von Deutsche Bibelgesellschaft1Willst du dich, Israel, bekehren, spricht der HERR, so kehre dich zu mir! Und wenn du deine gräulichen Götzen von meinem Angesicht wegtust, so brauchst du nicht mehr umherzuschweifen,2und wenn du ohne Heuchelei recht und heilig schwörst: »So wahr der HERR lebt«, dann werden Völker sich Segen wünschen durch ihn und sich seiner rühmen. (1Mo 12,3; 1Mo 18,18; 5Mo 10,20; Jes 65,16)3Denn so spricht der HERR zu denen in Juda und zu Jerusalem: Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen! (Hos 10,12)4Beschneidet euch für den HERRN und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer von Juda und ihr Leute von Jerusalem, auf dass nicht um eurer Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, sodass niemand löschen kann. (5Mo 10,16; Jer 6,10; Jer 9,25; Jer 21,12; Röm 2,29; Kol 2,11)
Der Feind aus dem Norden
5Verkündet in Juda und schreit laut in Jerusalem und sprecht: »Blast die Posaune im Lande!« Ruft mit voller Stimme und sprecht: »Sammelt euch und lasst uns in die festen Städte ziehen!« (Jer 6,1; Jer 8,14)6Richtet ein Zeichen auf: Nach Zion! Flieht und säumet nicht! Denn ich bringe von Norden Unheil herzu und großen Jammer. (Jer 1,14)7Es steigt herauf der Löwe aus seinem Dickicht, und der Verderber der Völker hat sich aufgemacht und ist ausgezogen von seiner Stätte, dein Land zu verwüsten und deine Städte zu verbrennen, sodass niemand darin wohnt. (Jer 2,15; Jer 5,6; Jer 25,38; Jer 49,19; Jer 50,44)8Darum zieht den Sack an, klagt und heult; denn der grimmige Zorn des HERRN will sich nicht von uns wenden. (Jer 6,26)9Zu der Zeit, spricht der HERR, wird dem König und den Fürsten der Mut entfallen, die Priester werden bestürzt und die Propheten erschrocken sein.10Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, du hast dies Volk und Jerusalem sehr getäuscht, als du sagtest: »Es wird Friede bei euch sein«, wo doch das Schwert uns ans Leben geht! (Jer 14,13)11Zu der Zeit wird man diesem Volk und Jerusalem sagen: »Es kommt ein heißer Wind von den kahlen Höhen aus der Wüste, geraden Weges zu der Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln noch zum Sichten.«12Ja, ein Wind kommt auf mein Geheiß, der ihnen zu stark sein wird; da will ich dann mit ihnen rechten.13Siehe, er fährt daher wie Wolken, und seine Wagen sind wie ein Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns! Wir sind verloren!14So wasche nun, Jerusalem, dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken? (Jes 1,16; Jer 6,8)15Horch, Kunde kommt von Dan her und eine böse Botschaft vom Gebirge Ephraim.16Sagt an den Völkern, verkündet in Jerusalem: Belagerer kommen aus fernen Landen und erheben Kriegsgeschrei gegen die Städte Judas.17Sie lagern sich um Jerusalem her wie die Wächter auf dem Felde; denn es hat mich erzürnt, spricht der HERR. (Jer 1,15; Jer 6,3)18Das hast du zum Lohn für deinen Wandel und dein Tun. Das kommt von deiner Bosheit, dass es so bitter um dich steht und dir bis ans Herz dringt. (Jer 2,19)19Wie ist mir so weh, so weh! Ich winde mich. Mein Herz pocht in meiner Brust. Ich kann nicht schweigen; denn den Hall der Posaune habe ich gehört, den Lärm der Feldschlacht; (Jer 8,18; Jer 20,9)20Niederlage auf Niederlage wird gemeldet. Denn das ganze Land wird verheert, plötzlich sind meine Hütten und meine Zelte zerstört. (Jer 10,20)21Wie lange soll ich noch das Feldzeichen sehen und der Posaune Hall hören?22Aber mein Volk ist toll, mich kennen sie nicht. Töricht sind sie und ohne Einsicht; weise sind sie genug, Übles zu tun, aber Gutes zu tun verstehen sie nicht. (5Mo 32,28)
Das Chaos kehrt zurück
23Ich sah das Land, und siehe, es war wüst und leer, sah zum Himmel, und er war finster. (1Mo 1,2)24Ich sah die Berge an, und siehe, sie bebten und alle Hügel wankten. (Jer 9,9)25Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem Himmel waren weggeflogen.26Ich sah, und siehe, das Fruchtland war eine Wüste, und alle seine Städte waren zerstört vor dem HERRN und vor seinem grimmigen Zorn.27Denn so spricht der HERR: Das ganze Land soll wüst werden, aber ich will mit ihm doch nicht ganz ein Ende machen. (Jer 5,18; Jer 10,24; Jer 18,3; Am 9,8)28Darum wird das Land betrübt und der Himmel droben traurig sein; denn ich hab’s geredet, ich hab’s beschlossen, und es soll mich nicht gereuen, ich will auch nicht davon ablassen.29Alle Städte fliehen vor dem Geschrei der Reiter und Schützen. Sie sind in die dichten Wälder gelaufen und in die Felsen gestiegen. Alle Städte stehen verlassen, sodass niemand darin wohnt.30Was willst du dann tun, du Überwältigte? Wenn du dich schon mit Purpur kleiden und mit goldenen Kleinoden schmücken und dein Angesicht schminken würdest, so schmückst du dich doch vergeblich. Deine Freier verschmähen dich. Sie trachten dir nach dem Leben.31Denn ich höre ein Geschrei wie von einer Gebärenden, Angstrufe wie von einer, die in den ersten Kindsnöten ist, ein Geschrei der Tochter Zion, die da keucht und die Hände ausbreitet: Ach, weh mir! Ich muss vergehen vor den Würgern. (Jer 30,5)
1Der HERR lässt dir verkünden: »Kehr um, Israel, komm zurück zu mir! Wirf deine abscheulichen Götzen weg und wende dich nicht länger von mir ab.2Wenn du bei meinem Namen schwörst, sei aufrichtig, ehrlich und halte dich daran. Dann werden auch die anderen Völker einander in meinem Namen Segen wünschen und sich glücklich schätzen, mich zu kennen.3Ich, der HERR, sage zu den Bewohnern von Juda und Jerusalem: Fangt ganz neu an wie ein Bauer, der ein brachliegendes Feld zum ersten Mal wieder bestellt! Streut eure Saat auf fruchtbaren Boden und nicht unter die Dornen!4Ändert euch von Grund auf und wendet euch von ganzem Herzen mir zu![1] Wenn ihr nicht von euren falschen Wegen umkehrt, entbrennt mein Zorn wie ein Feuer, das niemand löschen kann.«
Unheil aus dem Norden
5»Schlagt Alarm in Juda und in Jerusalem! Blast das Signalhorn überall im Land! Ruft, so laut ihr könnt: ›Sammelt euch und flieht in die befestigten Städte!‹6Stellt Wegweiser nach Zion auf! Lauft und bleibt nicht stehen! Denn aus dem Norden bringe ich, der Herr, schreckliches Unheil und Zerstörung über das Land.7Ein Löwe kommt aus seinem Versteck und geht auf Raubzug: Ganze Völker will er verschlingen. Ja, er verlässt sein Versteck, um euer Land zu verwüsten! Zerstört und entvölkert wird er eure Städte zurücklassen.8Zieht Trauergewänder an, weint und klagt: ›Immer noch lastet der glühende Zorn des HERRN auf uns!‹9Wenn das geschieht, werden der König und die führenden Männer allen Mut verlieren, die Priester werden entsetzt sein und die Propheten starr vor Schreck. Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort!«10»Ach, HERR, mein Gott«, rief ich, »du hast dieses Volk und die Einwohner von Jerusalem schlimm getäuscht! Frieden hast du ihnen versprochen, und nun sitzt ihnen das Messer an der Kehle!«11Der Herr erwiderte: »Wenn es so weit ist, wird man den Einwohnern von Jerusalem und dem ganzen Volk zurufen: ›Ein Glutwind kommt von den kahlen Höhen in der Wüste!‹ Er wird meinem Volk direkt ins Gesicht blasen. Es ist kein Wind, mit dem man Spreu und Weizen voneinander trennen kann,12dazu ist er zu stark. Er kommt auf meinen Befehl. Jetzt werde ich persönlich mein Urteil über euch sprechen!13Ihr schreit: ›Seht! Der Feind rückt heran wie eine Gewitterfront! Seine Streitwagen brausen daher wie ein Wirbelsturm, seine Pferde sind schneller als Adler! Wir sind dem Untergang geweiht, wir sind verloren!‹14Jerusalem, reinige dein Herz von aller Bosheit, damit du gerettet wirst! Wie lange noch willst du Unheil ausbrüten?15Boten kommen aus der Stadt Dan und vom Bergland Ephraim. Sie bringen eine Schreckensnachricht:16›Meldet Jerusalem und den umliegenden Völkern: Aus einem fernen Land rückt ein Heer zur Eroberung heran!‹ Vor den Städten Judas werden sie das Kriegsgeschrei anstimmen,17sich aufstellen und sie umringen wie Wächter, die ein Feld bewachen; denn dieses Volk hat sich gegen mich, den HERRN, aufgelehnt.18Das alles habt ihr euch selbst zu verdanken, eure eigenen Taten und Irrwege haben es euch eingebracht. Nun bekommt ihr den Lohn für eure Bosheit und müsst spüren, wie bitter und schmerzlich es ist, mich zu verlassen!«
Jeremia leidet mit seinem Volk
19Was sind das für Qualen! Ich winde mich vor Schmerzen, und das Herz klopft mir bis zum Hals. Ich kann nicht schweigen, denn ich höre das Signalhorn und das Kriegsgeschrei!20Man meldet eine Niederlage nach der anderen, das ganze Land ist schon verwüstet! Ganz plötzlich wurden unsere Zelte zerstört und ihre Decken zerfetzt.21Wie lange muss ich die Feldzeichen der Feinde noch sehen und ihre Signalhörner hören?22Der Herr spricht: »Mein Volk ist töricht und verbohrt, sie wollen mich nicht kennen. Sie sind wie unverständige und dumme Kinder. Böses zu tun, damit kennen sie sich aus, aber wie man Gutes tut, das wissen sie nicht!«23Ich sah die Erde an – sie war leer und ohne Leben. Ich blickte zum Himmel empor – dort schien kein Licht.24Ich schaute zu den Bergen hinüber – sie bebten, und alle Hügel schwankten.25Im ganzen Land sah ich keine Menschen mehr, selbst die Vögel waren fortgeflogen.26Die einst fruchtbaren Felder waren eine trostlose Wüste, und die Städte lagen in Trümmern. Das hat der HERR getan in seinem glühenden Zorn.27Er sprach: »Ich will dieses Land verwüsten – doch nicht ganz und gar!28Die Erde trauert, und der Himmel verfinstert sich. Denn ich, der Herr, habe den Befehl dazu gegeben und bereue es nicht. Mein Entschluss steht fest.29Die Reiter und Bogenschützen stürmen mit lautem Geschrei heran, die Einwohner der Städte fliehen in die dichten Wälder und verstecken sich in Höhlen. Alle Städte sind verlassen und unbewohnt.30Aber du, Jerusalem, was machst du da? Deine Eroberer stehen schon vor der Tür, und du ziehst dein leuchtend rotes Festkleid an, hängst dir goldenen Schmuck um den Hals und schminkst deine Augen? Umsonst machst du dich schön! Deine Liebhaber haben dich satt, jetzt trachten sie dir nach dem Leben.«31Da, ein Schrei wie von einer Frau, die zum ersten Mal in den Wehen liegt! Es ist die Stadt Zion. Sie ringt nach Luft, streckt Hilfe suchend ihre Hände aus und ruft: »Ich bin verloren! Sie bringen mich um!«
Jeremia 4
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag Zürich1Willst du zurückkehren, Israel, Spruch des HERRN, kehre zurück zu mir, und willst du mir deine Scheusale aus den Augen schaffen, so wirst du nicht heimatlos sein. (Jer 3,12)2Und schwörst du in Treue, in Recht und in Gerechtigkeit: So wahr der HERR lebt!, werden sich Nationen in ihm segnen und seiner sich rühmen. (Jer 5,2; Jer 12,16; Jer 16,14; Jer 44,26; Mal 1,11)3Denn so spricht der HERR zum Mann aus Juda und zu Jerusalem: Pflügt euch einen neuen Acker, und sät nicht unter die Dornen. (Hos 10,12)4Beschneidet euch für den HERRN und entfernt die Vorhaut eures Herzens, Mann aus Juda und ihr Bewohner Jerusalems, damit mein Zorn nicht ausbricht wie Feuer und brennt, und keiner ist da, der löscht, wegen der Bosheit eurer Taten. (5Mo 10,16; 5Mo 15,14; Jer 9,25)
Ankündigung des Untergangs
5Verkündet es in Juda, und lasst es in Jerusalem hören und sprecht, blast den Schofar im Land, ruft aus voller Kehle und sprecht: Versammelt euch, und lasst uns ziehen in die befestigten Städte! (Jer 4,19; Jer 6,1; Jer 8,14; Jer 51,27)6Erhebt ein Feldzeichen nach Zion hin, bringt euch in Sicherheit, bleibt nicht stehen, denn von Norden her führe ich Unheil heran und grossen Zusammenbruch. (Jer 1,14)7Aus seinem Gestrüpp ist ein Löwe aufgesprungen, einer, der Nationen vernichtet, ist aufgebrochen, ist von seiner Stätte gekommen, um dein Land zu verwüsten; deine Städte werden verfallen, niemand wird mehr darin wohnen. (Jer 2,15; Jer 49,19)8Deshalb: Gürtet die Trauergewänder um, stimmt die Totenklage an und heult! Denn nicht abgewandt von uns hat sich der glühende Zorn des HERRN. (Jes 5,25; Jes 32,11; Jer 6,26; Jer 49,3)9Und an jenem Tag, Spruch des HERRN, wird der Mut des Königs und der Mut der Fürsten zergehen, und die Priester werden entsetzt sein, und die Propheten werden erstarren. (Jer 2,26)10Und ich sprach: Ach Herr, HERR, wahrlich, bitter getäuscht hast du dieses Volk und Jerusalem: Frieden werdet ihr haben! - Wir aber haben das Schwert an der Kehle. (Jer 14,13)11In jener Zeit wird diesem Volk und Jerusalem gesagt: Von kahlen Höhen in der Wüste rollt ein heisser Sturm auf die Tochter meines Volkes zu, nicht um zu worfeln und nicht um zu läutern, (Jer 23,19; Jer 25,32; Jer 30,23)12ein Sturm, viel stärker, wird kommen für mich; nun werde auch ich ihnen Urteile sprechen.13Sieh, wie Wolken zieht er herauf, und wie Sturmwind sind seine Wagen, schneller als Adler seine Pferde. Wehe uns, wir sind vernichtet! (Jer 6,23; Jer 48,40; Kla 4,19)14Reinige dein Herz von Bosheit, Jerusalem, damit du gerettet wirst. Wie lange noch sollen in dir nisten deine Unrechtsgedanken? (Jes 1,16; Jer 2,22)15Eine Stimme bringt Bericht aus Dan und lässt Unheil hören vom Gebirge Efraim! (Jer 8,16)16Erinnert die Nationen, seht, über Jerusalem lasst es hören: Aus fernem Land kommen Belagerer, und gegen die Städte Judas haben sie ihre Stimme erhoben. (Jer 5,15; Jer 6,18)17Wie Wachen auf dem Feld sind sie rings um sie, denn sie war widerspenstig gegen mich. Spruch des HERRN. (5Mo 9,24; Jer 5,23; Jer 6,28; Hes 2,7)18Dein Weg und deine Taten haben dir dies beschert. Das kommt von deiner Bosheit, dass es so bitter ist, dass es dir nach dem Herzen greift. (Jer 2,17)19Mein Inneres, meine Eingeweide! Ich muss mich winden.[1] Die Wände meines Herzens - mein Herz ist mir unruhig, ich kann nicht schweigen! Denn ich höre den Klang des Schofar, Kriegsgeschrei. (Jer 8,18; Kla 1,20)20Zusammenbruch über Zusammenbruch wird ausgerufen, verwüstet ist das ganze Land! Ohne Ankündigung sind meine Zelte verwüstet, meine Zeltdecken, wie aus dem Nichts. (Jer 9,18; Jer 10,20)21Wie lange noch muss ich das Feldzeichen sehen, hören den Klang des Schofar?22Dumm ist mein Volk, mich kennen sie nicht, törichte Kinder sind sie und ohne Einsicht! Weise sind sie nur, um Böses zu tun, doch wie man Gutes tut, wissen sie nicht. (5Mo 32,28; Jer 5,4; Jer 8,7; Jer 9,2)23Ich sah die Erde, und sieh: wüst und öde!, und sah zum Himmel: Sein Licht ist erloschen! (1Mo 1,2; Jes 5,30)24Ich sah die Berge, und sieh, sie wankten, und alle Hügel schwankten. (Jes 5,25; Hes 38,19)25Ich sah hin, und sieh, da war kein Mensch, und alle Vögel des Himmels waren geflohen. (Jer 9,9; Jer 12,4; Jer 33,10)26Ich sah hin, und sieh, der Baumgarten war eine Wüste, und all seine Städte waren niedergerissen vor dem HERRN, vor seinem glühenden Zorn. (Jer 2,15)27Denn so spricht der HERR: Das ganze Land wird verwüstet, doch will ich es nicht ganz vernichten. (Jer 5,10; Jer 10,24; Jer 30,11; Jer 46,28; Am 9,8)28Darüber wird die Erde trauern und der Himmel oben sich verfinstern, denn ich habe gesprochen, habe es geplant und bedaure es nicht und lasse nicht ab davon.29Vor dem Lärm von Reiter und Bogenschütze flieht die ganze Stadt, in die Wälder sind sie gezogen und auf die Felsen gestiegen. Verlassen ist jede Stadt, und kein Mensch wohnt mehr darin. (Jer 2,6; Jer 4,25; Jer 51,43)30Und du, Verwüstete, was wirst du tun? Selbst wenn du dich in Purpur kleidest, dich schmückst mit Schmuck aus Gold, die Augen gross machst mit Schminke - vergeblich machst du dich schön! Die Liebhaber haben dich verschmäht, sie fordern dein Leben. (Jer 30,14)31Denn eine Stimme höre ich wie von einer, die sich in Schmerzen windet, Schreie wie von einer, die zum ersten Mal gebärt, die Stimme der Tochter Zion, sie stöhnt, breitet ihre Hände aus: Wehe mir, mein Leben erliegt den Mördern! (Jer 6,24; Jer 13,21; Jer 22,23; Jer 30,6; Jer 48,41; Jer 50,43)
Jeremia 4
Gute Nachricht Bibel 2018
von Deutsche Bibelgesellschaft1»Wenn du umkehrst, Israel, dann darfst du zu mir zurückkommen; wenn du deine abscheulichen Götzen wegschaffst, dann sollst du bei mir wieder Geborgenheit finden.2Wenn du beim Schwören sagst: ›So gewiss der HERR lebt‹, und dabei ehrlich und rechtschaffen bist und zu deinem Wort stehst, dann werden auch die anderen Völker von mir Glück und Segen erwarten und werden stolz sein, mich zu kennen.« (Jer 5,2; Jer 12,16; Jer 44,26)3Ja, dies sagt der HERR dem Volk von Juda und den Bewohnern Jerusalems: »Pflügt den Acker völlig um, statt unter die Dornen zu säen! (Hos 10,12)4Beschneidet euch so, wie es mir gefällt, nämlich an euren Herzen. Schafft weg, was euch von mir trennt. Sonst kommt mein Zorn über euch und brennt wie ein Feuer. Dann hilft kein Löschen mehr; ihr habt zu viel Böses getan!« (5Mo 10,16)
Jeremia sieht schon den Feind heranziehen
5Blast überall im Land das Signalhorn, ruft aus vollem Hals, sagt zu den Leuten von Juda und Jerusalem: »Sammelt euch! Bringt euch in Sicherheit! Auf, los! Hinein in die befestigten Städte! (Jer 4,19; Jer 4,21; Jer 6,1; Jer 51,27; Hos 5,8)6Stellt Wegweiser auf: ›Nach Zion!‹ Vorwärts! Bleibt nicht stehen!« Denn der HERR sagt: »Ich bringe Tod und Verderben über euch, ich führe den Feind aus dem Norden herbei!« (Jer 1,14)7Der Völkerwürger hat sich aufgemacht. Wie ein Löwe hat er sich von seinem Lager erhoben, er ist unterwegs, eure Heimat zu einem Trümmerfeld zu machen, eure Städte zu zerstören und zu entvölkern. (Jer 2,15; Jer 5,6; Jer 25,38; Jer 49,19; Jer 50,44)8Darum zieht den Sack an, klagt und heult: »Der HERR ist immer noch zornig auf uns!«9»Der Tag kommt«, sagt der HERR, »da vergeht dem König und seinen Beratern der Mut. Die Priester sind entsetzt und die Propheten verstört.10Sie werden[1] klagen: ›Ach, HERR, mächtiger Gott, du hast dieses Volk und Jerusalem schwer betrogen! Du hast Frieden angekündigt, aber jetzt haben wir das Schwert im Nacken.‹ (Jer 14,13)11Dann werde ich zu diesem Volk und zu Jerusalem sagen: ›Ein Glutwind stürzt sich von den Bergen der Wüste auf euch herab, kein Wind, mit dessen Hilfe ihr nach dem Dreschen die Spreu vom Getreide trennen könnt;[2]12dazu ist er zu heftig! Ein Sturm ist es und er kommt auf meinen Befehl; denn ich will jetzt das Gerichtsurteil über euch sprechen.‹«
Gibt es noch Rettung?
13Seht doch: Wie Wetterwolken kommen die Feinde heran! Ihre Streitwagen gleichen einem heranbrausenden Sturm, ihre Pferde sind schneller als Adler. Es ist aus mit uns, wir sind verloren!14Jerusalem, wasche deine Bosheit von deinem Herzen ab, damit du gerettet wirst! Wie lange willst du dich noch mit bösen Gedanken abgeben? (Jes 1,16)15Hört doch: Boten bringen schlechte Nachrichten aus Dan und dem Bergland von Efraïm!16Sie warnen die Völker ringsum. Sie sagen zu Jerusalem: »Feinde aus einem fernen Land sind im Anmarsch und erheben gegen die Städte von Juda ihr Kriegsgeschrei.«17Die Feinde umstellen Juda und Jerusalem wie Männer, die ein Feld bewachen. Der HERR schickt sie, weil dieses Volk sich gegen ihn aufgelehnt hat.18Euer Tun und Treiben hat euch dies eingebracht, ihr Leute von Juda! Eure Bosheit hat euch in dieses bittere Leid gestürzt. Sie ist das Schwert, das euch das Herz durchbohrt.
Jeremia muss Vernichtung ankündigen
19Diese Qual in meinen Eingeweiden! Ich winde mich vor Schmerzen. Mein Herz klopft, dass es fast zerspringt. Ich kann nicht mehr schweigen! Ich höre Kriegshörner und Schlachtrufe. (Jer 4,5)20Von überall her meldet man Niederlagen und Zerstörungen, das ganze Land wird verwüstet. Plötzlich sind unsere Zelte umgestürzt, die Zeltdecken zerfetzt.21Wie lange muss ich noch die Feldzeichen der Feinde sehen und das Dröhnen ihrer Kriegshörner hören?22Der HERR sagt: »Mein Volk ist dumm und verbohrt. Sie kennen mich nicht, unverständig wie Kinder sind sie, ohne Einsicht. Sie wissen genau, wie man Böses tut, aber wie man Gutes tut, geht über ihren Verstand.«23Ich sah die Erde an – ein wüstes Chaos! Ich blickte zum Himmel hinauf – da leuchtete kein Stern mehr!24Ich sah hinüber zu den Bergen – sie wankten, und alle Hügel bebten.25Ich sah nach den Menschen – da war keiner mehr; auch die Vögel waren fortgeflogen.26Ich sah nach dem fruchtbaren Land – es war zur Wüste geworden, alle Städte lagen in Trümmern, zerstört durch den glühenden Zorn des HERRN.27Denn der HERR sagt: »Das ganze Land soll zur Wüste werden – aber völlig vernichten will ich es nicht.« (Jer 5,10; Jer 5,18; Jer 30,11; Jer 46,28)28Auch wenn die Erde darüber klagt und der Himmel sich vor Trauer verfinstert: Der HERR hat es gesagt und nimmt es nicht zurück; er hat seinen Beschluss gefasst und dabei bleibt es.29Vor dem Lärm der Reiter und Bogenschützen sind alle Bewohner des Landes geflohen, sie haben sich in Höhlen verkrochen,[3] im Dickicht versteckt, sind auf Felsen geklettert. Alle Städte sind verlassen, kein Mensch wohnt mehr darin.30Und was machst du, Jerusalem? Du bist schon dem Untergang geweiht und putzt dich noch mit leuchtend roten Kleidern heraus, behängst dich mit Goldschmuck und bemalst dir die Augenränder? Das wird dir nichts mehr nützen. Deine Liebhaber haben dich satt; sie wollen dir jetzt ans Leben! (Jer 30,14; Hes 23,22)31Ich höre einen Schrei wie von einer Frau, die zum ersten Mal in Wehen liegt. Es ist die Stimme der Zionsstadt. Sie ringt nach Atem und schreit, verzweifelt streckt sie die Hände aus: »Hilfe! Sie bringen mich um!«