Hiob 41

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Die Hoffnung, ihn zu fangen, wird immer enttäuscht. / Schon sein Anblick bringt dich zu Fall.2 Niemand ist so tollkühn, dass er ihn weckt! Und wer ist es, der vor mir bestehen kann?3 Wer hat mir je etwas gegeben, / das ich ihm zurückzahlen müsste?[1] / Alles unter dem Himmel gehört mir.4 Ich will nicht schweigen von ihm, / wie stark er ist und schön gebaut.5 Wer schälte ihm je das Oberkleid ab? / Wer greift ihm zwischen die Zähne?6 Wer öffnet das Tor seines Rachens? / Rings um seine Zähne steht Schrecken.7 Stolz stehen die Rillen der Schilde, / mit festem Siegel verschlossen.8 Einer fügt sich an den andern, / kein Hauch dringt dazwischen.9 Sie hängen fest aneinander; / sie greifen ineinander und trennen sich nicht.10 Sein Niesen verstrahlt Licht, / und seine Augen sind wie die Wimpern des Frührots.11 Fackeln fahren aus seinem Maul, / feurige Funken schießen heraus.12 Aus seinen Nüstern kommt Rauch / wie aus einem heißen Topf.13 Sein Atem entzündet Kohlen, / eine Flamme schlägt aus seinem Maul.14 In seinem Nacken wohnt Stärke. / Und vor ihm her hüpft die Angst.15 Sein Bauch ist straff und fest, / wie angegossen, unbewegt.16 Sein Herz ist fest wie Stein, / hart wie der untere Mühlstein.17 Selbst Helden graut es, wenn er sich erhebt, / vor Schreck ziehen sie sich zurück.18 Trifft man ihn, hält kein Schwert stand, / nicht Lanze noch Geschoss und Pfeil.19 Eisen hält er für Stroh, / Bronze für morsches Holz.20 Ein Pfeil verjagt ihn nicht, / Schleudersteine sind ihm wie Stoppeln.21 Für Stroh hält er die Keule, / er lacht über den Aufprall vom Wurfspieß.22 Scharfe Scherben sind an seinem Bauch; / einen Dreschschlitten zieht er über den Schlamm.23 Er macht die Tiefe zu einem siedenden Kessel, / das Meer zu einem Salbentopf.24 Hinter sich lässt er eine leuchtende Spur, / die Flut erscheint wie Silberhaar.25 Auf der Erde ist keiner ihm gleich, / ein Geschöpf ohne Furcht.26 Auf alles Hohe blickt er herab, / ein König über das stolze Wild.“

Hiob 41

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Sieh, das Hoffen darauf wird enttäuscht; / sein bloßer Anblick bringt zu Fall.2 So kühn ist keiner, es zu reizen; / wer könnte mir wohl trotzen?3 Wer ist mir je entgegengetreten, dass ich ihm etwas zurückgeben müsste? / Alles unter dem Himmel ist mein.4 Ich will nicht schweigen von seinen Gliedern, / von seiner Kraft und Größe, von seiner gefälligen Gestalt.5 Wer hat die Hülle seines Kleides aufgedeckt, / wer ist eingedrungen in seinen Doppelpanzer?6 Wer hat die Tore seines Gesichts geöffnet? / Rings um seine Zähne lagert Schrecken.7 Sein schützender Panzer ist sein Stolz, / verschlossen mit Siegel aus Kieselstein.8 Einer reiht sich an den andern, / kein Lufthauch dringt zwischen ihnen durch.9 Fest haftet jeder an dem andern, / sie sind verklammert, lösen sich nicht.10 Sein Niesen lässt Licht aufleuchten; / seine Augen sind wie die Lider der Morgenröte.11 Aus seinem Maul fahren brennende Fackeln, / feurige Funken schießen hervor.12 Rauch dampft aus seinen Nüstern / wie aus kochendem, heißem Topf.13 Sein Atem entflammt glühende Kohlen, / eine Flamme schlägt aus seinem Maul hervor.14 Stärke wohnt in seinem Nacken, / vor ihm tanzt die bange Furcht.15 Straff liegt seines Wanstes Fleisch, / wie angegossen, unbewegt.16 Sein Herz ist fest wie Stein, / fest wie der untere Mühlstein.17 Erhebt es sich, erschrecken selbst die Göttlichen; / vor Schrecken wissen sie nicht aus noch ein.18 Trifft man es, kein Schwert hält stand, / nicht Lanze noch Geschoss und Pfeil.19 Eisen achtet es wie Stroh, / Bronze wie morsch gewordenes Holz.20 Kein Bogenpfeil wird es verjagen, / in Stoppeln verwandeln sich ihm / die Steine der Schleuder.21 Wie Stoppeln dünkt ihm die Keule, / es lacht nur über das Gerassel des Sichelschwerts.22 Sein Unteres sind Scherbenspitzen; / einen Dreschschlitten zieht es über den Schlamm.23 Die Tiefe lässt es brodeln wie den Kessel, / macht das Meer zu einem Salbentopf.24 Es hinterlässt eine leuchtende Spur; / man meint, die Flut sei graues Haar.25 Auf Erden gibt es seinesgleichen nicht, / gemacht, um sich nie zu fürchten.26 Alles Hohe blickt es an, / König ist es über alle Stolzen.