1.Korinther 9

Gute Nachricht Bibel 2018

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Nehmt euch ein Beispiel an mir! Bin ich nicht frei? Bin ich nicht Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Seid nicht ihr die Frucht meines Wirkens für den Herrn? (1Kor 15,8; 2Kor 10,7; 2Kor 11,5; Gal 1,1)2 Auch wenn andere mich nicht als Apostel anerkennen – für euch bin ich es! Meine Beglaubigung als Apostel seid ihr selbst, weil ihr zum Glauben an den Herrn gekommen seid. (1Kor 4,15; 2Kor 3,1; 2Kor 10,13)3 Hier ist meine Antwort an die Leute, die Kritik an mir üben:4 Hätte ich nicht Anspruch darauf, für meinen Dienst als Apostel Essen und Trinken zu bekommen? (Mt 10,10; 2Thess 3,9)5 Hätte ich nicht das Recht, eine Christin als Ehefrau auf meine Reisen mitzunehmen, wie es die anderen Apostel tun und die Brüder des Herrn und auch Petrus?[1]6 Sind ich und Barnabas die Einzigen, die mit ihrer Hände Arbeit für ihren Unterhalt aufkommen müssen? (Apg 9,27; Apg 18,3; Gal 2,1; Gal 2,9; Gal 2,13)7 Wer zieht denn schon auf eigene Kosten in den Krieg? Wer pflanzt einen Weinberg, ohne von seinen Trauben zu essen? Wer hütet Schafe, ohne von ihrer Milch zu trinken?8 Ich berufe mich nicht nur auf das, was allgemein üblich ist. Das Gesetz Gottes sagt dasselbe.9 Im Gesetzbuch Moses steht geschrieben: »Einem Ochsen, der zum Dreschen eingespannt wird, darfst du das Maul nicht zubinden.« Geht es Gott vielleicht um die Ochsen, (5Mo 25,4; 1Tim 5,18)10 oder meint er nicht vielmehr uns bei allem, was er sagt? So ist es: Von uns ist hier die Rede, um unseretwillen steht es geschrieben. Wer pflügt und erntet, muss damit rechnen können, selbst einen Teil vom Ertrag zu bekommen.11 Ich habe geistliche Gaben, den Samen der Botschaft Gottes, unter euch ausgesät. Ist es zu viel verlangt, wenn ich dafür natürliche Gaben ernte, nämlich was ich zum Leben brauche?[2] (Röm 15,27)12 Andere nehmen dieses Recht in Anspruch und lassen sich von euch versorgen. Habe ich nicht einen viel größeren Anspruch darauf? Und doch habe ich von meinem Recht keinen Gebrauch gemacht. Ich nehme alle Mühen und Entbehrungen auf mich, um der Guten Nachricht von Christus kein Hindernis in den Weg zu legen. (Apg 20,33; 2Kor 11,9)13 Ihr wisst, dass die Priester, die im Tempel Dienst tun, ihren Lebensunterhalt von den Einkünften des Tempels bekommen; und wer am Altar den Opferdienst verrichtet, bekommt einen Teil von den Opfergaben. (4Mo 18,8)14 Genauso hat es Jesus, der Herr, für uns angeordnet:[3] Wer die Gute Nachricht verbreitet, soll davon leben können.15 Aber ich habe von diesem Recht nie irgendwelchen Gebrauch gemacht. Ich schreibe das auch nicht, damit ich künftig in den Genuss davon komme. Eher sterben als das! Meinen Ruhm soll mir niemand nehmen! (Apg 18,3)16 Denn wenn ich die Gute Nachricht verkünde, habe ich noch keinen Grund, mich zu rühmen. Ich kann ja gar nicht anders – weh mir, wenn ich sie nicht weitergebe! (Jer 20,9)17 Nur wenn ich sie aus eigenem Antrieb verkünden würde, könnte ich dafür einen Lohn erwarten. Aber ich tue es nicht freiwillig, sondern weil ich mit einem Amt betraut bin.18 Worin besteht also mein Lohn? Mein Lohn ist, dass ich die Gute Nachricht ohne Entgelt verbreite und auf das verzichte, was mir dafür zusteht.19 Obwohl ich also frei und von niemand abhängig bin, habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, um möglichst viele für Christus zu gewinnen. (1Kor 10,32; 2Kor 5,11)20 Wenn ich mit Juden zu tun hatte, lebte ich wie ein Jude, um sie für Christus zu gewinnen. Unter ihnen, die von der Befolgung des Gesetzes das Heil erwarten, lebte auch ich nach den Vorschriften des Gesetzes, obwohl ich selbst das Heil nicht mehr vom Gesetz erwarte – und das nur, um sie für Christus zu gewinnen. (Apg 16,3; Apg 21,20)21 Wenn ich dagegen mit Menschen zu tun hatte, die nichts vom Gesetz wissen, lebte auch ich nicht nach dem Gesetz, obwohl ich doch vor Gott nicht gesetzlos lebe; ich stehe ja unter dem Gesetz, das Christus gegeben hat[4] – und auch das tat ich, um sie für Christus zu gewinnen.22 Und wenn ich mit Menschen zu tun hatte, deren Glaube noch schwach war, wurde ich wie sie und machte von meiner Freiheit keinen Gebrauch – nur um sie für Christus zu gewinnen. Ich stellte mich allen gleich, um überall wenigstens einige zu retten. (2Kor 11,29)23 Das alles tue ich für die Gute Nachricht, damit ich selbst Anteil bekomme an dem, was sie verspricht.24 Ihr wisst doch, dass an einem Wettlauf viele teilnehmen; aber nur einer bekommt den Preis, den Siegeskranz. Darum lauft so, dass ihr den Kranz gewinnt! (Phil 3,12; 2Tim 2,5; 2Tim 4,7; 2Tim 4,8; Hebr 12,1; Jak 1,12; 1Petr 5,4; Offb 2,10; Offb 3,11)25 Alle, die an einem Wettkampf teilnehmen wollen, nehmen harte Einschränkungen auf sich. Sie tun es für einen Siegeskranz, der vergeht. Aber auf uns wartet ein Siegeskranz, der unvergänglich ist.26 Darum laufe ich wie einer, der das Ziel erreichen will. Darum kämpfe ich wie ein Faustkämpfer, der nicht danebenschlägt.27 Ich treffe mit meinen Schlägen den eigenen Körper, sodass ich ihn ganz in die Gewalt bekomme. Ich will nicht anderen predigen und selbst versagen.

1.Korinther 9

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn?2 Wenn ich für andere kein Apostel bin, so bin ich es doch immerhin für euch. Denn ihr seid das Siegel meines Apostelamtes im Herrn.3 Dies sage ich zu meiner Verteidigung gegenüber denen, die über mich zu Gericht sitzen.4 Haben wir etwa nicht das Recht, zu essen und zu trinken? (Lk 10,7)5 Haben wir etwa nicht das Recht, eine Schwester als Ehefrau bei uns zu haben, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und Kefas? (1Kor 1,12)6 Oder ist nur mir und Barnabas das Recht, nicht zu arbeiten, verwehrt? (Gal 2,9)7 Wer leistet schon Kriegsdienst und bezahlt den eigenen Sold? Wer pflanzt einen Weinberg und geniesst nicht seine Früchte, oder wer weidet eine Herde und nährt sich nicht von der Milch der Herde? (5Mo 20,6)8 Rede ich etwa nach Menschenart, oder sagt dies nicht auch das Gesetz?9 Im Gesetz des Mose nämlich steht geschrieben: Du sollst dem Ochsen, der drischt, das Maul nicht zubinden! Geht es Gott etwa um die Ochsen? (5Mo 25,4; 1Tim 5,18)10 Oder spricht er nicht allenthalben um unsertwillen? Ja, um unsertwillen wurde geschrieben: Auf Hoffnung hin soll pflügen, wer pflügt, und wer drischt, tue es in der Hoffnung, teilzuhaben am Ertrag. (Röm 4,23; Röm 15,4; 1Kor 10,11)11 Wenn wir für euch das Geistliche gesät haben, ist es dann zu viel verlangt, wenn wir dafür von euch das Irdische ernten wollen?12 Wenn andere dieses Recht bei euch haben, wieso dann wir nicht erst recht? Dennoch haben wir von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern nehmen alles auf uns, um dem Evangelium von Christus ja keinen Stein in den Weg zu legen. (2Kor 11,7; 2Kor 12,13; 2Kor 13,7)13 Wisst ihr nicht, dass die, die am Heiligtum Dienst tun, vom Heiligtum leben,[1] und dass die, die am Altar beschäftigt sind, mit dem Altar die Gaben teilen? (5Mo 18,1)14 So hat es auch der Herr angeordnet: Wer das Evangelium verkündigt, soll vom Evangelium leben. (Lk 10,7; 1Kor 7,10)15 Ich aber habe nichts von alledem in Anspruch genommen. Das schreibe ich nicht in der Erwartung, dass man es von jetzt an so mit mir halte. Denn lieber wollte ich sterben als ... meinen Ruhm wird mir niemand zunichte machen! (1Kor 9,12)16 Denn wenn ich das Evangelium verkündigte, habe ich ja davon noch keinen Ruhm; ein Zwang liegt nämlich auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündige!17 Wenn ich dies freiwillig täte, stände mir Lohn zu; wenn ich es aber unfreiwillig tue, dann bin ich mit einem Verwalteramt betraut. (1Kor 4,1)18 Was ist nun mein Lohn? Dass ich das Evangelium verkündige und es unentgeltlich anbiete und so mein im Evangelium begründetes Recht nicht ausschöpfe. (2Kor 9,12; 2Kor 11,7)19 Denn weil ich frei bin gegenüber allen, habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, um möglichst viele zu gewinnen.20 Den Juden bin ich ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen, denen unter dem Gesetz einer unter dem Gesetz - obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin -, um die unter dem Gesetz zu gewinnen. (Gal 5,18)21 Denen ohne Gesetz aber bin ich geworden wie einer ohne Gesetz - obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, vielmehr Christus für mich massgebend ist[2] -, um die ohne Gesetz zu gewinnen. (Gal 6,2)22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, um die Schwachen zu gewinnen; allen bin ich alles geworden, um in jedem Fall einige zu retten. (Röm 11,14; 1Kor 8,9)23 Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um Anteil zu bekommen an ihm.24 Ihr wisst doch: Die Läufer im Stadion, sie laufen zwar alle, den Siegespreis aber erhält nur einer. Lauft so, dass ihr den Sieg davontragt! (Phil 3,14)25 Wettkämpfer aber verzichten auf alles, jene, um einen vergänglichen Kranz zu erlangen, wir dagegen einen unvergänglichen.26 Ich laufe also, aber nicht wie einer, der ziellos läuft, ich boxe, aber nicht wie einer, der ins Leere schlägt;27 vielmehr traktiere ich meinen Körper und mache ihn mir gefügig, denn ich will nicht einer werden, der anderen predigt, sich selber aber nicht bewährt.

1.Korinther 9

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Seid ihr nicht mein Werk im Herrn? (1Kor 15,8; Gal 5,1)2 Wenn ich für andere kein Apostel bin, bin ich es doch für euch. Ihr seid ja im Herrn das Siegel meines Apostelamtes. (1Kor 4,15)3 Das aber ist meine Rechtfertigung vor denen, die abfällig über mich urteilen: (1Kor 4,3)4 Haben wir nicht das Recht, zu essen und zu trinken? (1Kor 9,14)5 Haben wir nicht das Recht, eine Schwester im Glauben als Frau mitzunehmen, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und wie Kephas? (Mt 8,14; Mk 1,30; Lk 4,38)6 Haben nur ich und Barnabas kein Recht, nicht zu arbeiten? (Apg 11,30; Apg 12,25; Apg 13,2; Gal 2,1)7 Wer leistet denn Kriegsdienst und bezahlt sich selber den Sold? Wer pflanzt einen Weinberg und isst nicht von seinem Ertrag? Oder wer weidet eine Herde und trinkt nicht von der Milch der Herde? (2Thess 3,9; 2Tim 2,4)8 Sage ich das nur als Mensch? Sagt das nicht auch das Gesetz?9 Im Gesetz des Mose steht doch: Du sollst dem Ochsen beim Dreschen keinen Maulkorb anlegen. Liegt denn Gott etwas an den Ochsen? (5Mo 25,4; 1Tim 5,18)10 Spricht er nicht allenthalben unseretwegen? Ja, unseretwegen wurde geschrieben: Der Pflüger wie der Drescher sollen ihre Arbeit in der Erwartung tun, ihren Teil zu erhalten.[1] (Sir 6,19)11 Wenn wir für euch die Geistesgaben gesät haben, ist es dann zu viel verlangt, wenn wir von euch die irdischen Gaben ernten? (Röm 15,27)12 Wenn andere an dem, was euch gehört, teilhaben dürfen, dann nicht wir erst recht? Aber wir haben von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht. Vielmehr ertragen wir alles, um dem Evangelium Christi kein Hindernis in den Weg zu legen. (Apg 20,33; 2Kor 11,7)13 Wisst ihr nicht, dass alle, die im Heiligtum Dienst tun, vom Heiligtum leben und dass alle, die am Altar Dienst tun, vom Altar ihren Anteil erhalten? (4Mo 18,8; 5Mo 18,1)14 So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkünden, geboten, vom Evangelium zu leben. (Mt 10,10; Lk 10,7; Gal 6,6)15 Ich aber habe all das nicht in Anspruch genommen. Ich schreibe dies auch nicht, damit es in meinem Fall so geschieht. Lieber wollte ich sterben, als dass mir jemand diesen Ruhm entreißt.16 Wenn ich nämlich das Evangelium verkünde, gebührt mir deswegen kein Ruhm; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!17 Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde.18 Was ist nun mein Lohn? Dass ich unentgeltlich verkünde und so das Evangelium bringe und keinen Gebrauch von meinem Anrecht aus dem Evangelium mache.19 Obwohl ich also von niemandem abhängig bin, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen. (Mt 20,26; Mk 9,35; Lk 22,26; 1Kor 10,33)20 Den Juden bin ich ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen; denen, die unter dem Gesetz stehen, bin ich, obgleich ich nicht unter dem Gesetz stehe, einer unter dem Gesetz geworden, um die zu gewinnen, die unter dem Gesetz stehen. (Apg 16,3; Apg 21,20; Gal 4,12)21 Den Gesetzlosen bin ich sozusagen ein Gesetzloser geworden - nicht als ein Gesetzloser vor Gott, sondern gebunden an das Gesetz Christi -, um die Gesetzlosen zu gewinnen. (Gal 6,2)22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten. (Röm 15,1; 1Kor 8,9; 2Kor 11,29)23 Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.24 Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt!25 Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen. (Phil 3,14; 2Tim 2,5; 2Tim 4,7; 1Petr 5,4)26 Darum laufe ich wie einer, der nicht ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust wie einer, der nicht in die Luft schlägt;27 vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen verkünde und selbst verworfen werde. (Röm 13,14)

1.Korinther 9

Das Buch

von SCM Verlag
1 Natürlich erhebt sich da die Frage: Bin ich nicht ein freier Mensch? Bin ich etwa kein Sonderbeauftragter des Messias? Habe ich nicht mit eigenen Augen Jesus, unseren Herrn, gesehen? Und ist die Tatsache, dass ihr jetzt zum Messias gehört, nicht das Ergebnis meiner Arbeit?2 Wenn ich schon nicht der Apostel für andere bin, dann bin ich es aber auf jeden Fall für euch! Denn dass ihr jetzt zu Jesus, dem Herrn, gehört, ist ja eine unübersehbare Bestätigung dafür, dass ich wirklich ein Sonderbotschafter von Jesus bin.3 Das ist meine Verteidigung gegenüber denen, die mich verurteilen wollen:4 Haben wir nicht auch das Recht zu essen und zu trinken?5 Und haben wir nicht auch das Recht, eine Christin zu heiraten und dann auf unseren Reisen mitzunehmen, wie es auch die anderen Jesusbotschafter tun und auch die leiblichen Brüder von Jesus und auch Kephas?6 Oder ist es so, dass nur ich und Barnabas auf das Recht verzichten müssen, unseren Auftrag zu erfüllen, ohne selbst für unseren Lebensunterhalt arbeiten zu müssen?7 Doch ich frage: Zieht jemals ein Soldat auf eigene Kosten in den Krieg? Und: Legt jemand einen Weinberg an, ohne dann auch von den Früchten zu essen? Oder auch: Gibt es jemanden, der als Hirte für eine Herde sorgt, ohne dann auch die Milch zu genießen?8 Ich sage das nicht nur auf der Grundlage des gesunden Menschenverstandes, sondern weil auch das Gottesgesetz das unterstreicht.9 Denn im Gesetzbuch des Mose steht geschrieben: »Du sollst einem dreschenden Ochsen das Maul nicht zubinden.« Geht es Gott bei dieser Vorschrift nur um die Ochsen?10 Oder spricht er nicht genau genommen auch über uns? Ja, um unseretwillen steht in Gottes Buch geschrieben, dass der, der das Feld pflügt, das in der Hoffnung tut, auch etwas davon zu erhalten, und dass derjenige, der das Korn drischt, das in derselben Erwartung tut, auch einen Anteil am Ertrag zu erhalten.11 Also: Wenn wir euch die geistlichen Dinge weitergegeben haben, was ist es dann Besonderes, wenn wir materielle Dinge von euch erhalten?12 Wenn andere die Möglichkeit haben, von euch zu profitieren, sollte das dann nicht erst recht bei uns der Fall sein? Aber wir haben von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern wir ertragen alles. Denn es ist unser Anliegen, der guten Nachricht vom Messias keine Steine in den Weg zu legen.13 Wisst ihr denn nicht, dass die, die im Tempel arbeiten, auch ihre Versorgung aus dem Tempel beziehen, und dass die, die ihren Dienst am Altar verrichten, auch Anteil haben an dem, was auf dem Altar geopfert wird?14 So hat auch Jesus, der Herr, es festgelegt, dass die, die die gute Nachricht verkündigen, sich durch diese Aufgabe ernähren können.15 Doch ich selbst habe diese Möglichkeit nicht in Anspruch genommen. Und ich habe dies auch nicht mit der Absicht geschrieben, damit ich jetzt im Nachhinein diese Versorgung von euch bekomme. Nein, es wäre für mich besser zu sterben, als … Nun, ich bin stolz darauf, und das soll mir niemand wegnehmen!16 Denn allein, dass ich die gute Nachricht von Jesus überall öffentlich verbreite, ist für mich noch kein Grund, darauf stolz zu sein. Denn dazu bin ich ja unausweichlich gedrängt. Ja, weh mir, wenn ich die gute Nachricht nicht verkündige!17 Wenn ich es freiwillig tue, dann besteht darin schon mein Lohn. Wenn ich es aber unfreiwillig mache, dann ist es eben so: Dann habe ich halt eine Verantwortung übernommen, der ich mich nicht entziehen kann.18 Was ist denn jetzt mein Lohn dafür? Genau das: dass ich bei meiner Verkündigung die Gottesbotschaft umsonst weitergebe und auf diese Weise von meinem Recht keinen Gebrauch mache.19 Denn obwohl ich gegenüber allen Menschen frei bin, habe ich mich selbst zum Leibeigenen aller gemacht. So will ich die größtmögliche Zahl gewinnen.20 Für die Juden bin ich ein Jude geworden, damit ich Juden gewinne. Denen, die ihr Leben nach dem Gesetz ausrichten, bin ich wie einer geworden, der auch unter dem Gesetz lebt. Dabei bin ich ja selbst nicht mehr dem Gesetz unterworfen! Und doch versuche ich auf diese Weise die, die unter dem Gesetz leben, für Jesus zu gewinnen.21 Den Menschen gegenüber, die Gottes Gesetz nicht kennen, verhalte ich mich wie einer, der dieses Gesetz auch nicht kennt. Dabei bin ich ja gar nicht ohne das Gesetz Gottes, sondern ich bin vom Messias in sein Gesetz mit hineingenommen. Doch das tue ich, um die zu gewinnen, die Gottes Gesetz nicht kennen.22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Allen bin ich alles geworden, um so auf jede nur erdenkliche Weise einige Menschen zu retten.23 All das tue ich wegen der guten Nachricht, damit ich auch selbst Anteil an dem bekomme, wovon sie spricht.24 Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer die Siegesmedaille gewinnt? Lauft so, dass ihr sie auf jeden Fall gewinnt!25 Jeder, der kämpft, hält sich an strenge Lebensregeln. Die Wettkämpfer machen das, damit sie einen vergänglichen Wettkampfpreis gewinnen. Doch wir wollen einen unvergänglichen Kampfpreis gewinnen!26 Ich meinerseits laufe so, dass ich nicht ins Ungewisse renne. Ich kämpfe nicht so, dass ich in die Luft schlage.27 Vielmehr quäle ich meinen Körper und mache ihn mir untertan, damit ich nicht, nachdem ich anderen die gute Nachricht angekündigt habe, selbst untauglich werde.