Weisheit 2

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Sie tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen: / Kurz und traurig ist unser Leben; für das Ende des Menschen gibt es keine Heilung / und man kennt keinen, der aus der Unterwelt befreit. (Ps 30,4)2 Durch Zufall sind wir geworden / und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen. Rauch ist der Atem in unserer Nase / und das Denken ein Funke beim Schlag unseres Herzens; (1Mo 2,7; Ob 1,16; Sir 44,9)3 verlöscht er, dann zerfällt der Leib zu Asche / und der Geist verweht wie dünne Luft.4 Unser Name wird mit der Zeit vergessen, / niemand erinnert sich unserer Werke. Unser Leben geht vorüber wie die Spur einer Wolke / und löst sich auf wie ein Nebel, / der von den Strahlen der Sonne verscheucht / und von ihrer Wärme zu Boden gedrückt wird. (Hi 7,9; Pred 9,5; Hos 13,3)5 Unsere Zeit geht vorüber wie ein Schatten, / unser Ende wiederholt sich nicht; / es ist versiegelt und keiner kommt zurück. (Hi 8,9)6 Auf, lasst uns die Güter des Lebens genießen / und die Schöpfung auskosten, wie es der Jugend zusteht! (Pred 9,7)7 Erlesener Wein und Salböl sollen uns reichlich fließen, / keine Blume des Frühlings darf uns entgehen.8 Bekränzen wir uns mit Rosen, ehe sie verwelken. /9 Keine Wiese bleibe unberührt von unserem Treiben, überall wollen wir Zeichen der Fröhlichkeit zurücklassen; / denn dies ist unser Anteil und dies das Erbe. (5Mo 10,9; Jes 57,6)10 Lasst uns den Gerechten unterdrücken, / der in Armut lebt, die Witwe nicht schonen / und das graue Haar des betagten Greises nicht scheuen! (3Mo 19,32; Jer 7,6; Jer 22,3; Hes 22,7; Hab 1,4; Sach 7,10; Mal 3,5)11 Unsere Stärke soll bestimmen, was Gerechtigkeit ist; / denn das Schwache erweist sich als unnütz.12 Lasst uns dem Gerechten auflauern! / Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor / und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung. (Jes 3,10)13 Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen, / und nennt sich einen Knecht des Herrn.14 Er ist unserer Gesinnung ein Vorwurf, / schon sein Anblick ist uns lästig;15 denn er führt ein Leben, / das dem der andern nicht gleicht, / und seine Wege sind grundverschieden.16 Als falsche Münze gelten wir ihm; / von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat. Das Ende der Gerechten preist er glücklich / und prahlt, Gott sei sein Vater.17 Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, / und prüfen, wie es mit ihm ausgeht.18 Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an / und entreißt ihn der Hand seiner Gegner. (Ps 22,9; Jes 42,1)19 Durch Erniedrigung und Folter wollen wir ihn prüfen, / um seinen Gleichmut kennenzulernen / und seine Widerstandskraft auf die Probe zu stellen.20 Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; / er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.21 So denken sie, aber sie irren sich; / denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind.22 Sie verstehen von Gottes Geheimnissen nichts, / sie hoffen nicht auf Lohn für Heiligkeit / und erwarten keine Auszeichnung für untadelige Seelen.23 Denn Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen / und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht.[1] (1Mo 1,26; Jes 44,7; Jes 54,16)24 Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt / und ihn erfahren alle, die ihm angehören. (1Mo 3,1)

Weisheit 2

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Denn sie sagten zu sich selbst - ihr Denken war nicht richtig -: ^$^$^$Kurz und leidvoll ist unser Leben, und es gibt keine Heilung am Lebensende eines Menschen, und man kennt keinen, der aus dem Hades erlösen würde.[1]2 Denn durch Zufall sind wir geworden, und danach werden wir sein, als hätte es uns nicht gegeben; denn Rauch ist der Atem in unserer Nase, und das Denken ist ein Funke bei der Bewegung unseres Herzens.3 Wenn er verlöscht, wird der Körper zu Asche werden, und der Geist wird sich verflüchtigen wie dünne Luft.4 Und unser Name wird vergessen werden in der Zeit, und niemand wird sich an unsere Taten erinnern; und unser Leben wird vorübergehen wie Wolkenspuren, und es wird verscheucht werden wie Nebel, vertrieben von den Strahlen der Sonne und niedergedrückt von ihrer Wärme.5 Denn unsere Zeit ist das Vorübergehen eines Schattens, und von unserem Ende gibt es keine Rückkehr; denn mit einem Siegel wurde es versehen, und niemand bricht es auf.[2]6 Kommt nun, lasst uns geniessen, was es an Gutem gibt, und die Schöpfung voll und ganz nutzen wie zur Zeit der Jugend!7 Teurer Wein und Salböl mögen bei uns in Strömen fliessen, und keine Frühlingsblume soll uns entgehen!8 Mit Rosenknospen wollen wir uns bekränzen, ehe sie verwelken;[3]9 keine Wiese soll unberührt bleiben von unserem Übermut: Überall wollen wir Zeichen der Freude zurücklassen, denn dies ist unser Anteil und unser Los.10 Wir wollen den gerechten Armen unterdrücken, die Witwe nicht verschonen und keine Rücksicht nehmen auf das weisse, von der Zeit gebleichte Haar des Alten!11 Unsere Kraft aber, sie sei die Weisung für die Gerechtigkeit, denn was schwach ist, erweist sich als unbrauchbar.12 Dem Gerechten wollen wir auflauern, denn unserem Vorteil steht er im Weg, und unseren Taten stellt er sich entgegen, und er hält uns Verstösse gegen die Weisung vor, und Verstösse gegen unsere Erziehung schreibt er uns zu.[4]13 Er erklärt, Kenntnis von Gott zu haben, und nennt sich Diener des Herrn.[5]14 Er ist aufgetreten, um uns unsere Überzeugungen zu widerlegen; er ist schwer zu ertragen für uns und uns stets vor Augen,[6]15 denn sein Leben gleicht nicht dem der anderen, und seine Pfade sind sonderbar.16 Wir sind von ihm für Falschgeld gehalten worden, und von unseren Wegen hält er sich fern wie von Verunreinigtem; er preist das Ende der Gerechten und prahlt mit Gott als seinem Vater.17 Wir wollen sehen, ob seine Worte sich bewahrheiten, und überprüfen, was bei seinem Verscheiden geschieht.18 Denn wenn der Gerechte ein Sohn Gottes ist, wird dieser ihm beistehen und ihn aus der Hand seiner Widersacher erretten.19 Mit Überheblichkeit und Quälerei wollen wir ihn erproben, damit wir erfahren, wie rechtschaffen er ist, und seine Ausdauer im Leiden prüfen.20 Zu einem schmachvollen Tod wollen wir ihn verurteilen, denn seine Heimsuchung wird aus seinen Worten hervorgehen.[7]21 So haben sie gedacht - und sie sind in die Irre gegangen! Denn ihre Schlechtigkeit hat sie blind gemacht,22 und die Geheimnisse Gottes haben sie nicht erkannt; weder haben sie auf den Lohn für ein Leben in Heiligkeit gehofft, noch vermochten sie, die Auszeichnung untadeliger Seelen einzuschätzen.23 Denn Gott hat den Menschen erschaffen auf Unvergänglichkeit hin und ihn zum Abbild seines eigenen Wesens gemacht.[8]24 Durch den Neid des Teufels aber ist der Tod in die Welt gekommen; 25 die aber, die zu dessen Anteil gehören, lernen ihn kennen.[9]