2.Chronik 18

Neue Genfer Übersetzung

von Genfer Bibelgesellschaft
1 ´König` Joschafat ´von Juda` war sehr reich und genoss hohes Ansehen. Seinen ältesten Sohn verheiratete er mit einer Tochter Ahabs, des Königs von Israel.[1] (2Chr 21,6)2 Nach einigen Jahren besuchte er Ahab in Samaria. Ahab ließ für seinen Gast und dessen Gefolge eine große Zahl an Schafen, Ziegen und Rindern schlachten. Dann überredete er ihn zu einem gemeinsamen Feldzug, um die Stadt Ramot in Gilead ´von den Aramäern zurückzugewinnen`.3 »Ziehst du mit mir in die Schlacht um Ramot in Gilead?«, fragte Ahab. »Du kannst auf mich zählen«, antwortete Joschafat. »Meine Soldaten stehen dir zur Verfügung.[2] Ich ziehe mit dir in den Kampf.«4 Dann fügte er hinzu: »Aber frag zuerst den HERRN, was er dazu sagt.«5 König Ahab rief seine Propheten zusammen – es waren vierhundert Mann – und fragte sie: »Sollen wir ´die Stadt` Ramot in Gilead angreifen oder nicht?« »Greif sie an!«, antworteten die Propheten. »Gott wird sie in deine Hand geben.«6 Doch Joschafat ´zögerte und` wollte wissen: »Gibt es denn hier keinen Propheten des HERRN, den wir befragen könnten?«[3]7 »Es gibt schon noch einen, durch den man den HERRN befragen könnte«, erwiderte Ahab, »Micha, den Sohn Jimlas. Aber ich hasse ihn, denn er kündigt mir immer nur Unheil an, nie etwas Gutes.« »So solltest du als König nicht reden«, tadelte ihn Joschafat.8 Da rief Ahab einen Hofbeamten und befahl ihm: »Bring uns so schnell wie möglich Micha, den Sohn Jimlas.«9 Ahab und Joschafat saßen in ihren ´königlichen` Gewändern auf zwei Thronen, die man auf dem großen Platz[4] vor dem Stadttor Samarias aufgestellt hatte. Vor ihnen weissagten die vierhundert Propheten. Sie befanden sich in einem Zustand der Verzückung.10 Einer von ihnen, Zedekia, der Sohn Kenaanas, hatte sich ein Paar eiserne Hörner angefertigt und rief: »So spricht der HERR: ›Mit eisernen Hörnern wirst du die Aramäer niederstoßen und völlig vernichten!‹«11 Auch die anderen Propheten sagten: »Ja, zieh in den Kampf gegen Ramot in Gilead. Du wirst siegen! Der HERR wird die Stadt in deine Hand geben.«12 Der Hofbeamte, der Micha holen musste, sagte zu ihm: »Die Propheten weissagen alle dasselbe und sagen dem König einen Sieg voraus. Mach es ebenso wie sie und kündige auch du ihm Gutes an.«13 Doch Micha entgegnete: »So wahr der HERR lebt: Ich werde nur das sagen, was mein Gott mir aufträgt.«14 Als Micha vor den König trat, fragte dieser: »Sag, Micha, sollen wir gegen ´die Stadt` Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder nicht?« »Geht nur«, erwiderte Micha, »ihr werdet siegen. Die Stadt wird in eure Hand gegeben.«15 Doch der König sagte: »Wie oft muss ich dich noch beschwören, dass du mir nichts als die reine Wahrheit sagst? Was hat der HERR dir gezeigt[5]16 Da antwortete Micha: »Ich sah das Heer Israels über die Berge zerstreut wie eine Schafherde, die keinen Hirten mehr hat. Und der HERR sagte: ›Sie haben keinen Anführer mehr. Sie sollen nach Hause zurückkehren. Der Krieg ist zu Ende.[6]‹«17 König Ahab wandte sich zu Joschafat und sagte: »Ich habe es dir doch gleich gesagt. Er kündigt mir nie etwas Gutes an, immer nur Unheil.«18 »Höre, was der HERR sagt«, fuhr Micha fort. »Ich sah den HERRN auf seinem Thron sitzen, umgeben von seinem himmlischen Hofstaat[7].19 Der HERR fragte: ›Wer kann Ahab dazu verleiten, nach Ramot in Gilead zu ziehen und dort den Tod zu finden?‹ Der eine schlug dies vor und der andere jenes.20 Schließlich trat ein Geist vor und sagte: ›Ich weiß, wie ich ihn dazu verleiten kann.‹ ›Wie denn?‹, fragte der HERR.21 ›Ich werde zu einem Lügengeist und rede durch alle seine Propheten‹, antwortete der Geist. ›Ja, so wirst du es fertig bringen, ihn ´zu diesem Feldzug` zu verleiten‹, stimmte der HERR zu. ›Geh und tu es!‹22 Deshalb, o König, sei gewarnt:[8] Der HERR hat einen Lügengeist gesandt, der durch deine Propheten spricht, denn er hat deinen Untergang beschlossen.«23 Da trat Zedekia, der Sohn Kenaanas, auf Micha zu, gab ihm eine Ohrfeige und rief: »Was behauptest du da: Der Geist des HERRN ist von mir gewichen und spricht ´nur noch` zu dir?«24 »Du wirst es schon sehen«, gab Micha zurück, »wenn der Tag kommt, an dem du dich in der hintersten Kammer ´deines Hauses` verstecken musst.«25 »Nehmt ihn fest!«, befahl König Ahab. »Bringt ihn zum Stadtkommandanten Amon und zu meinem Sohn Joasch.26 Ich ordne an, dass er ins Gefängnis geworfen und auf eine Hungerration von Brot und Wasser gesetzt wird, bis ich wohlbehalten von meinem Feldzug zurückkehre.«27 »Wenn du tatsächlich wohlbehalten heimkehrst«, erwiderte Micha, »dann hat der HERR nicht durch mich geredet.« Und er fügte hinzu: »Hört dies, all ihr Völker!«28 König Ahab von Israel und König Joschafat von Juda zogen gemeinsam in den Kampf gegen die Stadt Ramot in Gilead.29 Ahab sagte zu Joschafat: »Ich werde mich für die Schlacht ´als normaler Wagenkämpfer` verkleiden. Trag du dein ´königliches` Gewand.« So verkleidete sich Ahab ´als einfacher Soldat` und sie zogen in den Kampf.30 Der aramäische König hatte den Kommandanten seiner Streitwagen befohlen: »Greift in der Schlacht einzig und allein den König von Israel an und sonst niemand, weder einfache Soldaten noch Offiziere.«31 Als die Streitwagenführer Joschafat entdeckten, meinten sie, er wäre der König von Israel, und griffen ihn an. Joschafat schrie laut ´um Hilfe`[9]. Gott, der HERR, half ihm und sorgte dafür, dass die Feinde sich wieder von ihm abwandten[10]:32 Sie merkten, dass er gar nicht König Ahab war, und ließen ihn in Ruhe.33 Ein aramäischer Soldat schoss aufs Geratewohl einen Pfeil ab und traf König Ahab an einer ungeschützten Stelle unterhalb des Brustpanzers[11]. Ahab befahl seinem Wagenlenker: »Dreh um und bring mich vom Schlachtfeld! Ich bin verwundet.«34 Doch der Kampf nahm an Heftigkeit zu, und um den Aramäern die Stirn zu bieten, hielt sich König Ahab den ganzen Tag aufrecht in seinem Wagen. Als die Sonne unterging, starb er.

2.Chronik 18

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Und Joschafat hatte großen Reichtum und viel Ehre und verschwägerte sich mit Ahab. (1Kön 22,1; 2Chr 17,5)2 Und nach einigen Jahren zog er hinab zu Ahab nach Samaria. Und Ahab ließ für ihn und für das Volk, das bei ihm war, viele Schafe und Rinder schlachten. Und er beredete ihn, dass er hinaufzöge nach Ramot in Gilead.3 Ahab, der König von Israel, sprach zu Joschafat, dem König von Juda: Willst du mit mir nach Ramot in Gilead ziehen? Er sprach zu ihm: Ich bin wie du und mein Volk wie dein Volk; wir wollen mit dir in den Kampf.4 Aber Joschafat sprach zum König von Israel: Frage doch zuerst nach dem Wort des HERRN! (2Kön 3,11)5 Und der König von Israel versammelte die Propheten, vierhundert Mann, und sprach zu ihnen: Sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder soll ich’s lassen? Sie sprachen: Zieh hinauf! Gott wird es in des Königs Hand geben.6 Joschafat aber sprach: Ist nicht noch irgendein Prophet des HERRN hier, dass wir durch ihn den Herrn befragen?7 Der König von Israel sprach zu Joschafat: Es ist noch ein Mann hier, durch den man den HERRN befragen kann; aber ich bin ihm gram, denn er weissagt über mich nichts Gutes, sondern immer nur Böses, nämlich Micha, der Sohn Jimlas. Joschafat sprach: Der König rede so nicht.8 Und der König von Israel rief einen seiner Kämmerer und sprach: Bringe eilends her Micha, den Sohn Jimlas!9 Und der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, saßen ein jeder auf seinem Thron, mit ihren königlichen Kleidern angetan. Sie saßen aber auf dem Platz vor dem Tor von Samaria, und alle Propheten weissagten vor ihnen.10 Und Zidkija, der Sohn Kenaanas, machte sich eiserne Hörner und sprach: So spricht der HERR: Hiermit wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie aufreibst. (2Chr 23,1)11 Und alle Propheten weissagten ebenso und sprachen: Zieh hinauf nach Ramot in Gilead! Es wird dir gelingen, der HERR wird es in des Königs Hand geben.12 Und der Bote, der hingegangen war, um Micha zu rufen, sprach zu ihm: Siehe, die Worte der Propheten sind einmütig gut für den König. Lass doch auch dein Wort wie ihr Wort sein und rede Gutes.13 Micha aber sprach: So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden.14 Und als er zum König kam, sprach der König zu ihm: Micha, sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder soll ich’s lassen? Er sprach: Ja, zieht hinauf! Es wird euch gelingen, sie werden in eure Hände gegeben werden.15 Aber der König sprach zu ihm: Wie oft soll ich dich beschwören, dass du mir im Namen des HERRN nichts als die Wahrheit sagst!16 Da sprach er: Ich sah ganz Israel zerstreut auf den Bergen wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der HERR sprach: Diese haben keinen Herrn. Ein jeder kehre wieder heim mit Frieden! (Mt 9,36)17 Da sprach der König von Israel zu Joschafat: Sagte ich dir nicht: Er weissagt nichts Gutes über mich, sondern nur Böses?18 Micha aber sprach: Darum höret des HERRN Wort! Ich sah den HERRN sitzen auf seinem Thron, und das ganze himmlische Heer stand zu seiner Rechten und zu seiner Linken. (Jes 6,1)19 Und der HERR sprach: Wer will Ahab, den König von Israel, betören, dass er hinaufziehe und falle bei Ramot in Gilead? Und als dieser so und jener anders redete,20 trat der Geist vor und stellte sich vor den HERRN und sprach: Ich will ihn betören. Der HERR aber sprach zu ihm: Womit? (Hi 1,6)21 Er sprach: Ich will ausfahren und ein Lügengeist sein in aller seiner Propheten Mund. Und der Herr sprach: Du wirst ihn betören und wirst es ausrichten; fahr hin und tu das!22 Nun siehe, der HERR hat einen Lügengeist in den Mund dieser deiner Propheten gegeben, und der HERR hat Unheil gegen dich geredet.23 Da trat herzu Zidkija, der Sohn Kenaanas, und schlug Micha auf die Backe und sprach: Auf welchem Wege sollte der Geist des HERRN von mir gewichen sein, um nun durch dich zu reden? (2Chr 10,1)24 Micha sprach: Wahrlich, an jenem Tage wirst du’s sehen, wenn du von einer Kammer in die andere gehst, um dich zu verstecken.25 Aber der König von Israel sprach: Nehmt Micha und bringt ihn zu Amon, dem Stadthauptmann, und zu Joasch, dem Sohn des Königs,26 und sagt: So spricht der König: Legt diesen ins Gefängnis und speist ihn nur kärglich mit Brot und Wasser, bis ich wiederkomme mit Frieden! (2Chr 16,10)27 Micha sprach: Kommst du mit Frieden wieder, so hat der HERR nicht durch mich geredet. Und er sprach: Höret, alle Völker!28 So zogen der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, hinauf nach Ramot in Gilead.29 Und der König von Israel sprach zu Joschafat: Ich will mich verkleiden und in den Kampf ziehen, du aber behalte deine königlichen Kleider an! Und der König von Israel verkleidete sich, und sie zogen in den Kampf.30 Aber der König von Aram hatte den Obersten über seine Wagen geboten: Ihr sollt nicht kämpfen, weder gegen Klein noch gegen Groß, sondern allein gegen den König von Israel.31 Als nun die Obersten der Wagen Joschafat sahen, dachten sie, es sei der König von Israel, und umringten ihn, um gegen ihn zu kämpfen. Aber Joschafat schrie und der HERR half ihm und Gott lockte sie von ihm weg.32 Denn als die Obersten der Wagen merkten, dass er nicht der König von Israel war, wandten sie sich von ihm ab.33 Es spannte aber ein Mann seinen Bogen von ungefähr und schoss den König von Israel zwischen Panzer und Wehrgehänge. Da sprach er zu seinem Wagenlenker: Wende um und führe mich aus dem Kampf; denn ich bin verwundet!34 Aber der Kampf nahm immer mehr zu an jenem Tage, und der König von Israel blieb in seinem Wagen stehen gegenüber den Aramäern bis zum Abend; und er starb, als die Sonne unterging.