Mandelbaum blüht, / die Heuschrecke schleppt sich dahin, / die Frucht der Kaper platzt, / doch ein Mensch geht zu seinem ewigen Haus / und die Klagenden ziehen durch die Straßen - (Ps 139,15; Pred 3,11; Pred 8,17)6 ja, ehe die silberne Schnur zerreißt, die goldene Schale bricht, / der Krug an der Quelle zerschmettert wird, / das Rad zerbrochen in die Grube fällt,7 der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, / und der Atem zu Gott zurückkehrt, / der ihn gegeben hat. (Hi 3,4; Ps 4,7; Pred 2,13; Pred 6,3; Jes 2,5; Jes 60,19)8 Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, das ist alles Windhauch. (Pred 1,2)9 Kohelet war ein Gelehrter. Außerdem hat er einfachen Leuten Kenntnisse beigebracht. Er hörte zu und prüfte, er hat viele Sprichwörter selbst in Form gebracht. (1Kön 5,12; Spr 1,5; Sir 3,29)10 Kohelet hat sich bemüht, gut formulierte Worte zu entdecken, und hier sind diese wahren Worte sorgfältig aufgeschrieben.11 Worte von Gelehrten sind wie Ochsenstecken, / Sprüche aus Sammlungen aber sitzen wie eingetriebene Nägel - / sie sind die Gabe eines einzigen Hirten. (1Sam 13,21; Ps 23,1; Spr 2,6; Jes 40,11; Jes 41,7; Jer 10,4; Hes 34,11; Mi 7,14; Sir 1,1)12 Im Übrigen, mein Sohn, lass dich warnen! Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben und viel Studieren ermüdet den Leib.13 Hast du alles gehört, so lautet der Schluss: Fürchte Gott und achte auf seine Gebote! Das allein hat jeder Mensch nötig. (5Mo 10,12; Spr 1,7; Pred 3,14; Pred 5,6; Pred 7,18; Sir 1,13)14 Denn Gott wird jedes Tun vor das Gericht bringen, das über alles Verborgene urteilt, es sei gut oder böse.