Amos 7

VOLXBIBEL

von SCM Verlag
1 Gott, der Chef, hat dann so einen Film in meinem Kopf abgespielt, so eine Vision. Und dort sah ich, wie er am Basteln von megavielen Heuschrecken war. Das passierte in der Zeit, als gerade das Gras für den Präsidenten gemäht wurde und die neue Saat im Frühjahr anfing zu wachsen.2 Die Heuschrecken stürzten sich dann auf das Gras und fingen an, alles aufzufressen. Ich sagte zu Gott: „Bitte, dir ist doch nichts unmöglich, kannst du nicht auch den Leuten ihren Mist verzeihen, den sie gebaut haben? Wie sollen die Leute von Israel sonst die nächste Zeit überleben? Es sind doch nur noch so wenige übrig!“3 Ich konnte Gott anscheinend umstimmen, und er änderte seine Pläne. „Okay, dann soll das nicht passieren!“, sagte er zu mir.4 Plötzlich wechselte das Bild. Gott, der Chef über alles, zeigte mir jetzt einen anderen Film. Und zwar konnte ich sehen, wie er Feuer vom Himmel fallen ließ. Es wurde so megaheiß, dass das ganze Ackerland und alle Felder verbrannten.5 Als ich das sah, meinte ich zu ihm: „Oh Mann, Gott, du kannst doch alles! Bitte hör auf damit! Wie sollen denn deine Leute diese Katastrophe überleben? Es sind doch nur noch so wenige!“6 Ich konnte Gott wieder umstimmen, und er änderte seine Pläne. „Okay“, sagte er, „dann soll das nicht passieren.“7 Schließlich sah ich vor meinem inneren Auge wieder einen anderen Film. Und zwar sah ich, wie Gott auf einer dicken Mauer stand. In seiner Hand hatte er ein Stück Metall.8 Dann fragte er mich: „Und, Amos? Was siehst du jetzt?“ – „Also, unter anderem seh ich ein Teil aus Metall, das du in der Hand hältst!“ – „Genau, dieses Metall steht für die Waffen, die ich jetzt mitten unter die Leute von Israel abfeuern werde. Ich werde sie ab sofort nicht mehr mit Samthandschuhen anfassen!9 Die Opferplätze, welche die Familie von Isaak aufgebaut hatte, werde ich plattmachen. Die Leute aus der Präsidentenfamilie von Jerobeam werde ich alle töten lassen.“10 Irgendwann schrieb Amazja, der Chef-Priester in Bet-El, einen Brief an den amtierenden Präsidenten Jerobeam. „Verehrter Herr Präsident! Ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, dass der Prophet Amos gerade versucht, eine Revolution gegen Sie anzuzetteln. Die Sachen, die er verbreitet, sind wirklich übel, und sie tun dem Land nicht gut.11 Zum Beispiel hat er behauptet, dass Gott ihm gesagt hätte, Sie würden bald in einem Krieg erschossen werden. Er behauptet, dass alle Israeliten bald als Kriegsgefangene verschleppt würden, das wäre sehr sicher. Mit freundlichen Grüßen, Amazja.“12 Amos gegenüber schleimte Amazja aber rum und sagte zu ihm: „Lieber Prophet, hauen Sie möglichst schnell von hier ab! Gehen Sie am besten nach Juda! Dort werden Sie bestimmt auch Ihren Lebensunterhalt verdienen und als Prophet arbeiten können!13 Aber in Bet-El entziehen sie Ihnen die Arbeitserlaubnis, schließ- lich hat der Präsident hier seinen Regierungssitz, und auch der Tempel vom Nordstaat Israel steht an diesem Ort.“14 „Eigentlich hab ich ja gar keine Ausbildung als Prophet“, antwortete Amos. „Ich bin auch nicht Mitglied in irgendeinem Prophetenklub, ich bin nur ein armer Schafhirte und züchte Apfelbäume.15 Aber Gott hat mich von meinem Hof weggeholt. Er sagte zu mir: ‚Ich hab einen neuen Job für dich, du bist jetzt ganz offiziell ein Prophet! Du sollst den Leuten von Israel Sachen von mir sagen!‘16 Jetzt hören Sie mal zu, was Gott Ihnen zu sagen hat. Sie fordern mich auf, dass ich nicht mehr so negative Dinge über Israel sagen soll. Und ich soll aufhören, gegen die Familie von Isaak prophetisch zu reden.17 Darum sagt Gott zu Ihnen: ‚Deine Frau wird bald als billige Nutte am Hauptbahnhof arbeiten. Deine Kinder werden im Krieg sterben. Alles, was dir gehört, wird man bei eBay-Kleinanzeigen verhökern, und du wirst irgendwohin verschleppt und dort leben. Es wird ein Ort sein, wo lauter Leute sind, die ohne mich leben, deshalb ist er unrein. Was auch ganz sicher ist: Die Leute von Israel werden alle in Kriegsgefangenschaft kommen und von hier wegziehen müssen.‘“

Amos 7

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Dies hat GOTT, der Herr, mich sehen lassen: Siehe, da war einer, der einen Heuschreckenschwarm formte, als die Spätsaat zu wachsen begann. Und siehe, die Spätsaat folgt auf den Schnitt für den König. (5Mo 28,38; Joe 1,4; Am 4,9)2 Sie machten sich daran, alles Grün im Land zu vertilgen. Da rief ich: Herr und GOTT, vergib doch! Wie kann Jakob bestehen? Er ist ja so klein.3 Da hatte der HERR Mitleid: Es wird nicht geschehen - sprach der HERR.4 Dies hat GOTT, der Herr, mich sehen lassen: Siehe, da rief jemand einen Angriff mit Feuer herbei, Herr und GOTT, und es fraß die große Urflut und wollte das Ackerland verschlingen. (Joe 1,19)5 Da rief ich: Herr und GOTT, halte doch ein! Wie kann Jakob bestehen? Er ist ja so klein.6 Da hatte der HERR Mitleid: Auch das wird nicht geschehen - sprach GOTT, der Herr.7 Dies hat er mich sehen lassen: Siehe, der Herr stand auf einer Mauer aus Zinn und in seiner Hand war Zinn.[1]8 Und der HERR fragte mich: Was siehst du, Amos? Ich antwortete: Zinn. Da sagte der Herr: Siehe, ich lege Zinn in die Mitte meines Volkes Israel. Ich gehe nicht noch einmal an ihm vorüber.9 Isaaks Kulthöhen werden verwüstet und Israels Heiligtümer zerstört; mit dem Schwert erhebe ich mich gegen das Haus Jerobeam.10 Amazja, der Priester von Bet-El, sandte zu Jerobeam, dem König von Israel, und ließ ihm sagen: Mitten im Haus Israel hat sich Amos gegen dich verschworen; seine Worte sind unerträglich für das Land.11 Denn so sagt Amos: Jerobeam stirbt durch das Schwert und Israel muss in die Verbannung ziehen, fort von seinem Boden. (Am 5,27; Am 6,7; Am 9,4)12 Zu Amos aber sagte Amazja: Seher, geh, flieh ins Land Juda! Iss dort dein Brot und prophezeie dort! (1Sam 9,7)13 In Bet-El darfst du nicht mehr prophezeien; denn das hier ist das königliche Heiligtum und der Reichstempel. (Am 2,12)14 Amos antwortete Amazja: Ich bin kein Prophet und kein Prophetenschüler, sondern ich bin ein Viehhirte und veredle Maulbeerfeigen. (2Kön 2,3; Ps 78,70; Am 1,1)15 Aber der HERR hat mich hinter meiner Herde weggenommen und zu mir gesagt: Geh und prophezeie meinem Volk Israel!16 Darum höre jetzt das Wort des HERRN! Du sagst: Prophezeie nicht gegen Israel und geifere nicht gegen das Haus Isaak! (Am 2,12; Mi 2,6)17 Darum - so spricht der HERR: Deine Frau wird zur Hure in der Stadt, deine Söhne und Töchter fallen unter dem Schwert, dein Boden wird mit der Messschnur verteilt, du selbst stirbst auf unreinem Boden und Israel muss in die Verbannung ziehen, fort von seinem Boden. (2Kön 17,2)