Die Entstehung und Verlesung des Buches in Babylonien
1Dieses Buch schrieb Baruch, der Sohn Nerijas. Seine weiteren Vorfahren waren Machseja, Zidkija, Hasadja und Hilkija. Er schrieb es in Babylonien, (Jer 32,12; Jer 36,4)2auf den Tag genau fünf Jahre nachdem[1] die Babylonier Jerusalem erobert und niedergebrannt hatten. (2Kön 25,8)3-4Baruch verlas das Geschriebene vor Jojachin, dem Sohn Jojakims, dem König von Juda, und vor allen Verbannten aus Juda, die in Babylonien am Fluss Sud lebten. Alle waren gekommen, um ihm zuzuhören, die Hofleute und Königssöhne, die Ältesten und das ganze Volk, die vornehmen wie die einfachen Leute. (2Kön 24,8)
Die Übersendung des Buches nach Jerusalem
5Die Versammelten weinten, fasteten und beteten zum Herrn.6Jeder spendete so viel Geld, wie er entbehren konnte,7und sie schickten die Summe nach Jerusalem zum Priester Jojakim, dem Sohn Hilkijas und Enkel Schallums, sowie zu den übrigen Priestern und dem ganzen Volk, das noch dort in Jerusalem war.8Baruch hatte schon vorher, am 10. Tag des Monats Siwan, die aus dem Tempel geraubten heiligen Gefäße in Empfang genommen, um sie zusammen mit der Spende nach Juda zurückzubringen. Es waren die Silbergefäße, die König Zidkija, der Sohn Joschijas, hatte anfertigen lassen,9nachdem der Babylonierkönig Nebukadnezzar König Jojachin samt den hohen Beamten, den Waffenschmieden,[2] der restlichen Stadtbevölkerung und dem Landadel von Jerusalem nach Babylonien weggeführt hatte.10Sie schrieben den Leuten in Jerusalem: »Wir schicken euch dieses Geld, damit ihr damit Brand- und Sühneopfer, die Räucher- und Speiseopfer bezahlen könnt. Verbrennt die Opfer auf dem Altar des Herrn, unseres Gottes, (Esr 6,10)11und betet für Nebukadnezzar, den König von Babylonien, und für seinen Sohn Belschazzar, damit sie so lange leben, wie der Himmel bestehen bleibt. (Jer 29,7; 1Tim 2,1)12Tut das, damit der Herr uns beisteht und uns wieder Freude schenkt, sodass wir unter dem Schutz des Königs und seines Sohnes lange leben und ihnen dienen dürfen und ihre Gunst gewinnen!13Bittet den Herrn, unseren Gott, auch für uns; denn wir haben uns gegen ihn vergangen und bis zum heutigen Tag lässt er uns seinen gewaltigen Zorn spüren.14Lest das Buch, das wir euch hier zusenden, am Laubhüttenfest und an den anderen Festtagen im Tempel des Herrn vor
Bekenntnis der Schuld
15und sprecht mit uns das folgende Bußgebet.«[3] Der Herr, unser Gott, ist gerecht und untadelig, wir aber müssen beschämt vor ihm stehen, die Leute von Juda und die Bewohner Jerusalems, (Esr 9,6; Neh 9,1; Neh 9,32; Dan 9,4; Dan 9,5; Tob 3,2)16-17unsere Könige und führenden Männer, unsere Priester und Propheten. Wir selbst und unsere Vorfahren haben uns gegen den Herrn, unseren Gott, vergangen,18wir haben nicht auf ihn gehört und die Gebote, die er uns gab, nicht befolgt.19Seit der Herr unsere Vorfahren aus Ägypten befreit hat, bis zum heutigen Tag, waren wir ihm, unserem Gott, stets ungehorsam und wollten nicht auf seine Mahnungen hören. (Ps 106,6; Jer 7,25)20Darum traf uns all das Unglück, das der Herr uns durch seinen Diener Mose angedroht hatte. Er hat uns das nämlich schon angedroht, als er unsere Vorfahren aus Ägypten führte, um ihnen ein Land zu geben, das von Milch und Honig überfließt, so wie das bis heute von diesem Land gilt. (5Mo 28,15)21Wir aber hörten nicht auf die mahnenden Worte des Herrn, unseres Gottes, die er uns immer von Neuem sagen ließ durch die Propheten, die er zu uns schickte. (Jer 25,4)22Wir alle folgten unserem bösen Herzen und beleidigten den Herrn damit, dass wir fremde Götter verehrten. (2Mo 20,5; Jer 11,8)
1Das ist der Wortlaut des Buches, den Baruch, der Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, des Sohnes Zidkijas, des Sohnes Hasadjas, des Sohnes Hilkijas, in Babel aufgeschrieben hat. (Jer 32,12; Jer 36,4)
Bußgottesdienst in der Verbannung
2Es war im fünften Jahr, am siebten Tag des Monats, zur selben Zeit, als die Chaldäer Jerusalem eingenommen und in Brand gesteckt hatten. (2Kön 25,8; Jer 39,8)3Baruch verlas den Wortlaut dieses Buches in die Ohren König Jojachins von Juda, des Sohnes Jojakims, und in die Ohren des ganzen Volkes, das zusammengekommen war, um die Schrift zu hören. (Jer 22,24)4Er las in die Ohren der königlichen Beamten und Prinzen, in die Ohren der Ältesten und des ganzen Volkes, vom Kleinsten bis zum Größten, aller, die in Babel am Fluss Sud angesiedelt waren.5Da weinten, fasteten und flehten sie vor dem Herrn.6Dann legten sie Geld zusammen, so viel ein jeder vermochte,7und sandten es nach Jerusalem an den Priester Jojakim, den Sohn Hilkijas, des Sohnes Schallums, an die Priester und an das ganze Volk, das sich mit ihm in Jerusalem befand.8Zur selben Zeit, am zehnten Siwan, hatte er die Geräte des Hauses des Herrn, die aus dem Tempel verschleppt worden waren, geholt, um sie in das Land Juda zurückzubringen. Es waren jene silbernen Geräte, die König Zidkija von Juda, der Sohn Joschijas, hatte anfertigen lassen,9nachdem Nebukadnezzar, der König von Babel, Jojachin aus Jerusalem verschleppt und nach Babel gebracht hatte, samt den Beamten, den Gefangenen, der Oberschicht und dem Volk des Landes. (2Kön 24,8)
Liturgie in Jerusalem
10Die Spender sagten: Hier senden wir euch Geld. Kauft dafür Brandopfer, Sündopfer und Weihrauch und bereitet Speiseopfer; bringt sie dar auf dem Altar des Herrn, unseres Gottes,11und betet für das Leben des Königs Nebukadnezzar von Babel und für das Leben seines Sohnes Belschazzar, dass ihre Tage so zahlreich seien wie die Tage des Himmels über der Erde! (5Mo 11,21; Jer 29,7)12Uns aber verleihe der Herr Kraft und lasse unsere Augen leuchten. So werden wir leben unter dem Schutz des Königs Nebukadnezzar von Babel und unter dem Schutz seines Sohnes Belschazzar, wir werden ihnen lange Zeit dienen und Gunst vor ihnen finden.13Betet auch für uns zum Herrn, unserem Gott; denn wir haben gesündigt gegen den Herrn, unseren Gott, und bis heute haben sich der Grimm und Zorn des Herrn noch nicht von uns abgewendet.14Lest dann dieses Buch vor, das wir euch senden; es soll am Tag des Festes, und zwar an den Versammlungstagen, im Haus des Herrn vorgetragen werden! (3Mo 23,35)
GEBET DER VERBANNTEN
Schuldbekenntnis und Rechtfertigung Gottes
15Sprecht: Der Herr, unser Gott, ist im Recht; uns aber treibt es bis heute die Schamröte ins Gesicht, den Leuten von Juda und den Bewohnern Jerusalems, (Neh 9,32; Dan 9,7)16unseren Königen und Beamten, unseren Priestern und Propheten und unseren Vorfahren;17denn wir haben gegen den Herrn gesündigt18und ihm nicht gehorcht. Wir haben auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, nicht gehört und die Gebote nicht befolgt, die der Herr uns vorgelegt hat.19Von dem Tag an, als der Herr unsere Vorfahren aus Ägypten herausführte, bis auf den heutigen Tag waren wir ungehorsam gegen den Herrn, unseren Gott. Wir hörten sehr bald nicht mehr auf seine Stimme. (3Mo 26,14; 5Mo 28,15; Jer 7,25)20So hefteten sich an uns das Unheil und der Fluch, den der Herr durch seinen Diener Mose androhen ließ am Tag, als er unsere Vorfahren aus Ägypten herausführte, um uns ein Land zu geben, in dem Milch und Honig fließen, und so ist es noch heute.21Wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und auf alle Reden der Propheten, die er zu uns gesandt hat. (Jer 25,4)22Jeder von uns folgte der Neigung seines bösen Herzens; wir dienten anderen Göttern und taten, was böse ist in den Augen des Herrn, unseres Gottes.