1Wie krass! Selbst das Gold ist ganz dunkel geworden, es ist verdreckt. Die wertvollen Diamanten liegen im Dreck, überall auf der Straße.2Die Leute, die in Jerusalem gewohnt haben, in der Zionsstadt, die waren alle mal total wertvoll. Sie waren unbezahlbar, aber jetzt sind sie so viel wert wie alte Plastiktüten aus der Recyclingfabrik.3Selbst die Mütter von Ratten geben ihren Jungen genug Milch zu trinken. Aber die Frauen von meinen Leuten sind total link unterwegs, ihre Babys sind ihnen so egal, ihr Schreien lässt sie eiskalt.4Die Babys haben einen total trockenen Mund und riesigen Durst. Auch die Kinder wollen was essen, aber niemand bringt ihnen auch nur ein Brötchen vorbei.5Früher bekamen sie den ganzen Tag Schokolade, heute verhungern sie auf der Straße. Früher wurden sie auf ein Samtkissen gelegt, heute schmeißt man sie auf einen Müllhaufen.6Meine Leute haben richtig großen Mist gebaut. Was sie getan haben, war schlimmer als das, was die Bewohner von Sodom taten. Und Sodom wurde auf einmal plattgemacht, ohne dass ein Mensch auch nur mit der Hand ausgeholt hat.7Unsere Bürgermeister waren super drauf, sie sahen gut aus, und was sie gemacht haben, war gut. Sie glänzten heller als Schnee, ihr Gesicht war weißer als Milch, ihr Körper war gesund, ihre Haut war schön gebräunt und ihre Muskeln waren schön geformt.8Aber jetzt sind sie so schwarz wie Holzkohle, und wenn man sie auf der Straße trifft, dann erkennt sie keiner mehr. Ihre Haut sieht aus wie ein Faltenrock und ist so trocken wie Toilettenpapier. Sie sind so dürr, dass man ihre Knochen zählen kann.9Die Männer, die im Krieg umkamen, sind besser dran als die Männer, die an Hunger gestorben sind. Denn die starben qualvoll und ganz langsam, weil es auf den Feldern nichts mehr zu ernten gab.10Eigentlich ganz liebevolle Mütter mussten ihre eigenen Kinder töten und zu Frikadellen verarbeiten, weil es nichts mehr zu essen gab. Das passierte mitten in der Zeit, als meine Leute völlig zusammengebrochen waren.11Gott war richtig sauer, und er hat das auch gezeigt. Er hat in Zion alles angezündet, das Feuer hat sogar die Stadtmauern zerstört.12Kein Präsident oder sonst irgendjemand hätte es jemals für möglich gehalten, dass irgendeine Armee es schaffen könnte, Jerusalems Verteidigungsanlage zu überwinden.13Aber es musste so passieren, weil die Propheten Mist gebaut hatten und die Priester auch. Sie haben dafür gesorgt, dass Leute, die nichts ausgefressen hatten, von ihnen ermordet wurden.14Sie torkelten durch die Straßen, völlig mit Blut übergossen, und keiner durfte sie anfassen, weil ihre Klamotten so blutig waren.15„Achtung! Der Typ ist dreckig, er ist unrein!“, haben die Leute dann gerufen. „Geht ihm aus dem Weg! Nicht anfassen!“ Darum mussten sie fliehen, aber wussten nicht, wohin sie gehen sollten. Denn die anderen Völker sagten: „Nein, bei uns könnt ihr nicht bleiben!“16Gott hat sie selber vertrieben, denn er konnte ihren Anblick nicht länger ertragen. Auch auf die Priester hat man keine Rücksicht genommen, genauso wenig wie auf die Rentner.17Eine Zeit lang haben wir noch gehofft, dass jemand kommt und uns da rausholt. Aber es war umsonst. Wir warteten auf eine Rettung durch andere Völker, obwohl sie uns eigentlich gar nicht wirklich helfen konnten.18Wir wurden rund um die Uhr von unseren Feinden beobachtet. Es gab keinen Ort, wo wir einfach so hingehen konnten. Unsere Tage waren gezählt, und das Ende kam näher.19Unsere Feinde waren schneller als ein Düsenjet. Sie hetzten uns die Berge hoch, und in der Wüste warteten sie schon auf uns.20Der Typ, von dem unser Leben abhing, der besondere Mann von Gott, wurde gefangen genommen. Wir hatten gehofft, dass wir mit seinem Schutz mit dem Leben davonkommen würden.21Die Leute von Edom sollen das ruhig noch mal feiern und sich drüber freuen. Aber es wird eine Zeit kommen, da geht es auch euch an den Kragen. Ihr werdet dieselbe Suppe auslöffeln wie wir. Ihr werdet euch einen dicken Kopf saufen, und dann wird es sehr peinlich für euch enden.22Zu dem Zeitpunkt wird Zion seine Strafe abgesessen haben. Es wird ab dann nicht noch mal passieren, dass Gott Leute vorbeischickt, die euch gefangen nehmen. Dann wirst du bezahlen müssen, Edom, Gott wird deine Verbrechen offenlegen und dich dafür verurteilen.
1Weh, wie glanzlos ist das Gold, / gedunkelt das köstliche Feingold,
hingeschüttet die heiligen Steine / an den Ecken aller Straßen!2Die kostbaren Kinder Zions, / aufgewogen mit reinem Gold,
weh, wie Krüge aus Ton sind sie geachtet, / wie Werk von Töpferhand.3Selbst Schakale reichen die Brust, / säugen ihre Jungen.
Die Tochter, mein Volk, ist grausam geworden / wie Strauße in der Wüste. (Hi 39,13)4Des Säuglings Zunge klebt / an seinem Gaumen vor Durst.
Kinder betteln um Brot; / keiner bricht es ihnen.5Die einst Leckerbissen schmausten, / verschmachten auf den Straßen.
Die einst auf Purpur lagen, / klammern sich jetzt an Unrat.6Größer ist die Schuld der Tochter, meines Volkes, / als die Sünde Sodoms,
das plötzlich vernichtet wurde, / ohne dass eine Hand sich rührte. (1Mo 19,24; Jer 49,18)7Ihre Vornehmen waren reiner als Schnee, / weißer als Milch,
ihr Leib rosiger als Korallen, / saphirgleich ihre Gestalt.8Schwärzer als Ruß sehen sie aus, / man erkennt sie nicht auf den Straßen.
Ihre Haut schrumpft ihnen am Leib, / trocken wie Holz ist sie geworden. (Jes 66,14)9Besser die vom Schwert Getöteten / als die vom Hunger Getöteten;
sie sind verschmachtet, / vom Missertrag der Felder getroffen.10Die Hände liebender Frauen / kochten die eigenen Kinder.
Sie dienten ihnen als Speise / beim Zusammenbruch der Tochter, meines Volkes. (Kla 2,20)11Randvoll gemacht hat der HERR seinen Grimm, / ausgegossen seinen glühenden Zorn.
Er entfachte in Zion ein Feuer, / das bis auf den Grund alles verzehrte.12Kein König eines Landes, kein Mensch auf der Erde / hätte jemals geglaubt,
dass ein Bedränger und Feind / durchschritte die Tore Jerusalems.13Wegen der Sünden ihrer Propheten, / wegen der Verfehlung ihrer Priester,
die in ihrer Mitte vergossen haben / das Blut von Gerechten, (Kla 2,14)14wanken sie blind durch die Gassen, / besudelt mit Blut,
sodass man nicht berühren mag / ihre Kleider.15Fort, unrein!, ruft man ihnen zu. / Fort, fort! Rührt nichts an!
Da fliehen sie, da wanken sie. / Unter den Völkern sagt man: / Sie dürfen nicht länger bleiben. (Jes 52,11)16Das Angesicht des HERRN hat sie zerstreut, / er schaut sie nicht mehr an.
Keine Ehrfurcht zollte man den Priestern, / die Ältesten fanden keine Gnade.17Als wir uns noch die Augen nach Hilfe für uns ausschauten, / war es umsonst.
Auf unserer Warte spähten wir nach einem Volk, / das dann doch keine Hilfe brachte.18Man stellte unseren Schritten nach, / wir konnten nicht auf die Straßen.
Unser Ende war nah, die Tage voll, / ja, unser Ende kam.19Schneller waren unsere Verfolger / als Adler am Himmel.
Sie jagten uns auf den Bergen, / lauerten uns auf in der Wüste.20Unser Lebensatem, der Gesalbte des HERRN, / ist gefangen in ihren Gruben.
Wir aber hatten gedacht: / In seinem Schatten werden wir leben unter den Völkern. (2Kön 25,27)21Juble nur und freue dich, Tochter Edom, / die du wohnst im Lande Uz.
Auch zu dir wird der Becher kommen, / du wirst dich betrinken und dich entblößen. (Jer 25,15; Ob 1,1)22Zu Ende ist deine Schuld, Tochter Zion; / nicht wieder führt er dich in Verbannung.
Deine Schuld sucht er heim, Tochter Edom, / deckt deine Sünden auf. (Jes 40,2)