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Weisheit 8

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Sie entfaltet ihre Kraft von einem Ende zum andern / und durchwaltet voll Güte das All. 2 Sie habe ich geliebt und gesucht von Jugend auf, / ich suchte sie als Braut heimzuführen / und wurde Liebhaber ihrer Schönheit. (Sir 51,13) 3 Im Umgang mit Gott beweist sie ihren Adel, / der Herr über das All gewann sie lieb. 4 Eingeweiht in das Wissen Gottes, / bestimmte sie seine Werke. 5 Ist Reichtum begehrenswerter Besitz im Leben, / was ist dann reicher als die Weisheit, die in allem wirkt? 6 Wenn Klugheit wirksam ist, / wer von allem Seienden ist eine größere Werkmeisterin als sie? 7 Wenn jemand Gerechtigkeit liebt, / in ihren Mühen findet er die Tugenden. Denn sie lehrt Maß und Klugheit, / Gerechtigkeit und Tapferkeit. / Nützlicheres als diese gibt es nicht im Leben der Menschen. 8 Wenn jemand nach reicher Erfahrung strebt: / Sie kennt das Vergangene und errät das Kommende, sie versteht, die Worte schön zu formen und Rätsel zu lösen; / sie weiß im Voraus Zeichen und Wunder / und kennt den Ausgang von Perioden und Zeiten. (2Mo 7,3; Ps 78,43; Spr 1,6; Dan 4,34; Sir 42,19) 9 So beschloss ich, sie als Lebensgefährtin heimzuführen; / denn ich wusste, dass sie mir guten Rat gibt / und Ermutigung in Sorge und Leid. 10 Mit ihr werde ich Ruhm beim Volke haben / und trotz meiner Jugend vom Alter geehrt sein. 11 Ich werde als scharfsinniger Richter gelten / und in den Augen der Mächtigen Staunen erregen. 12 Schweige ich, so warten sie, spreche ich, so merken sie auf, / rede ich länger, / so legen sie die Hand auf den Mund. (Hi 29,7) 13 Mit ihr werde ich Unsterblichkeit erlangen / und ewigen Ruhm bei der Nachwelt hinterlassen. 14 Völker werde ich regieren / und Nationen werden mir untertan sein. (Ps 47,4; Spr 8,15) 15 Schreckliche Tyrannen werden mich fürchten, wenn sie von mir hören; / in der Volksversammlung werde ich mich als tüchtig und im Krieg als tapfer erweisen. (Sir 15,5) 16 Komme ich nach Hause, / dann werde ich bei ihr ausruhen; denn der Umgang mit ihr hat nichts Bitteres, / das Leben mit ihr kennt keinen Schmerz, / sondern nur Frohsinn und Freude. 17 Als ich dies bei mir überlegte / und in meinem Herzen erwog, / dass Verwandtschaft mit der Weisheit Unsterblichkeit bringt, 18 die Freundschaft mit ihr reine Freude / und die Mühen ihrer Hände unerschöpflichen Reichtum, dass stete Übung des Umgangs mit ihr Klugheit bringt / und das Zwiegespräch mit ihr Ruhm -, / da ging ich auf die Suche nach ihr, um sie heimzuführen. 19 Ich war ein begabtes Kind und hatte eine gute Seele erhalten / 20 oder vielmehr: Gut, wie ich war, kam ich in einen unverdorbenen Leib. 21 Ich erkannte aber, dass ich die Weisheit nur als Geschenk Gottes erhalten könne - / und schon hier war es die Klugheit, die mich erkennen ließ, wessen Geschenk sie ist. Daher wandte ich mich an den Herrn und flehte zu ihm / und sprach aus meinem ganzen Herzen: (5Mo 4,29; 5Mo 6,5) 

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift
© 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.
Die Herausgeber sind: (Erz-)Bischöfe Deutschlands, Österreichs, der Schweiz u.a.
Herausgebender Verlag: Katholische Bibelanstalt GmbH

www.bibelwerk.de

Weisheit 8

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Kraftvoll erstreckt sie sich aber von einem Ende zum anderen, ^$^$^$und voller Güte durchwaltet sie das All. 

Die Entscheidung für die Weisheit

2 Sie gewann ich lieb, und ich suchte nach ihr seit meiner Jugend, und ich trachtete danach, sie heimzuführen als meine Braut, und ich wurde zum Liebhaber ihrer Schönheit. 3 Sie preist ihre edle Herkunft, da sie mit Gott zusammenlebt, und der Herrscher über alle Dinge hat ihr seine Liebe geschenkt. 4 Denn sie ist eingeweiht in das Wissen Gottes, und sie ist es, die seine Werke auswählt. 5 Wenn aber Reichtum ein begehrenswertes Gut im Leben ist - was ist reicher als die Weisheit, die alles bewirkt? 6 Wenn aber Einsicht etwas bewirkt - wer unter allem Seienden ist in höherem Masse Werkmeisterin als sie? 7 Und wenn jemand die Gerechtigkeit liebt, dann sind Tugenden die Früchte ihrer Mühen. Denn sie lehrt Besonnenheit und Einsicht, Gerechtigkeit und Tapferkeit - im Leben gibt es für die Menschen nichts Nützlicheres.[1] 8 Wenn sich jemand aber zudem nach reicher Erfahrung sehnt: Sie kennt, was zurückliegt, und erschliesst, was kommen wird, sie versteht sich auf gewandte Worte und auf das Lösen von Rätseln, im Voraus erkennt sie Zeichen und Wunder und was am Ende von Fristen und Zeiten sein wird. 9 So beschloss ich, sie heimzuführen, um mit ihr zusammenzuleben, im Wissen, dass sie mir Gutes raten und mir Zuspruch geben wird bei Sorgen und Kummer. 10 Dank ihr werde ich die Anerkennung im Volk finden und Ehre vor den Ältesten - ich, der ich noch jung bin. 11 Im Gericht werde ich mich als scharfsinnig erweisen, und bei den Machthabern werde ich bewundert werden. 12 Wenn ich schweige, werden sie warten, und wenn ich mich äussere, werden sie aufmerksam sein, und wenn ich länger rede, werden sie die Hand auf ihren Mund legen. 13 Dank ihr werde ich Unsterblichkeit haben, und ewiges Andenken werde ich denen zurücklassen, die nach mir kommen. 14 Völker werde ich regieren, und Nationen werden mir untertan sein. 15 Fürchten werden mich die schrecklichen Alleinherrscher, wenn sie von mir hören; in der Menge werde ich mich tüchtig zeigen und im Krieg tapfer.[2] 16 Betrete ich mein Haus, werde ich ausruhen bei ihr, denn das Zusammensein mit ihr kennt keine Bitterkeit und das Leben mit ihr keinen Schmerz, sondern Freude und Frohmut. 

Die Hinwendung zum Gebet

17 Dies überlegte ich bei mir, und ich bewegte in meinem Herzen, dass in der Verwandtschaft mit der Weisheit Unsterblichkeit liegt 18 und wohltuende Erquickung in der Freundschaft mit ihr und in den Mühen ihrer Hände unerschöpflicher Reichtum und Einsicht in der Übung des Umgangs mit ihr und guter Ruf in der Teilhabe an ihren Worten - so zog ich umher und suchte, ob ich sie für mich gewinnen könnte. 19 Ich war aber ein begabtes Kind und hatte eine gute Seele erhalten; 20 ja vielmehr, da ich tüchtig war, kam ich in einen unbefleckten Leib. 21 Da ich aber erkannte, dass ich sie keinesfalls erlangen würde, wenn nicht Gott sie gibt - und auch dies war Teil der Einsicht, zu wissen, wem die Gnade gehört -, wandte ich mich an den Herrn und bat ihn und sprach aus meinem ganzen Herzen:[3] 

Die Zürcher Bibel (Ausgabe 2007) verwenden wir mit freundlicher Genehmigung des Verlags der Zürcher Bibel beim Theologischen Verlag Zürich, bei dem auch das Copyright für diese Bibelübersetzung liegt.