1Nebukadnezzar erzählte in seinem Brief dann noch weiter, was er mit diesem Gott erlebt hat: „Es war so, dass bei mir eigentlich alles super lief. Ich hatte meinen Job gut im Griff und lebte zufrieden in meiner Präsidentenvilla.2Irgendwann bekam ich plötzlich in einer Nacht einen sehr heftigen Traum. Dieses Erlebnis und die ganzen Sachen und Gestalten, die ich da gesehen hab, machten mich echt fertig.3Ich hab dann am nächsten Tag die besten Experten von den unterschiedlichsten Wissensgebieten zu mir ins Büro geladen. Sie sollten mir sagen, was dieser Traum zu bedeuten hat.4Alle kamen sie angedackelt, die Psychologen, Ärzte, Astrologen, Esofuzzis usw. Jedem hab ich meinen Traum erzählt, aber keiner konnte mir sagen, was er denn jetzt zu bedeuten hat.5Als Letztes hatte ich den Daniel vorgeladen. Daniel war eigentlich zu dem Zeitpunkt schon ein neuer Name von uns zugeteilt worden, er hieß jetzt so wie mein Gott Beltschazzar. Dieser Daniel hatte irgendwie eine ganze besondere Kraft in sich, eine Kraft, die wohl von den heftigen Göttern kommt. Also hab ich ihm dann von meinem Traum erzählt.6Ich meinte zu ihm: ‚Lieber Beltschazzar! Sie sind die Nummer eins, wenn es darum geht, einen guten Tipp für den Präsidenten zu haben, keiner ist so gut wie Sie! In Ihnen ist die Kraft von den ganz besonders krassen Göttern. Es gibt wahrscheinlich kein Rätsel, was Sie nicht lösen könnten. Sie haben auf jede Frage die richtige Antwort. Bitte sagen Sie mir, was der Traum zu bedeuten hat!‘7Und zwar hatte ich geträumt, dass ein megagroßer Baum mitten auf der Erde stand.8Er war einfach gigantisch hoch und auch sehr dick. Seine Spitze ging bis über die Wolken, und man konnte ihn kilometerweit sehen.9Die Tiere stellten sich unter ihn, um sich vor der Sonne zu schützen. Viele Vögel bauten in seinen Zweigen Nester, und total viele Tiere ernährten sich von seinen Früchten.10Schließlich sah ich, wie ein Engel, so ein Botschafter von Gott, aus dem Himmel zu mir runterflog.11Er schrie ganz laut: ‚Holt die Motorsäge! Haut von dem Baum die Äste ab! Entfernt das Laub von den Zweigen! Schleudert seine Früchte in die Gegend! Die Tiere, welche auf und unter dem Baum gelebt haben, sollen ganz schnell verschwinden!12Aber der Baumstumpf soll in der Erde bleiben. Ihr müsst diesen Stumpf mit Ketten aus Stahl und Bronze am Boden festbinden. Er muss dort bleiben, wo es grün ist, zwischen den Gräsern vom Feld. Er soll vom Nebel nass werden. Er soll genauso hoch sein wie das Gras, er wird zu einem Teil der Wiese.13Aus seinem menschlichen Verstand soll ein Verstand werden, wie ihn ein Tier hat. Sieben Jahre lang wird dieser Zustand andauern.14Diese Entscheidung ist im Himmel getroffen worden! Alle Menschen sollen kapieren, dass der Chef über alles die absolute Macht hat. Er hat das Sagen über jede Regierung, und er setzt Menschen als Präsidenten ein, so wie er es will. Wenn er Bock drauf hat, kann er die letzte Wurst zum neuen Präsidenten machen.‘15So ungefähr ging mein Traum. Und ich sagte dann zu Beltschazzar: ‚Ich möchte von Ihnen, dass Sie mir, dem Präsidenten Nebukadnezzar, diesen Traum erklären und sagen, was er zu bedeuten hat. Alle schlauen Leute in meinem Land hatten keine Ahnung, was er bedeutet. Können Sie mir weiterhelfen? Ich glaube das, weil Sie die große Kraft in sich haben, welche von den heftigsten Göttern kommt, die es überhaupt gibt.‘16Daniel, der ja den Namen Beltschazzar bekommen hatte, konnte eine ganze Zeit erst einmal gar nichts sagen, weil er so fertig war. Die Deutung, welche er für diesen Traum hatte, war echt eine Nummer zu heftig. Aber ich fing an, ihn zu nerven: ‚Bitte, haben Sie keine Angst davor, mir zu sagen, was der Traum bedeutet!‘ Beltschazzar antwortete: ‚Mein lieber Herr Präsident! Ich wünschte, dass das, was der Traum voraussagt, Ihren übelsten Feinden passieren wird!17Aber okay, der Traum hat folgende Bedeutung: Dieser megagroße und dicke Baum, den Sie gesehen haben, der bis über die Wolken ging,18der so viel Blätter und Früchte an seinen Zweigen hatte und auf dessen Ästen viele Vögel ihre Nester gebaut hatten und von dem so viele Lebewesen sich ernährt haben,19dieser Baum sind Sie! Sie sind das, Herr Präsident, Sie sind so groß und mächtig geworden, und Ihre Macht reicht bis zum Himmel. Wenn Sie etwas befehlen, wird das auch noch am anderen Ende der Welt getan.20Sie haben ja dann in dem Traum gesehen, wie der Botschafter von Gott, so ein Engel, zu ihnen kam und sagte: Sägt den Baum ab! Macht ihn kaputt! Nur der Baumstumpf soll übrig bleiben! Den müsst ihr mit Ketten aus Stahl und Bronze am Boden befestigen. Er soll dort am Boden liegen. Zwischen dem Gras und den Tieren soll er leben, sieben Jahre lang.21Das bedeutet, dass der total mächtige Gott, der Chef über alles, Folgendes beschlossen hat:22Sie werden bei den Menschen rausgeschmissen. Sie werden bei den Tieren leben, und Sie müssen sich sogar von Gras ernähren wie eine Kuh. Zu trinken bekommen sie nur den Regen oder das, was aus der Luft an Feuchtigkeit runterkommt, wie zum Beispiel der Tau am Morgen. Das Ganze soll sieben Jahre lang dauern, bis Sie eine Sache endlich kapieren: Der mächtige Gott und Chef über alles bestimmt, wer der Präsident über die Menschen wird und wer nicht.23Zu der Bedeutung von dieser Stimme, die meinte, dass man den Baumstumpf in der Erde lassen sollte, noch Folgendes: Sobald Sie bereit sind, Gott als den obersten Chef anzuerkennen, werden Sie wieder Präsident werden.24Darum kann ich Ihnen nur den Rat geben, Herr Präsident, dass Sie sofort damit aufhören sollten, Mist zu bauen. Fangen Sie an, korrekte Entscheidungen zu treffen, gehen Sie liebevoll mit den kaputten Leuten um. Setzen Sie diesen Rat sofort um, wenn Sie wollen, dass es Ihnen über längere Zeit gut geht.‘25Alles, was mir Daniel vorausgesagt hatte, passierte auch!26Nach einem Jahr dachte ich noch mal über alles nach. Ich ging gerade auf der Dachterrasse von meiner Präsidentenvilla in Babylon spazieren, als mir das klar wurde.27Ich sagte dann zu mir selbst: ‚Was für eine gigantische Stadt! Nur weil ich so eine Macht habe, konnte ich sie so krass hochziehen. Auf die Art wurde die ganze Stadt mit ihrer Präsidentenvilla wie ein Denkmal für mich.‘28Ich hatte gerade das letzte Wort ausgesprochen, da hörte ich eine heftige Stimme, die aus dem Himmel kam. Die sagte: ‚Mit dem heutigen Tag werde ich dir, Präsident Nebukadnezzar, deine Macht wegnehmen!29Man wird dich aus der Stadt rausschmeißen, keiner will mehr mit dir zusammen sein. Du wirst mit den Tieren im Wald leben müssen. Man wird dir Gras zu essen geben wie einer Kuh. Sieben Jahre lang wird das so abgehen, bis du kapiert hast, dass der total mächtige Gott derjenige ist, der Menschen zum Präsidenten macht oder sie wieder absetzt, so wie er das gerade will.‘30Und sofort wurde diese Voraussage auch durchgezogen. Ich wurde aus der Stadt rausgeschmissen, kein Mensch wollte mehr was mit mir zu tun haben. Ich musste mich von Gras ernähren wie eine Kuh. Ich pennte im Freien auf einer Wiese und wurde jeden Morgen nass von der Luftfeuchtigkeit, die dort war. Nach einer Zeit hatte ich schulterlange Haare, und meine Fingernägel waren so lang wie die Krallen von Vögeln.31Aber nach sieben Jahren gab es da an einem Tag so ein besonderes Erlebnis, wo ich irgendwie in den Himmel sehen konnte. Plötzlich wurde ich wieder klar in der Birne. Ich fing an, Gott zu danken, und sagte: Gott, du bist der Größte, nichts geht über dich! Du wirst für immer das Sagen haben, deine Macht wird nie aufhören!32Alle Menschen zusammengerechnet sind ein Pups im Gegensatz zu dir. Du machst mit den übernatürlichen Wesen aus dem Himmel, was du willst. Auch mit den Menschen auf der Erde machst du, was du willst. Es gibt niemanden, der dich kontrollieren könnte und der sagen dürfte:,Hey, was machst du da eigentlich, Gott?‘33In diesem Augenblick hatte ich wieder alle Tassen im Schrank. Ich konnte wieder meinen Job als Präsident ausführen, um mein Reich wieder in eine Spitzenposition zu bringen. Meine Minister und die gesamte Führungsriege aus meinen Land standen sofort auf der Matte und setzten mich wieder zum Präsidenten ein. Ich wurde noch mächtiger, als ich jemals vorher gewesen bin.34Ich, Nebukadnezzar, muss eins klarstellen: Gott, der im ganzen Universum das Sagen hat, ist der Größte! Alles, was er macht, ist supergut und korrekt! Er kann jeden, der arrogant rumläuft, ganz leicht von seinem Sockel runterholen!“
Daniel 4
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches Bibelwerk1Ich, Nebukadnezzar, lebte ohne Sorge in meinem Haus und war glücklich in meinem Palast.[1]2Da hatte ich einen Traum, der mich erschreckte. Was ich auf meinem Lager sah, was meine Augen da erblickten, versetzte mich in Angst.3Darum ließ ich alle Weisen Babels zu mir rufen, damit sie mir den Traum deuteten.4Da kamen die Zeichendeuter, Wahrsager, Chaldäer und Schicksalsdeuter herbei. Ich erzählte ihnen den Traum; aber sie konnten ihn mir nicht deuten.5Zuletzt erschien Daniel vor mir, der nach dem Namen meines Gottes auch Beltschazzar heißt und in dem der Geist der heiligen Götter ist. Ihm erzählte ich nun den Traum und sagte: (Dan 1,7; Dan 2,28; Dan 5,11)6Beltschazzar, Oberster der Zeichendeuter, von dir weiß ich, dass der Geist der heiligen Götter in dir ist und dass dir kein Geheimnis verschlossen bleibt. Hör also, was ich im Traum gesehen habe, und deute es mir!7Was ich auf meinem Lager vor Augen hatte, war dies: Ein Baum stand in der Mitte der Erde; er war sehr hoch. (Hes 31,3)8Der Baum wuchs zusehends und wurde immer mächtiger; seine Höhe reichte bis an den Himmel; er war bis ans Ende der ganzen Erde zu sehen.9Er hatte prächtiges Laub und trug so viele Früchte, dass er Nahrung für alle bot. Unter ihm fanden die Tiere des Feldes Schatten; die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen; alle Lebewesen ernährten sich von ihm.10Während ich auf meinem Lager noch das Traumbild sah, stieg ein Wächter, ein Heiliger, vom Himmel herab.11Er befahl mit mächtiger Stimme: Fällt den Baum und schlagt seine Äste ab! Streift sein Laubwerk ab und zerstreut seine Früchte! Die Tiere sollen aus seinem Schatten fliehen und die Vögel aus seinen Zweigen.12Aber lasst ihm den Wurzelstock in der Erde, im Gras des Feldes, mit einer Fessel aus Eisen und Bronze. Der Tau des Himmels soll ihn benetzen und mit den Tieren soll er teilhaben am Gras der Erde.13Sein Menschenherz sollen sie verwandeln und das Herz eines Tieres soll ihm gegeben werden und sieben Zeiten sollen über ihn dahingehen.14Dieser Befehl beruht auf einem Beschluss der Wächter; ein Spruch der Heiligen fordert es. Die Lebenden sollen erkennen: Über die Herrschaft bei den Menschen gebietet der Höchste; er verleiht sie, wem er will, selbst den Niedrigsten der Menschen kann er dazu erheben. (Hi 36,7; Dan 2,21)15Das ist der Traum, den ich, König Nebukadnezzar, gehabt habe. Nun deute ihn, Beltschazzar! Von allen Weisen meines Reiches konnte ihn mir keiner auslegen; du aber kannst es, denn in dir ist der Geist der heiligen Götter.16Da war Daniel, der auch Beltschazzar heißt, eine Zeit lang ganz verstört; denn seine Gedanken machten ihm Angst. Doch der König sagte: Beltschazzar, lass dich von dem Traum und seiner Deutung nicht ängstigen! Beltschazzar erwiderte: Mein Herr, der Traum gelte deinen Feinden; seine Deutung treffe deine Widersacher.17Du hast einen Baum gesehen; er wuchs zusehends und wurde immer mächtiger. Seine Höhe reichte bis an den Himmel und er war auf der ganzen Erde zu sehen.18Er hatte prächtiges Laub und trug so viele Früchte, dass er Nahrung für alle bot. Unter ihm fanden die wilden Tiere des Feldes Zuflucht und in seinen Zweigen wohnten die Vögel des Himmels.19Das bist du, o König; du bist groß und mächtig geworden; deine Größe ist immer mehr gewachsen; sie reicht bis zum Himmel und deine Herrschaft bis ans Ende der Erde.20Dann hat der König gesehen, wie ein Wächter, ein Heiliger, vom Himmel herabstieg und befahl: Fällt den Baum und vernichtet ihn! Aber lasst ihm in der Erde, im Gras des Feldes, den Wurzelstock, mit einer Fessel aus Eisen und Bronze! Der Tau des Himmels soll ihn benetzen und mit den Tieren des Feldes soll sein Anteil sein, bis sieben Zeiten über ihn dahingegangen sind.21Dies ist die Deutung, o König, und ein Beschluss des Höchsten ist es, der meinen Herrn, den König, betrifft.22Man wird dich aus der Menschheit ausstoßen und du musst bei den Tieren des Feldes leben. Und Grünzeug wie den Stieren werden sie dir zu fressen geben und mit dem Tau des Himmels werden sie dich benetzen und sieben Zeiten werden über dich dahingehen, bis du erkennst, dass der Höchste über die Herrschaft bei den Menschen gebietet und sie verleiht, wem er will. (Dan 3,100)23Schließlich hieß es, man solle den Wurzelstock des Baumes stehen lassen; das bedeutet: Deine Herrschaft bleibt dir erhalten, sobald du anerkennst, dass der Himmel die Macht hat.24Darum, o König, nimm meinen Rat an: Lösch deine Sünden aus durch rechtes Tun, tilge deine Vergehen, indem du Erbarmen hast mit den Armen! Dann mag dein Glück vielleicht von Dauer sein. (Spr 19,17; Sir 3,30)25All das kam dann über König Nebukadnezzar.26Als er nämlich zwölf Monate später auf dem königlichen Palast zu Babel spazieren ging,27sagte der König: Ist das nicht das großartige Babel, das ich durch meine gewaltige Macht als Königsstadt erbaut habe, zum Ruhm meiner Herrlichkeit? (Spr 16,18)28Noch war das Wort im Mund des Königs, da fiel eine Stimme vom Himmel: Dir, König Nebukadnezzar, wird gesagt: Die Herrschaft ist von dir gewichen.29Und aus der Menschheit wird man dich ausstoßen. Du musst bei den Tieren des Feldes leben und Grünzeug wie den Stieren werden sie dir geben und sieben Zeiten werden über dich dahingehen, bis du erkennst, dass der Höchste über die Herrschaft bei den Menschen gebietet und sie verleiht, wem er will. (Dan 5,21)30Noch in derselben Stunde wurde das Wort an Nebukadnezzar erfüllt: Aus der Gemeinschaft der Menschen wurde er ausgestoßen und Grünzeug wie Stiere fraß er und vom Tau des Himmels wurde sein Leib benetzt, bis seine Haare so lang wie Adlerfedern waren und seine Nägel wie Vogelkrallen.31Als die Zeit verstrichen war, erhob ich, Nebukadnezzar, meine Augen zum Himmel und mein Verstand kehrte zurück. Da pries ich den Höchsten; ich lobte und verherrlichte den, der ewig lebt. Ja, seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft; sein Reich überdauert alle Generationen. (Dan 3,100)32Alle Bewohner der Erde gelten vor ihm wie nichts. Er macht mit dem Heer des Himmels und mit den Bewohnern der Erde, was er will. Es gibt niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm sagen dürfte: Was tust du da? (Hi 9,12; Jes 40,17)33Zu derselben Zeit kehrte mein Verstand zurück und ich erhielt zum Ruhm meines Königtums auch meine Herrlichkeit und meinen königlichen Glanz zurück. Meine Räte und Großen suchten mich auf; man setzte mich wieder in meine Herrschaft ein und meine Macht wurde noch größer. (Lk 1,52; Lk 18,14)34Ich, Nebukadnezzar, lobe, preise und rühme nun den König des Himmels. Denn alle seine Taten sind vortrefflich und seine Wege gerecht. Die Menschen, die in stolzer Höhe dahinschreiten, kann er erniedrigen.