Psalm 94

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Du Gott der Vergeltung, Jahwe, / Gott der Rache, strahle hervor! 2 Greif ein, du Richter der Welt, / zahl den Stolzen ihre Taten zurück! 3 Wie lange noch, Jahwe, / wie lange noch sollen die Gottlosen jubeln? 4 Sie sprudeln über, reden frech, / die Bösen überheben sich stolz. 5 Sie zertreten dein Volk, Jahwe, / sie bedrücken, was dir gehört. 6 Die Witwe und den Fremden bringen sie um, / die Verwaisten morden sie hin. 7 „Jahwe sieht es nicht“, sagen sie, / „der Gott Jakobs merkt es nicht.“ 8 Ihr Dummen im Volk, denkt endlich nach! / Wann werdet ihr Schwachköpfe nur klug? 9 Der das Ohr gemacht hat, sollte der nicht hören? / Der das Auge schuf, sollte der nicht sehen? 10 Der die Völker erzieht, sollte der nicht tadeln, / er, der den Menschen Erkenntnis beibringt? 11 Jahwe kennt die Pläne der Menschen, / er weiß, sie sind nur Dunst.[1] 12 Glücklich der Mensch, den du erziehst, Jahwe, / den du belehrst aus deinem Gesetz! 13 Das schafft ihm Ruhe vor den bösen Tagen, / bis dem Gottlosen das Grab geschaufelt wird. 14 Jahwe wird sein Volk gewiss nicht verstoßen, / wird nicht verlassen, was ihm gehört. 15 Bald kehrt das Recht zur Gerechtigkeit zurück, / und alle Aufrechten folgen ihm nach. 16 Wer hilft mir gegen die Verbrecher? / Wer steht mir gegen die Boshaften bei? 17 Hätte Jahwe mir nicht geholfen, / wäre ich schon im Schweigen erstarrt. 18 Wann immer ich sagte: „Jetzt falle ich hin!“, / da stützte mich deine Gnade, Jahwe. 19 War mir das Herz von Sorgen schwer, / dann liebkoste dein Trost meine Seele. 20 Kann der ungerechte Richter mit dir verbündet sein, / der Unheil stiftet gegen dein Gesetz? 21 Nein, sie vergreifen sich an den Gerechten, / unschuldige Menschen verurteilen sie. 22 Da wurde Jahwe mir zur Burg, / mein Gott zum Fels meiner Zuflucht. 23 Er zahlt ihnen ihre Verbrechen heim, / er rottet sie in ihrer Bosheit aus. / Jahwe, unser Gott, vernichtet sie. 

Psalm 94

Schlachter 2000

von Genfer Bibelgesellschaft
1 Du Gott der Rache, o HERR, du Gott der Rache, leuchte hervor! (5Mo 32,35; Ps 80,2; Jer 51,56; Hebr 10,30) 2 Erhebe dich, du Richter der Erde, gib den Hochmütigen ihren Lohn! (Hi 40,11; Ps 82,8; Jes 2,12) 3 Wie lange sollen die Gottlosen, o HERR, wie lange sollen die Gottlosen frohlocken? (Hi 20,5; Jes 10,12; Jer 12,1) 4 Sie halten viele und freche Reden; stolz überheben sich alle Übeltäter. (1Sam 2,3; 2Chr 32,15) 5 Dein Volk, o HERR, zertreten sie und unterdrücken dein Erbteil. (Dan 7,25; Dan 8,23; Am 5,12; Mi 3,2) 6 Witwen und Fremdlinge erwürgen sie und ermorden Waisen; (Jes 10,1; Hes 22,7) 7 und dann sagen sie: »Der HERR sieht es nicht, und der Gott Jakobs achtet nicht darauf!« (Hes 9,9) 8 Nehmt doch Verstand an, ihr Unvernünftigen unter dem Volk! Ihr Toren, wann wollt ihr einsichtig werden? (Spr 1,22) 9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gebildet hat, sollte der nicht sehen? (2Mo 4,11; Spr 20,12) 10 Der die Völker züchtigt, sollte der nicht strafen, er, der die Menschen Erkenntnis lehrt? (Spr 1,4; Hes 39,21; Hos 6,6) 11 Der HERR erkennt die Gedanken der Menschen, dass sie nichtig sind. (Ps 44,22; Joh 2,24; 1Kor 3,20) 12 Wohl dem Mann, den du, HERR, züchtigst, und den du aus deinem Gesetz belehrst, (Hi 5,17; Ps 119,71; Hebr 12,11) 13 um ihm Ruhe zu geben vor den Tagen des Unglücks, bis dem Gottlosen die Grube gegraben wird. (Jes 26,20; Jes 32,18; 2Petr 2,9) 14 Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen und sein Erbteil nicht verlassen; (1Sam 12,22; Röm 11,1) 15 denn zur Gerechtigkeit kehrt das Gericht zurück, und alle von Herzen Aufrichtigen werden ihm folgen! (Ps 7,12; Ps 9,8; Ps 58,12) 16 Wer steht mir bei gegen die Bösen, wer tritt für mich ein gegen die Übeltäter? (2Kön 9,32; Jes 63,5) 17 Wäre der HERR nicht meine Hilfe gewesen — wenig fehlte, und meine Seele hätte in der Totenstille gewohnt! 18 So oft ich aber sprach: »Mein Fuß ist wankend geworden!«, hat deine Gnade, o HERR, mich gestützt. (Ps 37,23) 19 Bei den vielen Sorgen in meinem Herzen erquickten deine Tröstungen meine Seele. (Ps 42,7; Kla 3,21) 20 Sollte der Thron des Verderbens mit dir Gemeinschaft haben, der Unheil schafft durch Gesetz? (Spr 28,9; Jes 5,18) 21 Sie rotten sich zusammen gegen die Seele des Gerechten und verurteilen unschuldiges Blut. (2Mo 23,7; 2Kön 21,16; Mt 27,1) 22 Aber der HERR ist meine sichere Burg geworden, mein Gott der Fels, bei dem ich Zuflucht gefunden habe. (Ps 90,1; Ps 91,2) 23 Und er lässt ihr Unrecht auf sie selber zurückfallen, und er wird sie durch ihre eigene Bosheit vertilgen; der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen. (Ps 37,38; Ps 145,20; Spr 5,22)