Johannes 21

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so:2 Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. (Joh 1,45)3 Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprechen zu ihm: Wir kommen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.4 Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. (Lk 24,16; Joh 20,14)5 Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. (Lk 24,41)6 Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. (Lk 5,4)7 Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte: »Es ist der Herr«, da gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See. (Joh 13,23)8 Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen.9 Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot.10 Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!11 Simon Petrus stieg herauf und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht.12 Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr.13 Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch den Fisch. (Joh 6,11)14 Das ist nun das dritte Mal, dass sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.15 Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als mich diese lieb haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! (Joh 1,42)16 Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! (1Petr 5,2; 1Petr 5,4)17 Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! (Joh 13,38; Joh 16,30)18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst.19 Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! (Joh 13,36)20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? (Joh 13,23; Joh 13,25)21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem?22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!23 Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?24 Dies ist der Jünger, der das bezeugt und aufgeschrieben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. (Joh 15,27)25 Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn aber eins nach dem andern aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären. (Ps 106,2; Joh 20,30)

Johannes 21

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Danach zeigte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias. Und er zeigte sich so:2 Simon Petrus und Thomas, der Didymus genannt wird, und Natanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren beisammen.3 Simon Petrus sagt zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagen zu ihm: Wir kommen auch mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen ins Boot und fingen nichts in jener Nacht.4 Als es aber schon gegen Morgen ging, trat Jesus ans Ufer; die Jünger wussten aber nicht, dass es Jesus war. (Joh 20,14)5 Da sagt Jesus zu ihnen: Kinder, ihr habt wohl keinen Fisch zum Essen? Sie antworteten ihm: Nein.6 Er aber sagt zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet einen guten Fang machen. Da warfen sie es aus, und vor lauter Fischen vermochten sie es nicht mehr einzuziehen.7 Da sagt jener Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr. Als nun Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, legte er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser.8 Die anderen Jünger aber kamen mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Ufer entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.9 Als sie nun an Land kamen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf liegen und Brot.10 Jesus sagt zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.11 Da stieg Simon Petrus aus dem Wasser und zog das Netz an Land, voll von grossen Fischen, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, riss das Netz nicht.12 Jesus sagt zu ihnen: Kommt und esst! Keiner von den Jüngern aber wagte ihn auszuforschen: Wer bist du? Sie wussten ja, dass es der Herr war. (Joh 16,23)13 Jesus kommt und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und ebenso den Fisch. (Lk 24,30)14 Das war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern zeigte, seit er von den Toten auferweckt worden war. (Joh 20,19)15 Als sie nun gegessen haben, sagt Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als diese mich lieben? Er sagt zu ihm: Ja, Herr, du weisst, dass ich dich lieb habe. Er sagt zu ihm: Weide meine Lämmer! (Mt 16,18; Lk 22,32; Joh 13,37)16 Und er sagt ein zweites Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Der sagt zu ihm: Ja, Herr, du weisst, dass ich dich lieb habe. Er sagt zu ihm: Hüte meine Schafe!17 Er sagt zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und er sagt zu ihm: Herr, du weisst alles, du siehst doch, dass ich dich lieb habe. Jesus sagt zu ihm: Weide meine Schafe!18 Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selber gegürtet und bist gegangen, wohin du wolltest. Wenn du aber älter wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.19 Das aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er dies gesagt hatte, sagte er zu ihm: Folge mir! (Joh 13,36)20 Da Petrus sich umwendet, sieht er den Jünger folgen, den Jesus liebte, der auch beim Mahl an seiner Brust gelegen und gesagt hat: Herr, wer ist es, der dich ausliefern wird? (Joh 13,25)21 Als nun Petrus ihn sieht, sagt er zu Jesus: Herr, was wird aus ihm?22 Jesus sagt zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was kümmert es dich? Folge du mir!23 Von da an ging unter den Brüdern die Rede, dass jener Jünger nicht sterben werde. Aber Jesus hatte ihm nicht gesagt, er werde nicht sterben, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was kümmert es dich?24 Das ist der Jünger, der dies alles bezeugt und es aufgeschrieben hat. Und wir wissen, dass sein Zeugnis glaubwürdig ist. (Joh 19,35)25 Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wollte man das alles, eins ums andere, aufschreiben, so würde meines Erachtens die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die dann zu schreiben wären.

Johannes 21

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Später zeigte sich Jesus den Jüngern noch einmal am See von Tiberias. Das geschah so:2 Simon Petrus und Thomas, der auch „Zwilling“ genannt wurde, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und noch zwei andere Jünger waren zusammen.3 Petrus sagte: „Ich gehe fischen.“ – „Wir kommen mit“, meinten die anderen. Also fuhren sie im Boot hinaus, fingen in dieser Nacht aber nichts.4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer, doch die Jünger wussten nicht, dass er es war.5 „Kinder, habt ihr vielleicht etwas zu essen dabei?“, rief er ihnen zu. „Nein!“, riefen sie zurück.6 „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus!“, forderte er sie auf. „Dort werdet ihr fündig.“ Das taten sie. Doch dann konnten sie das Netz nicht mehr ins Boot ziehen, so viele Fische hatten sie gefangen.7 Da sagte der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte, zu Petrus: „Es ist der Herr!“ Daraufhin warf sich Simon Petrus das Obergewand über, das er bei der Arbeit abgelegt hatte, band es hoch und sprang ins Wasser.8 Die anderen Jünger kamen mit dem Boot nach, das Netz mit den Fischen im Schlepptau. Sie waren ja nur noch hundert Meter[1] vom Land entfernt.9 Als sie ausstiegen und an Land gingen, sahen sie ein Kohlenfeuer, auf dem Fische brieten; auch Fladenbrot lag dabei.10 „Holt ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!“ sagte Jesus zu ihnen.11 Da ging Petrus zum Boot und zog das Netz an Land. Und obwohl es mit 153 großen Fischen gefüllt war, zerriss es nicht.12 „Kommt her zum Frühstück!“, sagte Jesus. Aber keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: „Wer bist du?“ Denn sie wussten, dass es der Herr war.13 Da ging Jesus auf sie zu und brachte ihnen Brot und Fisch.14 Das war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern zeigte, nachdem Gott ihn aus den Toten auferweckt hatte.15 Als sie gefrühstückt hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: „Simon, Johannes-Sohn, liebst du mich mehr als die anderen hier?“[2] – „Gewiss, Herr“, antwortete Petrus, „du weißt, dass ich dich lieb habe.“ – „Dann weide meine Lämmer!“, sagte Jesus.16 Gleich darauf wiederholte er die Frage: „Simon, Johannes-Sohn, liebst du mich?“ – „Ja, Herr“, antwortete Petrus, „du weißt, dass ich dich lieb habe.“ – „Dann hüte meine Schafe!“, sagte Jesus.17 Noch einmal fragte er ihn: „Simon, Johannes-Sohn, hast du mich lieb?“ Petrus wurde traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal fragte, ob er ihn lieb habe, und sagte: „Herr, du weißt alles. Du weißt, dass ich dich lieb habe.“ – „Dann sorge für meine Schafe!“, sagte Jesus.18 „Und ich muss dir noch etwas sagen: Als du jung warst, hast du dir selbst den Gürtel gebunden und bist gegangen, wohin du wolltest. Doch wenn du alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dir den Gürtel umbinden und dich dorthin bringen, wo du nicht hingehen willst.“19 Jesus wollte damit andeuten, auf welche Weise Petrus sterben würde, um Gott damit zu verherrlichen. Dann sagte er ihm: „Komm, folge mir!“20 Petrus drehte sich um und sah, dass der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte, hinter ihnen herging. Es war derselbe Jünger, der sich damals beim Abendessen zu Jesus hinübergelehnt und ihn gefragt hatte: 'Herr, wer ist es, der dich ausliefern wird?'21 Als Petrus ihn sah, fragte er Jesus: „Herr, was wird aber aus ihm?“22 Jesus erwiderte: „Wenn ich will, dass er am Leben bleibt, bis ich wiederkomme, was geht dich das an? Folge du mir nach!“23 So entstand das Gerücht unter den Brüdern, jener Jünger würde nicht sterben. Aber Jesus hatte nicht gesagt, er werde nicht sterben, sondern nur: „Wenn ich will, dass er am Leben bleibt, bis ich wiederkomme, was geht dich das an?“24 Der Jünger, von dem Jesus das sagte, ist auch der, der bezeugt, was in diesem Buch steht. Er hat es niedergeschrieben, und wir[3] wissen, dass alles wahr ist. (Joh 1,14)25 Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn das alles einzeln aufgeschrieben würde – ich denke, die ganze Welt könnte die Bücher nicht fassen, die dann geschrieben werden müssten.

Johannes 21

Elberfelder Bibel

von SCM Verlag
1 Nach diesem offenbarte Jesus sich wieder den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so:2 Simon Petrus und Thomas, genannt Zwilling[1], und Nathanael, der von Kana in Galiläa war, und die ⟨Söhne⟩ des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus spricht zu ihnen: (Joh 1,45; Joh 11,16)3 Ich gehe hin fischen. Sie sprechen zu ihm: Auch wir gehen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot; und in jener Nacht fingen sie nichts. (Ps 127,2; Lk 5,5)4 Als aber schon der frühe Morgen anbrach, stand Jesus am Ufer; doch wussten die Jünger nicht, dass es Jesus war. (Joh 20,14)5 Jesus spricht nun zu ihnen: Kinder, habt ihr wohl etwas zu essen[2]? Sie antworteten ihm: Nein. (Lk 24,41)6 Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus! Und ihr werdet finden. Da warfen sie es aus und konnten es vor der Menge der Fische nicht mehr ziehen. (Lk 5,4; Lk 5,6)7 Da sagt jener Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Simon Petrus nun, als er hörte, dass es der Herr sei, gürtete das Oberkleid um – denn er war nackt – und warf sich in den See. (Joh 13,23; Joh 21,20)8 Die anderen Jünger aber kamen in dem Boot – denn sie waren nicht weit vom Land, sondern etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen nach.9 Als sie nun ans Land ausstiegen, sehen sie ein Kohlenfeuer liegen und Fisch daraufliegen und Brot.10 Jesus spricht zu ihnen: Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!11 Da ging Simon Petrus hinauf und zog das Netz voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig, auf das Land; und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.12 Jesus spricht zu ihnen: Kommt her, frühstückt! Keiner aber von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.13 Jesus kommt und nimmt das Brot und gibt es ihnen und ebenso den Fisch. (Joh 6,11; Apg 10,41)14 Dies ist schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, nachdem er aus den Toten auferweckt war. (Joh 20,19)15 Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon⟨, Sohn⟩ des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer! (Joh 1,42)16 Wieder spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon⟨, Sohn⟩ des Johannes, liebst du mich? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Hüte meine Schafe! (Joh 1,42; Apg 20,28; 1Petr 5,2)17 Er spricht zum dritten Mal zu ihm: Simon⟨, Sohn⟩ des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, dass er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alles; du erkennst, dass ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe! (Joh 1,42; Joh 2,25)18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst. (Joh 13,36; 2Petr 1,14)19 Dies aber sagte er, um anzudeuten, mit welchem Tod er Gott verherrlichen sollte. Und als er dies gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! (Joh 1,43)20 Petrus wandte sich um und sieht den Jünger nachfolgen, den Jesus liebte, der sich auch bei dem Abendessen an seine Brust gelehnt und gesagt hatte: Herr, wer ist es, der dich überliefert? (Joh 13,25; Joh 21,7)21 Als nun Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was ⟨soll⟩ aber dieser?22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! (Joh 1,43)23 Es ging nun dieses Wort hinaus unter die Brüder: Jener Jünger stirbt nicht. Aber Jesus sprach nicht zu ihm, dass er nicht sterbe, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?24 Das ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt und der dies geschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. (Joh 15,27; 3Joh 1,12; Offb 1,2)25 Es gibt aber auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; wenn diese alle einzeln niedergeschrieben würden, so würde, scheint mir, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen. (Joh 20,30)

Johannes 21

Das Buch

von SCM Verlag
1 Nach diesen Ereignissen stellte sich Jesus seinen Nachfolgern noch einmal vor Augen. Und zwar zeigte er sich ihnen am See von Tiberias auf folgende Weise:2 Es waren dort zusammen Simon Petrus, Thomas, der mit dem Beinamen Zwilling, außerdem Nathanael, der aus Kana in Galiläa stammte, die beiden Zebedäussöhne und noch zwei andere von seinen Schülern.3 Auf einmal sagte Simon Petrus zu ihnen: »Ich gehe jetzt los zum Fischen!« Die anderen sagten: »Wir kommen auch mit dir mit!« Sie gingen aus dem Haus hinaus und stiegen in ein Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie überhaupt nichts.4 Als dann schon der Morgen angebrochen war, stand Jesus selbst am Ufer. Aber die Schüler wussten nicht, dass es Jesus war.5 Jesus sagte zu ihnen: »Kinder, habt ihr nichts Essbares?« Sie antworteten ihm: »Nein!«6 Da sagte er ihnen: »Werft das Netz dort auf der rechten Seite des Bootes aus, dann werdet ihr etwas finden!« Das taten sie und konnten dann das Netz wegen der Menge der Fische nicht mehr einziehen.7 Da sagte dieser eine Schüler, der, den Jesus besonders lieb hatte, zu Petrus: »Das ist der Herr selbst!« Als Simon Petrus begriff, dass es der Herr selbst war, zog er sein Obergewand wieder an, denn er war unbekleidet. Dann warf er sich ins Wasser.8 Die anderen Schüler aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht weit vom Land entfernt, nur etwa neunzig Meter, und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.9 Als sie an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer, das dort angezündet war, und Fisch und Brot darauf.10 Da sagte Jesus zu ihnen: »Bringt auch noch ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!«11 Da stieg Simon Petrus hinauf und zog das Netz an Land. Es war voll mit großen Fischen, insgesamt einhundertdreiundfünfzig. Und trotzdem zerriss das Netz nicht.12 Da sagte Jesus zu ihnen: »Kommt und frühstückt!« Keiner der Schüler wagte es, in dieser Situation Jesus zu fragen: »Wer bist du?« Denn sie wussten genau, dass es der Herr selbst war.13 Da stand Jesus auf, nahm das Brot in die Hand und gab es ihnen. Genauso machte er es mit den Fischen.14 Das war jetzt schon das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Schülern zeigte, nachdem er von den Toten auferweckt worden war.15 Als sie mit dem Essen fertig waren, sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber als all die anderen hier?« Er antwortete: »Ja, Herr! Du weißt doch, dass ich dein Freund bin!« Jesus sagte: »Dann übernimm die Verantwortung für meine kleinen Schafe!«16 Dann fragte er noch einmal: »Simon, Sohn von Johannes, hast du mich lieb?« Der antwortete: »Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dein Freund bin!« Da sagte Jesus: »Dann sorge dafür, dass meine Schafe Nahrung finden!«17 Zum dritten Mal fragte er ihn: »Simon, des Johannes Sohn, bist du mein Freund?« Da wurde Petrus ganz traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal nach seiner Freundschaft fragte, und sagte zu ihm: »Herr, alles liegt doch offen vor dir! Du weißt doch, dass ich dein Freund bin!« Da sagte Jesus zu ihm: »Sorge für meine Schafe!18 Ich sage dir klar und deutlich: Als du ein junger Mann warst, da hast du dir deinen Gürtel selbst geschnallt und bist herumgelaufen, wo auch immer du wolltest. Wenn du aber älter geworden bist, dann wirst du deine Hände ausstrecken. Dann wird ein anderer dich fesseln und an einen Ort führen, an den du nicht freiwillig gehen würdest.«19 Mit diesen Worten deutete Jesus an, wie Petrus einmal sterben und mit seinem Tod Gott die Ehre geben würde. Danach sagte Jesus zu ihm: »Folge mir nach!«20 Da drehte Petrus sich um. Sein Blick fiel auf den Schüler, den Jesus besonders lieb hatte. Er ging hinter ihnen her. Das war der, der beim letzten Festessen direkt neben Jesus gesessen und gefragt hatte: »Herr, wer ist der, der dich ausliefern wird?«21 Petrus erblickte ihn also und fragte daraufhin Jesus: »Herr, und was passiert mit ihm?«22 Da antwortete der: »Wenn es mein Wille wäre, dass er hier auf der Erde bleibt, bis ich zurückkomme, was hätte das mit dir zu tun? Du selbst aber lebe als mein Nachfolger!«23 Da verbreitete sich unter den Jesusnachfolgern die Ansicht, dass dieser Jesusschüler nicht sterben würde. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt, dass er nicht sterben würde, sondern: »Was wäre, wenn ich will, dass er am Leben bleibt, bis ich wieder komme …?«24 Das ist der Jesusschüler, der für die Wahrheit dieser Darstellung eintritt und das alles aufgeschrieben hat. Wir aber wissen, dass seine Aussagen der Wahrheit entsprechen.25 Noch viele andere Dinge tat Jesus. Aber wenn die alle vollständig aufgeschrieben würden, dann könnte meiner Meinung nach die Welt all die Bücher nicht aufnehmen, die geschrieben werden müssten.