2.Makkabäer 5

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Um diese Zeit zog Antiochus zum zweiten Mal gegen Ägypten.2 Man sah aber in der ganzen Stadt fast vierzig Tage lang Reiter in den Lüften mit golddurchwirkten Gewändern und Lanzen, die Scharen verschieden bewaffnet, auch sah man gezückte Schwerter3 und Reiterscharen in Schlachtordnung. Man sah, wie sie aufeinandertrafen und sich wieder zurückzogen, wie sie aufeinander schossen. Die goldenen Rüstungen schimmerten, auch hatten sie Harnische von vielerlei Art.4 Da beteten alle, dass dies doch ja nichts Böses bedeuten sollte.5 Nun kam das falsche Gerücht auf, dass Antiochus tot wäre. Da nahm Jason nicht weniger als tausend Mann und griff unversehens die Stadt an. Als aber die Verteidiger der Mauer zurückgetrieben worden waren und die Stadt gerade erobert wurde, floh Menelaus auf die Burg.6 Jason aber schlachtete seine Mitbürger schonungslos ab und bedachte nicht, dass Kriegsglück gegen Blutsverwandte das größte Unglück ist, sondern er meinte, er siege gegen Feinde und nicht gegen Landsleute.7 Er konnte aber gleichwohl die Macht nicht erlangen, sondern erntete zuletzt Schande für seinen Anschlag und floh wieder ins Land der Ammoniter. (2Mak 4,26)8 Schließlich kam es mit ihm zu einem bösen Ende. Er wurde bei Aretas, dem König der Araber, angeklagt und musste von einer Stadt in die andere fliehen, von allen verfolgt; er wurde gehasst, weil er von den Gesetzen abtrünnig war, und verabscheut als Verräter seiner Vaterstadt und Henker seiner Mitbürger, und es verschlug ihn nach Ägypten.9 Und wie er viele Leute aus ihrer Vaterstadt vertrieben hatte, so kam er auch selbst in der Fremde um, auf dem Weg zu den Spartanern. Bei ihnen hatte er Sicherheit zu finden gehofft, da sie verbündet waren. (1Mak 12,21)10 Und wie er viele unbegraben hatte liegen lassen, so trug auch keiner um ihn Leid. Er fand kein würdiges Begräbnis und wurde nicht bei seinen Vätern begraben. (Tob 1,17)11 Als diese Vorfälle dem König zu Ohren kamen, dachte er, ganz Judäa würde von ihm abfallen. Und er zog in wildem Grimm von Ägypten herauf und nahm Jerusalem mit Gewalt ein (1Mak 1,20)12 und befahl den Kriegsleuten, ohne Erbarmen alle zu erschlagen, die ihnen in die Hände fielen, und auch die abzuschlachten, die sich auf die Häuser hinaufflüchteten.13 Da mordete man hin Junge und Alte, Frauen und Kinder, Jungfrauen und auch die Kinder in der Wiege,14 sodass in drei Tagen achtzigtausend Menschen zugrunde gingen, vierzigtausend wurden getötet und nicht weniger wurden in die Knechtschaft verkauft.15 Aber dem Antiochus genügte selbst das nicht, sondern er wagte sogar, in die heiligste Stätte auf Erden einzudringen; und Menelaus, der Verräter der Gesetze und der Vaterstadt, führte ihn hinein. (2Mak 4,23)16 Da raubte er mit seinen unreinen Händen die heiligen Geräte; und alles, was andere Könige zu Mehrung, Glanz und Ehre der Stätte gegeben hatten, das raffte er mit seinen befleckten Händen hinweg,17 und Antiochus überhob sich sehr und sah nicht, dass der Herr um der Sünden derer willen, die in der Stadt wohnten, für kurze Zeit erzürnt war. Das war der Grund, dass der Herr sein Angesicht von der heiligen Stätte abgewandt hatte. (Jes 54,7)18 Wäre das Volk nicht in so viele Sünden verstrickt gewesen, so wäre es dem Antiochus ebenso ergangen wie dem Heliodor, der vom König Seleukus gesandt worden war, um die Schatzkammer zu besichtigen. Er wäre, als er eindrang, alsbald gegeißelt worden und hätte von seinem frevelhaften Vorgehen ablassen müssen. (2Mak 3,22)19 Denn der Herr hat das Volk nicht auserwählt um der Stätte willen, sondern die Stätte um des Volkes willen. (Mk 2,27)20 Darum musste die heilige Stätte auch mit leiden, als das Volk im Unglück war, wie sie auch an den Wohltaten teilhatte, die dem Volk später erwiesen wurden. Denn wie die Stätte im Stich gelassen wurde, als der Allmächtige zürnte, so ist sie mit aller Herrlichkeit wieder zu Ehren gebracht worden, als Gott, der große Herrscher, seinem Volk wieder gnädig wurde.21 Als Antiochus nun achtzehnhundert Talente Silber aus dem Tempel geraubt hatte, zog er eilends nach Antiochia; aus Hoffart und Überheblichkeit dachte er, er könnte schaffen, dass man auf dem Land mit Schiffen fahren könnte wie auf dem Meer und auf dem Meer gehen wie auf dem Land.22 Und er ließ Amtleute zurück, die das Volk quälen sollten: in Jerusalem den Philippus, einen Phrygier, der noch ärger und wilder war als der, der ihn eingesetzt hatte.23 Auf dem Garizim ließ er Andronikus zurück; neben den beiden aber Menelaus, der noch ärger als die andern sich über die Bürger erhob und gegen seine jüdischen Mitbürger feindselig gesinnt war.24 Antiochus aber schickte den Anführer der Mysier, Apollonius, mit zweiundzwanzigtausend Mann ins Land und gebot ihm, er sollte alle erwachsenen Männer erschlagen, die Frauen aber und die jungen Leute verkaufen. (1Mak 3,10)25 Als er nun nach Jerusalem kam, stellte er sich friedlich bis zum heiligen Sabbattag; sobald er aber sah, dass die Juden nicht arbeiteten, befahl er seinen Leuten, sich zu rüsten.26 Als nun alle herauskamen, um zu sehen, was da werden würde, ließ er sie alle erstechen; dann stürmte er mit seinem Heer in die Stadt und erschlug eine große Zahl.27 Aber Judas, der auch Makkabäus heißt, machte sich mit neun andern davon in die Wildnis und ernährte sich im Gebirge mit seinen Gefährten nach Art der Tiere von Kräutern, um nicht auch unrein zu werden. (1Mak 2,28)

2.Makkabäer 5

Elberfelder Bibel

von SCM Verlag

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2.Makkabäer 5

Hoffnung für alle

von Biblica

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2.Makkabäer 5

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Zu ungefähr dieser Zeit aber machte Antiochus sich für seinen zweiten Aufmarsch gegen Ägypten bereit.2 Es trug sich aber zu, dass über der ganzen Stadt fast vierzig Tage lang durch die Luft galoppierende Reiter in goldbestickten Gewändern und mit Lanzen erschienen, scharenweise vollständig bewaffnet,3 und Säbel zuckten, und Scharen von Reitern stellten sich auf, und es kam zu Angriffen, und beide Seiten rannten gegeneinander an, und Schilde bewegten sich, und da waren Lanzen in Fülle, und Geschosse wurden geschleudert, und goldener Waffenschmuck strahlte auf, und da waren Brustpanzer aller Art.4 Deshalb wünschten sich alle, die Erscheinung möge ein Zeichen für Gutes gewesen sein.5 Als aber ein falsches Gerede aufkam, als ob Antiochus gestorben wäre, nahm Jason nicht weniger als tausend Mann und unternahm überraschend einen Angriff auf die Stadt. Als aber die auf der Mauer zusammengedrängt worden waren und die Stadt dann schliesslich eingenommen wurde, flüchtete sich Menelaos in die Akropolis.6 Jason aber richtete unter seinen eigenen Mitbürgern schonungslos ein fürchterliches Gemetzel an, ohne zu begreifen, dass der Erfolg gegen die, die aus derselben Nation waren wie er, der grösste Misserfolg war; er meinte vielmehr, Siegeszeichen über Feinde aufzurichten und nicht über Menschen aus derselben Nation.7 Die Herrschaft erlangte er nicht, am Ende aber erfuhr er Verachtung für die Verschwörung und kam als Flüchtling wieder in die Ammonitis.8 Zuletzt nun ereilte ihn ein schlimmes Schicksal: Bei Aretas, dem Alleinherrscher der Araber, eingeschlossen, von Stadt zu Stadt auf der Flucht, von allen gejagt, verhasst als einer, der von den Weisungen abgefallen war, und verabscheut als Henker der Vaterstadt und der Mitbürger, wurde er nach Ägypten verjagt.9 Und der, der viele aus ihrem eigenen Land vertrieben hatte, ging in der Fremde zugrunde, als er sich mit dem Schiff auf den Weg zu den Spartanern gemacht hatte, um der gleichen Abstammung wegen Schutz zu erlangen.10 Und der, der so viele ausgerissen hatte, so dass sie unbestattet blieben, blieb unbetrauert, und ihm wurde nichts von dem zuteil, was einem Toten gebührt, auch kein Platz in der Grabstätte seiner Vorfahren.11 Als aber dem König etwas von den Ereignissen zu Ohren kam, fasste er es so auf, als sei Judäa abtrünnig. Deshalb brach er aus Ägypten wieder auf, und er wurde in der Seele zum Tier, und mit Waffengewalt nahm er die Stadt ein.12 Und die Soldaten forderte er auf, diejenigen schonungslos niederzumachen, die sich ihnen entgegenwarfen, und diejenigen niederzumetzeln, die in die Häuser zurückgingen.13 Es kam aber zur Ermordung junger und alter Männer, zur Beseitigung von Frauen und Kindern, zu schrecklichem Gemetzel an jungen Frauen und kleinen Kindern.14 80000 aber wurden an insgesamt drei Tagen vernichtet, 40000 aber in Handgemengen; nicht geringer als die Zahl der Niedergemetzelten war aber die Zahl derer, die verkauft wurden.15 Damit aber nicht zufrieden, erdreistete er sich, das auf der ganzen Erde heiligste Heiligtum zu betreten, wobei er Menelaos als Führer hatte, der zum Verräter sowohl am eigenen Land als auch an den Weisungen geworden war.16 Und mit seinen besudelten Händen nahm er die heiligen Geräte, und das, was von anderen Königen zur Erhöhung und Würdigung der Stätte und zur Ehre aufgestellt worden war, schleppte er mit seinen unreinen Händen weg.17 Und Antiochus überhob sich im Geist und begriff nicht, dass der Herrscher sich wegen der Sünden derer, die die Stadt bewohnten, kurzzeitig im Zorn entfernt hatte; deshalb war es zu einer Nichtbeachtung der Stätte gekommen.18 Wenn es sich aber nicht zugetragen hätte, dass sie sich zuvor in zahlreiche Sünden verstrickt hätten, wäre dieser - ganz so wie Heliodor, der von Seleukos, dem König, zur Überprüfung der Schatzkammer gesandt worden war - sobald er sich vorgewagt hätte, ausgepeitscht worden und abgebracht worden von der Dreistigkeit.19 Allerdings hat der Herr nicht der Stätte wegen die Nation, sondern der Nation wegen die Stätte erwählt.20 Deshalb hatte auch die Stätte selbst, die Anteil hatte an dem der Nation entstandenen Schlimmen, später teil an den Wohltaten. Und sie, die im Zorn des Allmächtigen verlassen worden war, wurde in der Versöhnung des grossen Herrschers mit aller Pracht wieder aufgerichtet.21 Nachdem also Antiochus 1800 Talent aus dem Heiligtum weggeschafft hatte, entfernte er sich rasch nach Antiochia, denn in seinem Hochmut glaubte er, das Land schiffbar und die hohe See begehbar machen zu können - der Überhebung des Herzens wegen.22 Er liess aber auch Aufseher zurück, um den Volksstamm zu unterdrücken: in Jerusalem Philippus, der Abstammung nach zwar ein Phrygier, dem Wesen nach aber verrohter als der, der ihn eingesetzt hatte,23 und auf dem Garizim Andronikus; neben diesen aber Menelaos, der sich für die Bürger von allen am wenigsten heraushob, dabei aber eine mit Blick auf die jüdischen Bürger feindliche Einstellung hatte.[1]24 Er entsandte aber den Befehlshaber der Mysier, Apollonius, mit einem Kriegsheer, 22000 Mann, und er befahl, alle erwachsenen Männer niederzumetzeln, die Frauen aber und die jüngeren Männer zu verkaufen.25 Nachdem dieser aber in Jerusalem angekommen war und die Rolle des Friedfertigen gespielt hatte, wartete er bis zum heiligen Sabbattag, und als er sah, dass die Juden nicht arbeiteten, wies er die ihm Unterstellten an, sich vollständig zu bewaffnen.26 Und alle, die herausgekommen waren, um sich umzusehen, stiess er zusammen nieder, und als er mit den Bewaffneten in die Stadt stürmte, streckte er eine beträchtliche Menge nieder.27 Judas aber, der auch Makkabäus genannt wird, zog sich in einer Gruppe von gut zehn Leuten zurück und hielt sich mit denen, die bei ihm waren, in den Bergen nach Art der Tiere am Leben; und sie ernährten sich die ganze Zeit von Gras, so dass sie keinen Anteil an der Verunreinigung hatten.

2.Makkabäer 5

Neue Genfer Übersetzung

von Genfer Bibelgesellschaft

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2.Makkabäer 5

Gute Nachricht Bibel 2018

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Um diese Zeit unternahm Antiochus seinen zweiten Feldzug gegen Ägypten.[1]2 Über ganz Jerusalem sah man damals fast vierzig Tage lang Reiter in golddurchwirkten Gewändern, jede Abteilung mit Lanzen bewaffnet, am Himmel daherjagen. (2Mak 2,21)3 Man sah Schwerter blitzen, Reiterscharen, zum Kampf aufgestellt, in Angriff und Gegenangriff aufeinanderprallend, das Auf und Ab, Hin und Her der Schilde, die Menge der Speere und der schwirrenden Pfeile und das Glänzen des Goldschmucks an all den Rüstungen und Waffen.4 Alle Bewohner Jerusalems beteten, dass diese Erscheinung Gutes bedeuten möge.5 Als sich die falsche Nachricht verbreitete, Antiochus sei in Ägypten ums Leben gekommen, sammelte Jason gut 1000 Mann um sich und machte einen Überraschungsangriff auf Jerusalem. Bald hatte er die Verteidiger auf den Mauern bezwungen und die Stadt eingenommen. Menelaus rettete sich in die Festung oberhalb des Tempels.6 Jason aber richtete unter seinen eigenen Mitbürgern erbarmungslos ein Blutbad an. Er dachte nicht daran, dass Kriegsglück gegenüber dem eigenen Volk die schlimmste Art von Unglück ist. Er betrachtete seinen Erfolg einfach als einen Sieg über Feinde und sah darin nicht die Niederlage seines eigenen Volkes.7 Die Herrschaft konnte er dennoch nicht an sich reißen und musste schließlich zum zweiten Mal auf ammonitisches Gebiet fliehen. Das ganze Unternehmen hatte ihm nur Schimpf und Schande eingebracht.8 Mit Jason nahm es ein schlimmes Ende: Zunächst wurde er von dem arabischen König Aretas gefangen gesetzt. Später musste er von einer Stadt zur anderen fliehen. Überall wurde er verfolgt, gehasst und verabscheut als der Mann, der Verrat an den Gesetzen seines Volkes begangen hatte und in seinem Land zum Henker seiner eigenen Mitbürger geworden war. So verschlug es ihn nach Ägypten.9 Er, der viele aus ihrer Heimat vertrieben hatte, musste zuletzt selbst als Flüchtling in der Fremde sterben – als er zu Schiff bei den Spartanern Zuflucht suchte, die ja mit den Juden verwandt sind. (1Mak 12,6)10 Viele Menschen waren durch ihn ums Leben gekommen und ihre Leichen waren unbestattet liegen geblieben. Dafür hielt nun auch ihm niemand die Totenklage und ein Grab bei den Gräbern seiner Vorfahren blieb ihm versagt.11 Als König Antiochus von den Vorgängen in Jerusalem erfuhr, dachte er, ganz Judäa befinde sich im Aufstand. Wütend wie ein wildes Tier kam er aus Ägypten zurück und nahm die Stadt mit Waffengewalt ein. (1Mak 1,16)12 Dann befahl er seinen Soldaten, alles, was ihnen über den Weg liefe, erbarmungslos niederzumachen und auch die abzuschlachten, die sich in ihre Häuser geflüchtet hätten.13 Es begann ein grauenhaftes Gemetzel, dem Junge und Alte, Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge gleichermaßen zum Opfer fielen.14 In nur drei Tagen verlor Jerusalem 80000 Einwohner: 40000 wurden umgebracht und weitere 40000 als Sklaven verkauft.15 Doch das genügte Antiochus noch nicht; er wagte es, den heiligsten Ort auf der ganzen Erde – den innersten Tempelbereich – zu betreten. Als Führer diente ihm dabei Menelaus, der ja schon lange zum Verräter am Gesetz und an seinem Volk und Land geworden war.16 Mit seinen blutbefleckten unreinen Händen griff Antiochus nach den heiligen Geräten und raffte die Weihegaben zusammen, die andere Könige gestiftet hatten, um den Tempel zu ehren und seinen Glanz zu erhöhen.17 Antiochus war sehr stolz auf das, was er getan und erreicht hatte. Er wusste ja nicht, dass der Herr nur für kurze Zeit über die Verfehlungen der Bewohner Jerusalems zornig war und sich nicht um seinen Tempel kümmerte. (Jes 54,7; 1Mak 6,12)18 Wäre das Volk von Jerusalem damals nicht in mancherlei Schuld verstrickt gewesen, Antiochus wäre auf der Stelle bestraft worden. Ihm wäre es nicht besser ergangen als Heliodor, der im Auftrag von König Seleukus die Schatzkammer inspizieren sollte: Mit Geißelhieben wäre ihm sein Übermut ausgetrieben worden. (1Mak 4,10)19 Aber der Herr hatte sein Volk nicht wegen des Tempels erwählt, sondern den Tempel wegen seines Volkes.20 Deshalb musste der Tempel mitleiden unter dem Unglück, von dem das Volk getroffen war, und er durfte danach auch wieder an all dem Guten teilhaben, das Gott seinem Volk schenkte. Der Herrscher der Welt hatte im Zorn über sein Volk den Tempel schutzlos preisgegeben, doch als er sich mit seinem Volk wieder ausgesöhnt hatte, wurde auch der Tempel in aller Pracht wiederhergestellt.21 Antiochus ließ noch 1800 Zentner Silber aus dem Tempelschatz holen, dann kehrte er in Eilmärschen nach Antiochia zurück. In seinem Größenwahn meinte er, alles erreichen zu können – sogar dass Schiffe über trockenes Land fahren und Soldaten übers Meer marschieren.22 Um das Volk zu schikanieren, hatte er königliche Bevollmächtigte zurückgelassen. In Jerusalem war es Philippus, der Herkunft nach ein Phrygier, der Gesinnung nach aber noch roher als Antiochus selber,23 und auf dem Berg Garizim war es Andronikus. Dazu kam noch Menelaus, der seine jüdischen Mitbürger weit schlimmer behandelte, als die königlichen Aufsichtsbeamten es taten. König Antiochus ging in seinem Hass gegen die Juden so weit,24 dass er Apollonius, den Befehlshaber der Söldnertruppen aus Mysien, mit einem Heer von 22000 Mann nach Jerusalem schickte. Apollonius hatte den Auftrag, alle Männer der Stadt zu töten und die Frauen und Kinder als Sklaven zu verkaufen. (1Mak 1,29)25 Als Apollonius nach Jerusalem kam, spielte er zunächst den Friedfertigen. Er wartete ab bis zum Sabbat, dem Tag, der den Juden heilig ist. Als er sah, dass überall die Arbeit ruhte, veranstaltete er eine Truppenparade vor den Toren der Stadt.26 Plötzlich gab er den Soldaten den Befehl, alle niederzumachen, die aus der Stadt gekommen waren, um bei diesem Schauspiel dabei zu sein. Danach stürmten die Soldaten in die Stadt und richteten dort ein furchtbares Blutbad an.27 Judas aber, der dann als der Makkabäer bekannt wurde, zog sich mit neun anderen Männern in die gebirgige Wüste zurück. Dort lebten sie auf den Bergen wie wilde Tiere und ernährten sich die ganze Zeit über von Pflanzen, um nicht wie die anderen unrein zu werden.[2] (3Mo 11,1; Hebr 11,38; 1Mak 2,28)

2.Makkabäer 5

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Um diese Zeit unternahm Antiochus seinen zweiten Feldzug gegen Ägypten. (1Mak 1,17)2 Da erschienen fast vierzig Tage lang über der ganzen Stadt Reiter, die durch die Lüfte jagten, in golddurchwirkten Gewändern und mit Lanzen gewappnet, in Scharen rückten sie zum Kampf aus.3 Und es zuckten Schwerter, Scharen von Pferden ordneten sich zum Kampf, Angriffe erfolgten, beide Seiten rannten gegeneinander an, Schilde bewegten sich, Speere gab es in Menge, Wurfgeschosse flogen, goldener Waffenschmuck blitzte auf und man sah Rüstungen aller Art.4 Alle beteten deshalb, die Erscheinung möge etwas Gutes bedeuten.5 Es kam aber das falsche Gerücht auf, Antiochus wäre gestorben. Da unternahm Jason mit nicht weniger als tausend Mann einen überraschenden Angriff auf die Stadt. Er drängte die Verteidiger auf der Mauer in die Enge; als er die Stadt ganz besetzt hatte, flüchtete sich Menelaus in die Burg.6 Jason aber richtete unter seinen Mitbürgern ein schonungsloses Blutbad an, ohne zu bedenken, dass Waffenglück über Landsleute das größte Unglück ist. Er meinte, er hätte über Feinde und nicht über sein eigenes Volk einen Sieg davongetragen.7 Dennoch konnte er die Herrschaft nicht an sich reißen. Sein Anschlag brachte ihm am Schluss nur Schande und er musste erneut in das Ammoniterland fliehen.8 Er nahm schließlich ein böses Ende. Aretas, der Fürst der Araber, ließ ihn gefangen setzen; er aber entkam und floh von Stadt zu Stadt. Von allen gehetzt, als Verräter der Gesetze verhasst, verwünscht als Henker des Vaterlandes und seiner Bürger, verschlug es ihn nach Ägypten.9 Und wie er viele Menschen aus ihrem Vaterland in die Fremde getrieben hatte, so kam er selbst in der Fremde um, nämlich bei den Spartanern, zu denen er übers Meer gefahren war, um bei ihnen Schutz zu finden; die Spartaner waren ja mit den Juden verwandt. (1Mak 12,7)10 So wie er Massen von Menschen unbegraben liegen ließ, so trauerte jetzt auch niemand um ihn; auch er erhielt keinerlei Begräbnis und kein Grab bei seinen Vätern.11 Als dem König zu Ohren kam, was geschehen war, nahm er an, Judäa wolle von ihm abfallen. Wütend wie ein wildes Tier brach er daher von Ägypten auf und nahm die Stadt mit Waffengewalt ein. (1Mak 1,20)12 Er befahl seinen Soldaten, alle, die ihnen begegneten, rücksichtslos niederzuhauen und auch die abzuschlachten, die in die Häuser zurückwichen.13 Sie richteten unter Jung und Alt ein großes Blutbad an; Frauen und Kinder kamen um, junge Frauen und Kleinkinder wurden niedergemetzelt.14 In nur drei Tagen verlor die Stadt achtzigtausend Einwohner; vierzigtausend fanden im Kampf den Tod, ebenso viele, wie erschlagen waren, wurden in die Sklaverei verkauft.15 Doch das genügte dem König noch nicht; in seiner Vermessenheit betrat er den heiligsten Tempel der ganzen Erde unter der Führung des Menelaus, der die Gesetze und sein Vaterland verraten hatte.16 Seine blutbefleckten Hände griffen nach den heiligen Geräten, und was andere Könige gestiftet hatten, um Glanz und Ruhm des Ortes zu erhöhen, raffte er mit unreinen Händen zusammen.17 In seiner Selbstüberhebung sah Antiochus nicht, dass der Herr nur für eine kurze Zeit zornig war, weil die Einwohner der Stadt gesündigt hatten, und deswegen den Ort für nichts achtete. (2Mak 6,12)18 Hätten sie sich damals nicht in viele Sünden verstrickt, dann wäre ihm, sobald er sich vorwagte, seine Anmaßung durch Peitschenhiebe ausgetrieben worden, ähnlich wie Heliodor, der von König Seleukus zur Durchsuchung der Schatzkammer gesandt worden war.19 Aber der Herr hat nicht das Volk wegen des Ortes, sondern den Ort wegen des Volkes erwählt.20 Deswegen litt auch der Ort selbst mit unter den Unglücksschlägen, die das Volk trafen, wie er später Anteil hatte an seinem Glück. Als der Allherrscher zürnte, lag der Ort verlassen da; als aber der große Herr sich wieder versöhnen ließ, wurde er in seiner ganzen Herrlichkeit wiederhergestellt.21 Antiochus also ließ tausendachthundert Talente aus dem Tempel schaffen und zog eilig ab nach Antiochia. In seiner Vermessenheit glaubte er, das Land schiffbar und das Meer gangbar machen zu können, so sehr überschätzte er sich selbst.22 Er ließ Befehlshaber zurück, die das Volk unterdrücken sollten. In Jerusalem war es Philippus, seiner Herkunft nach ein Phrygier, seiner Gesinnung nach noch barbarischer als der, der ihn eingesetzt hatte;23 auf dem Berg Garizim war es Andronikus. Dazu kam Menelaus, der sich seinen Mitbürgern gegenüber noch herrischer aufführte als die anderen; denn er hasste die jüdischen Bürger.24 Außerdem schickte der König den Anführer der Mysier, Apollonius, mit einem Heer von zweiundzwanzigtausend Mann; er hatte ihm befohlen, alle wehrfähigen Männer umzubringen, die Frauen und Kinder aber in die Sklaverei zu verkaufen. (1Mak 1,29)25 Als Apollonius in Jerusalem ankam, spielte er zunächst den Friedfertigen. Er wartete bis zum heiligen Sabbattag. Als er nun bemerkte, dass die Juden sich jeder Arbeit enthielten, gab er seinen Leuten Befehl, zu den Waffen zu greifen.26 Alle, die zum festlichen Gottesdienst gegangen waren, ließ er niederstechen. Dann drangen sie mit den Waffen in die Stadt ein und streckten eine große Menschenmenge nieder.27 Judas aber, mit dem Beinamen der Makkabäer, schloss sich mit neun Gefährten zusammen und zog sich in die Berge zurück und er lebte da wie die wilden Tiere. Sie ernährten sich die ganze Zeit nur von Pflanzen, um nicht unrein zu werden. (Hebr 11,38; 1Mak 2,28)

2.Makkabäer 5

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag

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2.Makkabäer 5

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden

Das Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.

2.Makkabäer 5

Menge Bibel

1 Um diese Zeit nun unternahm Antiochus seinen zweiten Feldzug nach Ägypten.2 Da begab es sich, daß man fast 40 Tage lang in der ganzen Stadt Reiter in golddurchwirkten Gewändern und mit Lanzen bewaffnet scharenweise durch die Luft stürmen sah;3 auch ganze Reitergeschwader in Schlachtordnung, Angriffe und Gegenangriffe von beiden Seiten, Schilde, die geschwungen wurden, Lanzen in Menge, gezückte Schwerter, abgeschossene Pfeile waren sichtbar, funkelnde goldene Rüstungen und Harnische von mancherlei Art.4 Daher beteten alle, daß diese Erscheinung etwas Gutes bedeuten möge.5 Als sich nun ein falsches Gerücht verbreitete, daß Antiochus gestorben sei, raffte Jason eine Schar von mindestens 1000 Mann zusammen und überfiel die Stadt unversehens. Als die Mannschaften auf den Mauern vertrieben waren und die Einnahme der Stadt schließlich erfolgte, flüchtete sich Menelaus in die Burg;6 Jason aber richtete erbarmungslos ein Blutbad unter seinen eigenen Mitbürgern an, ohne zu bedenken, daß ein Sieg über Mitbürger das größte Unglück sei; er wähnte vielmehr, Siegeszeichen über Feinde und nicht über Volksgenossen davonzutragen.7 Dennoch gewann er die Herrschaft nicht, sondern trug als Lohn für seinen Anschlag nur Schande davon und mußte als Flüchtling wieder ins Ammoniterland abziehen.8 Nun erreichte ihn das Ende seines frevelhaften Tuns. Bei Aretas, dem arabischen Häuptling, verklagt (oder gefangen gehalten?), floh er von Stadt zu Stadt, von allen verfolgt und als ein vom Gesetz Abtrünniger verabscheut und als Henker seines Vaterlandes und seiner Mitbürger verflucht. So wurde er nach Ägypten vertrieben,9 und er, der so viele andere aus ihrem Vaterlande verjagt hatte, fand selbst in einem fremden Lande seinen Untergang. Er hatte sich nämlich zu den Lacedämoniern begeben in der Hoffnung, bei ihnen als bei Stammverwandten Schutz zu finden;10 und er, der so viele unbegraben hatte hinwerfen lassen, blieb selbst unbetrauert und erhielt keinerlei liebevolle Bestattung und kein Grab bei seinen Vätern.11 Als aber dem Könige die Kunde von dem, was (in Jerusalem) vorgegangen war, zu Ohren kam, meinte er, Judäa wolle abfallen. Er brach daher aus Ägypten auf mit tierischer Wut im Herzen, nahm die Stadt mit Waffengewalt ein12 und befahl seinen Kriegern, schonungslos alle niederzumachen, die ihnen in die Hände fielen, ja auch alle abzuschlachten, die in ihrem Hause auf das Dach hinaufgegangen seien.13 So erfolge denn ein Gemetzel von Jünglingen und Greisen, ein Morden von Männern, Weibern und Kindern, ein Abschlachten von Jungfrauen und Säuglingen.14 80000 Menschen gingen im Verlauf von nur drei Tagen zugrunde, nämlich 40000 durch Niedermetzelung, und ebensoviele wurden als Sklaven verkauft.15 Und damit noch nicht zufrieden, hatte er die Frechheit, in den Tempel einzudringen, in diesen allerheiligsten Ort der Welt, wobei ihm Menelaus als Führer diente, der zum Verräter am Gesetz und am Vaterlande geworden war.16 Er nahm dort mit seinen unreinen Händen die heiligen Geräte weg und raffte die Weihgeschenke, die von anderen Königen zur Verherrlichung und Ehre der Stätte gestiftet worden waren, mit seinen unheiligen Händen zusammen.17 In der Dünkelhaftigkeit seines Herzens bedachte Antiochus nicht, daß Gott, der Herr, den Bewohnern der Stadt wegen ihrer Sünden für kurze Zeit zürnte und nur deshalb der Stätte eine Entweihung widerfahren war.18 Wäre es nämlich nicht der Fall gewesen, daß der Ort in vielen Übertretungen befangen war, so würde, ganz wie der vom Könige Seleukus zur Besichtigung der Schatzkammer entsandte Heliodorus, so jetzt auch Antiochus für sein Eindringen sofort mit Geißelhieben gezüchtigt und von seiner Vermessenheit abgebracht worden sein.19 Aber nicht um des Ortes willen hatte der Herr das Volk, sondern um des Volkes willen hat er den Ort erwählt.20 Deswegen hat auch der Ort selbst, nachdem er bei den Mißgeschicken des Volkes mitgelitten hatte, nachmals an den Segnungen des Herrn teilgenommen; und während er damals, solange der Zorn des Allmächtigen dauerte, verlassen war, wurde er, als der große Herrscher sich mit seinem Volke versöhnt hatte, wieder in voller Herrlichkeit zu Ehren gebracht.21 Nachdem nun Antiochus 1800 Talente aus dem Tempel an sich genommen hatte, kehrte er in aller Eile nach Antiochien zurück und war in seinem Hochmut überzeugt, das Land schiffbar und das Meer gangbar machen zu können: solche Selbstüberhebung lebte in seinem Herzen!22 Er ließ aber auch Aufseher zurück, die das Volk mißhandeln sollten, nämlich in Jerusalem den Philippus, der seiner Abkunft nach ein Phrygier war, aber seiner Sinnesart nach noch grausamer als sein Herr, der ihn eingesetzt hatte;23 ferner in Garizim den Andronikus und neben diesen den Menelaus, der sich am schlimmsten, noch hochmütiger als die anderen, gegen die Bürger benahm und gegen seine jüdischen Mitbürger geradezu feindselig gesinnt war.24 Er schickte auch den Erzbösewicht Apollonius (als Obersteuererheber) mit einem Heere von 22000 Mann ins Land, mit dem Befehl, alle Erwachsenen niederzumachen, die Weiber und Kinder aber als Sklaven zu verkaufen.25 Dieser Mann trug nach seiner Ankunft in Jerusalem die Miene des Friedfertigen zur Schau und hielt bis zum heiligen Sabbattage an sich, ließ dann aber, da er die Juden in der Feier des Ruhetages antraf, seine Leute unter die Waffen treten26 und alle, die zum Gottesdienst (?) herausgekommen waren, zusammen niedermachen; darauf stürmte er mit den Waffen in die Stadt hinein und streckte eine große Menge Leute tot nieder.27 Judas Makkabäus aber war mit neun anderen in die Wüste entwichen und lebte dort mit den Seinen nach Art der wilden Tiere in den Bergen; sie fristeten ihr Leben ununterbrochen mit Pflanzenkost, um sich nicht wie die anderen beflecken zu müssen.