Jakobus 1

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag
1 Dieser Brief ist von Jakobus, einem Diener von Gott und von Jesus Christus, dem Herrn. Er ist geschrieben an die Gemeinden, die zerstreut unter den anderen Völkern leben[1]. Ich grüße euch! (1Petr 1,1)2 Liebe Brüder, wenn in schwierigen Situationen euer Glaube geprüft wird, dann freut euch darüber. (1Petr 1,6)3 Denn wenn ihr euch darin bewährt, wächst eure Geduld. (1Petr 1,7)4 Und durch die Geduld werdet ihr bis zum Ende durchhalten, denn dann wird euer Glaube zur vollen Reife gelangen und vollkommen sein und nichts wird euch fehlen.5 Wenn jemand unter euch Weisheit braucht, weil er wissen will, wie er nach Gottes Willen handeln soll, dann kann er Gott einfach darum bitten. Und Gott, der gerne hilft, wird ihm bestimmt antworten, ohne ihm Vorwürfe zu machen. (Spr 2,3; Mt 7,7)6 Aber wer ihn fragt, soll auch wirklich mit seiner Antwort rechnen! Denn einer, der zweifelt, ist so aufgewühlt wie eine Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin- und hergeworfen wird. (Mt 21,22; Mk 11,24)7 Ein solcher Mensch darf nicht erwarten, etwas von Gott[2] zu erhalten,8 denn er ist unbeständig und schwankt ständig hin und her.9 Wer wenig hat und wenig gilt, soll sich freuen, weil er bei Gott viel gilt.10 Und wer viel hat und angesehen ist, soll demütig und bescheiden sein, denn auch er wird vergehen wie eine Blume auf dem Feld. (Ps 102,5; Jes 40,6; 1Petr 1,24)11 Die Sonne geht auf und lässt mit ihrer Hitze das Gras verdorren; die Blume verwelkt, und ihre Schönheit schwindet. Genauso wird der Reiche mit seinem ganzen Besitz vergehen.12 Glücklich ist, wer die Prüfungen des Glaubens geduldig erträgt. Wenn er sich bewährt hat, wird er das ewige Leben[3] empfangen, das Gott denen versprochen hat, die ihn lieben. (1Kor 9,25; 2Tim 4,8; Jak 5,11; Offb 2,10; Offb 3,11)13 Wer der Versuchung erliegt, sollte niemals sagen: »Diese Versuchung kommt von Gott.« Gott lässt sich nicht zum Bösen verführen, und er verleitet auch niemanden zur Sünde.14 Jeder Mensch wird durch seine eigenen Begierden verlockt, geködert und verführt. (Spr 19,3)15 Wer seinen Begierden nachgibt, sündigt, und die vollzogene Sünde führt zum Tod.16 Macht euch also nichts vor, liebe Brüder! (1Kor 6,9)17 Alles, was gut und vollkommen ist, wird uns von oben geschenkt, von Gott, der alle Lichter des Himmels erschuf[4]. Anders als sie ändert er sich nicht, noch wechselt er zwischen Licht und Finsternis. (1Mo 1,16; Ps 136,7; Mt 7,11)18 Durch das Wort der Wahrheit sind wir zu seinen Kindern geworden, weil er es so wollte. Wir sind die erste Frucht seiner neuen Schöpfung. (Joh 1,13; 1Petr 1,23)19 Liebe Freunde[5], seid schnell bereit, zuzuhören, aber lasst euch Zeit, ehe ihr redet oder zornig werdet. (Spr 10,19; Spr 15,1; Pred 7,9)20 Denn menschlicher Zorn kann niemals etwas hervorbringen, das in Gottes Augen gerecht ist.21 Trennt euch deshalb von allem Schlechten und Bösen in eurem Leben und nehmt die Botschaft Gottes, die er euch gegeben hat, demütig an, denn sie hat die Kraft, eure Seelen zu retten. (Eph 1,13; Eph 4,22; 1Petr 2,1)22 Aber es reicht nicht, nur auf die Botschaft zu hören – ihr müsst auch danach handeln! Sonst betrügt ihr euch nur selbst. (Mt 7,21; Röm 2,13)23 Denn wer ihr nur zuhört und nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der sich im Spiegel betrachtet.24 Er sieht sich, geht weg und vergisst, wie er aussieht.25 Wer aber ständig auf das vollkommene Gesetz Gottes achtet – das Gesetz, das uns frei macht – und befolgt, was es sagt, und nicht vergisst, was er gehört hat, der ist glücklich dran[6]. (Joh 13,17; Röm 8,2; Gal 6,2; Jak 2,12; 1Petr 2,16)26 Wenn ihr behauptet, Gott zu dienen, aber eure Zunge nicht im Zaum halten könnt, betrügt ihr euch nur selbst, und euer Dienst für Gott ist wertlos. (Ps 34,14)27 Rein und vorbildlich Gott, unserem Vater, zu dienen bedeutet, dass wir uns um die Sorgen der Waisen und Witwen kümmern und uns nicht von der Welt verderben lassen. (5Mo 14,29; 1Joh 2,15)

Jakobus 1

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, grüßt die zwölf Stämme in der Diaspora. (1Petr 1,1)2 Nehmt es voll Freude auf, meine Brüder und Schwestern, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet! (1Petr 1,6)3 Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Geduld bewirkt. (Röm 5,3)4 Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und untadelig seid und es euch an nichts fehlt.5 Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandem einen Vorwurf. (Mt 7,7)6 Wer bittet, soll aber im Glauben bitten und nicht zweifeln; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind hin und her getrieben wird. (Eph 4,14)7 Ein solcher Mensch bilde sich nicht ein, dass er vom Herrn etwas erhalten wird:8 Er ist ein Mann mit zwei Seelen, unbeständig auf all seinen Wegen.9 Der Bruder, der in niederem Stand lebt, rühme sich seiner hohen Würde,10 der Reiche aber seiner Niedrigkeit; denn er wird dahinschwinden wie die Blume im Gras. (Jes 40,6; 1Petr 1,24)11 Denn die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und versengt das Gras; die Blume verwelkt und ihre Pracht vergeht. So wird auch der Reiche vergehen in allem, was er unternimmt.12 Selig der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben. (2Tim 4,8; 1Petr 5,4; Offb 2,10)13 Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott lässt sich nicht zum Bösen versuchen, er führt aber auch selbst niemanden in Versuchung. (Sir 15,11)14 Vielmehr wird jeder von seiner eigenen Begierde in Versuchung geführt, die ihn lockt und fängt.15 Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor.16 Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder und Schwestern: (1Kor 15,33)17 Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung oder Verfinsterung gibt.[1]18 Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir eine Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien. (Eph 1,13; Kol 1,5; 1Petr 1,23; Offb 14,4)19 Wisset, meine geliebten Brüder und Schwestern: Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; (Pred 5,1; Sir 5,11)20 denn der Zorn eines Mannes schafft keine Gerechtigkeit vor Gott.21 Darum legt alles Schmutzige und die viele Bosheit ab und nehmt in Sanftmut das Wort an, das in euch eingepflanzt worden ist und die Macht hat, euch zu retten! (Kol 3,8; 1Petr 2,1)22 Werdet aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer, sonst betrügt ihr euch selbst!23 Wer nur Hörer des Wortes ist und nicht danach handelt, gleicht einem Menschen, der sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachtet:24 Er betrachtet sich, geht weg und schon hat er vergessen, wie er aussah.25 Wer sich aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht nur hört und es wieder vergisst, sondern zum Täter des Werkes geworden ist, wird selig sein in seinem Tun. (Röm 8,2)26 Wenn einer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Gottesdienst ist wertlos.27 Ein reiner und makelloser Gottesdienst ist es vor Gott, dem Vater: für Waisen und Witwen in ihrer Not zu sorgen und sich unbefleckt von der Welt zu bewahren.