1Gott, bitte vergiss nicht, was für ätzende Sachen uns passiert sind. Siehst du nicht, wie die Leute Witze über uns machen?2Das Land, was du uns für immer versprochen hattest, gehört jetzt Ausländern. Die wohnen in unseren Häusern und machen sich da breit.3Unsere Väter sind alle tot, unsere Mütter haben ihren Ehemann verloren.4Selbst für das Wasser aus der Leitung müssen wir Kohle abdrücken, und auch das Öl für die Heizung müssen wir teuer bezahlen.5Der Feind sitzt uns im Nacken, wir sind schlapp und können nicht mehr laufen, aber die lassen uns nicht in Ruhe.6Wir mussten mit Ägypten Verträge machen und Assyrien anbetteln, dass sie uns genug zu essen schicken.7Die Leute, die vor uns lebten, haben in einer Tour Mist gebaut. Jetzt sind sie tot, aber wir haben immer noch mit den Folgen ihrer Taten zu kämpfen.8Menschen aus der untersten Schublade haben die Macht über uns, und niemand kann uns von ihnen befreien.9Nur in den Supermarkt zu gehen ist für uns schon lebensgefährlich geworden, weil uns überall Banden auflauern, die uns überfallen wollen.10Unser Körper zerfällt in seine Einzelteile wie ein Auto auf dem Schrottplatz, weil wir nichts mehr zu essen haben und hungern.11In Jerusalem und in den Städten von Juda haben sie Frauen vergewaltigt, auch ganz junge Mädchen, die noch nie mit einem Mann geschlafen haben.12Leute aus der Führungsriege wurden erschossen oder erhängt. Vor den Älteren hat man keinen Respekt mehr.13Junge Männer müssen in den Fabriken am Fließband arbeiten, Jugendliche arbeiten im Bau und schleppen da schwere Sandsäcke.14Die Beratungsstellen sind alle zu. Konzerte wurden alle abgesagt.15Keiner kann sich innerlich noch freuen. Wo man früher abgetanzt hat, da hängt man heute nur noch depressiv in der Ecke rum.16Die gute Zeit ist vorbei. Wir haben einfach echt Mist gebaut, und das sind jetzt die ätzenden Folgen davon.17Darum sind wir depressiv geworden, deswegen können wir nicht aufhören zu heulen.18Der Berg von Zion ist nur noch ein Schrotthaufen, da leben jetzt nur noch Ratten.19Du wirst aber für immer der Chef bleiben, Gott! Du bist und bleibst der Präsident auf seinem Chefsessel.20Warum willst du uns denn für immer vergessen? Warum verlässt du uns und willst nicht wieder zurückkommen?21Gott, bitte bring uns wieder zusammen! Sorg dafür, dass wir zu dir zurückkommen! Mach mit uns einen Neuanfang, es soll wieder so werden, wie es früher mal war.22Oder hast du uns für immer rausgeschmissen? Warst du einfach zu sauer auf uns?
1HERR, denk daran, was uns geschehen, / blick her und sieh unsre Schmach!2An Fremde fiel unser Erbe, / unsre Häuser kamen an Ausländer. (Jer 6,11)3Waisen wurden wir, vaterlos, / unsere Mütter wurden Witwen.4Unser Wasser trinken wir für Geld, / unser Holz müssen wir bezahlen.5Wir werden getrieben, das Joch auf dem Nacken, / wir sind müde, man versagt uns die Ruhe.6Nach Ägypten streckten wir die Hand, / nach Assur, um uns mit Brot zu sättigen. (Jes 52,4)7Unsere Väter haben gesündigt; sie sind nicht mehr. / Wir müssen ihre Sünden tragen. (Neh 9,2; Jer 31,29)8Sklaven herrschen über uns, / niemand entreißt uns ihren Händen.9Unter Lebensgefahr holen wir unser Brot,/ bedroht vom Schwert der Wüste.10Unsere Haut glüht wie ein Ofen / von den Gluten des Hungers.11Frauen schändet man in Zion, / Jungfrauen in den Städten von Juda.12Fürsten werden von ihrer Hand gehängt, / den Ältesten nimmt man die Ehre.13Junge Männer müssen die Handmühlen schleppen, / unter der Holzlast brechen Knaben zusammen.14Die Alten bleiben fern vom Tor, / die Jungen vom Saitenspiel.15Dahin ist unseres Herzens Freude, / in Trauer gewandelt unser Reigen. (Jer 31,13)16Die Krone ist uns vom Haupt gefallen. / Weh uns, wir haben gesündigt! (Jer 13,18)17Darum ist krank unser Herz, / darum sind trüb unsere Augen (Jer 8,18)18über den Zionsberg, der verwüstet liegt; / Füchse laufen dort umher. (Jes 64,9)19Du, HERR, thronst ewig, / dein Thron besteht von Geschlecht zu Geschlecht.20Warum willst du uns für immer vergessen, / uns verlassen fürs ganze Leben? (Jes 64,11)21Lass du, HERR, uns zurückkehren zu dir, / dann kehren wir um! / Erneuere unsere Tage wie in der Urzeit.22Oder hast du uns denn ganz verworfen, / zürnst du uns über alle Maßen? (Jes 54,6)