2.Könige 9

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Aber der Prophet Elisa rief einen der Prophetenjünger und sprach zu ihm: Gürte deine Lenden und nimm diesen Ölkrug mit dir und geh hin nach Ramot in Gilead.2 Und wenn du dahin kommst, wirst du dort Jehu sehen, den Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis. Und geh hinein und lass ihn aufstehen unter seinen Brüdern und führe ihn in die innerste Kammer3 und nimm den Krug mit Öl und gieß es auf sein Haupt und sprich: So sagt der HERR: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt! – und dann sollst du die Tür auftun und fliehen und nicht zögern. (1Kön 19,16)4 Und der Prophetenjünger ging hin nach Ramot in Gilead.5 Und als er hinkam, siehe, da saßen die Hauptleute des Heeres beisammen. Und er sprach: Ich habe dir, Hauptmann, etwas zu sagen. Jehu sprach: Wem von uns allen? Er sprach: Dir, Hauptmann!6 Da stand er auf und ging ins Haus. Er aber goss das Öl auf sein Haupt und sagte zu ihm: So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über das Volk des HERRN, über Israel.7 Und du sollst das Haus Ahabs, deines Herrn, schlagen, dass ich das Blut meiner Knechte, der Propheten, und das Blut aller Knechte des HERRN räche, das die Hand Isebels vergossen hat, (1Kön 18,13; 1Kön 21,13; 2Kön 10,11)8 sodass das ganze Haus Ahab umkomme. Und ich will von Ahab ausrotten, was an die Wand pisst, bis auf den letzten Mann in Israel, (1Kön 14,10)9 und will das Haus Ahab machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und wie das Haus Baschas, des Sohnes Ahijas. (1Kön 15,29; 1Kön 16,3; 1Kön 16,11)10 Und die Hunde sollen Isebel fressen auf dem Acker in Jesreel, und niemand soll sie begraben. Und er tat die Tür auf und floh. (1Kön 21,23)11 Und als Jehu herausging zu den Knechten seines Herrn, sprach man zu ihm: Steht es gut? Warum ist dieser Rasende zu dir gekommen? Er sprach zu ihnen: Ihr kennt doch den Mann und sein Geschwätz.12 Sie sprachen: Das ist nicht wahr; sage es uns an! Er sprach: So und so hat er mit mir geredet und gesagt: So spricht der HERR: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt.13 Da nahm jeder eilends sein Kleid und legte es vor ihn hin auf die bloßen Stufen, und sie bliesen die Posaune und riefen: Jehu ist König geworden! (Mt 21,7)14 So machte Jehu, der Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis, gegen Joram eine Verschwörung. Joram aber hatte mit ganz Israel vor Ramot in Gilead gelegen wider Hasaël, den König von Aram.15 Und der König Joram war zurückgekommen, um sich in Jesreel heilen zu lassen von den Wunden, die ihm die Aramäer geschlagen hatten, als er mit Hasaël kämpfte, dem König von Aram. Und Jehu sprach: Wenn ihr wollt, dann soll niemand aus der Stadt entrinnen, dass er hingehe und es ansage in Jesreel. (2Kön 8,28)16 Und er stieg auf seinen Wagen und fuhr nach Jesreel, denn Joram lag dort. Und Ahasja, der König von Juda, war hinabgezogen, um Joram zu besuchen.17 Aber der Wächter, der auf dem Turm in Jesreel stand, sah die Schar Jehus herankommen, und sprach: Ich sehe eine Schar. Da sprach Joram: Nimm einen Reiter, den sende ihnen entgegen und lass ihn fragen: Ist’s Friede?18 Und der Reiter ritt hin ihm entgegen und sprach: So sagt der König: Ist’s Friede? Jehu sprach: Was geht dich der Friede an? Wende um, folge mir! Der Wächter verkündete und sprach: Der Bote ist bei ihnen angekommen und kommt nicht zurück.19 Da sandte Joram einen zweiten Reiter. Als der zu ihnen kam, sprach er: So spricht der König: Ist’s Friede? Jehu sprach: Was geht dich der Friede an? Wende um, folge mir!20 Das verkündete der Wächter und sprach: Er ist bei ihnen angekommen und kommt nicht zurück. Und es ist ein Jagen wie das Jagen Jehus, des Sohnes Nimschis; denn er jagt, wie wenn er rasend wäre.21 Da sprach Joram: Spannt an! Und man spannte seinen Wagen an. Und sie zogen aus, Joram, der König von Israel, und Ahasja, der König von Juda, jeder auf seinem Wagen, um Jehu entgegenzufahren; und sie trafen ihn auf dem Acker Nabots, des Jesreeliters. (1Kön 21,1)22 Und als Joram Jehu sah, sprach er: Jehu, ist’s Friede? Er aber sprach: Was, Friede? Deiner Mutter Isebel Abgötterei und ihre viele Zauberei haben noch kein Ende!23 Da wandte Joram um und floh und sprach zu Ahasja: Verräterei, Ahasja!24 Aber Jehu fasste den Bogen und schoss Joram zwischen die Arme, dass der Pfeil durch sein Herz fuhr und er in seinem Wagen zusammenbrach.25 Und Jehu sprach zu seinem Ritter Bidkar: Nimm und wirf ihn auf den Acker Nabots, des Jesreeliters! Denn ich denke daran, wie du mit mir auf einem Wagen seinem Vater Ahab nachfuhrst, als der HERR diese Last auf ihn legte: (1Kön 21,19)26 Fürwahr, spricht der HERR, ich will dir das Blut Nabots und seiner Kinder, das ich gestern gesehen habe, vergelten auf diesem Acker, spricht der HERR. So nimm ihn nun und wirf ihn auf den Acker nach dem Wort des HERRN.27 Als das Ahasja, der König von Juda, sah, floh er auf Bet-Gan zu. Jehu aber jagte ihm nach und rief: Auch ihn! Und sie schossen auf ihn auf dem Wagen an der Steige von Gur, die bei Jibleam liegt. Und er floh nach Megiddo und starb dort. (2Chr 22,7)28 Und seine Knechte brachten ihn nach Jerusalem und begruben ihn in seinem Grabe bei seinen Vätern in der Stadt Davids.29 Ahasja aber war König geworden über Juda im elften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs.30 Und als Jehu nach Jesreel kam und Isebel das erfuhr, schminkte sie ihr Angesicht und schmückte ihr Haupt und schaute zum Fenster hinaus.31 Und als Jehu unter das Tor kam, sprach sie: Geht’s gut, du Simri, der seinen Herrn erschlug? (1Kön 16,9)32 Und er hob sein Angesicht auf zum Fenster und sprach: Wer hält’s hier mit mir? Da sahen zwei oder drei Kämmerer zu ihm heraus.33 Er sprach: Stürzt sie hinab! Und sie stürzten Isebel hinab, sodass die Wand und die Rosse mit ihrem Blut besprengt wurden; und sie wurde zertreten.34 Und als er hineinkam und gegessen und getrunken hatte, sprach er: Seht doch nach der Verfluchten und begrabt sie; denn sie ist eines Königs Tochter!35 Als sie aber hingingen, sie zu begraben, fanden sie nichts von ihr als den Schädel und die Füße und ihre Hände.36 Und sie kamen zurück und sagten’s Jehu an. Er aber sprach: Das ist’s, was der HERR geredet hat durch seinen Knecht Elia, den Tischbiter, als er sprach: Auf dem Acker von Jesreel sollen die Hunde das Fleisch Isebels fressen, (1Kön 21,23)37 und der Leichnam Isebels soll wie Kot auf dem Felde sein im Gefilde von Jesreel, dass man nicht sagen könne: Das ist Isebel.

2.Könige 9

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Der Prophet Elischa rief einen der Prophetenjünger zu sich und sagte zu ihm: „Mach dich reisefertig, nimm diese Flasche mit Salböl und geh nach Ramot in Gilead.2 Sieh dich dort nach Jehu Ben-Joschafat um, dem Enkel von Nimschi. Bitte ihn aus dem Kreis seiner Offiziere heraus und führe ihn in einen Raum, wo ihr allein seid.3 Dort gieß ihm das Salböl über den Kopf und sag zu ihm: 'So spricht Jahwe: Hiermit habe ich dich zum König über Israel gesalbt!' Dann mach die Tür auf und lauf weg, so schnell du kannst!“4 Der Prophetenjünger, der ein Diener Elischas war, ging nach Ramot in Gilead.5 Als er ankam, saßen die Truppenführer beisammen. Er sagte: „Ich habe eine Botschaft an dich, Oberst!“ Jehu fragte: „An wen von uns?“ – „An dich, Oberst!“, erwiderte er.6 Da stand Jehu auf und ging ins Haus. Dort goss der Prophetenjünger das Salböl über seinen Kopf und sagte: „So spricht Jahwe: Hiermit salbe ich dich zum König über Jahwes Volk, das Volk Israel!7 Du sollst die ganze Familie deines Herrn Ahab umbringen, denn so will ich das Blut meiner Propheten an Isebel rächen und das Blut aller Diener Jahwes.8 Ja, das ganze Haus Ahabs soll umkommen! Jeden Wandpisser[1] aus seiner Familie werde ich auslöschen, egal ob er gebunden oder frei[2] ist.9 Der Familie Ahabs wird es so ergehen wie den Familien von Jerobeam Ben-Nebat und Bascha Ben-Ahija.[3] (1Kön 14,7; 1Kön 16,1)10 Isebel aber werden die Hunde im Stadtgebiet von Jesreel fressen, niemand wird sie begraben.“ Dann öffnete er die Tür und rannte weg.11 Als Jehu zu den anderen Offizieren seines Königs herauskam, fragten sie ihn: „Ist alles in Ordnung? Warum ist dieser Verrückte zu dir gekommen?“ – „Ihr wisst doch, was das für einer ist!“, entgegnete er. „Gebt nichts auf sein Geschwätz!“12 Doch sie riefen: „Ausflüchte! Heraus mit der Sprache!“ Da erwiderte Jehu: „Er hat zu mir gesagt: 'So spricht Jahwe: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt!'“13 Sofort nahmen sie ihre Mäntel und breiteten sie als Teppich auf der Treppe vor ihm aus. Sie bliesen das Signalhorn[4] und riefen: „Jehu ist König!“14 So zettelte Jehu Ben-Joschafat, der Enkel Nimschis, eine Verschwörung zum Sturz Jorams an. – König Joram hatte mit ganz Israel Ramot in Gilead gegen König Hasaël von Syrien verteidigt.15 In diesem Kampf war Joram aber verwundet worden und hatte sich nach Jesreel zurückgezogen, um dort seine Wunden ausheilen zu lassen. – Jehu sagte: „Wenn ihr einverstanden seid, lassen wir niemand aus Ramot entkommen, der etwas in Jesreel berichten kann.“16 Jehu jagte mit ein paar Streitwagen nach Jesreel, wo sich der kranke Joram befand. Auch König Ahasja von Juda war gerade dort, um ihn zu besuchen.17 Der Wächter auf dem Turm von Jesreel sah Jehus Schar herankommen. „Ich sehe eine ganze Truppe kommen!“, meldete er. „Schick ihnen einen Reiter entgegen!“, befahl ihm Joram. „Er soll fragen, ob sie in friedlicher Absicht kommen.“18 Der Reiter kam zu der Truppe und sagte dem Anführer: „Der König lässt fragen, ob dein Kommen Frieden bedeutet.“ – „Was geht dich der Frieden an?“, erwiderte Jehu. „Reih dich hinter mir ein!“ Der Wächter berichtete: „Der Bote ist zu ihnen gekommen, kehrt aber nicht zurück.“19 Da schickte der König einen zweiten Reiter los. Der kam hin und sagte: „Der König lässt fragen, ob dein Kommen Frieden bedeutet.“ – „Was geht dich der Frieden an?“, erwiderte Jehu. „Reih dich hinter mir ein!“20 Der Wächter berichtete: „Er ist zu ihnen gekommen, kehrt aber nicht zurück. Der Anführer von ihnen fährt wie ein Verrückter. Das kann nur Jehu sein!“21 Da befahl Joram: „Spannt meinen Wagen an!“ Auch der Wagen des Königs Ahasja von Juda wurde angespannt. So zogen beide Könige Jehu entgegen. Auf dem Grundstück Nabots von Jesreel trafen sie mit ihm zusammen. (1Kön 21,1)22 Als Joram Jehu erkannte, rief er: „Ist Frieden, Jehu?“ Doch der schrie zurück: „Wie kann Frieden sein, solange deine Mutter mit Götzen herumhurt und sich nur mit Zaubereien abgibt?“23 Da wendete Joram seinen Wagen und schrie: „Verrat, Ahasja!“ und floh.24 Aber Jehu spannte seinen Bogen und traf Joram zwischen die Schulterblätter, sodass der Pfeil das Herz durchbohrte. Joram brach tot in seinem Wagen zusammen.25 Jehu befahl seinem Adjutanten Bidkar, dem dritten Mann im Wagen: „Wirf ihn auf das Grundstück Nabots! Erinnerst du dich noch daran, wie wir zweispännig hinter seinem Vater herfuhren und Jahwe diese Drohung über ihn aussprach:26 Ich habe gesehen, wie man Nabot und seine Söhne gestern ermordet hat', spricht Jahwe. 'Hier, auf diesem Grundstück werde ich es dir vergelten!', spricht Jahwe. Lade ihn also jetzt auf und wirf ihn auf das Grundstück, wie Jahwe es gesagt hat.“ (1Kön 21,19)27 Als König Ahasja von Juda sah, was passierte, floh er in Richtung Bet-Gan.[5] Jehu jagte ihm nach und befahl seinen Leuten: „Schießt auch ihn nieder!“ Sie verwundeten ihn auf seinem Wagen am Aufstieg von Gur in der Nähe von Jibleam.[6] Er kam noch bis Megiddo;[7] dort starb er.28 Seine Männer brachten ihn im Wagen nach Jerusalem und bestatteten ihn in der Davidsstadt, in der Grabstätte der Königsfamilie.29 Ahasja war im 11. Regierungsjahr von Joram Ben-Ahab König über Juda geworden.30 Jehu kehrte nach Jesreel zurück. Sobald Isebel davon gehört hatte, schminkte sie ihre Augenlider, schmückte den Kopf und lehnte sich aus dem Fenster.31 Als Jehu dann durchs Tor fuhr, sagte sie: „Na, hast du nun Frieden, du Simri, Mörder deines Herrn?“ (1Kön 16,9)32 Er blickte zum Fenster hoch und rief: „Wer hält zu mir, wer?“ Ein paar Hofbeamte schauten zu ihm hinunter.33 Da rief er: „Werft sie runter!“ Sie taten es. Dabei spritzte ihr Blut an die Wand und an die Pferde, von denen Jehu sie zertreten ließ.34 Danach ging er in den Palast und ließ sich Essen und Trinken vorsetzen. Nach dem Mahl sagte er: „Seht doch nach dieser Verfluchten und begrabt sie! Sie ist immerhin eine Königstochter.“35 Aber die Diener, die sie begraben wollten, fanden nur noch ihren Schädel, die Füße und die Hände.36 Sie berichteten es Jehu. Da sagte er: „So hat sich erfüllt, was Jahwe durch seinen Diener Elija von Tischbe sagen ließ: 'Auf dem Boden von Jesreel sollen die Hunde das Fleisch Isebels fressen,37 und ihre Leiche soll wie Mist auf dem Acker werden, dass niemand mehr sagen kann: Das ist Isebel!'“ (1Kön 21,23)

2.Könige 9

Neue Genfer Übersetzung

von Genfer Bibelgesellschaft
1 Um diese Zeit rief Elisa einen jungen Mann aus seiner Prophetengemeinschaft zu sich und befahl ihm: »Mach dich reisefertig. Nimm diesen Krug mit Salböl und geh nach Ramot in Gilead.2 Such dort Jehu, den Sohn Joschafatas und Enkel Nimschis. Ruf ihn von den anderen[1] weg und geh mit ihm in einen Raum, in dem ihr ungestört seid.3 Nimm den Krug und gieß das Salböl auf seinen Kopf mit den Worten: ›So spricht der HERR: Ich salbe dich zum König über Israel.‹ Danach verlass das Haus[2] und flieh, so schnell du kannst.«4 Der junge Prophet machte sich auf den Weg nach Ramot in Gilead.5 Als er ankam, saßen gerade die Truppenführer des königlichen Heeres beeinander. »Ich habe eine Botschaft für den Heerführer«, sagte der Prophet. »Für welchen von uns?«, fragte Jehu. »Für dich, Heerführer!«, erwiderte der Prophet.6 Da stand Jehu auf und ging ´mit ihm` ins Haus. Dort goss der Prophet das Salböl auf Jehus Kopf und sagte: »So spricht der HERR, der Gott Israels: ›Ich salbe dich zum König über mein Volk Israel.7 Du sollst deinen Herrn, ´König Joram`, und alle anderen Nachkommen Ahabs umbringen. So räche ich mich an Isebel dafür, dass sie meine Propheten und all die anderen, die mir treu geblieben sind, getötet hat.8 Ahabs ganzes Königshaus soll zugrunde gehen. Seine männlichen Nachkommen will ich samt und sonders ausrotten, wie jung oder alt sie auch sind.[3]9 Ahabs Familie soll es ergehen wie der Familie Jerobeams, des Sohnes Nebats, und der Familie Baschas, des Sohnes Ahijas.10 Isebel aber werden die Hunde fressen draußen vor der Stadt Jesreel. Niemand wird sie begraben.‹« Nach diesen Worten verließ der Prophet das Haus und floh.11 Als Jehu wieder zu den anderen Truppenführern herauskam, fragten sie: »Ist alles in Ordnung? Was wollte dieser Verrückte von dir?« »Ihr kennt doch solche Leute und ihr Geschwätz«, entgegnete Jehu.12 »Mach uns nichts vor«, erwiderten sie. »Sag uns die Wahrheit!«[4] Da erzählte Jehu ihnen, was der Prophet ihm verkündet und wie er ihn im Auftrag des HERRN zum König über Israel gesalbt hatte.13 Sofort zogen alle ihre Mäntel aus und legten sie als Teppich vor Jehu auf die Treppenstufen. Dann bliesen sie das Signalhorn und riefen: »Jehu ist König!«14 Jehu wollte König Joram so bald wie möglich stürzen[5]. ´Joram befand sich zu diesem Zeitpunkt in Jesreel:` Die Israeliten hatten unter seiner Führung die Stadt Ramot gegen die Angriffe des aramäischen Königs Hasaël verteidigt.[6] (1Kön 22,3; 2Kön 8,28)15 Doch im Kampf war Joram verwundet worden und hatte sich nun nach Jesreel zurückgezogen, um seine Verletzungen behandeln zu lassen. »Wenn ihr wirklich wollt, dass ich König werde[7]«, sagte Jehu zu den Truppenführern, »dann sorgt dafür, dass niemand die Stadt verlässt, um ´König Joram` in Jesreel zu warnen.«16 Jehu bestieg seinen Streitwagen und fuhr nach Jesreel. Dort befand sich nicht nur der verwundete König Joram, sondern auch König Ahasja von Juda. Er war gekommen, um Joram zu besuchen.17 Der Wächter auf dem Turm von Jesreel sah Jehu und seine Leute auf die Stadt zukommen und meldete dem König: »Ich sehe mehrere Streitwagen, die sich der Stadt nähern.« »Schick ihnen einen Reiter entgegen«, befahl der König. »Er soll fragen, ob alles in Ordnung ist[8]18 Der Reiter kam bei Jehu an und rief: »Der König lässt fragen: ›Ist alles in Ordnung?‹« »Was geht dich das an?«, erwiderte Jehu. »Reih dich hinter mir ein!« Der Wächter meldete dem König: »Der Bote hat den Trupp erreicht, aber er kommt nicht zurück.«19 Man sandte einen zweiten Reiter los. Als er Jehus Trupp erreichte, rief er: »Der König lässt fragen: ›Ist alles in Ordnung?‹« Wieder erwiderte Jehu: »Was geht dich das an? Reih dich hinter mir ein!«20 Und wieder meldete der Wächer: »Der Bote hat den Trupp erreicht, aber er kommt nicht zurück.« ´Dann fügte er hinzu:` »Der Anführer der Truppe rast mit seinem Streitwagen wie ein Verrückter. Das kann nur Jehu, der Enkel Nimschis, sein.«21 Da befahl Joram: »Spannt meinen Wagen an!« Sobald der Wagen fertig war, fuhr Joram dem Trupp Jehus entgegen. Ahasja, der König von Juda, begleitete ihn mit seinem eigenen Wagen. Auf dem ehemaligen Grundstück des Jesreeliters Nabot trafen sie mit Jehu zusammen.22 Als Joram Jehu sah, rief er: »Ist alles in Ordnung, Jehu?« Jehu erwiderte: »Wie kann alles in Ordnung sein, solange deine Mutter Isebel sich so schamlos mit anderen Göttern einlässt und Zauberei treibt?«[9]23 Da wendete Joram seinen Wagen, um zu fliehen. »Verrat, Ahasja!«, rief er dem König von Juda zu.24 Jehu aber spannte seinen Bogen und schoss Joram in den Rücken[10]. Der Pfeil durchbohrte Jorams Herz und kam mit der Spitze vorne wieder heraus. Joram brach tot in seinem Wagen zusammen.25 »Hol ihn!«, befahl Jehu seinem Adjutanten Bidkar. »Wirf ihn auf das Grundstück des Jesreeliters Nabot! Erinnerst du dich, wie wir beide in unserem Streitwagen direkt hinter Jorams Vater Ahab standen, als der HERR ihm seine Strafe ankündigte?26 Der HERR ließ ihm sagen: ›Ich habe gesehen, wie du gestern das Blut Nabots und seiner Söhne vergossen hast. Hier, auf dem Grundstück Nabots, werde ich dich dafür zur Rechenschaft ziehen! Das schwöre ich.‹ Also hol jetzt Jorams Leiche und wirf sie auf Nabots Grundstück. So erfüllt sich, was der HERR gesagt hat.«27 Als König Ahasja von Juda sah, was geschah, floh er in Richtung Bet-Gan. Jehu jagte ihm nach und befahl seinen Leuten: »Tötet auch ihn!« Bei der Steige von Gur in der Nähe von Jibleam ´wurde Ahasja` auf seinem Wagen ´von ihren Pfeilen getroffen`. Er fuhr noch bis zur Stadt Megiddo. Dort starb er.28 Seine Diener brachten den Leichnam mit dem Wagen zurück nach Jerusalem, und man setzte ihn in der Grabstätte seiner Vorfahren in der Davidsstadt bei.29 Im elften Regierungsjahr Jorams, des Sohnes Ahabs, war Ahasja ´für kurze Zeit` König über Juda gewesen.30 Danach fuhr Jehu nach Jesreel hinein. Isebel hatte erfahren, was geschehen war. Sie hatte sich die Augen geschminkt und das Haar zurechtgemacht und stand nun am Fenster ´ihres Palasts`.31 Als Jehu durchs Stadttor kam, rief sie: »Na, du Simri, du Mörder deines HERRN, geht es dir gut?«[11] (1Kön 16,8)32 Jehu blickte zum Fenster hinauf und rief: »Wer steht auf meiner Seite?« Ein paar Hofbeamte schauten zu ihm hinunter.33 »Werft sie zum Fenster hinaus«, befahl er. Da stürzten sie Isebel aus dem Fenster. Ihr Blut spritzte an die Mauer und auf die Pferde, und Jehu rollte mit seinem Wagen über sie hinweg[12].34 Dann ging er in den Palast und ließ sich Essen und Trinken auftischen. ´Nach dem Mahl` sagte er: »Seht nach dieser von Gott verfluchten Frau und begrabt sie. Sie war trotz allem eine Königstochter.«35 Doch die Leute, die sie begraben wollten, fanden von ihr nur noch den Schädel, die Hände und die Füße.36 Sie kehrten zu Jehu zurück und berichteten es ihm. Da sagte er: »Jetzt geht in Erfüllung, was der HERR durch seinen Diener Elia aus Tischbe angekündigt hat: ›Vor der Stadt Jesreel werden die Hunde Isebels Fleisch fressen.37 Ihre Überreste werden ´zerfetzt und` wie Mist auf dem Acker ´verteilt`, sodass man nicht mehr sagen kann: Das ist Isebel.‹«